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	<title>#unfollowpatriarchy &#8211; Gender Equality Media e.V.</title>
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	<description>Gegen medialen Sexismus</description>
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		<title>GREIFT IHR EINE VON UNS AN, ANTWORTEN WIR ALLE!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Jun 2023 10:01:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Activism]]></category>
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					<description><![CDATA[Statement von Gender Equality Media e.V. zur angegriffenen Petition, die die Absage aller Rammstein-Konzerte in Berlin fordert und am Freitag offline gehen musste. Eine von uns hat ganz prominent Konsequenzen für Rammstein gefordert, indem sie kurz nach Veröffentlichung der Vorwürfe eine Petition startete, in der sie die Absage, der in Berlin geplanten Konzerte forderte. Und eben nicht nur die Aftershow-Parties &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><em>Statement von Gender Equality Media e.V. zur <a style="color: #000000;" href="https://weact.campact.de/petitions/keine-buhne-fur-rammstein">angegriffenen Petition</a>, die die Absage aller Rammstein-Konzerte in Berlin fordert und am Freitag offline gehen musste.</em></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Eine von uns hat ganz prominent Konsequenzen für Rammstein gefordert, indem sie kurz nach Veröffentlichung der Vorwürfe eine Petition startete, in der sie die Absage, der in Berlin geplanten Konzerte forderte. Und eben nicht nur die Aftershow-Parties zu canceln, wie es zuletzt in den Medien hieß. Bis Freitag hatten insgesamt mehr als 62.000 Menschen die Petition unterzeichnet. <a style="color: #000000;" href="https://weact.campact.de/petitions/keine-buhne-fur-rammstein">Aber eben nur bis Freitag, weil sie an dem Tag zum Ziel eines Cyberangriffs und von Bots überflutet wurde und daraufhin offline gehen musste.</a></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #000000;"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-1658 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/FireShot-Capture-147-Keine-Bühne-für-Rammstein-WeAct-weact.campact.de_-300x204.png" alt="" width="300" height="204" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/FireShot-Capture-147-Keine-Bühne-für-Rammstein-WeAct-weact.campact.de_-300x204.png 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/FireShot-Capture-147-Keine-Bühne-für-Rammstein-WeAct-weact.campact.de_.png 740w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></span></p>
<p><span style="color: #000000;">In den letzten Wochen kamen wir kaum um das Thema herum: Rammstein, ganz speziell die Missbrauchsvorwürfe gegenüber dem Frontsänger Till Lindemann. Wir alle von Gender Equality Media e.V. haben die Geschichten der mutigen Frauen, die ihren Mund aufgemacht haben, um auf systematischen Machtmissbrauch in der Musikindustrie aufmerksam zu machen, sehr berührt und machte uns wieder einmal deutlich: Gewalt gegen Frauen ist kein Einzelfall, sondern hat System. Überall und jederzeit.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Wir von Gender Equality Media e.V. werten diesen Vorgang als schwerwiegende Verletzung von Meinungsfreiheit und politischer Teilhabe, welche im Patriarchat System gegen FLINTAs hat. </strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Petitionen sind politische Werkzeuge, um zivilgesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, Aufmerksamkeit zu generieren und bringen so immer wieder wichtige Themen auf die politischen Agendas, die eine sofortige Intervention von politischen Amtsträger*innen erfordern oder die sonst schlichtweg im Schatten bleiben würden, wenn sie von Betroffenen nicht laut angesprochen werden. Dass heute jede von uns mit Anschluss zum Internet eine Petition starten kann, werten wir als große Chance, um Mitbestimmung von Menschen zu ermöglichen, die in der Politik nicht vertreten sind. Seien es FLINTAs, Queers, migrantisierte und/oder rassifizierte Menschen, Menschen mit Behinderung oder Menschen aus der Arbeiter*innenklasse, also alle die vorher kaum Zugang zur politischen Teilhabe hatten. Bis vor der Digitalisierung, waren die Hürden dazu entweder viel zu hoch oder es kostete sie zu viel, sie zu überwinden. </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Der von Unbekannten ausgeübte Bot-Angriff auf die Petition <i>Keine Bühne für Rammstein </i>mag ein Einzelfall sein, aber er reiht sich neben viele ähnliche Angriffe auf FLINTA-Aktivist*innen, die mutig genug waren, ihren Mund aufzumachen und Betroffenen von geschlechtsspezifischer Gewalt solidarisch Schulter an Schulter stehen. Er hat das Ziel, uns und unsere gemeinsamen Erfahrungen unsichtbar zu machen und das patriarchale System zu stützen, dass FLINTAs systematisch hasst. Seine Motivation ist ein misogynes Weltbild, in der es darum geht uns klein zu halten.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Wir von GEM e.V. wollen aber weder unsichtbar, noch leise sein. DENN WIR SIND WÜTEND!</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Deswegen rufen wir Euch Alle dazu auf, an den geplanten Demonstrationen von <a style="color: #000000;" href="https://www.instagram.com/keinrammstein_berlin/?hl=de">@keinrammstein_berlin</a>, <a style="color: #000000;" href="https://www.instagram.com/keinebuehne/?hl=de">@keinebühne</a> und <a style="color: #000000;" href="https://www.instagram.com/keineshowfuertaeter_berlin/?hl=de">@keineshowfürtäter</a> teilzunehmen. Lasst uns unsere Wut und unsere Betroffenheit solidarisch zum Ausdruck bringen und protestieren wir gegen jede Form von geschlechtsspezifischer Gewalt. GREIFT IHR EINE VON UNS AN, ANTWORTEN WIR ALLE!</strong></span></p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-1663 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/2-300x300.png" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/2-300x300.png 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/2-1024x1024.png 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/2-150x150.png 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/2-768x768.png 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/2.png 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Offener Brief: Der Kopf von Reichelt reicht uns nicht!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Oct 2021 11:25:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[#metoo]]></category>
		<category><![CDATA[#unfollowpatriarchy]]></category>
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					<description><![CDATA[Sexistische Berichterstattung, Machtmissbrauch und Diskriminierungen in Redaktionen sind keine Einzelfälle. Die Recherchen deutscher Investigativ-Journalist*innen sowie die jüngsten Berichte der „New York Times“ brachten den „Bild“-Chef und Ober-Macker Julian Reichelt zu Fall. Doch das Problem hört hier nicht auf: Männer schützen Männer &#8211; immer wieder! Das alles ist viel größer, dahinter steckt ein System. Sexismus in den Redaktionen und Berichterstattung fängt &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Sexistische Berichterstattung, Machtmissbrauch und Diskriminierungen in Redaktionen sind keine Einzelfälle. Die <a style="color: #000000;" href="https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bild-chef-julian-reichelt-warum-er-gehen-musste-a-3a205fa3-9967-4803-8a32-c47e8a0ad227"><span style="color: #ff00ff;">Recherchen deutscher Investigativ-Journalist*innen</span></a> sowie die jüngsten <a style="color: #000000;" href="https://www.nytimes.com/2021/10/17/business/media/axel-springer-bild-julian-reichelt.html"><span style="color: #ff00ff;">Berichte der „New York Times“</span></a> brachten den „Bild“-Chef und Ober-Macker Julian Reichelt zu Fall. Doch das Problem hört hier nicht auf: Männer schützen Männer &#8211; immer wieder! Das alles ist viel größer, dahinter steckt ein System. Sexismus in den Redaktionen und Berichterstattung fängt bei Lokalzeitungen an und hört bei der BILD auf. Das muss sich ändern!<span id="more-1585"></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Gender Equality Media veröffentlicht <span style="color: #ff00ff;"><a style="color: #ff00ff;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_.pdf" target="_blank" rel="noopener">Offenen Brief</a> </span>an deutsche Redaktionen und Verlage</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">In Redaktionsrichtlinien, Leitbildern oder Visionen sprechen sich fast alle deutschen Redaktionen für die Förderung von Diversität und den Abbau von Diskriminierung und Sexismus aus. Durch unsere jahrelange Arbeit, unsere wöchentlichen Medienscreenings und in direkten Gesprächen mit Journalist*innen und Medienschaffenden sowie auf Grundlage unserer <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Ergebnisse-Umfrrage-Bericherstattung-Gewalt-gegen-Frauen-1.pdf" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #ff00ff;">nicht-repräsentativen Umfrage</span></a> sind wir jedoch zu folgenden Beobachtungen gelangt:</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>1. Strukturell-patriarchale Probleme werden nicht benannt und eingeordnet.<br />
2. Die Zusammensetzung der Führungsebene und Redaktionen bildet nicht unsere Gesellschaft in all ihren Facetten ab.<br />
