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	<title>Aktuelles &#8211; Gender Equality Media e.V.</title>
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	<description>Gegen medialen Sexismus</description>
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		<title>Eilmeldung: Hausdurchsuchungen bei Feministinnen wegen Palästina-Solidarität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Penelope Kemekenidou]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Dec 2023 11:05:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Activism]]></category>
		<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute Nacht kam es zu Hausdurchsuchungen bei Mitgliedern der feministischen Organisation “Zora” &#8211; wegen der “Unterstützung einer terroristischen Organisation”. Damit ist nicht die Unterstützung des mörderischen Staatsterrors Israels gemeint, der seit mehr als einem Monat tausende Frauen und Kinder massakriert, die fast 70 Prozent aller im Gazastreifen gemeldeten Todesfälle ausmachen, sondern die Unterstützung für die sekuläre, demokratische und sozialistische Volksfront &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Heute Nacht kam es zu Hausdurchsuchungen bei Mitgliedern der feministischen Organisation “Zora” &#8211; wegen der “Unterstützung einer terroristischen Organisation”. Damit ist nicht die Unterstützung des mörderischen Staatsterrors Israels gemeint, der seit mehr als einem Monat tausende Frauen und Kinder massakriert, die fast 70 Prozent aller im Gazastreifen gemeldeten Todesfälle ausmachen, sondern die Unterstützung für die sekuläre, demokratische und sozialistische Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFPL).</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Die PFPL stellt sich aktiv gegen die Hamas und wurde bis dato auch genau deswegen von westlichen Kräften in der Region geschwächt. Denn um die Palästinenser*innen “legal” zu ermorden, braucht man ein gutes Feindbild, und damit eine starke Hamas in der Region. </span></span></p>
<h3><span style="color: #000000;">Hausdurchsuchungen von privaten Wohnungen und einem Café</span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">“Sechs Wohnungen und zwei andere Räume von Mitgliedern der Gruppe &#8222;Zora&#8220; wurden am Mittwochmorgen in verschiedenen Stadtteilen Berlins durchsucht&#8220;, schreibt die SZ, und zitiert damit einen Polizeisprecher. Die Frauen der Organisation werden nicht interviewt.</span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Auch in das Karanfil ist die Polizei heute um 8:30 Uhr eingefallen. Die Durchsuchung im Karanfil ist noch im Gange. Der Besitzer hat zur Unterstützung aufgerufen. Das Karanfil ist ein selbstorganisiertes, migrantisches Cafe, wo überwiegend pocs einen Safe Space finden, was der Polizei schon lange ein Dorn im Auge ist. Als der Chor “Widerklang” Ende Oktober eine Soli Veranstaltung dort gemacht hatte und ein Konzert mit palästinensischen und jiddischen Liedern gesungen hat, standen die Cops auch auf einmal vor der Tür.</span></p>
<h3><span style="color: #000000;">Eine neue Stufe der Aggressivität deutscher Politik</span></h3>
<p><span style="font-weight: 400; color: #000000;">Das ist ein klarer Angriff auf linke Strukturen, die den Krieg verdammen und ein Gegengewicht zur Staatsräson der deutschen Regierung bilden, die nicht nur medial die Hegemonie der bürgerlichen Gesellschaft aggressiv verteidigt, sondern nun auch angefangen hat außerhalb von Demonstrationen die Menschen anzugreifen, die sich gegen einen Genozid stellen. </span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Hier zeigt sich auch, dass es der deutschen Regierung, dem Staat und den Kriegsgewinnlern niemals um die Hamas als solches ging, sondern um den Widerstand gegen ihre Herrschaft als Ganzes.  Hier findet ein Angriff auf Frauen statt, die ihre eigene Position formulieren. Was sagt die feministische Außenpolitik von Baerbock dazu?</span></span></p>
<h3><span style="font-weight: 400; color: #000000;"><strong>Greifen sie eine(n) von uns an, greifen sie alle an.</strong> </span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><b>Die Durchsuchung im Karanfil ist noch im Gange, wer anwesend sein kann</b><span style="font-weight: 400;">, </span><b>kommt gerne hin ab 17 Uhr: </b><span style="font-weight: 400;">Weisestraße 3, 12049 Berlin, Deutschland</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;">Wir bitten euch zudem, den Kanälen der Betroffenen zu folgen und zu verfolgen, wie am besten weiter unterstützt werden kann. </span></span></p>
<p><a href="https://www.instagram.com/cafe_karanfil_bar"><span style="font-weight: 400;">https://www.instagram.com/cafe_karanfil_bar</span></a></p>
<p><a href="https://www.instagram.com/zora_berlin_/">https://www.instagram.com/zora_berlin</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Kasia Lenhardt: Frauenhass als &#8222;guilty pleasure&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Penelope Kemekenidou]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Feb 2021 13:24:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[#metoo]]></category>
		<category><![CDATA[#unfollowpatriarchy]]></category>
		<category><![CDATA[Activism]]></category>
		<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[BILD]]></category>
		<category><![CDATA[Feminizid]]></category>
		<category><![CDATA[kasia]]></category>
		<category><![CDATA[Kasia Lenhardt]]></category>
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					<description><![CDATA[Kasia Lenhardt ist vorgestern passiert. Kasia Lenhardt ist gestern passiert. Kasia Lenhardt wird heute passieren. Wir haben es so satt, wieder diese ganzen Debatten zu hören. „So schlimm, was ihr passiert ist“. Kasia Lenhardt ist ein Fall von vielen, ihr Suizid die Spitze eines Eisbergs. Dass ihr Fall so besprochen wird, hat mit zwei Dingen zu tun: Ihrem Ruhm und &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="color: #000000;">Kasia Lenhardt ist vorgestern passiert. Kasia Lenhardt ist gestern passiert. Kasia Lenhardt wird heute passieren.</span></strong><span id="more-1553"></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wir haben es so satt, wieder diese ganzen Debatten zu hören. „So schlimm, was ihr passiert ist“. Kasia Lenhardt ist ein Fall von vielen, ihr Suizid die Spitze eines Eisbergs. Dass ihr Fall so besprochen wird, hat mit zwei Dingen zu tun: Ihrem Ruhm und noch viel mehr, dem Reichtum ihres Ex-Partners.</span></p>
<h6><span class="body" style="color: #ff0000;" role="main"><em>Wenn du Suizidgedanken hast, sprich darüber mit jemandem. Du kannst dich rund um die Uhr an die Telefonseelsorge wenden (08 00/111 0 111 oder 08 00/111 0 222) oder <a style="color: #ff0000;" href="http://www.telefonseelsorge.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.telefonseelsorge.de</a> besuchen.</em></span></h6>
<p><span style="color: #000000;">Ja, die BILD ist scheisse. Aber wisst ihr was? Da hängt noch viel mehr dran, und die meisten von uns sind beteiligt. Die letzten Monate von Kasia Lenhardt waren geprägt von Frauenhass: In den Medien, Social Media und wahrscheinlich auch privat. Sie war die “Familienzerstörerin” &#8211; die Narrative der Verführerin eines verheirateten Familienvaters allgegenwärtig. Befeuert wurde das seit Wochen in Boulevardmedien und von gelangweilten Menschen im Internet.</span></p>
<p><strong><span style="color: #000000;">Wie ist Kasia Lenhardt mit 17 „berühmt“ geworden?</span></strong></p>
<p><span style="color: #000000;">Alles fing bei Germanys Next Topmodel an: Die Sendung, die alle so gerne “ironisch” gucken. Es ist ja so witzig, wenn die “Määäädchen” weinen, wenn ihre Haare abgeschnitten werden. Aber dass Heidi Klum täglich mit Frauenhass selbst Millionen verdient und das Ganze noch als Empowerment und eine Show voller “Diversity” verkauft, ist einfach nur noch schämenswert. Die Show läuft auf Kosten von Millionen jungen Menschen, die Essstörungen entwickeln und ihr Geld in einer Industrie lassen, die mit der Unsicherheit von jungen Mädchen und Frauen Millionen machen. Die Zahlen stagnieren, jedoch haben immer noch 1,35 Millionen Zuschauer*innen zwischen 14 und 49 Jahren die erste Folge der 15. Staffel angeschaut.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wer die Sendung live begleitet? Die BILD, ja, aber auch die Magazine, die so viele Frauen gerne lesen. Ob InTouch oder Glamour &#8211; der Selbsthass wird für 2 Euro pro Heft gegekauft.</span></p>
<p><strong><span style="color: #000000;">“Selbstoptimierung” deluxe</span></strong></p>
<p><span style="color: #000000;">Wenn man schon als Mädchen hört: Du bist zu dick, zu dünn. Deine Nase zu groß und warum rasierst du dich nicht? Wenn deine aufgelegten Schönheitsbilder Kim Kardashian oder eben Heidi Klum sind, wen wundert es denn noch, dass schon im jungen Alter mit der “Selbstoptimierung” begonnen wird? Es fängt übrigens schon im Kleinen mit dem Instagramfilter an.</span><br />
<span style="color: #000000;">Seit der Sendung hat Kasia Lenhardt so viele “Schönheits”operationen gehabt, dass man ihr Gesicht nicht wiedererkennt. Nein, wir wollen hier keine Diskussion beginnen, wer wie was mit seinem Körper machen darf. Was glücklich macht, sollte gemacht werden. Wir brauchen aber auch nicht so tun, als ob es keinen Zusammenhang zwischen der Sendung von Heidi Klum, dem Druck dieser Industrie auf junge Mädchen und zuletzt der Wahl eines Partners, der Frauen auf nur eine ganz bestimmte Art zu sehen scheint, gäbe. Oh well, die Partner.</span></p>
<p><strong><span style="color: #000000;">Mit wem war Kasia Lenhardt zusammen?</span></strong></p>
<p><span style="color: #000000;">Zu den Riberys, Boatengs und wie sie alle heißen: hört auf, so zu tun, als ob der Fall von Kasia Lenhardt schockierend ist. Jede*r Fußballfan der*die Bundesliga schaut, weiß ganz genau Bescheid, was da für Typen dabei sind. Allein von den FC Bayern München Spielern kennt man den Zusammenhang von minderjährigen „Prostituierten“ und Gewalt gegen ihre Partnerinnen. Trotzdem wird weitergeschaut, trotzdem wird anschließend fleißig BILD und Co im Nachgang konsumiert, wenn es dann zu den „Eifersuchtsdramen” oder “Sex-Skandalen” oder auch Frauenmorde, Feminizide oder Vergewaltigungen kommt. Volkssport Nummer 1 ist Fußball &#8211; gefolgt von Frauenhass.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Der DFB ist keine Ausnahme &#8211; die reichen Typen dort sind nicht anders als die reichen Typen aus der Filmbranche (Stichwort: #Metoo). Mit Erfolg kommt Macht und Degradierung. Und genau diese Fälle zeigen uns, wie Männer in dieser Gesellschaft handeln dürfen, wenn sie mächtig und reich sind. Aber hier gibt es einen eklatanten Unterschied: Fußball wird nicht nur konsumiert. Besonders in Deutschland gibt es eine lebendige Kultur drum herum: Die Fans, Merchandise, Stadien. Clubs bezahlen dafür, sie halten gewollt dieses System aufrecht. Anstatt also immer nur von dem schlimmen schlimmen Sexismus, und dem schlimmen schlimmen Rassismus beim Fußball zu sprechen: Macht doch endlich mal die Drohung war und enteignet den DFB.</span></p>
<p><strong><span style="color: #000000;">Du bist ein Teil davon!</span></strong></p>
<p><span style="color: #000000;">Genau heute, während Kasias Suizid noch Thema ist, wird eine Gastjurorin von GNTM Zuschauer*innen nach der Sendung mit Drohungen überhäuft: “Ich hoffe, dass dein Kind mal so behandelt wird, wie du Maria behandelt hast”. Wenn du ironisch GNTM schaust, dir am Bahnhof die InTouch kaufst: Genau dieser Konsum von Medien und Formaten, die täglich Frauen ihre Rollen suggerieren, sie bewerten und abwerten, sind verbunden mit dem Konzept der Profi-Sportler, die aus dem Missbrauch von Minderjährigen und Gewalt an der Partnerin einen Lifestyle machen. All das sind die “Skandälchen” die dann wieder in den Boulevard-Medien konsumiert werden.</span><br />
<span style="color: #000000;">Also hört einfach auf: Holt euch eure Unterhaltung wo anders und hört auf so einen frauenfeindlichen und degradierenden Scheiß zu schauen. Auch wenn es euer “guilty pleasure” ist, Menschen wie Boateng, Heidi Klum &amp; Co. machen damit Millionen und treiben dieses kranke System immer weiter. Hört auf, diese Typen zu entschuldigen. Und ja das tut man, wenn die Show einfach weitergeht für sie. Wenn ihr Fußballfans seid, dann blockiert Spiele, Foren, Medien. Bis es einen Wandel gibt.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nur Konsumverbote helfen selbstredend nicht weiter. Natürlich müssen wir die bestehenden Verhältnisse ändern, damit solche Dinge den Nährboden verlieren. Feminizide sind ein Symptom in kapitalistischen Systemen, und solange wir diese nicht bekämpfen, wird auch Gewalt an Frauen kein Ende finden.</span></p>
<p><strong><span style="color: #000000;">Ihr Fall ist jetzt in aller Munde, weil es an der Spitze dieser kapitalistischen Gesellschaft passiert ist. Aber es passiert jeden Tag. Viele Fälle sind nur unsichtbar &#8211; ohne Boulevardpresse, fernab von Instagram.</span></strong></p>
<h6><span class="body" style="color: #ff0000;" role="main"><em>Wenn du Suizidgedanken hast, sprich darüber mit jemandem. Du kannst dich rund um die Uhr an die Telefonseelsorge wenden (08 00/111 0 111 oder 08 00/111 0 222) oder <a style="color: #ff0000;" href="http://www.telefonseelsorge.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.telefonseelsorge.de</a> besuchen.</em></span></h6>
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		<title>92 Prozent der gezählten Artikel verharmlosen Gewalt gegen Frauen</title>
		<link>https://genderequalitymedia.org/femizid-karte/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Nov 2020 11:07:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#unfollowpatriarchy]]></category>
		<category><![CDATA[Activism]]></category>
		<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Feminizid]]></category>
		<category><![CDATA[Mediascreening]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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					<description><![CDATA[Oben rechts (Klick auf Kästchen) kann die Karte vergrößert werden. Update, 25 November 2020: Am Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen ist es einmal umso wichtiger, einen Blick auf die Berichterstattung der letzten Monate über Gewalt gegen Frauen* in den deutschen Medien zu werfen. Für den Zeitraum vom 1. September bis 31. Oktober konnten wir im Rahmen unseres &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><iframe src="https://www.google.com/maps/d/u/0/embed?mid=1ZZCw8If8QAHj0uNFLT6OztZMUjx169hO" width="640" height="480"></iframe><br />
