#UnfollowPatriarchy – kommt ihr mit?

Deutsche Medien haben ein Sexismusproblem. Dass in Deutschland jeden dritten Tag eine Frau durch den ehemaligen oder aktuellen Partner getötet wird? Kaum im Bewusstsein der Bevölkerung. Dass Abtreibung immer noch der Gnade des Staates, und damit meist einzelner Männer unterliegt? Kaum bekannt. Die meisten denken, Abtreibung sei schon längst legal. Mit unserer neuen Kampagne #UnfollowPatriarchy geben wir dem Sexismus in den Medien ein Gesicht. Auf www.unfollowpatriarchy.com werden sexistische und patriarchale Entscheidungsträger*innen gesammelt.

Der Antifeminismus, also der konkrete Kampf gegen Frauenrechte lässt sich grob in drei Säulen einteilen.

  1. religiöse Fundamentalist*innen – in Deutschland vor allem Christ*innen
  2. rechte und konservative Politiker*innen
  3. sexistische und antifeministische Medienmacher*innen

 

Die dritte Säule – antifeministische Medienmacher*innen und unsere Arbeit

Als Kampagne gegen den medialen Sexismus in Deutschland kämpfen wir explizit gegen diese dritte Säule – sexistische Medienmacher*innen. Denn Nachrichten sind nicht einfach da, sie werden von Menschen gemacht. Deswegen arbeiten wir auf politisch-kultureller Ebene mit entscheidenden Medienmacher*innen, mit Workshops und unserem Recoding:Media – Kodex für die Beendigung sexistischer Berichterstattung daran, gerade junge Medienmacher*innen zu sensibilisieren und dadurch Sexismus ein Stück weit einzudämmen.

Gender Equality Media ist ein Verein, der gegen den Sexismus in Deutschlands Medien kämpft. Unsere neue Kampagne #unfollowpatriarchy richtet sich also konkret gegen die dritte Säule des Antifeminismus: sexistische und antifeministische Medienmacher*innen. Sexismus ist keine  Denn Nachrichten werden von Menschen gemacht, sie sind nicht einfach da. Dabei passieren natürlich auch Fehler, aber Sexismus und diskriminierende Berichterstattung sind keine Rechtschreibfehler in der Überschrift. Sexismus in den Medien wird täglich und vor allem bewusst eingesetzt.

Wir wollen bewusst machen, dass ein großes Stück des medialen Sexismus nicht auf Unwissen oder aus Unbewusstsein für die Thematik existiert. Sie wird vor allem tagtäglich dadurch perpetuiert, weil Sexist*innen in entscheidenden Positionen sitzen, und eben gar kein Problem damit haben. Mehr noch, in manchen Redaktionen wie in der Bild-Zeitung, ist Sexismus fester Bestandteil des Kanons. Hier setzt unsere aktivistische Arbeit an. Wir screenen täglich die Medien nach den uns bekannten Störfaktoren, um eine rechnerische Basis für unsere Kritik, aber auch Verbesserungsvorschläge zu haben. Das nutzen wir aber dafür, die Macher*innen dieser sexistsichen Nachrichten persönlich anzuschreiben. Ein ganzes Medium anzuschreiben, nützt oft nichts. Viel zu oft versteckt man sich hier hinter hohlen Phrasen und Floskeln. Sexistische Berichterstattung ist aber ein großes gesellschaftliches Problem, und wer das zu verantworten hat, sollte dazu auch gerade stehen. Wir dokumentieren die Reaktionen der Medienmacher*innen genau: wird ein Artikel geändert, wird das genauso in unsere Datenbank aufgenommen, wie Personen die sich weigern dies zu tun, gemeinsam mit ihrer Argumentation. So wollen wir nach und nach herausfinden, wer denn eigentlich genau für den Sexismus in den deutschen Medien verantwortlich ist. Denn auch wir glauben: Medienmacher*innen sind schon längst weiter, als der patriarchale, chauvinistische Block der noch viel zu oft in den entscheidenden Positionen sitzt.

In Redaktionen, wie beispielsweise in der Bild-Zeitung, ist Sexismus fester Bestandteil des Arbeit. Und genau hier setzt unsere aktivistische Arbeit an. Wir screenen täglich verschiedene  Medien nach den uns bekannten Störfaktoren. So bekommen wir eine Basis für unsere Kritik und unsere Verbesserungsvorschläge haben eine klare Rechtfertigung. Durch unsere vorherige Arbeit haben wir die Erfahrung gemacht, dass sich so schnell niemand verantwortlich fühlt. Ab sofort schreiben wir die verantwortlichen Macher*innen persönlich an, erklären, welch Dinge problematisch sind und bitten die Redakteur*innen die sexistischen Inhalte auszutauschen oder umzuschreiben.Wir personalisieren den Sexismus, denn viel zu oft wird dich hinter hohlen Phrasen und Floskeln.

Sexistische Berichterstattung ist ein großes gesellschaftliches Problem, und wer das zu verantworten hat, sollte auch zur Verantwortung gezogen werden. Wir dokumentieren die Reaktionen der Medienmacher*innen genau: wird ein Artikel geändert, wird das genauso in unsere Datenbank aufgenommen, wie Personen die sich weigern dies zu tun, gemeinsam mit ihrer Argumentation. So wollen wir nach und nach herausfinden, wer denn eigentlich genau für den Sexismus in den deutschen Medien verantwortlich ist. Denn auch wir glauben: Medienmacher*innen sind schon längst weiter, als der patriarchale, chauvinistische Block der noch viel zu oft in den entscheidenden Positionen sitzt. Deswegen arbeiten wir auf politisch-kultureller Ebene mit entscheidenden Medienmacher*innen mit Workshops und unserem Code of Conduct daran, gerade junge Medienmacher*innen zu sensibilisieren und dadurch Sexismus ein Stück weit einzudämmen.

Drei Säulen – viele Gegner, viele Verbündete

#unfollowpatriarchy ist eine Kampagne, die gegen den gesamten Antifeminismus in Deutschland vorgeht. Wir richten unsere Forderungen und unsere Arbeit konkret an sexistische Medienmacher*innen. Aber auch für die anderen beiden Säulen müssen die Entscheidungsträger*innen definiert werden.

Feminist*innen! Lasst uns solidarisieren. Wir rufen dazu auf, den #unfollowpatriarchy dafür zu nutzen, ein Band zwischen feministischen Gruppen und Einzelpersonen zu knüpfen. Wir wollen wissen: Wer ist für den Sexismus verantwortlich?

Langfristig wollen wir so eines zeigen: Das Patriarchat in Deutschland hat ein Gesicht, und wenn wir das nicht benennen, bleibt unser Kampf nur theoretisch. Es ist nicht so, dass jeden dritten Tag eine Frau* durch den Partner stirbt. Nein, jeden dritten Tag tötet ein Partner eine Frau*. Es wird Zeit, dass wir diese Denke stärker in unser Bewusstsein bringen. Wir von Gender Equality Media wollen uns weiterhin um die Beendigung von medialem Sexismus kümmern. Das Patriarchat kann aber nur beendet werden, wenn wir unsere Kämpfe bündeln, und uns untereinander als Frauen*, Feminist*innen und feministische Gruppen solidarisieren.

Wir geben den Feminismus ein Gesicht: www.unfollowpatriarchy.com -#unfollowpatriarchy!

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