3. Freiheit und Neutralität kann im Hinblick von wirtschaftlichen Interessen nicht sichergestellt werden.</strong></span></p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-1611 alignleft" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p><span style="color: #000000;">Faktenbasierter, qualitativer und freier Journalismus sind höchste Güter unserer demokratischen Gesellschaft. Der Einfluss von Medien und die damit einhergehende Verantwortung ist stärker denn je. ​Aber genau diese Verantwortung müssen Medien, Redaktionen und Journalist*innen auch wahrnehmen. In einem <span style="color: #ff00ff;"><a style="color: #ff00ff;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_-1.pdf" target="_blank" rel="noopener">Offenen </a><a style="color: #ff00ff;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_-2.pdf" target="_blank" rel="noopener">Brief</a></span> fordern wir deutsche Redaktionen auf, Stellung zu beziehen, im Sinne der Istanbul-Konvention zu handeln und systematische Diskriminierung jeglicher Art (durch transparente, nachverfolgbare Maßnahmen) abzubauen. Medien sind Teil und Lösung des Problems: Sie tragen einen Großteil zur Meinungsbildung bei und haben somit auch Verantwortung. Sie tragen einen Großteil zur Meinungsbildung bei und müssen entsprechend verantwortungsbewusst berichten. Dazu gehört auch, systemische Gewalt gegen Frauen in der Berichterstattung entsprechend einzuordnen. Nur wenn sie das tun und die Gewalt nicht verharmlosen, sondern als das benennen, was sie ist, können sie Verbündete sein. Hier: <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_-2.pdf" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #ff00ff;">Der Offene Brief zum Download.</span> </a></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Krasse Umfrageergebnisse bestätigen unsere Arbeit</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">In einer <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Ergebnisse-Umfrrage-Bericherstattung-Gewalt-gegen-Frauen-1.pdf"><span style="color: #ff00ff;">nicht-repäsentativen Umfrage</span></a> haben wir Medienkonsument*innen zur deutschen Berichterstattung zum Thema Gewalt gegen Frauen befragt. Die Ergebnisse sind sehr eindeutig: 0 Prozent der Befragten finden die Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen in Deutschland aussreichend. Auch die generelle Thematisierung und Einordnung von Gewalt gegen Frauen bemängeln rund 83 Prozent (61% eher Nein / 22% Nein) der Konsument*innen. Bei der Frage &#8222;Welche Themen im Bereich des intersektionalen Feminismus zu selten in den deutschen Medien thematisiert werden&#8220;, waren sich die Befragten auch einig. Nur um einige zu nennen: Femizide/Feminizide, Verknüpfung von Sexismus und Rassismus, Ableismus, Kapitalismuskritik, LGBTQ*-Feindlichkeit.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Die Berichterstattung von Gewalt gegen Frauen muss von allen Medien priorisiert und eingeordnet werden. Wenn Frauen umgebracht werden und/ oder Gewalt erfahren ist das kein Einzelfall oder ein Versehen, dahinter steckt ein patriarchales System. In unserem </strong></span><span style="color: #ff00ff;"><strong><a style="color: #ff00ff;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_.pdf">Offenen Brief</a></strong></span><span style="color: #000000;"><strong> fordern wir daher alle Redaktionen auf: Stellt den Kampf gegen Gewalt an Frauen an höchste Stelle.</strong></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1614 size-large" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie-1024x1024.jpg" alt="" width="1024" height="1024" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie.jpg 1080w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
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		<title>Kasia Lenhardt: Frauenhass als &#8222;guilty pleasure&#8220;</title>
		<link>https://genderequalitymedia.org/kasialenhardt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Penelope Kemekenidou]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Feb 2021 13:24:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[#metoo]]></category>
		<category><![CDATA[#unfollowpatriarchy]]></category>
		<category><![CDATA[Activism]]></category>
		<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[BILD]]></category>
		<category><![CDATA[Feminizid]]></category>
		<category><![CDATA[kasia]]></category>
		<category><![CDATA[Kasia Lenhardt]]></category>
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					<description><![CDATA[Kasia Lenhardt ist vorgestern passiert. Kasia Lenhardt ist gestern passiert. Kasia Lenhardt wird heute passieren. Wir haben es so satt, wieder diese ganzen Debatten zu hören. „So schlimm, was ihr passiert ist“. Kasia Lenhardt ist ein Fall von vielen, ihr Suizid die Spitze eines Eisbergs. Dass ihr Fall so besprochen wird, hat mit zwei Dingen zu tun: Ihrem Ruhm und &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="color: #000000;">Kasia Lenhardt ist vorgestern passiert. Kasia Lenhardt ist gestern passiert. Kasia Lenhardt wird heute passieren.</span></strong><span id="more-1553"></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wir haben es so satt, wieder diese ganzen Debatten zu hören. „So schlimm, was ihr passiert ist“. Kasia Lenhardt ist ein Fall von vielen, ihr Suizid die Spitze eines Eisbergs. Dass ihr Fall so besprochen wird, hat mit zwei Dingen zu tun: Ihrem Ruhm und noch viel mehr, dem Reichtum ihres Ex-Partners.</span></p>
<h6><span class="body" style="color: #ff0000;" role="main"><em>Wenn du Suizidgedanken hast, sprich darüber mit jemandem. Du kannst dich rund um die Uhr an die Telefonseelsorge wenden (08 00/111 0 111 oder 08 00/111 0 222) oder <a style="color: #ff0000;" href="http://www.telefonseelsorge.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.telefonseelsorge.de</a> besuchen.</em></span></h6>
<p><span style="color: #000000;">Ja, die BILD ist scheisse. Aber wisst ihr was? Da hängt noch viel mehr dran, und die meisten von uns sind beteiligt. Die letzten Monate von Kasia Lenhardt waren geprägt von Frauenhass: In den Medien, Social Media und wahrscheinlich auch privat. Sie war die “Familienzerstörerin” &#8211; die Narrative der Verführerin eines verheirateten Familienvaters allgegenwärtig. Befeuert wurde das seit Wochen in Boulevardmedien und von gelangweilten Menschen im Internet.</span></p>
<p><strong><span style="color: #000000;">Wie ist Kasia Lenhardt mit 17 „berühmt“ geworden?</span></strong></p>
<p><span style="color: #000000;">Alles fing bei Germanys Next Topmodel an: Die Sendung, die alle so gerne “ironisch” gucken. Es ist ja so witzig, wenn die “Määäädchen” weinen, wenn ihre Haare abgeschnitten werden. Aber dass Heidi Klum täglich mit Frauenhass selbst Millionen verdient und das Ganze noch als Empowerment und eine Show voller “Diversity” verkauft, ist einfach nur noch schämenswert. Die Show läuft auf Kosten von Millionen jungen Menschen, die Essstörungen entwickeln und ihr Geld in einer Industrie lassen, die mit der Unsicherheit von jungen Mädchen und Frauen Millionen machen. Die Zahlen stagnieren, jedoch haben immer noch 1,35 Millionen Zuschauer*innen zwischen 14 und 49 Jahren die erste Folge der 15. Staffel angeschaut.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wer die Sendung live begleitet? Die BILD, ja, aber auch die Magazine, die so viele Frauen gerne lesen. Ob InTouch oder Glamour &#8211; der Selbsthass wird für 2 Euro pro Heft gegekauft.</span></p>
<p><strong><span style="color: #000000;">“Selbstoptimierung” deluxe</span></strong></p>
<p><span style="color: #000000;">Wenn man schon als Mädchen hört: Du bist zu dick, zu dünn. Deine Nase zu groß und warum rasierst du dich nicht? Wenn deine aufgelegten Schönheitsbilder Kim Kardashian oder eben Heidi Klum sind, wen wundert es denn noch, dass schon im jungen Alter mit der “Selbstoptimierung” begonnen wird? Es fängt übrigens schon im Kleinen mit dem Instagramfilter an.</span><br />
<span style="color: #000000;">Seit der Sendung hat Kasia Lenhardt so viele “Schönheits”operationen gehabt, dass man ihr Gesicht nicht wiedererkennt. Nein, wir wollen hier keine Diskussion beginnen, wer wie was mit seinem Körper machen darf. Was glücklich macht, sollte gemacht werden. Wir brauchen aber auch nicht so tun, als ob es keinen Zusammenhang zwischen der Sendung von Heidi Klum, dem Druck dieser Industrie auf junge Mädchen und zuletzt der Wahl eines Partners, der Frauen auf nur eine ganz bestimmte Art zu sehen scheint, gäbe. Oh well, die Partner.</span></p>
<p><strong><span style="color: #000000;">Mit wem war Kasia Lenhardt zusammen?</span></strong></p>
<p><span style="color: #000000;">Zu den Riberys, Boatengs und wie sie alle heißen: hört auf, so zu tun, als ob der Fall von Kasia Lenhardt schockierend ist. Jede*r Fußballfan der*die Bundesliga schaut, weiß ganz genau Bescheid, was da für Typen dabei sind. Allein von den FC Bayern München Spielern kennt man den Zusammenhang von minderjährigen „Prostituierten“ und Gewalt gegen ihre Partnerinnen. Trotzdem wird weitergeschaut, trotzdem wird anschließend fleißig BILD und Co im Nachgang konsumiert, wenn es dann zu den „Eifersuchtsdramen” oder “Sex-Skandalen” oder auch Frauenmorde, Feminizide oder Vergewaltigungen kommt. Volkssport Nummer 1 ist Fußball &#8211; gefolgt von Frauenhass.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Der DFB ist keine Ausnahme &#8211; die reichen Typen dort sind nicht anders als die reichen Typen aus der Filmbranche (Stichwort: #Metoo). Mit Erfolg kommt Macht und Degradierung. Und genau diese Fälle zeigen uns, wie Männer in dieser Gesellschaft handeln dürfen, wenn sie mächtig und reich sind. Aber hier gibt es einen eklatanten Unterschied: Fußball wird nicht nur konsumiert. Besonders in Deutschland gibt es eine lebendige Kultur drum herum: Die Fans, Merchandise, Stadien. Clubs bezahlen dafür, sie halten gewollt dieses System aufrecht. Anstatt also immer nur von dem schlimmen schlimmen Sexismus, und dem schlimmen schlimmen Rassismus beim Fußball zu sprechen: Macht doch endlich mal die Drohung war und enteignet den DFB.</span></p>
<p><strong><span style="color: #000000;">Du bist ein Teil davon!</span></strong></p>
<p><span style="color: #000000;">Genau heute, während Kasias Suizid noch Thema ist, wird eine Gastjurorin von GNTM Zuschauer*innen nach der Sendung mit Drohungen überhäuft: “Ich hoffe, dass dein Kind mal so behandelt wird, wie du Maria behandelt hast”. Wenn du ironisch GNTM schaust, dir am Bahnhof die InTouch kaufst: Genau dieser Konsum von Medien und Formaten, die täglich Frauen ihre Rollen suggerieren, sie bewerten und abwerten, sind verbunden mit dem Konzept der Profi-Sportler, die aus dem Missbrauch von Minderjährigen und Gewalt an der Partnerin einen Lifestyle machen. All das sind die “Skandälchen” die dann wieder in den Boulevard-Medien konsumiert werden.</span><br />
<span style="color: #000000;">Also hört einfach auf: Holt euch eure Unterhaltung wo anders und hört auf so einen frauenfeindlichen und degradierenden Scheiß zu schauen. Auch wenn es euer “guilty pleasure” ist, Menschen wie Boateng, Heidi Klum &amp; Co. machen damit Millionen und treiben dieses kranke System immer weiter. Hört auf, diese Typen zu entschuldigen. Und ja das tut man, wenn die Show einfach weitergeht für sie. Wenn ihr Fußballfans seid, dann blockiert Spiele, Foren, Medien. Bis es einen Wandel gibt.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nur Konsumverbote helfen selbstredend nicht weiter. Natürlich müssen wir die bestehenden Verhältnisse ändern, damit solche Dinge den Nährboden verlieren. Feminizide sind ein Symptom in kapitalistischen Systemen, und solange wir diese nicht bekämpfen, wird auch Gewalt an Frauen kein Ende finden.</span></p>
<p><strong><span style="color: #000000;">Ihr Fall ist jetzt in aller Munde, weil es an der Spitze dieser kapitalistischen Gesellschaft passiert ist. Aber es passiert jeden Tag. Viele Fälle sind nur unsichtbar &#8211; ohne Boulevardpresse, fernab von Instagram.</span></strong></p>
<h6><span class="body" style="color: #ff0000;" role="main"><em>Wenn du Suizidgedanken hast, sprich darüber mit jemandem. Du kannst dich rund um die Uhr an die Telefonseelsorge wenden (08 00/111 0 111 oder 08 00/111 0 222) oder <a style="color: #ff0000;" href="http://www.telefonseelsorge.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.telefonseelsorge.de</a> besuchen.</em></span></h6>