<i>Oben rechts (Klick auf Kästchen) kann die Karte vergrößert werden. </i></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Update, 25 November 2020:</strong> <span style="font-weight: 400;">Am Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen ist es einmal umso wichtiger, einen Blick auf die Berichterstattung der letzten Monate über Gewalt gegen Frauen* in den deutschen Medien zu werfen. Für den Zeitraum vom 1. September bis 31. Oktober konnten wir im Rahmen unseres Medienscreenings insgesamt 115 Artikel zählen, wobei in 97% der Berichterstattung Medien gewaltverharmlosende Begriffe nutzten. Damit unterscheidet sich der Herbst lediglich in der absoluten Anzahl der gezählten Artikel vom Sommer (vgl. 142 gezählte Artikel), jedoch nicht in der prozentualen Verteilung Gewalt verharmlosender Berichterstattung. Genauso wie in den Sommermonaten waren auch im September und Oktober </span></span><span style="color: #000000;">Bluttat</span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"> mit 33 Artikeln (29%), </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Familiendrama</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"> mit 23 Artikeln (20%) und </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Beziehungstat</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"> mit 18 Artikel (16%) die am häufigsten benutzten Gewalt verharmlosenden Begriffe. Mit insgesamt 18 Fällen in den letzten 2 Monaten konnten wir im Vergleich zum Rest des Jahres ebenfalls eine große Häufigkeit der Verwendung von </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Ehestreit</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"> verzeichnen – allein im September wurde das Wort in 19% der Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen genutzt. Zu lesen ist in diesen Fällen in der Headline dann häufig  <a href="https://www.mz-web.de/sachsen-anhalt/ehestreit-eskaliert-mann-verletzt-seine-frau-mit-einem-messer-37353244">Ehestreit eskaliert – Mann verletzt seine Frau mit Messer</a> oder aber <a href="https://rp-online.de/nrw/staedte/wesel/wesel-sek-einsatz-beendet-ehestreit-hinweise-auf-waffenbesitz_aid-54227007">SEK beendet Ehestreit</a>. Die Absurdität der Verwendung von bspw. </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Ehestreit</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"> vor dem Hintergrund lebensgefährlicher und tödlicher Gewalt von Männern gegen Frauen* betont einmal umso mehr die Notwendigkeit eines Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Noch viel zu selten ordnen Medien diese Gewalttaten richtig ein und beschreiben diese als das, was sie sind: Frauenmorde oder Femizide. Die Zahlen sprechen für sich: Lediglich in drei Artikeln wurden Femizid / Frauenmord im September bzw. Oktober benutzt. Aus diesem Grund zählen wir weiter und sind heute am am 25. November umso lauter, weil Gewalt gegen Frauen* ein gesamtgesellschaftliches Problem ist mit System, das nicht weiter ignoriert werden kann. </span></span></p>
<p><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/8.-märz-plakate.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1522" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/8.-märz-plakate-300x212.png" alt="" width="800" height="566" /></a></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Update, 1. Oktober 2020:</strong> Inzwischen haben wir unsere Deutschlandkarte zu Gewalt gegen Frauen um die Medienscreening-Ergebnisse aus den Monaten Juli und August</span> <span style="color: #000000;">ergänzt. Das Ergebnis dieser zweite Monate ist leider wenig überraschend: Von 146 gescreenten Artikeln über Gewalt gegen Frauen in Deutschland, wurden in 142 Fällen (97%) Gewalt verharmlosende Begriffe, wie Bluttat (52), Beziehungstat (27) oder Familiendrama (20) verwendet. Ein Fall ist uns dabei besonders im Gedächtnis geblieben : </span><span style="color: #000000;">Am 22. Juli 2020 wurde die Künstlerin Rebeccah Blum in Berlin von ihrem  Partner Saul Fletcher, einem bekannten Fotografen,  ermordet. Nahezu die ganze Berichterstattung fokussierten sich hierbei lieber auf die beruflichen und künstlerischen Leistungen, während weder Rebeccah Blums Name noch Details zu ihrer Person Erwähnung fanden. Noch schlimmer ist, dass ein großer Teil der Medienberichterstattung sich auf den noch bekannteren, nicht sehr nahe stehenden Freund des mutmaßlichen Mörders konzentrierte, nämlich Brad Pitt. Anscheinend leben wir in einer Welt, in der die unbedeutende Rolle von Brad Pitt im Leben eines mutmaßlichen Mörders mehr Platz einnimmt, als die Frau, die ermordet wurde. Dazu passt, dass in nur 3% der zwischen Juli und August gescreenten Artikel direkt auf das strukturelle Ausmaß von  Gewalt gegen Frauen hierzulande aufmerksam gemacht wurde durch die  Verwendung der Begriffe “Femizid” oder “Frauenmord” . </span></p>
<p><em><span style="color: #000000;"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-1517 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"><b>Ein Wrap-Up: Sechs Monate Medienscreening, eine Deutschlandkarte und verharmlosende Berichterstattung</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Medien verharmlosen regelmäßig (sexualisierte) Gewalt gegen Frauen – und zwar jeden Tag! Schon letztes Jahr haben wir die Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen untersucht. <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="https://genderequalitymedia.org/nachgezaehlt/">Unser Algorithmus, mit dem wir zwischen Oktober und November 2019 nachgezählt haben, mit welchen Begriffen und wie oft Medien (sexualisierte) Gewalt gegen Frauen verharmlosen, umfasste aber nur 20 Medien.</a></span> Das haben wir nun geändert: Für einen noch umfassenderen Blick auf die deutsche Medienlandschaft schließt unser Screening seit 2020 alle Medien ein, die sich über Google News erfassen lassen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><b>Der Druck auf die Medien wächst</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Mit unserer Schlagwortsuche konzentrieren wir uns vor allem auf die Berichterstattung über strukturelle Gewalt gegen Frauen. Wie schon in den ersten sechs Monaten dieses Jahres, wird unser Screening auch in der zweiten Jahreshälfte nicht pausieren. Damit garantieren wir ein möglichst umfassendes Bild über die Entwicklungen und Tendenzen in der Medienlandschaft, wenn es um die Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen geht. Hierfür zeichnen wir auf Grundlage der gesammelten Artikel eine Deutschlandkarte nach, anhand der sich nicht nur interaktiv die Berichterstattung zurückverfolgen lässt, sondern auch sichtbar wird, in welchem Umfang Frauen hierzulande Opfer von Gewalt werden. Dazu ist es für uns allerdings ausschlaggebend, dass wir uns nur auf Artikel konzentrieren, die sich auf Gewalttaten in Deutschland aus dem Jahr 2020 beziehen. Die interaktive Deutschlandkarte wird von uns fortan monatlich fortgeführt, um am Ende des Jahres Bilanz ziehen zu können.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><b>92 % der gezählten Artikel verharmlosen sprachlich Gewalt gegen Frauen</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Vom 1. Januar bis 30. Juni 2020 haben wir insgesamt 301 Artikel zu Gewalttaten gegen Frauen gezählt. Alle Taten, über die berichtet wurde, sind ausschließlich 2020 in Deutschland verübt worden. Das Missverhältnis zwischen Artikeln, die Begriffe wie „Frauenmord“, „Femizid“ oder „Frauenmörder“ nutzen, um explizit auf das strukturelle Ausmaß von Gewalt gegen Frauen zu verweisen, ist im Vergleich zu Artikeln, die Gewalt verharmlosende Begriffe verwenden, wie schon im Jahr 2019 immens. Im Detail bedeutet das, dass nur in 24 Fällen (8%) „Frauenmord“, „Femizid“ oder „Frauenmörder“ benutzt worden sind zu 277 Artikeln (92%) mit (sexualisierte) Gewalt verharmlosender Begriffe.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Da die erste Jahreshälfte in allen Aspekten unseres Lebens von dem COVID-19-bedingten “Lockdown” bestimmt war, hatte der natürlich auch Auswirkungen auf die Medienberichterstattung: Die Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen ging enorm zurück. In den Monaten Februar, März und April zählten wir insgesamt bloß zwischen 32 ( Februar) und 36 (April) Artikeln, welche über Gewalttaten gegen Frauen berichteten. Darüber hinaus war die Berichterstattung zwischen Februar und April besonders von der Sorge geprägt, dass mit dem “Lockdown” die häusliche Gewalt gegen Frauen steigen würde. Vermehrt fielen uns auch Artikel auf, die sich kritisch mit der Verwendung problematischer Begriffe in der Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen auseinandersetzen und eine damit einhergehende Verschleierung dieses strukturellen Problems anprangern. Trotz eines leichten Anstiegs der Verwendung von „Femizid“ und „Frauenmord“ (April 6x, Mai 8x und Juni 3x) mussten wir feststellen, dass mit dem Ende des “Lockdowns” die Anzahl an Artikeln, die  Gewalt verharmlosen,  drastischer zunahmen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-1495" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nach wie vor besonders beliebt unter den Begriffen zur Verharmlosung von (sexualisierter) Gewalt gegen Frauen sind: „Beziehungstat“, „Familiendrama“, „Bluttat“ und der sog. „Sextäter“. Diese Begriffe rücken nicht nur partnerschaftliche Gewalt ins Private (Beziehung) sondern banalisieren diese auch als Einzeltaten (Drama). Darüber hinaus tun sich Medien besonders gut daran, über das Tatmotiv zu spekulieren, was dann zumeist auf Eifersucht hinausläuft. Auch in der Justiz und bei der Polizei ist Eifersucht als Motiv fest verankert. Dadurch wird nicht nur systematisch die Täterperspektive eingenommen und die männlichen Besitzansprüche in den Vordergrund gerückt, sondern auch Femizide und das strukturelle Ausmaß dahinter unsichtbar gemacht.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1482 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Überraschenderweise war dieses Mal nicht die Bild-Zeitung Anführerin unter den Medien, die am häufigsten (sexualisierte) Gewalt verharmlosen. Mit 27 Treffern, war dies das regionale Newsportal Tag24, dicht gefolgt von Bild, Express und Karlsruhe Insider. Hier lässt sich gut erkennen, dass vor allem regionale Medien Gebrauch von Gewalt verharmlosenden Begriffen machen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1483 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Insgesamt konnten wir 16 Artikel zählen, die mit „Femizid“ explizit auf das strukturelle Ausmaß von Gewalt gegen Frauen hinweisen sowie 9 Artikel, die den Begriff „Frauenmord“ oder „Frauenmörder“ verwenden. Unter den Vorreiter*innen in der Berichterstattung traten hier ganz besonders anf deutsch, Potsdamer Neuste Nachrichten sowie die Frankfurter Neue Presse und Perspektive online hervor. Nichtsdestotrotz ist die Verwendung von Begriffen wie “Frauenmörder” nicht zwangsläufig Garant für eine angemessene Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen: Das ist vor allem dann der Fall, wenn Medien anhand von Frauenmorden Infotainment betreiben und die Berichterstattung einer Krimigeschichte gleicht.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1485 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Medien tragen einen wesentlichen Beitrag zur Meinungsbildung bei. Wir fordern deshalb eine verantwortungsvolle Berichterstattung aller Journalist*innen, wenn es um die systematische Gewalt gegen Frauen geht. Unsere Deutschlandkarte zeigt sehr deutlich, dass Femizide, (versuchte) Vergewaltigungen und sexuelle Belästigung keine Einzelfälle in Deutschland sind, sondern sich ein System dahinter erkennen lässt. Wenn Journalist*innen also über Tatmotive spekulieren können, warum dann auch nicht mal den Schritt wagen und darüber spekulieren, ob nicht vielleicht ein strukturelles Problem hinter den ganzen Femiziden und Frauenmorden steckt? Wieso nicht mal toxische Männerbilder, sexistische Frauenbilder und gesellschaftliche Macht- und Geschlechterverhältnisse erwähnen? Und warum nicht einfach von „Frauenmorden“, „Femiziden“ oder „Vergewaltigern“ statt „Sextätern“ sprechen?</span></p>
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		<title>Wer erklärt die Welt?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2020 11:23:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Activism]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir leben im Jahr 2020 und Männer erklären uns immer noch die Welt. Unsere neue Studie beweist: Männer sprechen doppelt so lang wie Frauen, die wichtigen Ressorts sind in Männerhand, nur 15 Prozent aller Expert*innen sind Frauen und Frauen werden selten mit Namen genannt. Wir haben drei Nachrichtensendungen analysiert, die Ergebnisse sind erschreckend aber wenig überraschend. Wir fordern von ARD, &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #333333;"><strong>Wir leben im Jahr 2020 und Männer erklären uns immer noch die Welt. Unsere neue Studie beweist: Männer sprechen doppelt so lang wie Frauen, die wichtigen Ressorts sind in Männerhand, nur 15 Prozent aller Expert*innen sind Frauen und Frauen werden selten mit Namen genannt. Wir haben drei Nachrichtensendungen analysiert, die Ergebnisse sind erschreckend aber wenig überraschend. Wir fordern von ARD, ZDF, RTL &amp; Co. dringenden Handlungsbedarf: Mehr Diversität und gerechte Geschlechterverhältnisse in allen Redaktionen!</strong></span><span style="color: #333333;"><span id="more-1459"></span></span></p>
<p><strong><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/20200426_Studie_Wer-erklärt-die-Welt.pdf">+++ Die komplette Studie könnt ihr hier herunterladen +++</a></strong></p>
<p><span style="color: #333333;">Seit 1971 haben Frauen eine Stimme bei den ZDF „heute“ Nachrichten, seit 1976 in der ARD Tagesschau. Heute sind Moderatorinnen und Beitragssprecherinnen in den Top-Nachrichtensendungen in Deutschland keine Seltenheit mehr. Doch kommen Frauen in gleichem Maße zu Wort wie Männer, wie dies <a href="https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/von-heute-xpress-bis-tagesthemen-immer-mehr-nachrichten-moderatorinnen/20151284.html">der Tagesspiegel behauptet</a>? Wir haben nachgeforscht: In unserer neuen Studie “Wer erklärt die Welt?” untersuchen wir, wer <em>(Anm. d. Red.: Keine der Personen, in den von uns analysierten Sendungen, trat offensichtlich als trans*, nicht-binär oder queer auf) </em>wie lange über welches Thema spricht, aus welcher Position heraus gesprochen wird und ob die Person beim Namen genannt wird. Grundlage für die Analyse sind jeweils sieben Ausgaben von den drei Nachrichtensendungen mit den höchsten Einschaltquoten in Deutschland: „Tagesschau“ um 20 Uhr der ARD, „Heute Journal“ um 21 Uhr des ZDF, und „RTL Aktuell“ bei RTL um 18.45 Uhr.</span></p>
<div id="attachment_1464" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1464" class="size-medium wp-image-1464" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/2-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/2-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/2-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/2-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/2-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/2.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-1464" class="wp-caption-text">Männer haben doppelt so viel Redeanteil. Grafik: Gender Equality Media</p></div>
<p><span style="color: #333333;"><strong>Männer sprechen in TV-Nachrichtensendungen doppelt so lang wie Frauen</strong></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Schon bei einem ersten Blick in die Daten wird klar &#8211; Männer sprechen mehr und länger als Frauen. In den 6 Stunden und 20 Minuten des analysierten Nachrichtenmaterials sprechen Männer zu 67 Prozent und Frauen zu 33 Prozent. Auch in der Länge sind regelmäßige Unterschiede zu sehen: Eine männliche Sprachsequenz ist im Durchschnitt 19 Sekunden, eine weibliche dagegen 16 Sekunden lang. Obwohl sich sowohl ARD als auch ZDF der beruflichen Chancengleichheit von Frauen und Männern verschrieben haben, ist davon in den TV-Nachrichten wenig zu sehen. Vielleicht für die eine oder den Anderen überraschend: Größere Unterschiede zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendungsformaten gibt es in den Sprechanteilen nicht.</span></p>
<div id="attachment_1465" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1465" class="wp-image-1465 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/3-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/3-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/3-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/3-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/3-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/3.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-1465" class="wp-caption-text">Privat oder öffentlich-rechtlich: Kaum Unterschiede! Grafik: Gender Equality Media</p></div>
<p><span style="color: #333333;"><strong>Niedriger Anteil an Frauenstimmen in den wichtigsten Ressorts</strong></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Die Daten beweisen auch geschlechtsspezifische Stereotype: Frauen sprechen eher in den Bereichen Unterhaltung und Gesellschaft. Diese Bereiche gehören oft kürzer und werden nebenbei besprochen. In den wichtigsten und auch am längsten besprochenen Themen in Nachrichtensendungen, also Politik und Wirtschaft, liegt der Anteil an Frauen nur bei 33 bis 36 Prozent. So werden in den deutschen TV-Nachrichten, welche Millionen von Menschen täglich verfolgen, Klischees reproduziert. Frauen haben nichts zu sagen, sind keine Expertinnen und werden immer noch eher mit Unterhaltungsthemen in Verbindung gebracht. Mit Wissenschaft, Politik und Wirtschaft haben Frauen eben nichts zu tun.</span></p>
<div id="attachment_1466" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1466" class="size-medium wp-image-1466" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/4-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/4-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/4-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/4-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/4-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/4.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-1466" class="wp-caption-text">Weniger geht kaum. Grafik: Gender Equality Media</p></div>
<p><span style="color: #333333;"><strong>Nur 15 Prozent: Frauen werden selten als Expertinnen hinzugezogen</strong></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Männerstimmen dominieren nicht nur das TV-Programm, sie treten auch hauptsächlich als Experten auf: Beitragssprecher*innen, Moderator*innen und Expert*innen decken 91 Prozent der Sendezeit ab, jedoch sind in keiner der Sprechpositionen Frauen häufiger zu hören als Männer. Beitragssprecherinnen und Moderatorinnen kommen etwa nur halb so lang wie Beitragssprecher und Moderatoren zum Einsatz. Bei Expertinnen ist diese Differenz noch drastischer: Hier liegt der Anteil von Frauenstimmen bei 15 Prozent im Vergleich zu 85 Prozent der Männerstimmen. Besonders selten sind Expertinnen in den öffentlich-rechtlichen Nachrichten zu hören: Während bei RTL aktuell noch zu 27 Prozent Expertinnen befragt werden, kommt die ARD-Tagesschau nur noch auf 16 Prozent und ZDF aktuell auf 9 Prozent.</span></p>
<div id="attachment_1467" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1467" class="wp-image-1467 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/5-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/5-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/5-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/5-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/5-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/5.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-1467" class="wp-caption-text">Frauen sind für TV-Nachrichten keine Expertinnen. Grafik: Gender Equality Media</p></div>
<p><span style="color: #333333;">Wenn Frauen als Expertinnen fungieren, werden sie durch geschlechtsspezifische Stereotype gekennzeichnet. Zu gesellschaftlichen Themen sprechen Frauen deutlich häufiger als in den relevanten Kategorien Politik und Wirtschaft, wenn auch nur halb so lang wie Experten. Wir leben im 21. Jahrhundert und es gibt genug Expertinnen &#8211; daher dringender Handlungsbedarf Expertinnen zu allen Themenbereichen zu Wort kommen zu lassen.</span></p>
<div id="attachment_1468" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1468" class="wp-image-1468 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/6-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/6-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/6-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/6-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/6-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/6.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-1468" class="wp-caption-text">Geht es um Unterhaltung, dürfen Frauen ein wenig sagen. Grafik: Gender Equality Media</p></div>
<p><span style="color: #333333;"><strong>Frauen werden seltener beim Namen genannt</strong></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Frauen kommen insgesamt nicht nur seltener zu Wort, sondern werden dann auch seltener mit Namen vorgestellt. Aufgrund der Verteilung der Sprechanteile in Nachrichtensendungen überrascht es nicht, dass nur 30 Prozent der Namensnennungen auf Frauen entfallen und 70 Prozent auf Männer. Unter allen von Frauen gesprochenen Beiträgen wird bei 36 Prozent ein Name genannt, bei Männern liegt dieser Wert bei 49 Prozent.</span></p>
<p><span style="color: #333333;">Der wesentliche Faktor, ob der Name einer Person in den TV-Nachrichten genannt wird, stellt die Position der*des Sprechenden dar. Bei Moderator*innen werden in 17 Prozent der Fälle den Name genannt, bei Beitragssprechenden sind es schon 32 Prozent und Expert*innen werden mit 94 Prozent nahezu immer mit Namen vorgestellt. Da fast nur Experten zu Wort kommen, werden auch nur diese benannt. Die Unterschiede in den Sprechanteilen zwischen Männern und Frauen sindn unglaublich hoch und nicht gerecht verteilt: Männer sprechen zu Themen, die länger in Nachrichtensendungen behandelt werden und häufiger aus Positionen mit höherer Relevanz.</span></p>
<div id="attachment_1469" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1469" class="size-medium wp-image-1469" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/7-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/7-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/7-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/7-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/7-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/7.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-1469" class="wp-caption-text">Auch Namen sind für Frauen überflüssig. Grafik: Gender Equality Media</p></div>
<p><span style="color: #333333;"><strong>Ergebnisse überraschen nicht</strong></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Frauen sind weltweit und über alle  Medien hinweg unterrepräsentiert. Schon in unseren <a style="color: #333333;" href="https://www.stopbildsexism.com/die-bild-studie/"> Bildstudien </a>zeigt sich eine Unterrepräsentation von Frauen. Aber nun ist es bewiesen: Auch bei Nachrichtensendungen ist Gleichberechtigung der Geschlechter noch nicht vorhanden. </span><span style="color: #333333;">Damit die öffentlich-rechtlichen ihr selbst gestecktes Ziel der Chancengleichheit erreichen können, besteht dringender Handlungsbedarf bei den Redaktionen mehr Diversität, auch in Bezug auf geschlechtliche Identitäten, bei der Auswahl zuzulassen und somit hör- und sichtbar zu machen. </span></p>
<p><span style="color: #333333;">&#8222;Wir finden keine Frau&#8220; darf keine Ausrede mehr sein. Sie ist nicht nur peinlich und veraltet, die Ausrede verliert durch Datenbanken wie beispielsweise <a href="https://speakerinnen.org/de">Speakerinnen.org</a> oder <a href="https://brusselsbinder.org/">The Brussels Binder</a> auch total an Glaubhaftigkeit.<br />
</span></p>
<p><span style="color: #800080;"><strong><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/20200426_Studie_Wer-erklärt-die-Welt.pdf">+++ Die komplette Studie könnt ihr hier herunterladen +++</a> </strong></span></p>
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		<title>Aktivismus in Zeiten von Corona: Eine Ode an den digitalen Widerstand</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2020 16:18:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Lockdown geht in die sechste Woche und es regt sich Widerstand. Seit einigen Tagen hören wir in den Medien immer mehr kritische Stimmen. Allerdings sind diese wie gewohnt männlich und fordern vor allem eins: Die Wiederbelebung der Wirtschaft. Deutsche Medien berichten im Akkord über ökonomische Rezession und Depression und wie wichtig es ist, den Motor wieder zum Laufen zu &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Der Lockdown geht in die sechste Woche und es regt sich Widerstand. Seit einigen Tagen hören wir in den Medien immer mehr kritische Stimmen. Allerdings sind diese wie gewohnt männlich und fordern vor allem eins: Die Wiederbelebung der Wirtschaft. Deutsche Medien berichten im Akkord über ökonomische Rezession und Depression und wie wichtig es ist, den Motor wieder zum Laufen zu bringen. Dass wir den Stillstand mal dazu nutzen könnten darüber nachzudenken, wie wir unser Leben nachhaltiger und solidarischer gestalten, wird von vielen ausgeblendet. Diese Krise macht alle Ungerechtigkeiten auf denen unser System aufgebaut ist sichtbar und wir müssen auch dementsprechend handeln.<span id="more-1448"></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Apropos Solidarität: Diese hat in den vergangenen Wochen auch ganz schön gelitten. Auf Moria sitzen noch immer rund 40.000 Menschen unter erbärmlichsten Umständen fest <a style="color: #000000;" href="https://leavenoonebehind2020.org/donate/?fbclid=IwAR2LHADW4CCwQHqZmqD5x3JSrbxiFPhlsfp-tKdAS-ZKLrREZ2MIQ79wYXg">(#LeaveNoOneBehind)</a>. Darüber hinaus nutzen populistische Regierungen wie wie die polnische, die Krise um ihre misogyne Propaganda durchzusetzen. Frankreich meldet seit Beginn der Ausgangssperre einen <a style="color: #000000;" href="https://www.euronews.com/2020/03/28/domestic-violence-cases-jump-30-during-lockdown-in-france">Anstieg von Gewalt gegen Frauen in ihrem eigenem Źu Hause in Höhe von 30%.</a> Medien warnen bereits seit Wochen vor steigenden Zahlen, die Berichterstattung über einzelne Schicksale ist in Deutschland allerdings zurück gegangen. <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/corona-und-wirbleibenzuhause-fuer-viele-frauen-bedeutet-das-gewalt-und-angst/">Und wenn berichtet wird, dann eben nur verharmlosend als “Ehestreit”, “Beziehungsdrama” oder “Familientragödie”</a>. Kritische Berichterstattung sieht anders aus.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><b>Protest wird unsichtbar durch Versammlungsverbote</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Die Personen, welche normalerweise auf diese Probleme aufmerksam machen, indem sie die öffentliche Ordnung durch Proteste, Kundgebungen, und kreativen Aktionen (kurz) unterbrechen, stehen in diesen Zeiten erst recht mit dem Rücken zur Wand. Die meisten Engagierten sind weiblich und jetzt eher mit Home Schooling, unbezahlter Care-Arbeit, dem Abkassieren von Lebensmitteln in Supermärkten oder aber auch mit dem Retten von Leben in Krankenhäusern beschäftigt. <a style="color: #000000;" href="https://www.dezim-institut.de/in-den-medien/prof-dr-sabrina-zajak-protest-und-soziale-bewegungen-in-corona-zeiten/">Protest wird unsichtbar,</a> nicht nur weil wir zu Hause bleiben müssen, sondern auch weil wir schlicht und einfach gerade damit beschäftigt sind, das System am Laufen zu halten, Kinderbetreuung mit inbegriffen. Diese Krise ist auch eine Feministische. Und wenn die Medien bevorzugt über Börsenkurse und Finanzpakete, anstatt korrekt über unsere Schicksale und Kämpfe berichten, fehlt ein wichtiges Sprachrohr</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><b>In den Sozialen Medien regt sich kreativer Widerstand</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Also müssen wir uns irgendwie anders helfen und verlagern unsere Aufmerksamkeit hin zu den sozialen Medien: Im Gegenteil zu traditionellen Medien, lassen sich diese viel einfacher durch uns gestalten. Das Internet ist nicht nur dafür da, sich Katzenvideos in Dauerschleifen anzuschauen, sondern hat eben auch den wunderbaren Nebeneffekt, politisches Engagement unglaublich zu vereinfachen. Das Internet kennt keine geografischen Grenzen und verwischt gleichzeitig die sonst so strikte Trennlinie zwischen Öffentlichkeit und Privatsphäre. Auch wenn dies Gefahren in sich birgt (Das Recht auf Privatsphäre hört im Internet nämlich nicht einfach auf), ist diese Verwischung aber auch eine Chance, die Welt feministischer zu gestalten. Wenn Frauen sich mit Wissen ermächtigen, dieses neben ihren einzelnen Geschichten und Erfahrungen an ein großes Publikum kommunizieren und gleichzeitig Gleichgesinnte finden, dann entsteht sichtbarer Protest, der eben auch zum Wandel führen kann.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nun ist es aber auch so, dass Aktivismus von der Störung der analogen Öffentlichkeit lebt und wir uns in der misslichen Lage befinden, dass uns unser Recht auf Versammlungsfreiheit in den meisten Ländern erheblich eingeschränkt, wenn nicht sogar ganz genommen wurde. Doch ebenso wie das Internet kennt Kreativität keine Grenzen.</span></p>