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		<title>92 Prozent der gezählten Artikel verharmlosen Gewalt gegen Frauen</title>
		<link>https://genderequalitymedia.org/femizid-karte/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Nov 2020 11:07:35 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Oben rechts (Klick auf Kästchen) kann die Karte vergrößert werden. Update, 25 November 2020: Am Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen ist es einmal umso wichtiger, einen Blick auf die Berichterstattung der letzten Monate über Gewalt gegen Frauen* in den deutschen Medien zu werfen. Für den Zeitraum vom 1. September bis 31. Oktober konnten wir im Rahmen unseres &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><iframe loading="lazy" src="https://www.google.com/maps/d/u/0/embed?mid=1ZZCw8If8QAHj0uNFLT6OztZMUjx169hO" width="640" height="480"></iframe><br />
<i>Oben rechts (Klick auf Kästchen) kann die Karte vergrößert werden. </i></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Update, 25 November 2020:</strong> <span style="font-weight: 400;">Am Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen ist es einmal umso wichtiger, einen Blick auf die Berichterstattung der letzten Monate über Gewalt gegen Frauen* in den deutschen Medien zu werfen. Für den Zeitraum vom 1. September bis 31. Oktober konnten wir im Rahmen unseres Medienscreenings insgesamt 115 Artikel zählen, wobei in 97% der Berichterstattung Medien gewaltverharmlosende Begriffe nutzten. Damit unterscheidet sich der Herbst lediglich in der absoluten Anzahl der gezählten Artikel vom Sommer (vgl. 142 gezählte Artikel), jedoch nicht in der prozentualen Verteilung Gewalt verharmlosender Berichterstattung. Genauso wie in den Sommermonaten waren auch im September und Oktober </span></span><span style="color: #000000;">Bluttat</span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"> mit 33 Artikeln (29%), </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Familiendrama</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"> mit 23 Artikeln (20%) und </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Beziehungstat</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"> mit 18 Artikel (16%) die am häufigsten benutzten Gewalt verharmlosenden Begriffe. Mit insgesamt 18 Fällen in den letzten 2 Monaten konnten wir im Vergleich zum Rest des Jahres ebenfalls eine große Häufigkeit der Verwendung von </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Ehestreit</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"> verzeichnen – allein im September wurde das Wort in 19% der Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen genutzt. Zu lesen ist in diesen Fällen in der Headline dann häufig  <a href="https://www.mz-web.de/sachsen-anhalt/ehestreit-eskaliert-mann-verletzt-seine-frau-mit-einem-messer-37353244">Ehestreit eskaliert – Mann verletzt seine Frau mit Messer</a> oder aber <a href="https://rp-online.de/nrw/staedte/wesel/wesel-sek-einsatz-beendet-ehestreit-hinweise-auf-waffenbesitz_aid-54227007">SEK beendet Ehestreit</a>. Die Absurdität der Verwendung von bspw. </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Ehestreit</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"> vor dem Hintergrund lebensgefährlicher und tödlicher Gewalt von Männern gegen Frauen* betont einmal umso mehr die Notwendigkeit eines Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Noch viel zu selten ordnen Medien diese Gewalttaten richtig ein und beschreiben diese als das, was sie sind: Frauenmorde oder Femizide. Die Zahlen sprechen für sich: Lediglich in drei Artikeln wurden Femizid / Frauenmord im September bzw. Oktober benutzt. Aus diesem Grund zählen wir weiter und sind heute am am 25. November umso lauter, weil Gewalt gegen Frauen* ein gesamtgesellschaftliches Problem ist mit System, das nicht weiter ignoriert werden kann. </span></span></p>
<p><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/8.-märz-plakate.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1522" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/8.-märz-plakate-300x212.png" alt="" width="800" height="566" /></a></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Update, 1. Oktober 2020:</strong> Inzwischen haben wir unsere Deutschlandkarte zu Gewalt gegen Frauen um die Medienscreening-Ergebnisse aus den Monaten Juli und August</span> <span style="color: #000000;">ergänzt. Das Ergebnis dieser zweite Monate ist leider wenig überraschend: Von 146 gescreenten Artikeln über Gewalt gegen Frauen in Deutschland, wurden in 142 Fällen (97%) Gewalt verharmlosende Begriffe, wie Bluttat (52), Beziehungstat (27) oder Familiendrama (20) verwendet. Ein Fall ist uns dabei besonders im Gedächtnis geblieben : </span><span style="color: #000000;">Am 22. Juli 2020 wurde die Künstlerin Rebeccah Blum in Berlin von ihrem  Partner Saul Fletcher, einem bekannten Fotografen,  ermordet. Nahezu die ganze Berichterstattung fokussierten sich hierbei lieber auf die beruflichen und künstlerischen Leistungen, während weder Rebeccah Blums Name noch Details zu ihrer Person Erwähnung fanden. Noch schlimmer ist, dass ein großer Teil der Medienberichterstattung sich auf den noch bekannteren, nicht sehr nahe stehenden Freund des mutmaßlichen Mörders konzentrierte, nämlich Brad Pitt. Anscheinend leben wir in einer Welt, in der die unbedeutende Rolle von Brad Pitt im Leben eines mutmaßlichen Mörders mehr Platz einnimmt, als die Frau, die ermordet wurde. Dazu passt, dass in nur 3% der zwischen Juli und August gescreenten Artikel direkt auf das strukturelle Ausmaß von  Gewalt gegen Frauen hierzulande aufmerksam gemacht wurde durch die  Verwendung der Begriffe “Femizid” oder “Frauenmord” . </span></p>
<p><em><span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1517 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"><b>Ein Wrap-Up: Sechs Monate Medienscreening, eine Deutschlandkarte und verharmlosende Berichterstattung</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Medien verharmlosen regelmäßig (sexualisierte) Gewalt gegen Frauen – und zwar jeden Tag! Schon letztes Jahr haben wir die Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen untersucht. <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="https://genderequalitymedia.org/nachgezaehlt/">Unser Algorithmus, mit dem wir zwischen Oktober und November 2019 nachgezählt haben, mit welchen Begriffen und wie oft Medien (sexualisierte) Gewalt gegen Frauen verharmlosen, umfasste aber nur 20 Medien.</a></span> Das haben wir nun geändert: Für einen noch umfassenderen Blick auf die deutsche Medienlandschaft schließt unser Screening seit 2020 alle Medien ein, die sich über Google News erfassen lassen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><b>Der Druck auf die Medien wächst</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Mit unserer Schlagwortsuche konzentrieren wir uns vor allem auf die Berichterstattung über strukturelle Gewalt gegen Frauen. Wie schon in den ersten sechs Monaten dieses Jahres, wird unser Screening auch in der zweiten Jahreshälfte nicht pausieren. Damit garantieren wir ein möglichst umfassendes Bild über die Entwicklungen und Tendenzen in der Medienlandschaft, wenn es um die Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen geht. Hierfür zeichnen wir auf Grundlage der gesammelten Artikel eine Deutschlandkarte nach, anhand der sich nicht nur interaktiv die Berichterstattung zurückverfolgen lässt, sondern auch sichtbar wird, in welchem Umfang Frauen hierzulande Opfer von Gewalt werden. Dazu ist es für uns allerdings ausschlaggebend, dass wir uns nur auf Artikel konzentrieren, die sich auf Gewalttaten in Deutschland aus dem Jahr 2020 beziehen. Die interaktive Deutschlandkarte wird von uns fortan monatlich fortgeführt, um am Ende des Jahres Bilanz ziehen zu können.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><b>92 % der gezählten Artikel verharmlosen sprachlich Gewalt gegen Frauen</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Vom 1. Januar bis 30. Juni 2020 haben wir insgesamt 301 Artikel zu Gewalttaten gegen Frauen gezählt. Alle Taten, über die berichtet wurde, sind ausschließlich 2020 in Deutschland verübt worden. Das Missverhältnis zwischen Artikeln, die Begriffe wie „Frauenmord“, „Femizid“ oder „Frauenmörder“ nutzen, um explizit auf das strukturelle Ausmaß von Gewalt gegen Frauen zu verweisen, ist im Vergleich zu Artikeln, die Gewalt verharmlosende Begriffe verwenden, wie schon im Jahr 2019 immens. Im Detail bedeutet das, dass nur in 24 Fällen (8%) „Frauenmord“, „Femizid“ oder „Frauenmörder“ benutzt worden sind zu 277 Artikeln (92%) mit (sexualisierte) Gewalt verharmlosender Begriffe.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Da die erste Jahreshälfte in allen Aspekten unseres Lebens von dem COVID-19-bedingten “Lockdown” bestimmt war, hatte der natürlich auch Auswirkungen auf die Medienberichterstattung: Die Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen ging enorm zurück. In den Monaten Februar, März und April zählten wir insgesamt bloß zwischen 32 ( Februar) und 36 (April) Artikeln, welche über Gewalttaten gegen Frauen berichteten. Darüber hinaus war die Berichterstattung zwischen Februar und April besonders von der Sorge geprägt, dass mit dem “Lockdown” die häusliche Gewalt gegen Frauen steigen würde. Vermehrt fielen uns auch Artikel auf, die sich kritisch mit der Verwendung problematischer Begriffe in der Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen auseinandersetzen und eine damit einhergehende Verschleierung dieses strukturellen Problems anprangern. Trotz eines leichten Anstiegs der Verwendung von „Femizid“ und „Frauenmord“ (April 6x, Mai 8x und Juni 3x) mussten wir feststellen, dass mit dem Ende des “Lockdowns” die Anzahl an Artikeln, die  Gewalt verharmlosen,  drastischer zunahmen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-1495" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nach wie vor besonders beliebt unter den Begriffen zur Verharmlosung von (sexualisierter) Gewalt gegen Frauen sind: „Beziehungstat“, „Familiendrama“, „Bluttat“ und der sog. „Sextäter“. Diese Begriffe rücken nicht nur partnerschaftliche Gewalt ins Private (Beziehung) sondern banalisieren diese auch als Einzeltaten (Drama). Darüber hinaus tun sich Medien besonders gut daran, über das Tatmotiv zu spekulieren, was dann zumeist auf Eifersucht hinausläuft. Auch in der Justiz und bei der Polizei ist Eifersucht als Motiv fest verankert. Dadurch wird nicht nur systematisch die Täterperspektive eingenommen und die männlichen Besitzansprüche in den Vordergrund gerückt, sondern auch Femizide und das strukturelle Ausmaß dahinter unsichtbar gemacht.