<div id="attachment_1450" style="width: 245px" class="wp-caption alignleft"><a style="color: #000000;" href="https://leavenoonebehind2020.org/donate/?fbclid=IwAR2LHADW4CCwQHqZmqD5x3JSrbxiFPhlsfp-tKdAS-ZKLrREZ2MIQ79wYXg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1450" class="wp-image-1450 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/strajkkobiet-235x300.jpg" alt="Quelle: Facebook @ogolnopolskistrajkkobiet" width="235" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/strajkkobiet-235x300.jpg 235w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/strajkkobiet-768x981.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/strajkkobiet-801x1024.jpg 801w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/strajkkobiet.jpg 939w" sizes="(max-width: 235px) 100vw, 235px" /></a><p id="caption-attachment-1450" class="wp-caption-text">Quelle: Facebook @ogolnopolskistrajkkobiet</p></div>
<p><span style="color: #000000;"><b>Vernetzt euch und seid laut für all jene, die es nicht können!</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nachdem das polnische Parlament letzte Woche einen weiteren Versuch unternehmen wollte, das eh schon strenge Abtreibungsrecht noch mehr einzuschränken, verständigten sich hunderte polnische Frauen über soziale Medien, posteten tausendfach Bilder von sich zu Hause mit Plakaten und ihren Forderungen. Andere setzten sich in ihr Auto oder auf ihr Fahrrad und bildeten hupende bzw. klingelnde Konvois oder <a style="color: #000000;" href="https://taz.de/Abtreibung-in-Polen/!5675483/">protestierten dann eben doch (mit Abstand) gegen das geplante Gesetz</a>. Das Ergebnis: <a style="color: #000000;" href="https://humanistisch.de/x/hvd-bundesverband/presse/2020046197?fbclid=IwAR0q4FygnMF-nmo7Sm4CmL0HhF0Br78HCKvaXmzrE_lANkc6NhXzMOuTeiE">Das angestrebte Abtreibungsverbot wurde wieder zurück in den Ausschuss geschickt, indem es schon vorher zwei Jahre lag.</a> Das es so geschah, lag gerade an den Protesten trotz Ausgangssperren. Für viele Frauen in unserem Nachbarland bleibt die Situation allerdings gefährlich, weswegen die intensive Fortführung und Solidarität mit den Protestierenden umso notwendiger ist.</span></p>
<div id="attachment_1451" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a style="color: #000000;" href="https://humanistisch.de/x/hvd-bundesverband/presse/2020046197?fbclid=IwAR0q4FygnMF-nmo7Sm4CmL0HhF0Br78HCKvaXmzrE_lANkc6NhXzMOuTeiE"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1451" class="wp-image-1451 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/collagesfeminicidesparis_louvre-300x206.jpg" alt="Quelle: instagram.com/collages_feminicides_paris" width="300" height="206" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/collagesfeminicidesparis_louvre-300x206.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/collagesfeminicidesparis_louvre.jpg 572w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-1451" class="wp-caption-text">Quelle: instagram.com/collages_feminicides_paris</p></div>
<p><span style="color: #000000;">Ein weiteres Beispiel kommt aus Frankreich, wo der Pariser Ableger der “<a style="color: #000000;" href="https://www.instagram.com/femplak_berlin/">Femplaks</a>” <a style="color: #000000;" href="https://www.instagram.com/collages_feminicides_paris/"><i>Collages Feminicides </i></a><i>Paris</i> normalerweise mit Schriftzügen an Hauswänden auf Frauenmorde aufmerksam macht. Da in Frankreich allerdings momentan eine strikte Ausgangssperre herrscht, mussten auch sie umdenken. Und das Resultat kann sich sehen lassen: Mit Hilfe von digitalen Tools projizieren sie per Fotoshop ihre Parolen nun auf bekannte Gebäude und posten diese auf Instagram. Mit der “Share-Funktion” lassen sich die Beiträge einfach in den eigenen Stories teilen, womit die Reichweite erhöht wird und somit Aufmerksamkeit für das Thema generiert.</span></p>
<div id="attachment_1452" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1452" class="wp-image-1452 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/1upofficialcrew_Leavenoonebehind-300x225.jpg" alt="Quelle: https://www.instagram.com/1up_crew_official/" width="300" height="225" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/1upofficialcrew_Leavenoonebehind-300x225.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/1upofficialcrew_Leavenoonebehind-768x576.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/1upofficialcrew_Leavenoonebehind.jpg 900w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-1452" class="wp-caption-text">Quelle: https://www.instagram.com/1up_crew_official/</p></div>
<p><span style="color: #000000;">Und auch in Deutschland tut sich etwas. Seit ein paar Wochen fordern Banner an Fassaden, Graffitis an U-Bahn-Stationen und Kreide-Parolen auf Gehwegen #LeaveNoOneBehind. <a style="color: #000000;" href="https://seebruecke.org/leavenoonebehind/aktionen/bundesweite-erste-seebruecke-online-demo/">Die Bewegung <i>Seebrücke</i> veranstaltete im März und April Online-Demos via YouTube und rief ihre Anhänger dazu auf von zu Hause aus zu protestieren.</a> Die Notrufnummern von Hilfetelefonen werden vielfach in den sozialen Medien geteilt und auch die Aktivist*innen von Fridays For Future protestieren nun jeden Freitag virtuell und fordern den Wiederaufbau der Wirtschaft grüner und ethischer zu gestalten.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wir wissen, dass digitaler Aktivismus einfacher zu ignorieren, keinen Grundrechtsschutz genießt und ein Privileg denjenigen gegenüber ist, die ihre Meinungen nicht frei im Internet äußern können ohne mit strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Gerade deswegen sollten wir, die privilegiert genug sind online zu sein, solidarisch das Internet für Engagement nutzen, vor allem um Menschen mit unseren Stimmen zu unterstützen, die keine haben.  Digitaler Aktivismus ist ein Hoffnungsschimmer, weil er analogen Widerstand partizipativer und kreativer gestaltet. Gerade in Zeiten von Corona. Und eine gute Nachricht, gab es dann letzte Woche doch: <a style="color: #000000;" href="https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2020/04/rk20200415_1bvr082820.html">Das Bundesverfassungsgericht hat das strikte Versammlungsverbot teilweise gekippt.</a> Geht doch!</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #000000;"><em><strong>von Elizabeth Avila González</strong></em></span></p>
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		<title>Corona und #WirBleibenZuhause: Für viele Frauen bedeutet das Gewalt und Angst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2020 09:45:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[#unfollowpatriarchy]]></category>
		<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
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					<description><![CDATA[Was viele Menschen in Deutschland als Auszeit und nette Büroauszeit im Home Office nutzen, ist besonders für Frauen und ihre Kinder brandgefährlich. In China steigen bereits die Zahlen, in Deutschland warnen Expert*innen vor vermehrte Gewalt gegen Frauen und Frauenhäuser bereiten sich auf das Schlimmste vor. Wir haben mal näher hingeschaut. Alles steht kopf. Während wir uns  vor ein paar Monaten &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><b>Was viele Menschen in Deutschland als Auszeit und nette Büroauszeit im Home Office nutzen, ist besonders für Frauen und ihre Kinder brandgefährlich. In China steigen bereits die Zahlen, in Deutschland warnen Expert*innen vor vermehrte Gewalt gegen Frauen und Frauenhäuser bereiten sich auf das Schlimmste vor. Wir haben mal näher hingeschaut.</b></span><br />
<span style="color: #000000;"><span id="more-1413"></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Alles steht kopf. Während wir uns  vor ein paar Monaten noch alle auf ein neues Jahrzehnt anstoßend in den Armen gelegen haben, ist Abstandhalten das Gebot der Stunde. Ausgelöst durch die Corona-Krise, zieht sich das soziale Leben der Menschen zurück ins Private, weg aus den Augen der Öffentlichkeit. Zum Schutz der Gesundheit aller, verschreibt uns der Staat Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbot, vergisst aber eins dabei: Im Patriarchat ist das zu Hause für viele Frauen und Kinder kein sicherer Ort. Schutzvorkehrungen werden erst gar nicht getroffen und Hilfe nicht bereitgestellt. Die Jugendämter, Frauenhäuser und Sozialarbeiter*innen sind nur noch eingeschränkt handlungsfähig und die soziale Kontrolle durch Freund*innen, Familie, Kitas oder Schulen entfällt völlig. Viele Frauen sind auf sich allein gestellt und das nicht erst seit Corona. Seit Jahren sind Frauenhäuser unterfinanziert, Polizist*innen nicht geschult.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1439 size-large" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/03/WirbleibenzuHause-1024x1024.jpg" alt="" width="1024" height="1024" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/03/WirbleibenzuHause-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/03/WirbleibenzuHause-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/03/WirbleibenzuHause-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/03/WirbleibenzuHause-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/03/WirbleibenzuHause.jpg 1080w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>In China steigt die Zahlen von häuslicher Gewalt an</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nach der <a style="color: #000000;" href="https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/JahresberichteUndLagebilder/Partnerschaftsgewalt/Partnerschaftsgewalt_2018.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=2">kriminal statistischen Auswertung des BKA</a> bringt jeden dritten Tag ein Mann seine (Ex)Partnerin in Deutschland um. Jeden Tag versucht es einer. Ein Fehler mit System, allerdings einer der gerne mal übersehen wird. Durch Corona und die dazugehörigen Einschränkungen der Bewegungs- und Versammlungsfreiheit rückt er nun wieder ins Bewusstsein. Eine Statistik gibt es noch nicht, aber <a style="color: #000000;" href="https://www.dw.com/de/coronavirus-h%C3%A4usliche-gewalt-und-kindesmissbrauch-k%C3%B6nnten-zunehmen/a-52853426">erste Meldungen aus China</a> und Italien deuten darauf hin, dass die Fälle von häuslicher Gewalt ansteigen. Außerdem bereiten sich Polizist*innen hierzulande auf eine <a style="color: #000000;" href="https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/coronavirus-polizei-rechnet-mit-mehr-einsaetzen-wegen-haeuslicher-gewalt-a-00000000-0002-0001-0000-000170114562">erhöhte Einsatzbereitschaft vo</a>r. Inzwischen warnt nicht nur die <a style="color: #000000;" href="https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/presse/pressemitteilungen/hilfetelefon--gewalt-gegen-frauen----unverzichtbar-gerade-auch-in-der-aktuellen-corona-krise/154028">Bundesfamilienministerin</a>, sondern auch die <a style="color: #000000;" href="https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/ausnahmesituation-fuer-familien-1734472">Bundesregierung</a> ganz öffentlich davor, dass die häusliche Isolation die Situation vieler Frauen und Kinder verschärfen könnte. Unter dem Schlagwort <i>“häusliche Gewalt” </i>fand Google zwischen dem 20.03.2020 und 27.03.2020, 116 Nachrichtenmeldungen. Alle gehen von einem  situationsbedingten Anstieg aus.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Medien verharmlosen Gewalt mit Wortschöpfungen</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Obwohl es auf den ersten Blick so scheint, als würden Medien die Bedrohung die viele Frauen und Kinder in ihrem aller Privatesten ausgesetzt sind, endlich ernst nehmen, darf dieser kurze Aufschrei auf keinen Fall das Ende der Geschichte sein. Deutsche Medien berichten in einer unerträglich <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/nachgezaehlt/">verharmlosenden Weise</a> über Frauenmorde und Partnerschaftsgewalt. Sie nennen es “Beziehungstat”, “Ehestreit” oder “Familiendrama”, wenn Männer ihre (Ex-) Partnerinnen verletzen oder sogar töten. Die Aufgabe der Medien ist aber, Dinge in den Kontext zu setzen, einzuordnen und aufzuklären. Das Problem wird in unserer Gesellschaft, den Medien, der Politik aber auch im Privaten unter den Teppich gekehrt, es anzuprangern ist vielen zu unbequem.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>#SharingIsCaring</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nun ist es aber so: Wir befinden uns in einer Krise. Obwohl das Wort mit eher negativen Gefühlen verbunden wird, haben wir beschlossen tief durchzuatmen und kritisch zu bleiben. Ein bisschen anders definiert sind Krisen nämlich einfach nur Wendepunkte im System, weil es erkennt, dass es ohne gewisse Dinge gesünder funktionieren könnte. Damit das allerdings zur Realität wird, brauchen wir laute Stimmen, die möglichst viele hören. Wenn ihr das lest, seid ihr ja eh schon im Internet: Also <i>Husch, husch! </i>Erzählt es allen und #UnfollowPatriachy.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1414" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/03/Twitter-Vorlage.jpg" alt="" width="462" height="231" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/03/Twitter-Vorlage.jpg 440w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/03/Twitter-Vorlage-300x150.jpg 300w" sizes="(max-width: 462px) 100vw, 462px" /></span></p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Zehn unverzichtbare Dinge aus 2019</title>
		<link>https://genderequalitymedia.org/jahresrueckblick/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Dec 2019 12:14:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[#unfollowpatriarchy]]></category>
		<category><![CDATA[Activism]]></category>
		<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Feminizid]]></category>
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		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
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		<category><![CDATA[medienscreening]]></category>
		<category><![CDATA[Patriarchat]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus in Medien]]></category>
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					<description><![CDATA[Vielleicht ist es ein guilty pleasure, vielleicht auch nur der Dezemberblues. Aber wir lieben Jahresrückblicke, vor allem wenn so viel los war wie 2019: Der Begriff &#8222;Femizid&#8220; oder eben &#8222;Frauenmord&#8220; findet immer stärker seinen Platz in den Medien, die Tampontax wird 2020 abgeschafft (nein, da können wir nicht nur den Kondomhersteller*innen danken), wir feierten 100 Jahre Frauenwahlrecht und die feministische &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><strong>Vielleicht ist es ein guilty pleasure, vielleicht auch nur der Dezemberblues. Aber wir lieben Jahresrückblicke, vor allem wenn so viel los war wie 2019: Der Begriff &#8222;Femizid&#8220; oder eben &#8222;Frauenmord&#8220; findet immer stärker seinen Platz in den Medien, die Tampontax wird 2020 abgeschafft (nein, da können wir nicht nur den Kondomhersteller*innen danken), wir feierten 100 Jahre Frauenwahlrecht und die feministische Bewegung wird gefühlt immer stärker.</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Auch bei uns war viel los und wir konnten 2019 einige Meilensteine setzen, die wir im kommenden Jahr nur noch mehr festigen wollen. Für euch haben wir unsere 10 wichtigsten Meilensteine herausgesucht, auf die wir auch 2020 nicht verzichten wollen.<!--more--></span></p>