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1482 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Überraschenderweise war dieses Mal nicht die Bild-Zeitung Anführerin unter den Medien, die am häufigsten (sexualisierte) Gewalt verharmlosen. Mit 27 Treffern, war dies das regionale Newsportal Tag24, dicht gefolgt von Bild, Express und Karlsruhe Insider. Hier lässt sich gut erkennen, dass vor allem regionale Medien Gebrauch von Gewalt verharmlosenden Begriffen machen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1483 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Insgesamt konnten wir 16 Artikel zählen, die mit „Femizid“ explizit auf das strukturelle Ausmaß von Gewalt gegen Frauen hinweisen sowie 9 Artikel, die den Begriff „Frauenmord“ oder „Frauenmörder“ verwenden. Unter den Vorreiter*innen in der Berichterstattung traten hier ganz besonders anf deutsch, Potsdamer Neuste Nachrichten sowie die Frankfurter Neue Presse und Perspektive online hervor. Nichtsdestotrotz ist die Verwendung von Begriffen wie “Frauenmörder” nicht zwangsläufig Garant für eine angemessene Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen: Das ist vor allem dann der Fall, wenn Medien anhand von Frauenmorden Infotainment betreiben und die Berichterstattung einer Krimigeschichte gleicht.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1485 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Medien tragen einen wesentlichen Beitrag zur Meinungsbildung bei. Wir fordern deshalb eine verantwortungsvolle Berichterstattung aller Journalist*innen, wenn es um die systematische Gewalt gegen Frauen geht. Unsere Deutschlandkarte zeigt sehr deutlich, dass Femizide, (versuchte) Vergewaltigungen und sexuelle Belästigung keine Einzelfälle in Deutschland sind, sondern sich ein System dahinter erkennen lässt. Wenn Journalist*innen also über Tatmotive spekulieren können, warum dann auch nicht mal den Schritt wagen und darüber spekulieren, ob nicht vielleicht ein strukturelles Problem hinter den ganzen Femiziden und Frauenmorden steckt? Wieso nicht mal toxische Männerbilder, sexistische Frauenbilder und gesellschaftliche Macht- und Geschlechterverhältnisse erwähnen? Und warum nicht einfach von „Frauenmorden“, „Femiziden“ oder „Vergewaltigern“ statt „Sextätern“ sprechen?</span></p>
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		<title>Aktivismus in Zeiten von Corona: Eine Ode an den digitalen Widerstand</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2020 16:18:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Activism]]></category>
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		<category><![CDATA[aktivismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Lockdown geht in die sechste Woche und es regt sich Widerstand. Seit einigen Tagen hören wir in den Medien immer mehr kritische Stimmen. Allerdings sind diese wie gewohnt männlich und fordern vor allem eins: Die Wiederbelebung der Wirtschaft. Deutsche Medien berichten im Akkord über ökonomische Rezession und Depression und wie wichtig es ist, den Motor wieder zum Laufen zu &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Der Lockdown geht in die sechste Woche und es regt sich Widerstand. Seit einigen Tagen hören wir in den Medien immer mehr kritische Stimmen. Allerdings sind diese wie gewohnt männlich und fordern vor allem eins: Die Wiederbelebung der Wirtschaft. Deutsche Medien berichten im Akkord über ökonomische Rezession und Depression und wie wichtig es ist, den Motor wieder zum Laufen zu bringen. Dass wir den Stillstand mal dazu nutzen könnten darüber nachzudenken, wie wir unser Leben nachhaltiger und solidarischer gestalten, wird von vielen ausgeblendet. Diese Krise macht alle Ungerechtigkeiten auf denen unser System aufgebaut ist sichtbar und wir müssen auch dementsprechend handeln.<span id="more-1448"></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Apropos Solidarität: Diese hat in den vergangenen Wochen auch ganz schön gelitten. Auf Moria sitzen noch immer rund 40.000 Menschen unter erbärmlichsten Umständen fest <a style="color: #000000;" href="https://leavenoonebehind2020.org/donate/?fbclid=IwAR2LHADW4CCwQHqZmqD5x3JSrbxiFPhlsfp-tKdAS-ZKLrREZ2MIQ79wYXg">(#LeaveNoOneBehind)</a>. Darüber hinaus nutzen populistische Regierungen wie wie die polnische, die Krise um ihre misogyne Propaganda durchzusetzen. Frankreich meldet seit Beginn der Ausgangssperre einen <a style="color: #000000;" href="https://www.euronews.com/2020/03/28/domestic-violence-cases-jump-30-during-lockdown-in-france">Anstieg von Gewalt gegen Frauen in ihrem eigenem Źu Hause in Höhe von 30%.</a> Medien warnen bereits seit Wochen vor steigenden Zahlen, die Berichterstattung über einzelne Schicksale ist in Deutschland allerdings zurück gegangen. <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/corona-und-wirbleibenzuhause-fuer-viele-frauen-bedeutet-das-gewalt-und-angst/">Und wenn berichtet wird, dann eben nur verharmlosend als “Ehestreit”, “Beziehungsdrama” oder “Familientragödie”</a>. Kritische Berichterstattung sieht anders aus.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><b>Protest wird unsichtbar durch Versammlungsverbote</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Die Personen, welche normalerweise auf diese Probleme aufmerksam machen, indem sie die öffentliche Ordnung durch Proteste, Kundgebungen, und kreativen Aktionen (kurz) unterbrechen, stehen in diesen Zeiten erst recht mit dem Rücken zur Wand. Die meisten Engagierten sind weiblich und jetzt eher mit Home Schooling, unbezahlter Care-Arbeit, dem Abkassieren von Lebensmitteln in Supermärkten oder aber auch mit dem Retten von Leben in Krankenhäusern beschäftigt. <a style="color: #000000;" href="https://www.dezim-institut.de/in-den-medien/prof-dr-sabrina-zajak-protest-und-soziale-bewegungen-in-corona-zeiten/">Protest wird unsichtbar,</a> nicht nur weil wir zu Hause bleiben müssen, sondern auch weil wir schlicht und einfach gerade damit beschäftigt sind, das System am Laufen zu halten, Kinderbetreuung mit inbegriffen. Diese Krise ist auch eine Feministische. Und wenn die Medien bevorzugt über Börsenkurse und Finanzpakete, anstatt korrekt über unsere Schicksale und Kämpfe berichten, fehlt ein wichtiges Sprachrohr</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><b>In den Sozialen Medien regt sich kreativer Widerstand</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Also müssen wir uns irgendwie anders helfen und verlagern unsere Aufmerksamkeit hin zu den sozialen Medien: Im Gegenteil zu traditionellen Medien, lassen sich diese viel einfacher durch uns gestalten. Das Internet ist nicht nur dafür da, sich Katzenvideos in Dauerschleifen anzuschauen, sondern hat eben auch den wunderbaren Nebeneffekt, politisches Engagement unglaublich zu vereinfachen. Das Internet kennt keine geografischen Grenzen und verwischt gleichzeitig die sonst so strikte Trennlinie zwischen Öffentlichkeit und Privatsphäre. Auch wenn dies Gefahren in sich birgt (Das Recht auf Privatsphäre hört im Internet nämlich nicht einfach auf), ist diese Verwischung aber auch eine Chance, die Welt feministischer zu gestalten. Wenn Frauen sich mit Wissen ermächtigen, dieses neben ihren einzelnen Geschichten und Erfahrungen an ein großes Publikum kommunizieren und gleichzeitig Gleichgesinnte finden, dann entsteht sichtbarer Protest, der eben auch zum Wandel führen kann.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nun ist es aber auch so, dass Aktivismus von der Störung der analogen Öffentlichkeit lebt und wir uns in der misslichen Lage befinden, dass uns unser Recht auf Versammlungsfreiheit in den meisten Ländern erheblich eingeschränkt, wenn nicht sogar ganz genommen wurde. Doch ebenso wie das Internet kennt Kreativität keine Grenzen.</span></p>
<div id="attachment_1450" style="width: 245px" class="wp-caption alignleft"><a style="color: #000000;" href="https://leavenoonebehind2020.org/donate/?fbclid=IwAR2LHADW4CCwQHqZmqD5x3JSrbxiFPhlsfp-tKdAS-ZKLrREZ2MIQ79wYXg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1450" class="wp-image-1450 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/strajkkobiet-235x300.jpg" alt="Quelle: Facebook @ogolnopolskistrajkkobiet" width="235" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/strajkkobiet-235x300.jpg 235w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/strajkkobiet-768x981.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/strajkkobiet-801x1024.jpg 801w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/strajkkobiet.jpg 939w" sizes="(max-width: 235px) 100vw, 235px" /></a><p id="caption-attachment-1450" class="wp-caption-text">Quelle: Facebook @ogolnopolskistrajkkobiet</p></div>
<p><span style="color: #000000;"><b>Vernetzt euch und seid laut für all jene, die es nicht können!</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nachdem das polnische Parlament letzte Woche einen weiteren Versuch unternehmen wollte, das eh schon strenge Abtreibungsrecht noch mehr einzuschränken, verständigten sich hunderte polnische Frauen über soziale Medien, posteten tausendfach Bilder von sich zu Hause mit Plakaten und ihren Forderungen. Andere setzten sich in ihr Auto oder auf ihr Fahrrad und bildeten hupende bzw. klingelnde Konvois oder <a style="color: #000000;" href="https://taz.de/Abtreibung-in-Polen/!5675483/">protestierten dann eben doch (mit Abstand) gegen das geplante Gesetz</a>. Das Ergebnis: <a style="color: #000000;" href="https://humanistisch.de/x/hvd-bundesverband/presse/2020046197?fbclid=IwAR0q4FygnMF-nmo7Sm4CmL0HhF0Br78HCKvaXmzrE_lANkc6NhXzMOuTeiE">Das angestrebte Abtreibungsverbot wurde wieder zurück in den Ausschuss geschickt, indem es schon vorher zwei Jahre lag.</a> Das es so geschah, lag gerade an den Protesten trotz Ausgangssperren. Für viele Frauen in unserem Nachbarland bleibt die Situation allerdings gefährlich, weswegen die intensive Fortführung und Solidarität mit den Protestierenden umso notwendiger ist.</span></p>
<div id="attachment_1451" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a style="color: #000000;" href="https://humanistisch.de/x/hvd-bundesverband/presse/2020046197?fbclid=IwAR0q4FygnMF-nmo7Sm4CmL0HhF0Br78HCKvaXmzrE_lANkc6NhXzMOuTeiE"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1451" class="wp-image-1451 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/collagesfeminicidesparis_louvre-300x206.jpg" alt="Quelle: instagram.com/collages_feminicides_paris" width="300" height="206" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/collagesfeminicidesparis_louvre-300x206.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/collagesfeminicidesparis_louvre.jpg 572w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-1451" class="wp-caption-text">Quelle: instagram.com/collages_feminicides_paris</p></div>