<h3><span style="color: #000000;">1. Kooperationen<br />
</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Zwei unserer Aktionen haben wir nicht alleine gewuppt, </span><span style="color: #993366;"><strong><a style="color: #993366;" href="https://genderequalitymedia.org/wenn-reconquista-internet-und-gender-equality-media-gemeinsame-sache-machen/">gemeinsam mit Reconquista Internet </a></strong></span><span style="color: #000000;">haben wir aufgezeigt, was Medien wirklich mit „Eifersuchtstragödie“, „Familiendrama“, „Sex-Täter“ oder „Sex-Sklavin“ meinen. In der heutigen Zeit, wo Rechtspopulismus und Antifeminismus weltweit wieder stärker werden, brauchen wir mehr Leute denn je, die sich dem Ganzen entgegensetzen! Nicht nur im Feminismus, Menschenrechte insgesamt sind bedroht und wenn wir uns organisieren, haben wir eine größere Schlagkraft.</span></p>
<div id="attachment_1229" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/familiendrama.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1229" class="wp-image-1229 size-large" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/familiendrama-1024x578.jpg" alt="" width="1024" height="578" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/familiendrama-1024x578.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/familiendrama-300x169.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/familiendrama-768x434.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><p id="caption-attachment-1229" class="wp-caption-text"><span style="color: #000000;">Wenn aus einem Mord ein Schauspiel wird!</span></p></div>
<h3><span style="color: #000000;">2. Alternativen schaffen</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Mit<span style="color: #993366;"> <strong><a style="color: #993366;" href="https://genderequalitymedia.org/bildgewaltig-aktion-zum-tag-gegen-gewalt-gegen-frauen/">#KeineMehr haben wir zum</a> </strong><strong><a style="color: #993366;" href="https://genderequalitymedia.org/bildgewaltig-aktion-zum-tag-gegen-gewalt-gegen-frauen/">Tag gegen Gewalt gegen Frauen</a></strong> </span> eine gemeinsame Aktion ins Leben gerufen. Wir sind auf der suche nach Bilder für die mediale Berichterstattung. Denn die Bebilderung von Feminiziden (Frauenmorden) und geschlechtsbasierter Gewalt (z.b. häusliche Gewalt) zeigt in den meisten Medien die Frau in der Opferrolle. Mit den eingeschickten Fotos bauen wir eine alternative Bild-Datenbank auf, auf die Journalist*innen zurückgreifen können, wenn sie Bilder für ihren Bericht suchen.</span></p>
<h3><span style="color: #000000;">3. Offener Brief an dpa</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Schluss mit Familiendrama: Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) feierte 2019 ihr 70-jähriges Jubiläum. Dies haben wir zum Anlass genommen und der Chefredaktion einen <strong><a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/dpa-reagiert-positiv-auf-offenen-brief-zum-jubilaeum/"><span style="color: #993366;">Offenen Brief</span></a> </strong>geschrieben. Zuerst reagierte der Nachrichtenchef Froben Homburger ziemlich positiv, später wurde verkündet, dass die dpa nun völlig auf Begriffe wie &#8222;Familiendrama&#8220; &amp; Co. verzichten wird.</span></p>
<h3><span style="color: #000000;">4. Adbusting Aktion in ganz Berlin</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Künstler*innen haben in ganz Berlin einfach mal unter #UNFOLLOWPATRIARCHY ein paar Plakate ausgetauscht &#8211; ein Schelm, wer böses denkt! <span style="color: #993366;"><a style="color: #993366;" href="https://genderequalitymedia.org/adbusting/"><strong>Mit einfachen Headlines wurde die Scheinheiligkeit der BILD-Zeitung ziemlich einfach enttarnt</strong>.</a> </span>Passender konnte der Zeitpunkt der Aktion gar nicht sein. Genau das Wochenende feierte sich die Presse auf ihrem jährlichen Presseball in Berlin selbst – wir feiern lieber die Künstler*innen und die Adbusting-Aktion! Denn in unseren Augen haben die großen Verlagshäuser gerade in Sachen Geschlechtergerechtigkeit nicht viel zu feiern, das beweisen auch unsere täglichen Medienscreenings.</span></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/genderequalitymedia/videos/159823111567465/">https://www.facebook.com/genderequalitymedia/videos/159823111567465/</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #000000;">5. Wir haben den NETTZ-Preis gewonnen!</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">„Frauen sind am meisten von Hassrede im Netz betroffen. Sexistische print- und online Medien befeuern und legitimieren diese Hetze. Die Folgen sind Diskriminierung, Belästigungen und Gewalt – online und offline.“ Mit diesem Pitch und unserer Arbeit, die wir während des zweitägigen Community-Events von Das NETTZ – der Vernetzungsstelle gegen Hate Speech – in verschiedenen Workshops vorstellen konnten,<span style="color: #993366;"> <strong><a style="color: #993366;" href="https://genderequalitymedia.org/gewonnen-was-wir-mit-dem-preisgeld-vorhaben-und-wie-sexismus-und-hate-speech-zusammenhaengen/">haben wir den ersten Platz des Förderpreises gewonnen</a>.</strong></span></span></p>
<h3><span style="color: #000000;">6. Wir verbreiteten unsere Utopie auf der re:publica</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Wir waren Zeitreise und haben die Besucher*innen mit in unsere Utopie genommen: „Wir befinden uns im Jahr 2044 und blicken zurück auf das Jahr 2019, dem Jahr, in dem Feminist*innen auf der ganzen Welt sich verbündet haben um dem Patriarchat den Kampf anzusagen. Sie traten für einen intersektionalen Feminismus ein, der sich nicht nur gegen Sexismus, sondern auch gegen jede andere Form von Diskriminierung richtete. <a style="color: #000000;" href="https://19.re-publica.com/de/session/unfollowpatriarchy-wir-25-jahren-patriarchat-besiegten"><span style="color: #993366;"><strong>Hier gibt es unseren Vortrag noch einmal zum Nachhören als Podcast</strong>.</span></a></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-1324 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/12/Screenshot9-1024x442.png" alt="" width="1024" height="442" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/12/Screenshot9-1024x442.png 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/12/Screenshot9-300x130.png 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/12/Screenshot9-768x332.png 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/12/Screenshot9.png 1137w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></span></p>
<h3><span style="color: #000000;">7. Share your power</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">2019 waren wir als Expert*innen gefragt: Wir saßen auf Podien, moderierten feministische Veranstaltungen und gaben so viele Interviews wie noch nie. Es tut gut zu bemerken, dass sich unser ehrenamtlicher Aktivismus etabliert. <span style="color: #993366;"><strong><a style="color: #993366;" href="https://genderequalitymedia.org/custom-section/presse/">Hier findet ihr eine Auswahl von Presseberichten über und mit uns</a></strong>.</span></span></p>
<h3><span style="color: #000000;">8. Banden bilden</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Startschuss für unser neues und wahrscheinlich größtes Projekt: Zusammen mit Journalist*innen schaffen wir eine Initiative, um effizient eine diskriminierungsfreie Berichterstattung durchzusetzen. Im Rahmen eines ersten Runden Tisches wollen wir 2020 über mögliche Maßnahmen wie die Erarbeitung eines Code of Conduct, der Schaffung eines Netzwerks sowie Angebote für den journalistischen Nachwuchs nachdenken. #staytuned</span></p>
<h3><span style="color: #000000;">9. Unser Team</span></h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1326 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/12/Screenshot10-294x300.png" alt="" width="294" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/12/Screenshot10-294x300.png 294w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/12/Screenshot10.png 516w" sizes="(max-width: 294px) 100vw, 294px" /></p>
<h3><span style="color: #000000;">10. Support your local feminists</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Wir arbeiten übrigens zu 100 Prozent ehrenamtlich. Wir stecken nicht nur Wut, Herz und Feminismus rein sondern auch Geld. Dafür brauchen wir deine Unterstützung &#8211; nur dann können wir wie bisher weitermacen. Bei <a style="color: #000000;" href="https://www.betterplace.org/de/projects/40156-sexismus-in-den-medien-bekampfen-unfollowpatriarchy"><strong><span style="color: #993366;">betterplace kannst du ganz einfach unseren gemeinnützigen Verein unterstützen</span></strong></a>. Und weil gute Taten belohnt werden und wir brandneues Merchandise haben, verlosen wir unter allen Spender*innen zwei Überraschungspakete.</span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-283" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2017/11/gem.png" alt="GEM e.V. Logo" width="350" height="279" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2017/11/gem.png 350w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2017/11/gem-300x239.png 300w" sizes="(max-width: 350px) 100vw, 350px" /></p>
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		<title>Der White Noise des Terrors</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Oct 2019 11:06:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
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					<description><![CDATA[16 Tage ist es nun her, dass Balliet zwei Menschen erschossen hat. Die Meldungen über die selbst ernannte “Niete” sind omnipräsent, wiederholen sich. Er ist Antisemit, rechtsradikal, da ist man sich einig. Manchmal findet sich in den Meldungen auch irgendwas mit Gamern und Gewalt in Spielen. Man kann sie gar nicht mehr auseinanderhalten; wie white noise, Störgeräusche im Hintergrund, überschlagen &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">16 Tage ist es nun her, dass Balliet zwei Menschen erschossen hat. Die Meldungen über die selbst ernannte “Niete” sind omnipräsent, wiederholen sich. Er ist Antisemit, rechtsradikal, da ist man sich einig. Manchmal findet sich in den Meldungen auch irgendwas mit Gamern und Gewalt in Spielen. Man kann sie gar nicht mehr auseinanderhalten; wie </span><i><span style="font-weight: 400;">white noise</span></i><span style="font-weight: 400;">, Störgeräusche im Hintergrund, überschlagen sich die Meldungen, die sich so gleichen, dass sie zu einem einzigen Surren verblassen. Am Ende weiß man sehr viel über den Täter und doch sehr wenig, es scheint kompliziert. Veronika Kracher, Expertin für rechten digitalen Terror, veröffentlicht wenige Stunden nach der Tat eine sehr gute <a style="color: #000000;" href="https://www.facebook.com/verokracher/posts/408319736533689?__tn__=K-R">Analyse des Täterumfelds</a> auf facebook</span><span style="font-weight: 400;">&#8211;  der post wird bei NSU watch und tagesspiegel gespiegelt. Aber seitdem folgte keine weitere umfassende Analyse des Geschehens. Statt Klarheit zu schaffen, werden immer mehr Expert*innen zu Einzelaspekten befragt, die die Diskussion in verschiedenste Winkel lenken.<br />
</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;">Dabei nennt Balliet sowohl im Video als auch in seinem Manifest sehr klar, was sein Feindbild ist. Es sind Jüd*innen, der Feminismus, und Marxist*innen. Aus seinen Aussagen wird unmissverständlich klar, Balliet ist ein Faschist. Doch statt einer Diskussion um den Faschismus in Deutschland beobachten wir eine Fragmentierung der Debatte, die zeigt, dass der derzeitige Diskurs keine Antwort auf den Faschismus und seine Nieten hat. Aber auch, wieso er sie auch gar nicht haben kann.</span></span></p>
<h4><span style="color: #000000;"><b>angry white Nieten </b></span></h4>
<div id="attachment_1269" style="width: 432px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1269" class=" wp-image-1269" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/10/manifest.jpg" alt="" width="422" height="239" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/10/manifest.jpg 962w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/10/manifest-300x170.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/10/manifest-768x434.jpg 768w" sizes="(max-width: 422px) 100vw, 422px" /><p id="caption-attachment-1269" class="wp-caption-text"><span style="color: #000000;">Screenshot aus dem Manifest &#8211; Balliet war ein incel</span></p></div>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"><br />