<p><span style="color: #000000;">Ein weiteres Beispiel kommt aus Frankreich, wo der Pariser Ableger der “<a style="color: #000000;" href="https://www.instagram.com/femplak_berlin/">Femplaks</a>” <a style="color: #000000;" href="https://www.instagram.com/collages_feminicides_paris/"><i>Collages Feminicides </i></a><i>Paris</i> normalerweise mit Schriftzügen an Hauswänden auf Frauenmorde aufmerksam macht. Da in Frankreich allerdings momentan eine strikte Ausgangssperre herrscht, mussten auch sie umdenken. Und das Resultat kann sich sehen lassen: Mit Hilfe von digitalen Tools projizieren sie per Fotoshop ihre Parolen nun auf bekannte Gebäude und posten diese auf Instagram. Mit der “Share-Funktion” lassen sich die Beiträge einfach in den eigenen Stories teilen, womit die Reichweite erhöht wird und somit Aufmerksamkeit für das Thema generiert.</span></p>
<div id="attachment_1452" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1452" class="wp-image-1452 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/1upofficialcrew_Leavenoonebehind-300x225.jpg" alt="Quelle: https://www.instagram.com/1up_crew_official/" width="300" height="225" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/1upofficialcrew_Leavenoonebehind-300x225.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/1upofficialcrew_Leavenoonebehind-768x576.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/1upofficialcrew_Leavenoonebehind.jpg 900w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-1452" class="wp-caption-text">Quelle: https://www.instagram.com/1up_crew_official/</p></div>
<p><span style="color: #000000;">Und auch in Deutschland tut sich etwas. Seit ein paar Wochen fordern Banner an Fassaden, Graffitis an U-Bahn-Stationen und Kreide-Parolen auf Gehwegen #LeaveNoOneBehind. <a style="color: #000000;" href="https://seebruecke.org/leavenoonebehind/aktionen/bundesweite-erste-seebruecke-online-demo/">Die Bewegung <i>Seebrücke</i> veranstaltete im März und April Online-Demos via YouTube und rief ihre Anhänger dazu auf von zu Hause aus zu protestieren.</a> Die Notrufnummern von Hilfetelefonen werden vielfach in den sozialen Medien geteilt und auch die Aktivist*innen von Fridays For Future protestieren nun jeden Freitag virtuell und fordern den Wiederaufbau der Wirtschaft grüner und ethischer zu gestalten.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wir wissen, dass digitaler Aktivismus einfacher zu ignorieren, keinen Grundrechtsschutz genießt und ein Privileg denjenigen gegenüber ist, die ihre Meinungen nicht frei im Internet äußern können ohne mit strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Gerade deswegen sollten wir, die privilegiert genug sind online zu sein, solidarisch das Internet für Engagement nutzen, vor allem um Menschen mit unseren Stimmen zu unterstützen, die keine haben.  Digitaler Aktivismus ist ein Hoffnungsschimmer, weil er analogen Widerstand partizipativer und kreativer gestaltet. Gerade in Zeiten von Corona. Und eine gute Nachricht, gab es dann letzte Woche doch: <a style="color: #000000;" href="https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2020/04/rk20200415_1bvr082820.html">Das Bundesverfassungsgericht hat das strikte Versammlungsverbot teilweise gekippt.</a> Geht doch!</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #000000;"><em><strong>von Elizabeth Avila González</strong></em></span></p>
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		<title>Corona und #WirBleibenZuhause: Für viele Frauen bedeutet das Gewalt und Angst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2020 09:45:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Was viele Menschen in Deutschland als Auszeit und nette Büroauszeit im Home Office nutzen, ist besonders für Frauen und ihre Kinder brandgefährlich. In China steigen bereits die Zahlen, in Deutschland warnen Expert*innen vor vermehrte Gewalt gegen Frauen und Frauenhäuser bereiten sich auf das Schlimmste vor. Wir haben mal näher hingeschaut. Alles steht kopf. Während wir uns  vor ein paar Monaten &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><b>Was viele Menschen in Deutschland als Auszeit und nette Büroauszeit im Home Office nutzen, ist besonders für Frauen und ihre Kinder brandgefährlich. In China steigen bereits die Zahlen, in Deutschland warnen Expert*innen vor vermehrte Gewalt gegen Frauen und Frauenhäuser bereiten sich auf das Schlimmste vor. Wir haben mal näher hingeschaut.</b></span><br />
<span style="color: #000000;"><span id="more-1413"></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Alles steht kopf. Während wir uns  vor ein paar Monaten noch alle auf ein neues Jahrzehnt anstoßend in den Armen gelegen haben, ist Abstandhalten das Gebot der Stunde. Ausgelöst durch die Corona-Krise, zieht sich das soziale Leben der Menschen zurück ins Private, weg aus den Augen der Öffentlichkeit. Zum Schutz der Gesundheit aller, verschreibt uns der Staat Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbot, vergisst aber eins dabei: Im Patriarchat ist das zu Hause für viele Frauen und Kinder kein sicherer Ort. Schutzvorkehrungen werden erst gar nicht getroffen und Hilfe nicht bereitgestellt. Die Jugendämter, Frauenhäuser und Sozialarbeiter*innen sind nur noch eingeschränkt handlungsfähig und die soziale Kontrolle durch Freund*innen, Familie, Kitas oder Schulen entfällt völlig. Viele Frauen sind auf sich allein gestellt und das nicht erst seit Corona. Seit Jahren sind Frauenhäuser unterfinanziert, Polizist*innen nicht geschult.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1439 size-large" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/03/WirbleibenzuHause-1024x1024.jpg" alt="" width="1024" height="1024" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/03/WirbleibenzuHause-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/03/WirbleibenzuHause-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/03/WirbleibenzuHause-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/03/WirbleibenzuHause-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/03/WirbleibenzuHause.jpg 1080w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>In China steigt die Zahlen von häuslicher Gewalt an</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nach der <a style="color: #000000;" href="https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/JahresberichteUndLagebilder/Partnerschaftsgewalt/Partnerschaftsgewalt_2018.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=2">kriminal statistischen Auswertung des BKA</a> bringt jeden dritten Tag ein Mann seine (Ex)Partnerin in Deutschland um. Jeden Tag versucht es einer. Ein Fehler mit System, allerdings einer der gerne mal übersehen wird. Durch Corona und die dazugehörigen Einschränkungen der Bewegungs- und Versammlungsfreiheit rückt er nun wieder ins Bewusstsein. Eine Statistik gibt es noch nicht, aber <a style="color: #000000;" href="https://www.dw.com/de/coronavirus-h%C3%A4usliche-gewalt-und-kindesmissbrauch-k%C3%B6nnten-zunehmen/a-52853426">erste Meldungen aus China</a> und Italien deuten darauf hin, dass die Fälle von häuslicher Gewalt ansteigen. Außerdem bereiten sich Polizist*innen hierzulande auf eine <a style="color: #000000;" href="https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/coronavirus-polizei-rechnet-mit-mehr-einsaetzen-wegen-haeuslicher-gewalt-a-00000000-0002-0001-0000-000170114562">erhöhte Einsatzbereitschaft vo</a>r. Inzwischen warnt nicht nur die <a style="color: #000000;" href="https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/presse/pressemitteilungen/hilfetelefon--gewalt-gegen-frauen----unverzichtbar-gerade-auch-in-der-aktuellen-corona-krise/154028">Bundesfamilienministerin</a>, sondern auch die <a style="color: #000000;" href="https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/ausnahmesituation-fuer-familien-1734472">Bundesregierung</a> ganz öffentlich davor, dass die häusliche Isolation die Situation vieler Frauen und Kinder verschärfen könnte. Unter dem Schlagwort <i>“häusliche Gewalt” </i>fand Google zwischen dem 20.03.2020 und 27.03.2020, 116 Nachrichtenmeldungen. Alle gehen von einem  situationsbedingten Anstieg aus.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Medien verharmlosen Gewalt mit Wortschöpfungen</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Obwohl es auf den ersten Blick so scheint, als würden Medien die Bedrohung die viele Frauen und Kinder in ihrem aller Privatesten ausgesetzt sind, endlich ernst nehmen, darf dieser kurze Aufschrei auf keinen Fall das Ende der Geschichte sein. Deutsche Medien berichten in einer unerträglich <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/nachgezaehlt/">verharmlosenden Weise</a> über Frauenmorde und Partnerschaftsgewalt. Sie nennen es “Beziehungstat”, “Ehestreit” oder “Familiendrama”, wenn Männer ihre (Ex-) Partnerinnen verletzen oder sogar töten. Die Aufgabe der Medien ist aber, Dinge in den Kontext zu setzen, einzuordnen und aufzuklären. Das Problem wird in unserer Gesellschaft, den Medien, der Politik aber auch im Privaten unter den Teppich gekehrt, es anzuprangern ist vielen zu unbequem.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>#SharingIsCaring</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nun ist es aber so: Wir befinden uns in einer Krise. Obwohl das Wort mit eher negativen Gefühlen verbunden wird, haben wir beschlossen tief durchzuatmen und kritisch zu bleiben. Ein bisschen anders definiert sind Krisen nämlich einfach nur Wendepunkte im System, weil es erkennt, dass es ohne gewisse Dinge gesünder funktionieren könnte. Damit das allerdings zur Realität wird, brauchen wir laute Stimmen, die möglichst viele hören. Wenn ihr das lest, seid ihr ja eh schon im Internet: Also <i>Husch, husch! </i>Erzählt es allen und #UnfollowPatriachy.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1414" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/03/Twitter-Vorlage.jpg" alt="" width="462" height="231" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/03/Twitter-Vorlage.jpg 440w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/03/Twitter-Vorlage-300x150.jpg 300w" sizes="(max-width: 462px) 100vw, 462px" /></span></p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Zehn unverzichtbare Dinge aus 2019</title>
		<link>https://genderequalitymedia.org/jahresrueckblick/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Dec 2019 12:14:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[#unfollowpatriarchy]]></category>
		<category><![CDATA[Activism]]></category>
		<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Feminizid]]></category>
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		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
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		<category><![CDATA[medienscreening]]></category>