Hass ist das, was Männer wie Balliet antreibt, aber dessen Form wird oft missverstanden. In der Wohnung des Täters sollen die Polizist*innen später Zettel finden, auf denen “Niete” steht. Der <a style="color: #000000;" href="https://www.merkur.de/politik/halle-polizei-panne-nach-notruf-schwere-vorwuerfe-gegen-einsatzkraefte-zr-13101044.html">Münchner Merkur</a></span><span style="font-weight: 400;"> und die Ermittler*innen könnten entfernter von der Wahrheit nicht sein, wenn sie diese als geplante Beleidigung für die eintreffende Polizei interpretiert. Das Video in dem Balliet sich selbst etliche Male als “Loser” tituliert, ist schon seit Beginn der Tat im Umlauf. Mit “Niete” meint er nur sich selbst. </span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;">Balliet ist in den Sphären der </span><i><span style="font-weight: 400;">incel </span></i><span style="font-weight: 400;">community unterwegs. </span><i><span style="font-weight: 400;">Incels</span></i><span style="font-weight: 400;">, ein Kofferwort aus &#8222;involuntarily celibate&#8220;, also &#8222;unfreiwillig enthaltsam&#8220;, das sind Männer, die man weitläufig unter die </span><i><span style="font-weight: 400;">angry white males </span></i><span style="font-weight: 400;">eingliedert: weiße Männer, die sich von der Gesellschaft verraten, verkauft, bestohlen fühlen. Sie sehen sich als die Verlierer des Systems, die Nieten, die Loser. </span><i><span style="font-weight: 400;">Incels</span></i><span style="font-weight: 400;"> speziell fühlen sich besonders ihres Rechts auf die Verfügbarkeit von Frauen* [Anm. der Red.: das Sternchen ist hier bewusst gesetzt, denn für diese Menschen zählt als &#8222;Frau&#8220; nur, wen sie als solche lesen, egal ob zurecht oder nicht], Geld und Macht beraubt, und sehen dabei das größte Problem im Aufkommen des Feminismus. Für sie sind Frauen* generell Untermenschen, die es zu unterjochen gilt. Dabei wird nicht nur die Trennung zwischen Mächtigen und benachteiligten Männern aufgemacht &#8211; in der Ideologe der </span><i><span style="font-weight: 400;">Incels</span></i><span style="font-weight: 400;"> spielt Rassismus eine zentrale Rolle. Die zu Grunde liegende politische Theorie kommt aus Frankreich und ist unter dem “Großen Austausch” bekannt, und ist im Grunde betrachtet nur ein facelift des Begriffs der “Umvolkung”. Die Kernideologie der neuen Rechten geht auf ein Essay von Renaud Camus zurück, der </span><span style="font-weight: 400;">ein führendes Mitglied der rechtsnationalistischen Kleinpartei </span><i><span style="font-weight: 400;">Souveraineté, identité et libertés</span></i><span style="font-weight: 400;"> (SIEL) ist. </span><span style="font-weight: 400;">Es ist eben diese Ideologie die der Täter in seinem Video zum Ausdruck bringt:</span></span></p>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><i><span style="font-weight: 400;">&#8222;Hallo, mein Name ist Anon. Ich denke, der Holocaust ist nie passiert. Feminismus ist die Ursache des Abstiegs des Westens, der als Sündenbock für Massenmigration agiert. Und die Wurzel aller aller dieser Probleme ist der Jude. Wollen wir Freunde sein?&#8220;</span></i></span></p></blockquote>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Bislang wurde das Ausmaß antifeministischer Gewalt banalisiert, maximal anekdotisch angemerkt, jedoch nicht in einen Kontext gesetzt. Auch dieses Mal wird in allen Berichten Balliets Anmerkung zu Feminismus aufgenommen, jedoch nicht weiter behandelt. Balliets Antifeminismus scheint dabei eher wie ein Teil seines Antisemitismus, seiner rechten Gesinnung. Antifeminismus ist aber kein Nebenprodukt, sondern zentraler Teil des Faschismus. Derselbe Fehler wurde schon bei dem Christchurch Attentat begangen, der ebenso vom “Großen Austausch” redete. Elliot Rodger, als “</span><i><span style="font-weight: 400;">incel</span></i><span style="font-weight: 400;"> Held” gefeiert, scheint auch schon längst vergessen. Er tötete 2018 aus Rache für seine Jungfräulichkeit Schülerinnen seiner Schule sowie vier junge Männer. In seinem Manifest schrieb er: “Wie kann ein schwarzer Junge eine Frau bekommen und ich nicht?”. All diese Männer haben sich als Verlierer des Systems verstanden, die sich etwas beraubt fühlten, was ihnen ihrer Meinung nach eigentlich zustand. Balliet selbst nennt sich im Video auch immer wieder “Loser” &#8211; er schafft es “zu wenige” zu erschießen, kommt nicht in die Synagoge. “Einmal Verlierer, immer Verlierer”, sagt er am Ende. Balliets Tat ist getränkt im “Loser”-Narrativ. “Versager”, “Niete” &#8211;  diese Begriffe türmen sich in seinem Sprachgebrauch. Ihn also nicht unter den Aspekt der </span><i><span style="font-weight: 400;">incels </span></i><span style="font-weight: 400;">und des Antifeminismus zu problematisieren, macht es unmöglich, Täter wie ihn zu verstehen, und damit auch unmöglich eine Antwort auf seinen Faschismus zu finden.</span></span></p>
<h4><span style="color: #000000;"><b>Die Mutter ist Schuld. Die Mutter ist Schuld?</b></span></h4>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Während eine Unfähigkeit zu bestehen scheint, die Tat unter diesem feministischen  Aspekt zu sehen, verfällt gerade die Berichterstattung in einem Frauenmagazin in einen Fehler, der hier fast schon zynisch wirkt. </span></span></p>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><i><span style="font-weight: 400;">“Ich bin eine Mutter. Ich bin eine ehemalige Lehrerin. [&#8230;] Schuld ist die Mutter des Attentäters Stephan B., [&#8230;] Ich verschwende kein Wort an ihn. Ich empöre mich über seine Mutter.”</span></i></span></p></blockquote>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Das sind die Worte einer TV-Moderatorin in einem Gastbeitrag der SUPERillu. Das Bild des </span><i><span style="font-weight: 400;">angry white male</span></i><span style="font-weight: 400;">, des Mannes, der wütend ist, der zurückgelassen von der Gesellschaft in einem blutrünstigen Massenmord verfällt, enthält oft eine elementare Komponente: an diesen “Losern” der Gesellschaft, haben natürlich auch immer die Mütter Schuld. In </span><i><span style="font-weight: 400;">American Psycho</span></i><span style="font-weight: 400;"> sowie in der neuen Joker Verfilmung sehen wir, dass zu einem weißen, amoklaufenden Mörder, auch immer eine Mutter gehört, die Teil des Problems ist, die das Individuum krank gemacht hat. Und so kommt es, dass der Fokus auch dieses Mal auf der Suche nach einer Antwort, die Frage nach der Mutter fällt. Für die TV-Moderatorin steht fest: </span><span style="font-weight: 400;"> </span></span></p>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><i><span style="font-weight: 400;">„Niete“ stand auf den Zetteln, die ihr Sohn überall in der Wohnung hinterließ. Das sind Sie, Frau B., eine Niete. Jeder einzelne Zettel ist für Sie bestimmt. NIETE</span></i><span style="font-weight: 400;">.”</span></span></p></blockquote>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Der vom Autor Philip Wylie in den 50er Jahren geprägte Begriff des </span><i><span style="font-weight: 400;">momism</span></i><span style="font-weight: 400;"> scheint heute vergessen, die Ideologie blieb aber offenbar blendend erhalten. Damals dachte man für die Masse an depressiven, nicht belastbaren jungen Männern, die desillusioniert und ambitionslos auf den amerikanischen (Nachkriegs-)Arbeitsmarkt blickten, endlich einen Grund gefunden zu haben: die Mütter. Die Väter waren (fast) alle im Krieg gewesen, und die Jungen mussten  von den Müttern alleine großgezogen werden. Diese konnten natürlich als Frauen*, den jungen Männern nicht in ihrer körperlichen und psychischen Entwicklung das geben, was “echte” Männer brauchten. Stattdessen hatten sie die verweichlichte, also weibliche und &#8222;hysterische&#8220; Erziehung der Mutter allein zu erdulden. Es ist bezeichnend, dass sich diese Denke gerade in Frauenmagazinen erhalten hat.</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;">Mit dem Auslassen der Debatte über Balliets Antifeminismus wird es unmöglich gemacht, auf das Narrativ der “Niete” und diese krankhafte Sicht der Männlichkeit einzugehen. Ohne aber den Blick auf diese, kann man den Faschismus gar nicht behandeln. Das fällt innerhalb einer politischen Landschaft natürlich schwer, die selbst von antifeministischen Strukturen geprägt ist. Dass das Recht auf Abtreibung in den USA wieder zurückgenommen wird, in Polen Sexualkunde in der Schule unter Strafe gestellt werden soll, in Deutschland Abtreibung nicht legalisiert wird, ist eine Rückkehr zu faschistischen Ideologien und Teil des Abbaus der demokratischen Rechte. </span><span style="font-weight: 400;"> Um also eine relevante Debatte über “Nieten” wie Balliet führen zu können, müssen wir zum einen über den Mangel an feministischen Debatten sprechen, und welche Rolle die Rechte der Frauen* für eine gleichberechtigte Gesellschaft haben.</span></span></p>
<h4></h4>
<h4><span style="color: #000000;"><strong>&#8222;Kill a jewess, Kill a communist&#8220;</strong></span></h4>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Zurück aber zum Anfang &#8211; die Tat geschah an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, Balliet plante die Attacke bei einer Synagoge. Es ist unter anderem das Scheitern der 3D Plastikwaffen, das mehr Opfer verhindert hat. Nach der Tat an Jom Kippur ist es Notwendigkeit und Pflicht, den Antisemitismus verstärkt ins Visier zu nehmen. Fast alle Medien nannten die Tat zurecht antisemitisch und rechtsradikal. Fast alle haben den Tenor, man müssen nun dem Antisemitismus &#8222;etwas&#8220; entgegensetzen. Dass eigentlich in keinem Artikel genau steht, wie dieser Kampf aussehen soll, zeigt aber, dass der Kampf gegen Antisemitismus, getrennt von der Frage des aufkeimenden Faschismus in Deutschland, kaum zu lösen ist. Neben &#8222;Kill a jewess&#8220; findet sich so auch &#8222;Kill a communist&#8220; im Manifest. Balliet folgt der Idee vom “Großen Austausch”. Für ihn sind “die Juden” der Grund dafür, dass er im Leben scheitert, privat wie ökonomisch. NEET und Nieten, diese beiden Begriffe werden in faschistischen Foren fast gleichgesetzt. NEET, das bedeutet </span><span style="font-weight: 400;">“Not in Employment, Education, or Training”. Dabei fühlen sich Jugendliche zurecht nicht abgeholt. Die Aufstände und Streiks nehmen weltweit von Tag zu Tag zu und werden von den jeweiligen Staaten gewaltsam niedergedrückt: Chile, Libanon, Ecuador, um nur wenige der letzten Tage zu nennen. </span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span></span></p>
<div id="attachment_1270" style="width: 188px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1270" class=" wp-image-1270" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/10/sfd.jpg" alt="" width="178" height="443" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/10/sfd.jpg 246w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/10/sfd-121x300.jpg 121w" sizes="(max-width: 178px) 100vw, 178px" /><p id="caption-attachment-1270" class="wp-caption-text">Ein Auszug aus dem Manifest Teil &#8222;Achievements&#8220;</p></div>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Es ist der Mangel an ehrlichen, und der Überfluss an hegemonialen Debatten über die momentane politische Krise, die es Faschist*innen leicht macht, NEETs ihre Ideologie aufzuschwatzen, und sie zu ihren “Nieten” zu machen. </span><span style="font-weight: 400;">Nehmen wir den Kampf gegen Antisemitismus also ernst, so kann die Antwort nicht die sein, nur für einen diffusen, verstärkten Kampf “gegen Antisemitismus” zu appellieren. Für eine vollständige Antwort auf Antisemitismus bräuchte es im Journalismus auch eine vollständige Systemkritik, die die Themen der “NEETS” auch aufgreift. Statt Systemkritik, verlagerte man die letzten Tage jedoch die Diskussion wieder auf zweitrangige Themen. Durch den Fokus auf die Gamer Szene und die “Gamifizierung des Terrors”, wurde ein Ersatzdiskurs geschaffen, der eben diese Systemkritik schachmatt setzt. </span></span></p>
<h4></h4>
<h4><span style="color: #000000;"><strong>Nicht nur Gamer, sondern Soldat</strong></span></h4>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Es ist wahr, dass die Tat für ein weltweites Publikum geplant war, über Foren wie </span><i><span style="font-weight: 400;">4chan </span></i><span style="font-weight: 400;">oder </span><i><span style="font-weight: 400;">twitch</span></i><span style="font-weight: 400;">, Kommunikationsplattformen, die in der Gamer Szene beliebt sind. Der Täter nennt sich selbst anon, in Image Boards, wie 4chan kurz für “anonymous user”. In seinem Manifest  spricht er von “body counts”, also von High-Scores für Morde. Die Kameraperspektive erinnert an die von Kriegsspielen. Diese Ästhetik wird unter dem Begriff des “</span><i><span style="font-weight: 400;">gamification of terror</span></i><span style="font-weight: 400;">” zusammengefasst &#8211; also dass Gewalt und Krieg, sich der Sprache und des Looks von (Konsolen-)spielen bedienen. Statt des Beginns einer politischen Debatte, verlagert sich der Fokus wieder auf die Gaming Industrie, und auf die Frage der individuellen psychischen Labilität von Gamer*innen. Es wird darüber debattiert, welche Rolle Spiele spielen, und wie viel Einfluss die Ästhetik und Sprache dieser Spiele auf Menschen hat. Doch hier herrscht in den Medien eine Falschdarstellung vor: die Gamifizierung des Terrors kam nicht durch die Spiele in den Terror. Diese Ästhetik kommt aus dem Militär selbst, und fand erst so ihren Weg in die Spiele. Balliet war nicht nur Gamer, sondern auch bei der Bundeswehr.</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Kriegsspiele sind so designt, dass sie der Realität möglichst nah kommen. Dazu gehört auch die zu belohnen, die am meisten der Feinde umbringen. Eine Gamerin stellt dabei eines klar: “die Idee des High-Score-Knackens ist nicht dem Internet entsprungen. Es wurde lediglich vom Militärwesen adaptiert. “ Im zweiten Weltkrieg kulminierte der body count bei den </span><i><span style="font-weight: 400;">Wehrmacht</span></i><span style="font-weight: 400;"> und </span><i><span style="font-weight: 400;">Einsatzgruppen</span></i><span style="font-weight: 400;">, die die Morde an Jüd*innen genau katalogisierten. Flieger auf Seiten der Amerikaner als auch der Deutschen, machten sich Strichlisten auf ihre Flieger der abgeschossenen Gegner, einen Score über ihren Wert wurde damals schon angelegt. Zwei </span><span style="font-weight: 400;">Offiziere in Niangkjang hatten 1937 einen Wettbewerb darüber, wer zuerst hundert Menschen mit dem Schwert in China töten würde &#8211; und die Tokyoter Zeitung berichtete darüber, wie über ein Sportereignis.</span><span style="font-weight: 400;"> Die Methodik verfestigte sich dann vor allem während des Vietnam Kriegs, um die Motivation unter den Soldaten aufrechtzuerhalten, die unter Drogen das My Lai Massaker verübten.</span></span></p>
<h4><strong>Warification, statt Gamification</strong></h4>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Die Debatte um die </span><i><span style="font-weight: 400;">gamification of terror</span></i><span style="font-weight: 400;"> trägt fälschlicherweise dazu bei, den Ursprung der Gewalt in der Entwicklung der Gaming Szene zu sehen. Sie beraubt der Problematik somit ihrer historischen Dimension, und hilft so, den wahren Ursprung und Nutznießer dieser Ästhetik zu verdecken: das Militär. Statt über die problematische Gaming Industrie, sollte man also über die fortschreitende </span><i><span style="font-weight: 400;">warification, </span></i><span style="font-weight: 400;">also einer Ästhetisierung des Krieges der Gesellschaft, durch das (deutsche) Militär sprechen. </span><i><span style="font-weight: 400;">Gamification of terror</span></i><span style="font-weight: 400;"> ist eine Fortentwicklung, eine neue (digitalisierte) Facette der Ästhetisierung des Kriegs, die Gewalt und Militär attraktiver machen soll. Die deutsche Bundeswehr wirbt genauso wie viele andere mit dieser gamifizierten Ästhetik.  “Multiplayer at it´s best” kann man auf Plakaten der Bundeswehr lesen, YouTube Sendungen wie man Handgranaten wirft, zum Teil aus Gaming Perspektive gedreht, gehören zum “Infomaterial”. “Mein nächstes Ziel” ist dabei der Button zum nächsten Video. Auch Balliet war bei der Bundeswehr, und war von dieser Ästhetik angesprochen; er hatte sich auch kurz für eine Ausbildung beworben. </span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;">Als Faschist nutzt Ballier gezielt diese Kriegsästhetik, um sein Publikum anzusprechen. Was ihn aber zur Tat motivierte, war nicht die Ästhetik von Spielen, sondern seine Überzeugung für den Faschismus. Die Debatte um die Gamingszene  führt dazu, dass wir über fanatisierte Gamer*innen und einer Ästhetik der Gewalt reden, wenn es eigentlich darum gehen sollte, dass gerade eine neue Welle der inneren Militarisierung in Deutschland stattfindet. Niemand wird wegen einer ansprechenden Ästhetik zu Massenmörder. Mit der Debatte um die Ästhetik in der Gaming Kultur, ignorieren wir die Frage der Ideologie, die hinter den Tätern steckt. Die Ästhetisierung des Kriegs ist elementar für Deutschland, die USA und andere imperialistischen Länder, und deshalb auch vom Militär angefacht. Wir sollten über </span><i><span style="font-weight: 400;">gamification of terror</span></i><span style="font-weight: 400;"> sprechen &#8211; aber in dem Kontext, wer denn gerade ein Interesse an der </span><i><span style="font-weight: 400;">warification</span></i><span style="font-weight: 400;">, also an der Ästhetisierung des Kriegs hat. Das bedeutet, konsequent über die Rolle der Bundeswehr bei der Jugend und die innere Militarisierung zu sprechen, statt primär über Computerspiele und Spieler*innen. </span></span></p>