		<category><![CDATA[Patriarchat]]></category>
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					<description><![CDATA[Vielleicht ist es ein guilty pleasure, vielleicht auch nur der Dezemberblues. Aber wir lieben Jahresrückblicke, vor allem wenn so viel los war wie 2019: Der Begriff &#8222;Femizid&#8220; oder eben &#8222;Frauenmord&#8220; findet immer stärker seinen Platz in den Medien, die Tampontax wird 2020 abgeschafft (nein, da können wir nicht nur den Kondomhersteller*innen danken), wir feierten 100 Jahre Frauenwahlrecht und die feministische &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><strong>Vielleicht ist es ein guilty pleasure, vielleicht auch nur der Dezemberblues. Aber wir lieben Jahresrückblicke, vor allem wenn so viel los war wie 2019: Der Begriff &#8222;Femizid&#8220; oder eben &#8222;Frauenmord&#8220; findet immer stärker seinen Platz in den Medien, die Tampontax wird 2020 abgeschafft (nein, da können wir nicht nur den Kondomhersteller*innen danken), wir feierten 100 Jahre Frauenwahlrecht und die feministische Bewegung wird gefühlt immer stärker.</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Auch bei uns war viel los und wir konnten 2019 einige Meilensteine setzen, die wir im kommenden Jahr nur noch mehr festigen wollen. Für euch haben wir unsere 10 wichtigsten Meilensteine herausgesucht, auf die wir auch 2020 nicht verzichten wollen.<!--more--></span></p>
<h3><span style="color: #000000;">1. Kooperationen<br />
</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Zwei unserer Aktionen haben wir nicht alleine gewuppt, </span><span style="color: #993366;"><strong><a style="color: #993366;" href="https://genderequalitymedia.org/wenn-reconquista-internet-und-gender-equality-media-gemeinsame-sache-machen/">gemeinsam mit Reconquista Internet </a></strong></span><span style="color: #000000;">haben wir aufgezeigt, was Medien wirklich mit „Eifersuchtstragödie“, „Familiendrama“, „Sex-Täter“ oder „Sex-Sklavin“ meinen. In der heutigen Zeit, wo Rechtspopulismus und Antifeminismus weltweit wieder stärker werden, brauchen wir mehr Leute denn je, die sich dem Ganzen entgegensetzen! Nicht nur im Feminismus, Menschenrechte insgesamt sind bedroht und wenn wir uns organisieren, haben wir eine größere Schlagkraft.</span></p>
<div id="attachment_1229" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/familiendrama.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1229" class="wp-image-1229 size-large" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/familiendrama-1024x578.jpg" alt="" width="1024" height="578" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/familiendrama-1024x578.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/familiendrama-300x169.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/familiendrama-768x434.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><p id="caption-attachment-1229" class="wp-caption-text"><span style="color: #000000;">Wenn aus einem Mord ein Schauspiel wird!</span></p></div>
<h3><span style="color: #000000;">2. Alternativen schaffen</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Mit<span style="color: #993366;"> <strong><a style="color: #993366;" href="https://genderequalitymedia.org/bildgewaltig-aktion-zum-tag-gegen-gewalt-gegen-frauen/">#KeineMehr haben wir zum</a> </strong><strong><a style="color: #993366;" href="https://genderequalitymedia.org/bildgewaltig-aktion-zum-tag-gegen-gewalt-gegen-frauen/">Tag gegen Gewalt gegen Frauen</a></strong> </span> eine gemeinsame Aktion ins Leben gerufen. Wir sind auf der suche nach Bilder für die mediale Berichterstattung. Denn die Bebilderung von Feminiziden (Frauenmorden) und geschlechtsbasierter Gewalt (z.b. häusliche Gewalt) zeigt in den meisten Medien die Frau in der Opferrolle. Mit den eingeschickten Fotos bauen wir eine alternative Bild-Datenbank auf, auf die Journalist*innen zurückgreifen können, wenn sie Bilder für ihren Bericht suchen.</span></p>
<h3><span style="color: #000000;">3. Offener Brief an dpa</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Schluss mit Familiendrama: Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) feierte 2019 ihr 70-jähriges Jubiläum. Dies haben wir zum Anlass genommen und der Chefredaktion einen <strong><a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/dpa-reagiert-positiv-auf-offenen-brief-zum-jubilaeum/"><span style="color: #993366;">Offenen Brief</span></a> </strong>geschrieben. Zuerst reagierte der Nachrichtenchef Froben Homburger ziemlich positiv, später wurde verkündet, dass die dpa nun völlig auf Begriffe wie &#8222;Familiendrama&#8220; &amp; Co. verzichten wird.</span></p>
<h3><span style="color: #000000;">4. Adbusting Aktion in ganz Berlin</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Künstler*innen haben in ganz Berlin einfach mal unter #UNFOLLOWPATRIARCHY ein paar Plakate ausgetauscht &#8211; ein Schelm, wer böses denkt! <span style="color: #993366;"><a style="color: #993366;" href="https://genderequalitymedia.org/adbusting/"><strong>Mit einfachen Headlines wurde die Scheinheiligkeit der BILD-Zeitung ziemlich einfach enttarnt</strong>.</a> </span>Passender konnte der Zeitpunkt der Aktion gar nicht sein. Genau das Wochenende feierte sich die Presse auf ihrem jährlichen Presseball in Berlin selbst – wir feiern lieber die Künstler*innen und die Adbusting-Aktion! Denn in unseren Augen haben die großen Verlagshäuser gerade in Sachen Geschlechtergerechtigkeit nicht viel zu feiern, das beweisen auch unsere täglichen Medienscreenings.</span></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/genderequalitymedia/videos/159823111567465/">https://www.facebook.com/genderequalitymedia/videos/159823111567465/</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #000000;">5. Wir haben den NETTZ-Preis gewonnen!</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">„Frauen sind am meisten von Hassrede im Netz betroffen. Sexistische print- und online Medien befeuern und legitimieren diese Hetze. Die Folgen sind Diskriminierung, Belästigungen und Gewalt – online und offline.“ Mit diesem Pitch und unserer Arbeit, die wir während des zweitägigen Community-Events von Das NETTZ – der Vernetzungsstelle gegen Hate Speech – in verschiedenen Workshops vorstellen konnten,<span style="color: #993366;"> <strong><a style="color: #993366;" href="https://genderequalitymedia.org/gewonnen-was-wir-mit-dem-preisgeld-vorhaben-und-wie-sexismus-und-hate-speech-zusammenhaengen/">haben wir den ersten Platz des Förderpreises gewonnen</a>.</strong></span></span></p>
<h3><span style="color: #000000;">6. Wir verbreiteten unsere Utopie auf der re:publica</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Wir waren Zeitreise und haben die Besucher*innen mit in unsere Utopie genommen: „Wir befinden uns im Jahr 2044 und blicken zurück auf das Jahr 2019, dem Jahr, in dem Feminist*innen auf der ganzen Welt sich verbündet haben um dem Patriarchat den Kampf anzusagen. Sie traten für einen intersektionalen Feminismus ein, der sich nicht nur gegen Sexismus, sondern auch gegen jede andere Form von Diskriminierung richtete. <a style="color: #000000;" href="https://19.re-publica.com/de/session/unfollowpatriarchy-wir-25-jahren-patriarchat-besiegten"><span style="color: #993366;"><strong>Hier gibt es unseren Vortrag noch einmal zum Nachhören als Podcast</strong>.</span></a></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-1324 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/12/Screenshot9-1024x442.png" alt="" width="1024" height="442" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/12/Screenshot9-1024x442.png 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/12/Screenshot9-300x130.png 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/12/Screenshot9-768x332.png 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/12/Screenshot9.png 1137w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></span></p>
<h3><span style="color: #000000;">7. Share your power</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">2019 waren wir als Expert*innen gefragt: Wir saßen auf Podien, moderierten feministische Veranstaltungen und gaben so viele Interviews wie noch nie. Es tut gut zu bemerken, dass sich unser ehrenamtlicher Aktivismus etabliert. <span style="color: #993366;"><strong><a style="color: #993366;" href="https://genderequalitymedia.org/custom-section/presse/">Hier findet ihr eine Auswahl von Presseberichten über und mit uns</a></strong>.</span></span></p>
<h3><span style="color: #000000;">8. Banden bilden</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Startschuss für unser neues und wahrscheinlich größtes Projekt: Zusammen mit Journalist*innen schaffen wir eine Initiative, um effizient eine diskriminierungsfreie Berichterstattung durchzusetzen. Im Rahmen eines ersten Runden Tisches wollen wir 2020 über mögliche Maßnahmen wie die Erarbeitung eines Code of Conduct, der Schaffung eines Netzwerks sowie Angebote für den journalistischen Nachwuchs nachdenken. #staytuned</span></p>
<h3><span style="color: #000000;">9. Unser Team</span></h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1326 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/12/Screenshot10-294x300.png" alt="" width="294" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/12/Screenshot10-294x300.png 294w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/12/Screenshot10.png 516w" sizes="(max-width: 294px) 100vw, 294px" /></p>
<h3><span style="color: #000000;">10. Support your local feminists</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Wir arbeiten übrigens zu 100 Prozent ehrenamtlich. Wir stecken nicht nur Wut, Herz und Feminismus rein sondern auch Geld. Dafür brauchen wir deine Unterstützung &#8211; nur dann können wir wie bisher weitermacen. Bei <a style="color: #000000;" href="https://www.betterplace.org/de/projects/40156-sexismus-in-den-medien-bekampfen-unfollowpatriarchy"><strong><span style="color: #993366;">betterplace kannst du ganz einfach unseren gemeinnützigen Verein unterstützen</span></strong></a>. Und weil gute Taten belohnt werden und wir brandneues Merchandise haben, verlosen wir unter allen Spender*innen zwei Überraschungspakete.</span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-283" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2017/11/gem.png" alt="GEM e.V. Logo" width="350" height="279" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2017/11/gem.png 350w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2017/11/gem-300x239.png 300w" sizes="(max-width: 350px) 100vw, 350px" /></p>
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		<title>Wenn Reconquista Internet und Gender Equality Media gemeinsame Sache machen &#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Aug 2019 06:33:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[„Eifersuchtstragödie“, „Familiendrama“, „Sex-Täter“ oder „Sex-Sklavin“ &#8211; was sich nach einem schlechten Krimi anhört, sind sexistische Wortschöpfungen der Medien. In der heutigen Zeit, wo Rechtspopulismus und Antifeminismus weltweit wieder stärker werden, brauchen wir mehr Leute denn je, die sich dem Ganzen entgegensetzen! Nicht nur im Feminismus, Menschenrechte insgesamt sind bedroht und wenn wir uns organisieren, haben wir eine größere Schlagkraft. Deswegen &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><strong>„Eifersuchtstragödie“, „Familiendrama“, „Sex-Täter“ oder „Sex-Sklavin“ &#8211; was sich nach einem schlechten Krimi anhört, sind sexistische Wortschöpfungen der Medien. In der heutigen Zeit, wo Rechtspopulismus und Antifeminismus weltweit wieder stärker werden, brauchen wir mehr Leute denn je, die sich dem Ganzen entgegensetzen! Nicht nur im Feminismus, Menschenrechte insgesamt sind bedroht und wenn wir uns organisieren, haben wir eine größere Schlagkraft. Deswegen klären wir diese Woche &#8211; gemeinsam mit <a style="color: #000000;" href="https://www.facebook.com/ReconquistaNetz/">Reconquista Internet</a> &#8211; nun ein für alle mal auf, was Journalist*innen wirklich mit ihren Clickbait-Begriffen sagen wollen.</strong><span id="more-1227"></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><em>“Ein Bühnenstück […] in der eine Handlung durch die beteiligten Personen auf der Bühne dargestellt wird”</em> oder ein <em>“Schauspiel mit tragischem Ausgang”</em>, so definiert der Duden das Wort “Drama”. Wenn Medien von einem “Drama” sprechen, meinen sie eigentlich Femizide, Partnerschaftsgewalt, oder ganz einfach toxische Männlichkeit. Das Wort “Drama” impliziert zum einen die Einmaligkeit der Tat, zum anderen erzeugt es aber auch den Eindruck, es handele sich lediglich um einen traurigen Einzelfall. In Wirklichkeit steckt Misogynie und systematische Gewalt dahinter. 2016 wurden 158 Frauen durch ihren aktuellen oder ehemaligen Partner getötet, 211 überlebten den Mordversuch oder den versuchten Totschlag. Viele Redaktionen sammeln indes ihre “Familien-Dramen” in einer eigenen Rubrik.</span></p>
<div id="attachment_1229" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1229" class="size-large wp-image-1229" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/familiendrama-1024x578.jpg" alt="" width="1024" height="578" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/familiendrama-1024x578.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/familiendrama-300x169.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/familiendrama-768x434.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-1229" class="wp-caption-text"><span style="color: #000000;">Familiendrama: Wenn aus einem Mord ein Schauspiel wird!</span></p></div>
<p><span style="color: #000000;">Es ist nun aber nicht so, dass Redaktionen glauben, ein Mord wäre immer nur ein “Schauspiel mit tragischem Ausgang”. Denn wenn über einen Mord in einer muslimischen Familie berichtet wird, werden sofort ganz andere Worte gefunden. Mit Rekordgeschwindigkeit wird das Wort “Ehrenmord” in die Tastatur gehauen – ein Begriff der alle Taten einschließt, die mit toxischer Männlichkeit tun haben. Gewalt gegen Frauen ist für viele Redaktionen also erst dann ein Problem, wenn eine Religion erkennbar ist. Die Tatsache, dass diese Straftaten immer einem falschen Männlichkeitsbild entspringen und es insgesamt ein systemisches, gesamtgesellschaftliches Problem ist, wird damit total verschleiert. Viel mehr wird rassistisch gehetzt und das im großen Stil.</span></p>
<div id="attachment_1228" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1228" class="size-large wp-image-1228" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/eifersuchtstragödie-1024x578.jpg" alt="" width="1024" height="578" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/eifersuchtstragödie-1024x578.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/eifersuchtstragödie-300x169.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/eifersuchtstragödie-768x434.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-1228" class="wp-caption-text"><span style="color: #000000;">Wenn Mord als &#8222;Eifersucht&#8220; bezeichnet wird&#8230;</span></p></div>
<p><span style="color: #000000;">Wikipedia sagt: <em>&#8222;Eine Tragödie ist eine Form des Dramas und neben der Komödie die bedeutsamste Vertreterin dieser Gattung. Sie lässt sich bis in das antike Griechenland zurückführen. Kennzeichnend für die Tragödie ist der schicksalhafte Konflikt der Hauptfigur.&#8220;</em> Ein schicksalshafter Konflikt ist das also wenn ein Mann eine Frau umbringt. Auch bei dieser Wortschöpfung verharmlosen Medien nicht nur sprachlich einen Mord, es wird wieder einmal zu 100 Prozent die Sicht des Täters eingenommen. Der arme Kerl ist doch eifersüchtig &#8211; was soll er denn ansonsten tun? Frauenmorde werden nicht nur unsichtbar gemacht, sie werden verharmlost und sprachlich entschuldigt.</span></p>
<div id="attachment_1231" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1231" class="size-large wp-image-1231" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/sex-täter-1024x578.jpg" alt="" width="1024" height="578" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/sex-täter-1024x578.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/sex-täter-300x169.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/sex-täter-768x434.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-1231" class="wp-caption-text"><span style="color: #000000;">Wenn aus einer Vergewaltigung Sex wird!</span></p></div>
<p><span style="color: #000000;">Selbst bei Straftaten, wie Vergewaltigung und Missbrauch gilt “Sexismus sells”. Dabei denken sich Redaktionen sich immer wieder Wortschöpfungen wie “Sex-Attacke”, “Sex-Mord” oder “Sex-Gangster” aus, sie sollen Spannung erzeugen und ziemlich sicher auch die Klickzahlen erhöhen. Nun wissen wir aber, dass eine Vergewaltigung bestimmt kein Sex ist. Hier wird ganz klar ein Gewaltverbrechen verharmlost: Sexualisierte Gewalt ist kein Krimi!</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-1230 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/sex-sklavin-1024x578.jpg" alt="" width="1024" height="578" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/sex-sklavin-1024x578.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/sex-sklavin-300x169.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/sex-sklavin-768x434.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span class="css-901oao css-16my406 r-1qd0xha r-ad9z0x r-bcqeeo r-qvutc0">Als Nadia </span><span class="r-18u37iz">Murad</span><span class="css-901oao css-16my406 r-1qd0xha r-ad9z0x r-bcqeeo r-qvutc0"> den Friedensnobelpreis erhielt, titelten führende Medien &#8222;Sex-Sklavin&#8220; &#8211; d</span><span class="css-901oao css-16my406 r-1qd0xha r-ad9z0x r-bcqeeo r-qvutc0">iese Frau wurde verschleppt, vergewaltigt und misshandelt. Das hat nichts mit Sex zu tun. &#8222;Sex-Sklavin&#8220; ist kein ä</span>däquater Begriff für Frauen, die wie Ware verschachert, vergewaltigt und gefoltert werden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Warum das Ganze?<br />
</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wir fordern, dass Gewalt gegen Frauen* nicht weiter von den Medien verharmlost wird. Wir fordern, dass Gewalt gegen Frauen* nicht weiterhin als eine Anreihung von Einzelfällen dargestellt wird. Wir fordern, dass Gewalt gegen Frauen* immer im Kontext von strukturellem Sexismus genannt wird. Wir fordern, dass Gewalt, die sich gegen Frauen* richtet, entsprechend kriminalstatistisch erfasst wird, und dass Bagatellisierungen ein Ende nehmen. Wir fordern, kritische Berichterstattung, statt Täter*innenperspektive.  Mehr Informationen findet ihr in unserem <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/custom-section/forderungen/">Forderungspaket.</a></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Weil Rassismus und Sexismus zusammengehören<br />
</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Die Aktion ist eine Kooperation mit den Aktivist*innen von Reconquista Internet, die sich für mehr Vernunft im digitalen Diskurs einsetzen und #Wortgewalt auch schon ganz anders besetzt haben: &#8222;Die Idee zur Aktion #Wortgewalt entstand zu Anfang des Jahres im Kontext rechter sprachlicher Einflussnahme. Uns war aufgefallen, dass sowohl Nutzer als auch Medien immer mehr tendenziöse Begriffe aus dem rechten Spektrum unreflektiert in den allgemeinen Sprachgebrauch aufgenommen hatten, und so dazu beitrugen, bestimmte Themen einzufärben. Das ging so weit, dass ehemalige NS-Begriffe öfter auftauchten. Wir haben diese Wörter dann aufgegriffen und aufgezeigt, was daran problematisch ist, z. B. &#8222;Systemparteien&#8220; oder &#8222;Asyltourismus&#8220;. In Kooperation mit Gender Equality Media fiel uns auf, dass das selbe Problem auf die mediale Berichterstattung zu Verbrechen an Frauen zutrifft. Auch hier werden Bezeichnungen verwendet, die einen Sachverhalt unangemessen stark sprachlich beeinflussen, und so eine gesellschaftliche Auswirkung haben. Deshalb weisen wir diesmal mit #Wortgewalt auf diese Themen hin. Es hat Einfluss, wie wir Sprache verwenden, und es lohnt sich, sich näher damit zu beschäftigen.&#8220; &#8211; so Lea von Reconquista Internet. Folgt ihnen bei  <a style="color: #000000;" href="https://twitter.com/reconquistanetz" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-saferedirecturl="https://www.google.com/url?q=https://twitter.com/reconquistanetz&amp;source=gmail&amp;ust=1567104878072000&amp;usg=AFQjCNEDBOP3fYnEB5v2NmdXjJZ8rt0nug">Twitter</a> und <a style="color: #000000;" href="https://www.facebook.com/ReconquistaNetz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-saferedirecturl="https://www.google.com/url?q=https://www.facebook.com/ReconquistaNetz/&amp;source=gmail&amp;ust=1567104878072000&amp;usg=AFQjCNEJmemgkNx_WwKD8lWEo_eN70N3Lg">Facebook</a> oder werft mal einen Blick auf <a style="color: #000000;" href="https://hassmelden.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-saferedirecturl="https://www.google.com/url?q=https://hassmelden.de/&amp;source=gmail&amp;ust=1567104878072000&amp;usg=AFQjCNEtWvXql65qHzefNt9fQuHHSMV4wQ">www.hassmelden.de</a>.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Seid gespannt, diese Woche werden wir noch weitere Clickbait-Begriffe veröffentlichen &#8211; #UnfollowPatriarchy!</span></p>