<h4></h4>
<h4><span style="color: #000000;"><strong>Dem White Noise zum Trotz</strong></span></h4>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Fragmentierte Diskurse hüllen den Faschismus in ein Störgeräusch von Einzeldebatten, sodass er unentdeckt weiter gedeihen kann. Es macht keinen Sinn Balliet isoliert unter dem Aspekt des Antisemitismus, Antifeminismus oder der </span><i><span style="font-weight: 400;">warification</span></i><span style="font-weight: 400;"> zu diskutieren, denn es ist nicht ein Teil davon, der ihn komplett erklären kann. Balliet beging diese Tat nicht “nur” als ein psychisch labiler Gamer, oder “nur” als ein wütender, rassistischer junger Mann. Er kam als dieser in die Foren, und radikalisierte sich dort. Die Tat beging er dann als Faschist. Der Faschismus schafft es sehr gut, über die These vom “Großen Austausch” seine einzelnen Themenfelder zusammenzubringen. In seinem Manifest stellt Balliet dabei klar, wen er als Feind benennt: Muslime, Jüd*innen, Frauen* und Marxist*innen. Der Marxismus wirkt nur auf den ersten Blick fremd in dieser Liste, denn er vereint Feminismus und Antirassismus in einem Kampf der Arbeiter*innen. Wir können keine andere Perspektive haben als die, diese drei Aspekte medial wie auch politisch deutlich zusammenzuführen. Das wäre eine klare Ansage, den ganzen Störgeräuschen zum Trotz.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Autorin: Penelope Kemekenidou</span></p>
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<h4><span style="color: #000000;"><strong>Medienscreening zu Halle &#8211; Ein Auszug </strong></span></h4>
<p><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.sueddeutsche.de/politik/halle-anschlag-rechtsextremismus-durchsuchung-moenchengladbach-1.4642759">https://www.sueddeutsche.de/politik/halle-anschlag-rechtsextremismus-durchsuchung-moenchengladbach-1.4642759</a></span><br />
<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.sueddeutsche.de/politik/halle-anschlag-kommentar-1.4634876?reduced=true">https://www.sueddeutsche.de/politik/halle-anschlag-kommentar-1.4634876?reduced=true</a></span><br />
<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.sueddeutsche.de/politik/anschlag-halle-synagoge-rechtsextremismus-1.4635839">https://www.sueddeutsche.de/politik/anschlag-halle-synagoge-rechtsextremismus-1.4635839</a></span><br />
<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.sueddeutsche.de/politik/halle-synagoge-schuesse-1.4633708?reduced=true">https://www.sueddeutsche.de/politik/halle-synagoge-schuesse-1.4633708?reduced=true</a></span><br />
<span style="color: #000000;">https://www.sueddeutsche.de/politik/halle-schiesserei-video-1.4634473</span><br />
<span style="color: #000000;">tagesschau.de <a style="color: #000000;" href="https://www.tagesschau.de/inland/halle-taeter-107.html">https://www.tagesschau.de/inland/halle-taeter-107.html</a></span><br />
<span style="color: #000000;">https://www.zeit.de/news/2019-10/10/das-mutmassliche-taetervideo-protokoll-des-attentats-in-halle</span><br />
<span style="color: #000000;">https://www.merkur.de/politik/halle-polizei-panne-nach-notruf-schwere-vorwuerfe-gegen-einsatzkraefte-zr-13101044.html</span><br />
<span style="color: #000000;">https://www.spiegel.de/plus/halle-saale-anschlag-die-spuren-des-stephan-balliet-a-00000000-0002-0001-0000-000166382642</span><br />
<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.bild.de/ratgeber/2019/ratgeber/neonazi-von-halle-war-er-anhaenger-der-incel-bewegung-65253854.bild.html">https://www.bild.de/ratgeber/2019/ratgeber/neonazi-von-halle-war-er-anhaenger-der-incel-bewegung-65253854.bild.html</a></span><br />
<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.antifainfoblatt.de/artikel/virtuell-vernetzter-rechtsterrorismus">https://www.antifainfoblatt.de/artikel/virtuell-vernetzter-rechtsterrorismus</a></span><br />
<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.nsu-watch.info/2019/10/der-rechte-terroranschlag-in-halle-gamification-of-terror/">https://www.nsu-watch.info/2019/10/der-rechte-terroranschlag-in-halle-gamification-of-terror/</a></span><br />
<span style="color: #000000;">https://www.tagesspiegel.de/politik/tatverdaechtiger-aus-halle-menschen-toeten-und-sich-selbst-leidtun/25104378.html<a style="color: #000000;" href="https://www.sueddeutsche.de/politik/halle-anschlag-chronik-1.4634951?reduced=true">https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/halle/halle/angriff-synagoge-attentaeter-legt-gestaendnis-ab100.html<br />
https://www.sueddeutsche.de/politik/halle-anschlag-chronik-1.4634951?reduced=true</a><a style="color: #000000;" href="https://www.nsu-watch.info/2019/10/der-rechte-terroranschlag-in-halle-gamification-of-terror/"><br />
</a>https://www.tagesspiegel.de/politik/tatverdaechtiger-aus-halle-menschen-toeten-und-sich-selbst-leidtun/25104378.html<a style="color: #000000;" href="https://www.antifainfoblatt.de/artikel/virtuell-vernetzter-rechtsterrorismus"><br />
</a><a style="color: #000000;" href="https://www.derwesten.de/panorama/vermischtes/halle-sachsen-anhalt-zwei-tote-schuesse-bei-synagoge-dokument-aufgetaucht-id227317805.html">https://www.derwesten.de/panorama/vermischtes/halle-sachsen-anhalt-zwei-tote-schuesse-bei-synagoge-dokument-aufgetaucht-id227317805.html<br />
</a><a style="color: #000000;" href="https://www.derwesten.de/panorama/vermischtes/halle-stephan-balliet-hat-zwei-menschen-getoetet-das-wissen-wir-ueber-den-taeter-neonazi-id227325123.html">https://www.derwesten.de/panorama/vermischtes/halle-stephan-balliet-hat-zwei-menschen-getoetet-das-wissen-wir-ueber-den-taeter-neonazi-id227325123.html<br />
</a><a style="color: #000000;" href="https://twitter.com/RambaZamba161/status/1181968455538487296">https://twitter.com/RambaZamba161/status/1181968455538487296<br />
</a><a style="color: #000000;" href="https://www.tagesspiegel.de/politik/der-anschlag-von-halle-rechtsterrorismus-inszeniert-wie-ein-computerspiel/25103584.html">https://www.tagesspiegel.de/politik/der-anschlag-von-halle-rechtsterrorismus-inszeniert-wie-ein-computerspiel/25103584.html<br />
</a><a style="color: #000000;" href="https://www.bild.de/politik/ausland/politik-ausland/halle-neonazi-stephan-balliet-streamte-den-gesamten-anschlag-was-uns-das-video-s-65246702.bild.html">https://www.bild.de/politik/ausland/politik-ausland/halle-neonazi-stephan-balliet-streamte-den-gesamten-anschlag-was-uns-das-video-s-65246702.bild.html<br />
</a><a style="color: #000000;" href="https://www.bild.de/news/inland/news-inland/halle-attentat-wie-neonazi-stephan-balliet-aus-dem-netz-unterstuetzt-wurde-65299572.bild.html">https://www.bild.de/news/inland/news-inland/halle-attentat-wie-neonazi-stephan-balliet-aus-dem-netz-unterstuetzt-wurde-65299572.bild.html<br />
</a><a style="color: #000000;" href="https://www.urbandictionary.com/define.php?term=warification">https://www.urbandictionary.com/define.php?term=warification<br />
</a><a style="color: #000000;" href="https://www.latimes.com/local/lanow/la-me-isle-vista-massacre-alt-right-20180206-story.html">https://www.latimes.com/local/lanow/la-me-isle-vista-massacre-alt-right-20180206-story.html</a></span><br />
<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.superillu.de/warum-die-mutter-des-halle-attentaeters-fuer-mich-mitverantwortlich-ist">https://www.superillu.de/warum-die-mutter-des-halle-attentaeters-fuer-mich-mitverantwortlich-ist</a></span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Tschüss Patriarchat &#8211;  Hallo 2019!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Dec 2018 10:34:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn man es pathetisch ausdrücken will, könnte man sagen: 2018 war unser Jahr! Bei uns hat sich viel geändert: Wir haben uns intern ganz neu sortiert, einen neuen Vorstand gewählt und sind durch Deutschland getingelt, um Workshops zu halten und um uns zu vernetzen. Trotz all der Aufregung sind wir uns einig: Unser größter Meilenstein war der Start unserer neuen &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man es pathetisch ausdrücken will, könnte man sagen: 2018 war unser Jahr! Bei uns hat sich viel geändert: Wir haben uns intern ganz neu sortiert, einen neuen Vorstand gewählt und sind durch Deutschland getingelt, um Workshops zu halten und um uns zu vernetzen. Trotz all der Aufregung sind wir uns einig: Unser größter Meilenstein war der Start unserer neuen Kampagne #UnfollowPatriarchy. Zum Jahresabschluss reihen wir uns ein und blicken auf das vergangene Jahr zurück.</p>
<p>Gleich am Anfang gab es eine Überraschung für uns! <b>Die BILD gab nämlich bekannt, dass sie ab sofort keine eigenen Nacktbildproduktionen mehr veröffentlichen wollen. </b>Grund zu feiern? Schließlich haben wir doch mit #StopBildSexism jahrelang gegen den Sexismus in der BILD gekämpft. Doch die Freude hielt sich in Grenzen, denn natürlich bleibt Julian Reichelts Baby weiterhin sexistisch, polemisch und rassistisch. Britta hat dazu übrigens einen Kommentar für <a href="https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/vorne-ohne-schafft-bild-reichelt-den-sexismus-ab">Der Freitag</a> geschrieben.</p>
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<div class="KL4Bh"><a href="https://www.instagram.com/p/BqABlRJnJ_N/"><img decoding="async" class="FFVAD" src="https://instagram.fmuc2-1.fna.fbcdn.net/vp/072baefee6ed53b8180b20e9f601f848/5C983D54/t51.2885-15/sh0.08/e35/s640x640/42932597_891889027674780_8380755099727496923_n.jpg" sizes="293px" srcset="https://instagram.fmuc2-1.fna.fbcdn.net/vp/58d894b4ca3adaff4e9e7b63c62f1a6a/5C8AEEF3/t51.2885-15/e35/s150x150/42932597_891889027674780_8380755099727496923_n.jpg 150w,https://instagram.fmuc2-1.fna.fbcdn.net/vp/44592f7fa88ba4297f13d07ca88adcec/5C8E50B9/t51.2885-15/e35/s240x240/42932597_891889027674780_8380755099727496923_n.jpg 240w,https://instagram.fmuc2-1.fna.fbcdn.net/vp/71360bc4444bfeedcc5f5a7954b67027/5CA71F03/t51.2885-15/e35/s320x320/42932597_891889027674780_8380755099727496923_n.jpg 320w,https://instagram.fmuc2-1.fna.fbcdn.net/vp/6332415595526ed166004ce728f1ce37/5CA56559/t51.2885-15/e35/s480x480/42932597_891889027674780_8380755099727496923_n.jpg 480w,https://instagram.fmuc2-1.fna.fbcdn.net/vp/072baefee6ed53b8180b20e9f601f848/5C983D54/t51.2885-15/sh0.08/e35/s640x640/42932597_891889027674780_8380755099727496923_n.jpg 640w" alt="Beim @frauenstreik Orga Treffen in #Göttingen #patriarchatelendiges #frauenstreik #unfollowpatriarchy" /></a></div>
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<p><b>Wo haben wir uns so rumgetrieben?</b> Im Frühjahr besuchten wir das Barcamp Frauen* der Friedrich-Ebert-Stiftung in Hamburg, tauschten uns mit anderen Feminist*innen aus und berichten über unsere Arbeit gegen medialen Sexismus. Ein weiteres Highlight 2018 war auf jeden Fall eine Einladung nach Brüssel im Frühling &#8211; wir waren Teil des “European Ideas Lab &#8211; Greens meets changemakers”. Dort konnten uns europaweit vernetzen und einen Workshop halten. Ganz kreativ wurde es dann im Sommer beim Artlake-Festival, wo wir ebenfalls Workshops zu feministischen Aktivismus und Sexismus in den Medien veranstaltet haben. Momentan arbeiten wir aktiv im Presse und Social Media Team des Frauen*Streiks mit.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="" src="https://media.giphy.com/media/1vZ6KxcyArjEjIpfLM/giphy.gif" alt="Gem GIF" width="246" height="246" /></p>
<p><b>Unsere neue Kampagne </b><a href="https://www.unfollowpatriarchy.com/"><b>#UnfollowPatriarchy</b></a><b> ist mit Karacho gestartet! </b>Gemeinsam mit FaulenzA, Tarik Tesfu, Amina Yousaf, Esra Karakaya, LCavaliero und Feuer&amp;Brot haben wir den Kick-Off im November im SchwuZ gefeiert. Im Traum haben wir uns so ein tolles Podium vorgestellt, nun haben die sechs aber ganz real über Sexismus und Repräsentation in den Medien diskutiert. Ein großes Thema war vor allem, wie wörtlich man #UnfollowPatriarchy nehmen kann. Anschließend hat FaulenzA ihr neues Album “Wunderwesen” vorgestellt und es wurde bei der Hot Topic-Party ordentlich die Sau rausgelassen. Auch in den Medien wurde über uns berichtet, so hat Philipp der <a href="https://www.taz.de/Archiv-Suche/!5548411/">taz ein Interview</a> über unsere Arbeit gegeben und Penelope hat bei<a href="https://www.fluxfm.de/100-jahre-frauenwahlrecht-themenwoche/"> FluxFM</a> erzählt, warum es wichtig ist, dass Medien divers und feministisch sind.</p>
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<div class="KL4Bh"><a href="https://www.instagram.com/p/BqQT8ebHt3I/"><img decoding="async" class="FFVAD" src="https://instagram.fmuc2-1.fna.fbcdn.net/vp/7f323b3d4ccc0dd9194b5fa87ad367e0/5CAA17DE/t51.2885-15/sh0.08/e35/s640x640/44000122_536117813528056_9072351181431072351_n.jpg?_nc_ht=instagram.fmuc2-1.fna.fbcdn.net" sizes="293px" srcset="https://instagram.fmuc2-1.fna.fbcdn.net/vp/9d6c416fe7fc921de06bc79018ae689e/5C941679/t51.2885-15/e35/s150x150/44000122_536117813528056_9072351181431072351_n.jpg?_nc_ht=instagram.fmuc2-1.fna.fbcdn.net 150w,https://instagram.fmuc2-1.fna.fbcdn.net/vp/0ff17a702a0dd97adcf8762cc9c78b21/5C9D5B33/t51.2885-15/e35/s240x240/44000122_536117813528056_9072351181431072351_n.jpg?_nc_ht=instagram.fmuc2-1.fna.fbcdn.net 240w,https://instagram.fmuc2-1.fna.fbcdn.net/vp/6f7941317b48e88a70761443be757d94/5C9F6289/t51.2885-15/e35/s320x320/44000122_536117813528056_9072351181431072351_n.jpg?_nc_ht=instagram.fmuc2-1.fna.fbcdn.net 320w,https://instagram.fmuc2-1.fna.fbcdn.net/vp/247b46b4331b2c161b982c158eda4477/5CA652D3/t51.2885-15/e35/s480x480/44000122_536117813528056_9072351181431072351_n.jpg?_nc_ht=instagram.fmuc2-1.fna.fbcdn.net 480w,https://instagram.fmuc2-1.fna.fbcdn.net/vp/7f323b3d4ccc0dd9194b5fa87ad367e0/5CAA17DE/t51.2885-15/sh0.08/e35/s640x640/44000122_536117813528056_9072351181431072351_n.jpg?_nc_ht=instagram.fmuc2-1.fna.fbcdn.net 640w" alt="Bild könnte enthalten: 2 Personen, Personen, die sitzen, Innenbereich und Nahaufnahme" /></a></div>
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<p>Dass <b>Medien ein Seximusproblem</b> <b>haben</b> ist niemandem von uns neu, aber wie immer ist es nur ein Teil des großen Ganzen. <a href="https://genderequalitymedia.org/unfollowpatriarchy/">Unsere Kampagne</a> richtet sich daher konkret an sexistische Medienmacher*innen. Wir wollen keine Begriffe wie „Sex-Skandal“, “Ehrenmord” oder “Familiendrama” mehr sehen. Darum packen wir das an, worüber andere immer nur reden und nehmen Sexismus persönlich. Wir nennen Redaktionen, Redakteur*innen und <a href="https://genderequalitymedia.org/warum-vergewaltigung-kein-sex-ist/">dokumentieren für euch ihre Reaktionen</a>. Ist es ein Pranger? Nein! Wir sprechen konkret diejenigen an, die Sexismus täglich bewusst produzieren. Nur Seximus-Härtefälle &#8211; wie beispielsweise <a href="https://genderequalitymedia.org/julian-reichelt-still-loves-patriarchy/">Julian Reichelt </a>&#8211; bekommen einen Platz in unserem Projekt <a href="https://www.unfollowpatriarchy.com/stilllovingpatriarchy.html#">“Still &lt;3 patriarchy”</a>, in dem wir Medienmacher*innen sammeln, die gezielt und bewusst anti-feministisch agieren.</p>
<p><a href="https://www.instagram.com/stories/highlights/17918099485262342/?hl=de"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1017" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/12/48277950_625008911250016_7580797236569702400_n.jpg" alt="" width="232" height="392" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/12/48277950_625008911250016_7580797236569702400_n.jpg 568w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/12/48277950_625008911250016_7580797236569702400_n-178x300.jpg 178w" sizes="(max-width: 232px) 100vw, 232px" /></a></p>
<p>Woher bekommen wir die ganze sexistische Kackscheiße? <b>Unser Medienscreening läuft auf Hochtouren</b> &#8211; täglich dokumentiert unser Team sexistische Berichterstattung aus deutschen Medien. Zusätzlich konzentrieren wir uns monatlich auf ein bestimmtes und aktuelles Thema, wie zum Beispiel <a href="https://genderequalitymedia.org/femizide-die-keine-sein-sollen/">Femizide</a>, und schauen hier noch einmal genauer hin.</p>
<p>Übrigens: <b>Wir machen das Ganze bisher komplett ehrenamtlich und stecken nicht nur ganz viel Herz, Tränen und Feminismus rein &#8211; sondern auch Kohle. </b>Dabei brauchen wir deine Unterstützung. Wenn auch du #UnfollowPatriarchy persönlich nimmst, hilf uns und spende an unseren gemeinnützigen Verein! Und weil gute Taten belohnt werden, verlosen wir unter allen Menschen, die bis zum 31.12.2018 bei <a href="https://www.betterplace.org/de/projects/40156-sexismus-in-den-medien-bekampfen-unfollowpatriarchy">betterplace.org </a>für unsere Arbeit spenden, drei GEM-Überraschungspakete &#8211; whoop whoop!</p>
<p>Jetzt mithelfen und <a href="https://www.betterplace.org/de/projects/40156-sexismus-in-den-medien-bekampfen-unfollowpatriarchy">spenden</a>!</p>
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		<title>Let&#8217;s be careful with each other, so we can be dangerous together!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Oct 2018 08:54:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Activism]]></category>
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					<description><![CDATA[Let&#8217;s be careful with each other, so we can be dangerous together! Genau deswegen haben wir uns mit FaulenzA und mit dem SchwuZ in Berlin zusammengetan. Herausgekommen ist eine Podiumsdiskussion, eine Release-Party von FaulenzAs zweiten Studioalbum mit anschließender Hot Topic Party. Also merkt euch den 16. November 2018 schon mal vor und feiert mit uns gemeinsam den Untergang des Patriarchats. &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #333333;"><strong><em>Let&#8217;s be careful with each other, so we can be dangerous together! Genau deswegen haben wir uns mit <a style="color: #333333;" href="http://faulenza.blogsport.de/">FaulenzA</a> und mit dem <a style="color: #333333;" href="https://www.schwuz.de/calendar/">SchwuZ</a> in Berlin zusammengetan. Herausgekommen ist eine Podiumsdiskussion, eine Release-Party von FaulenzAs zweiten Studioalbum mit anschließender Hot Topic Party. Also merkt euch den 16. November 2018 schon mal vor und feiert mit uns gemeinsam den Untergang des Patriarchats.</em></strong><span id="more-719"></span></span></p>
<div id="attachment_721" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-721" class="wp-image-721 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/10/Alex-Giegold_Faulenza_IMG_8264-300x240.jpg" alt="" width="300" height="240" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/10/Alex-Giegold_Faulenza_IMG_8264-300x240.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/10/Alex-Giegold_Faulenza_IMG_8264-768x614.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/10/Alex-Giegold_Faulenza_IMG_8264-1024x819.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-721" class="wp-caption-text">Foto: Alex Giegold</p></div>
<p><span style="color: #333333;">FaulenzA (Marina Doberkau) ist ein echtes Multitalent. Die wortgewaltige u</span><span style="color: #333333;">nd beatreiche Musikerin, die am 30. November 2018 ihr zweites Studioalbum veröffentlicht, ist auch eine der bekanntesten Trans*Aktivistinnen Deutschlands.</span></p>
<p><span style="color: #333333;"> So <a href="http://www.taz.de/!5535577/">stritt sie sich letztens auf taz.de</a> mit den Störenfriedas über die Ziele von Feminismus und veröffentlichte 2017 mal eben ein eigenes Buch „<a style="color: #333333;" href="https://www.edition-assemblage.de/buecher/support-your-sisters-not-your-cisters/">Support Your Sisters Not Your Cisters</a>.“ Im SchwuZ könnt ihr sie am 16. November auf der <a style="color: #333333;" href="https://www.facebook.com/events/313402595880964/">Release-Party</a> auf der Bühner erleben und natürlich die neue Platte erwerben. Unsere Johanna hat vorab schon einmal mit ihr über das neue Album und ihre Arbeit gesprochen.</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><b>Dein neues Album „Wunderwesen“ kommt am 30. November 2018 raus &#8211; herzlichen Glückwunsch erst einmal. Worum geht es in „Wunderwesen“? Was hat dich inspiriert?</b></span></p>
<p><span style="color: #333333;">„Wunderwesen“ schließt ein bisschen am „Einhornrap“ vom letzten Album an. Ich glaube, ich war sehr lange auf der Suche danach wer ich bin und wie ich sein möchte. Dabei habe ich immer wieder gemerkt damit anzuecken und nicht in Schubladen zu passen. Dabei meine ich Geschlechterklischees, aber auch Szene-Normen und Punk-Coolness und all so was. Langsam gelingt es mir besser mich als vielseitige Persönlichkeit zu akzeptieren und alle Seiten von mir irgendwie wertzuschätzen. Sie nicht als Fehler, sondern als Teil von mir zu sehen. So bin ich ein buntes Wunderwesen, was stolz auf sich ist und nicht in Schubladen reingequetscht werden will. Dazu ermutigen mich Freund*innen. Und dazu möchte ich auch andere ermutigen.</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><b>Gender-Klischees und Erwartungen sind ein zentrales Thema in deinen Texten. Was genau kritisierst du?</b></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Zum Beispiel kritisiere ich, dass so viele Menschen ein Klischee im Kopf haben, wie eine Frau und wie ein Mann auszusehen hat. Dass sie denken, eine Frau hat eine Vulva und große Brüste, eine hohe Stimme, keine Bartstoppeln, ein schmales Kreuz, weiche Gesichtszüge, eine Körpergröße, die nicht die Norm übersteigt und und und. Wie soll man nur diesen Erwartungen gerecht werden? Das geht gaaaar nicht. Es geht auch gar nicht klar, dass so viele Menschen davon ausgehen, dass es nur zwei Geschlechter gibt. Dass Menschen andere Personen gegen ihren Willen in die Kategorie Mann oder Frau stecken, sie falsch ansprechen, ihnen mit blöden Fragen auf die Nerven gehen und so weiter. Ich möchte mehr Akzeptanz von Vielfalt und weniger Klischees.</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><b>Du bist eine der wenigen Trans*Frauen in der deutschen Musikszene. Dein öffentliches Coming Out hattest du 2012. Seitdem ist viel passiert: einerseits ist die #MeToo-Bewegung entstanden, andererseits ist die AfD in den Bundestag eingezogen. Wie bewertest du diese Entwicklungen?</b></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Ich finde es stark von Menschen sich zusammen in der #MeToo Bewegung gegen sexualisierte Gewalt zu engagieren. Es kostet so viel Mut mit eigenen Erfahrungen an die Öffentlichkeit zu gehen. Ich hatte in den letzten Jahren einige Krisen zu überstehen. Um mich selbst stabil zu halten habe ich so wenig wie möglich die schrecklichen Nachrichten verfolgt. Trotzdem bekomme ich das stetige erstarken der Rechten in Deutschland und in anderen Ländern mit. Mir kommt es so vor, dass Angriffe auf TransPersonen in den letzten Jahren mehr geworden sind. Auch bei mir im Viertel. Ich höre von rassistischen Übergriffen. Der Rassismus in der Gesellschaft wird ordentlich von BILD, AFD und co angestachelt und ist mehr und mehr akzeptiert und Normalität. Mir macht es große Sorgen wohin das noch führen kann. Ich habe wieder mehr angefangen auf Demos zu gehen und mich politisch zu engagieren.</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><b>Ist dir auch bei deinen Auftritten etwas in diese Richtung aufgefallen?</b></span></p>
<div id="attachment_724" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-724" class="wp-image-724 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/10/DSC01297-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /><p id="caption-attachment-724" class="wp-caption-text">Foto: faulenzA</p></div>
<p><span style="color: #333333;">Bei meinen Auftritten sind zum Glück meistens Menschen, die sich klar gegen Rassismus und Transfeindlichkeit positionieren. Das sind auch Momente für mich, die mir viel Kraft geben das alles auszuhalten. Wo wir uns als queerfeministische und linke Community, glaube ich, gegenseitig viel Kraft geben. Ich finde es aber auch spannend Konzerte außerhalb der Szene zu spielen. Da bekomme ich noch ganz anderes Feedback. Leider nicht immer gutes. Zum Beispiel werde ich manchmal von sogenannten „Radikalfeministinnen“ angefeindet, die mich dafür hassen, dass ich selbstbewusst als TransFrau auf der Bühne stehe. Ich mache aber auch viel Straßenmusik mit Akkordeon in U-Bahnhöfen oder bei warmem Wetter draußen. Da kommt es manchmal vor, dass rechte Leute mich im Vorbeigehen beleidigen oder Leute sich über mein trans-sein Lustig machen und all so ein Scheiß.</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><b>Als ich dich das erste Mal auf einer Demo in Berlin performen gesehen habe, ist eine Zeile besonders hängen geblieben: „frag mich nicht ich mag dich nicht“. Gleichzeitig gibst du in deinen Liedern sehr persönliche Eindrücke und Erfahrungen wieder. Widerspricht sich das nicht?</b></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Ich hoffe, dass meine Lieder und die Aufklärungsarbeit von queeren Gruppen und Vereinen dazu beitragen für queere Themen und eigenes Diskriminierungsverhalten aller Art zu sensibilisieren. Ich glaube, jeder noch so kleine Schritt in diese Richtung ist meeega wichtig. So dass vielleicht immer ein klein bisschen weniger Leute auf der Straße gefragt werden: „Bist du Mann oder Frau?“ Oder „Aus welchem Land kommst du?“ und so weiter&#8230;</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><b>Als prominente TransFrau bist du vielen ein Vorbild. In welchem Lied von deiner neuen Platte sprichst du am direktesten zu anderen TransPersonen und welche Botschaft möchtest du ihnen vermitteln?</b></span></p>
<div id="attachment_725" style="width: 220px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-725" class="wp-image-725 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/10/44783334_10161389650900019_478500936352792576_n-210x300.jpg" alt="" width="210" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/10/44783334_10161389650900019_478500936352792576_n-210x300.jpg 210w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/10/44783334_10161389650900019_478500936352792576_n.jpg 672w" sizes="(max-width: 210px) 100vw, 210px" /><p id="caption-attachment-725" class="wp-caption-text">Foto: SchwuZ</p></div>
<p><span style="color: #333333;">Es gibt zum Beispiel ein Lied das „Reclaim the Stage“ heißt. Mich ermutigen immer wieder tolle queere Personen dazu selbstbewusst zu sein und trotz all der Scheiße auf die Bühne und in die Öffentlichkeit zu gehen. Und gerade wegen all der Scheiße. Personen, die stark von Diskriminierung betroffen sind, haben es besonders schwer sich in der Gesellschaft zu behaupten, gesehen und gehört zu werden. Ich hoffe, dass auch ich Menschen darin bestärken kann, an sich zu glauben und sich nicht zu verstecken.</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><b>Deine Album-Release-Party findet zusammen mit Gender Equality Media e.V. (GEM) statt. Warum hast du dich für eine Partnerschaft mit GEM entschieden und was erwartet die Leute bei diesem Event?</b></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Personen aus der Gruppe haben einmal einen Auftritt für mich organisiert. Ich fand die Zusammenarbeit so nett, dass ich sie gefragt habe, ob sie nicht Lust hätten, meine Releaseparty zu veranstalten. Ich war so glücklich über ihre Zusage, denn sie sind mit viel Begeisterung und Engagement dabei. Das macht richtig Spaß. Das was wir nun auf die Beine gestellt haben, übersteigt meine Erwartungen. Es gibt eine spannende Podiumsdiskussion über Empowerment gegen medialen Sexismus, die von <a href="https://www.stopbildsexism.com/2016/02/02/viele-menschen-checken-nicht-mehr-was-sexismus-%C3%BCberhaupt-ist-weil-er-so-ein-hartn%C3%A4ckiger-bestandteil-unserer-gesellschaft-geworden-ist-interview-mit-tari/">Tarik Tesfu</a> moderiert wird. Dann folgt ein Konzert mit Carmel Zoum, Lady Lazy, Djane Romi und mir. Mit Lady Lazy und Carmel Zoum habe ich wieder gemeinsame Tracks auf dem neuen Album, die wir da zum Besten geben werden. Das Ganze geht dann in die <a href="https://www.facebook.com/events/313402595880964/">„Hot Topic“-Party</a> im SchwuZ über.</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><b>Wir danken dir für dieses Interview!</b></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Ich danke euch für das Veranstalten der Party und für euer Interesse! Vielen Dank auch an alle Lesenden! Und hoffentlich sehen wir uns dann am 16. November im SchwuZ um gemeinsam mein „Wunderwesen“-Release zu feiern.</span></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/events/313402595880964/"><em>Hier geht es zu der Facebook-Veranstaltung: Klicken + zusagen!</em></a></p>
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