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		<title>dpa reagiert positiv auf Offenen Brief zum Jubiläum</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Aug 2019 10:44:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Schluss mit Familiendrama: Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) feiert diese Woche ihr 70-jähriges Jubiläum. Dies haben wir zum Anlass genommen und der Chefredaktion einen Offenen Brief geschrieben. Nun hat der Nachrichtenchef Froben Homburger ziemlich positiv reagiert. In Zeiten kursierender Falschinformationen, viral gehender Hass-Postings und erstarkender populistische Kräfte wird der Einfluss von Medien sichtbarer denn je. Sprache hat die Macht Emotionen und &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #333333;"><strong>Schluss mit Familiendrama: Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) feiert diese Woche ihr 70-jähriges Jubiläum. Dies haben wir zum Anlass genommen und der Chefredaktion einen <a style="color: #333333;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/GEM-Offener-Brief-zum-70-jährigen-dpa-Jubiläum.pdf"><span style="color: #0000ff;">Offenen Brief</span></a> geschrieben. Nun hat der Nachrichtenchef Froben Homburger ziemlich positiv reagiert.</strong></span></p>
<p><span style="color: #333333;">In Zeiten kursierender Falschinformationen, viral gehender Hass-Postings und erstarkender populistische Kräfte wird der Einfluss von Medien sichtbarer denn je. Sprache hat die Macht Emotionen und Werte zu vermitteln. Sie kann Menschen unterbewusst bestimmte Wertvorstellungen und Weltanschauungen kommunizieren, sowohl positive als auch negative. Bei unseren täglichen Medienscreenings fällt immer wieder auf, dass alle möglichen Medien regelmäßig Gewalt gegen Frauen in ihrer Berichterstattung verharmlosen – ob systematisch oder unbewusst sei dahingestellt.</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><strong>Sprache ist Macht</strong></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Die dpa ist Deutschlands größte Nachrichtenagentur, und oftmals die erste wichtige Informationsquelle für Redaktionen, ihre Meldungen werden oft hundertfach im Wortlaut adaptiert und so tausendfach verbreitet. Nachrichtenagenturen wie die dpa, tragen große Verantwortung, da sie bestimmen, wie und welche Themen verarbeitet werden. So ist es lobend herauszustellen, dass die dpa schon in vielen Fällen genau auf die Wortwahl achtet &#8211; wie Froben Homburger, der dpa-Nachrichtenchef gegenüber Gender Equality Media bekräftigte: “Sie weisen völlig zu Recht darauf hin, dass Sprache beileibe nichts Harmloses ist, sondern im Gegenteil eine enorme Macht besitzt. Und natürlich wissen wir um die besondere Verantwortung der Deutschen Presse-Agentur gerade auch in dieser Hinsicht.”</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><strong>Wenn Frauen systematisch getötet werden ist das ein Femizid &#8211; kein &#8222;Familiendrama&#8220;</strong></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Dennoch wird gerade sexistische Berichterstattung noch zu wenig als solche wahrgenommen. Jeden dritten Tag wird in Deutschland eine Frau* durch ihren Partner ermordet. Bei Tätern mit muslimischen Hintergrund ist dann oft von “Ehrenmord” die Rede, während bei “deutschen” Tätern die bagatellisierenden Begriffe “Familiendrama” oder “Eifersuchtsdrama” verwendet werden. Gewalt von Männern* ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Würden Medien Begriffe wie “Femizid” oder Frauenmord publizieren, wäre sichtbar, dass es sich um ein strukturelles Problem handelt und nicht um traurige Einzelfälle. Es ist eine Frage der Sprache.</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><strong>Unser Offener Brief stößt auf offene Ohren bei der dpa</strong></span></p>
<p><span style="color: #333333;">In einem Offenen Brief forderte Gender Equality Medie die dpa auf, die Vorreiterinrolle zu übernehmen und auf Begriffe wie “Familiendrama” gänzlich zu verzichten. Sie könnte daher alternativ Begriffe wie “Femizid” oder eben “Frauenmord” in die journalistische Berichterstattung einführen. Die dpa reagierte durchgehend positiv: “Den verharmlosenden „Sextäter“ wollen wir eigentlich auch schon seit längerem nicht mehr verwenden, manchmal rutscht diese Formulierung aber noch durch. Hier werden wir Ihr Schreiben gerne zum Anlass nehmen, die Kolleginnen und Kollegen daran zu erinnern.”, versprach Homburger. Die dpa gab an, bei den Begriffen Familien- bzw. Beziehungsdrama oder –tragödie“ noch in internen Diskussionen zu stecken. Hier wurde unser Angebot, die Ergebnisse unserer Medienscreenings weiterzuleiten, dankend angenommen.<br />
</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><a style="color: #333333;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/GEM-Offener-Brief-zum-70-jährigen-dpa-Jubiläum.pdf"><span style="color: #0000ff;"><strong>+++ Den Offenen Brief inkl. Auflistung der problematischen Begriffe zum Download +++</strong></span></a></span></p>
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		<title>Gewonnen! Was wir mit dem Preisgeld vorhaben und wie Sexismus und Hate Speech zusammenhängen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jul 2019 13:50:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[#unfollowpatriarchy]]></category>
		<category><![CDATA[Activism]]></category>
		<category><![CDATA[feminism]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; „Frauen* sind mit am meisten von Hassrede im Netz betroffen. Sexistische print- und online Medien befeuern und legitimieren diese Hetze. Die Folgen sind Diskriminierung, Belästigungen und Gewalt – online und offline.“ Mit diesem Pitch und unserer Arbeit, die wir während des zweitägigen Community-Events von Das NETTZ – der Vernetzungsstelle gegen Hate Speech – in verschiedenen Workshops vorstellen konnten, haben &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1175" style="width: 1034px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1175" class="wp-image-1175 size-large" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/07/62394488_1833518986749062_709353929569206272_o-1024x683.jpg" alt="" width="1024" height="683" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/07/62394488_1833518986749062_709353929569206272_o-1024x683.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/07/62394488_1833518986749062_709353929569206272_o-300x200.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/07/62394488_1833518986749062_709353929569206272_o-768x512.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/07/62394488_1833518986749062_709353929569206272_o.jpg 1440w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-1175" class="wp-caption-text">Andi Weiland / Das NETTZ</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>„Frauen* sind mit am meisten von Hassrede im Netz betroffen. Sexistische print- und online Medien befeuern und legitimieren diese Hetze. Die Folgen sind Diskriminierung, Belästigungen und Gewalt – online und offline.“ Mit diesem Pitch und unserer Arbeit, die wir während des <a href="https://www.das-nettz.de/ce19-community-event-2019-so-gross-und-vielfaeltig-wie-nie-zuvor">zweitägigen Community-Events</a> von Das NETTZ – der Vernetzungsstelle gegen Hate Speech – in verschiedenen Workshops vorstellen konnten, haben wir den ersten Platz des Förderpreises gewonnen.<span id="more-1174"></span></strong></p>
<p>#UnfollowPatriarchy war eines von 10 Projekten, die sich in der finalen Runde in Berlin um den Förderpreis 2019 bewarben. Der Förderpreis wird seit 2017 jährlich auf der NETTZ-Community-Veranstaltung verliehen, um Initiativen zu unterstützen, die Hassrede entgegenwirken. Denn, so schreibt Das <a href="https://www.das-nettz.de/">NETTZ auf seiner Seite,</a> „Hate Speech im Netz ist zu einem gesellschaftlich breiten und dringlichen Thema avanciert“.</p>
<div id="attachment_1176" style="width: 1034px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1176" class="wp-image-1176 size-large" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/07/FINAL-NETTZ-Förderpreis-Plakat-1024x723.jpg" alt="" width="1024" height="723" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/07/FINAL-NETTZ-Förderpreis-Plakat-1024x723.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/07/FINAL-NETTZ-Förderpreis-Plakat-300x212.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/07/FINAL-NETTZ-Förderpreis-Plakat-768x542.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-1176" class="wp-caption-text">NETTZ Förderpreis Plakat / Gender Equality Media e.V.</p></div>
<p>Mit #UnfollowPatriarchy decken wir medialen Sexismus auf, konfrontieren die verantwortlichen Journalist*innen persönlich und fordern Verbesserungen, vor allem auf Twitter <a href="https://twitter.com/gem_ev_">(@gem_ev_</a>). Als Grundlage screenen wir dazu täglich die größten Medien Deutschlands. Um diese Arbeit aber noch effizienter zu machen, wollen wir nun ein neues Tool ausprobieren. Darum wird das Förderpreisgeld die Programmierung eines Webcrawlers fließen, der uns dabei hilft, systematisch Belege für medialen Sexismus zu sammeln.</p>
<p><b>Der Zusammenhang von medialem Sexismus und online Hate Speech</b></p>
<p>Private Medien sowie die öffentlich-rechtliche Presse genießen auch im digitalen Zeitalter, trotz einem reichen Nebenangebot, ein vorherrschendes Informationsmonopol. Über ihre Repräsentation in sozialen Netzwerken sowie Kommentarfunktionen bieten sie Menschen ein Forum für den Austausch von Ideen und Informationen und tragen zur öffentlichen Debatte sowie Meinungsbildung bei. Somit stärken sie auch Demokratie und Vielfalt. Das klingt alles schön und gut. Aber viele Medien kommen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nicht nach, da sie regelmäßig Frauen* und marginalisierte Gruppen unterrepräsentieren, objektivizieren und diskriminieren. Sexistische und rassistische Berichterstattung hält somit das Patriarchat aufrecht; sie unterstützen die gesellschaftliche Unterordnung und Diskriminierung von  Frauen* offline und online.</p>
<p><strong>Wer bekommt Hate Speech ab?</strong></p>
<p>Dass sich die gesellschaftlichen Strukturen unserer offline-Realitäten viel zu oft auch in unseren digitalen Welten widerspiegeln, ist spätestens seit letztem Herbst eine traurige Gewissheit. Damals veröffentlichte Amnesty International als erste Internationale Menschenrechtsorganisation eine Studie zu online Hate Speech gegen Frauen*. Laut dieser Studie werden fast <a href="https://www.amnesty.de/informieren/artikel/toxictwitter-hass-gegen-frauen-im-netz">1/4 der Online-User*innen mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von Hate Speech</a>. Jede* zehnte ist dabei unter fünfzehn Jahre alt. Frauen*, welche sich im digitalen Raum besonders laut gegen die patriarchalen Strukturen wehren, sind dabei überdurchschnittlich oft betroffen. Hassredner*innen zielen darauf ab diese Frauen* sowie Mitlesende zum schweigen zu bringen, einzuschüchtern, zu beschämen und zu demütigen. Der Grund dafür? Die Angreifer sehen sie als Gefahr für die Aufrechterhaltung des Patriarchats, also jenem System, von welchem sie als Männer selbst bevorteilt werden. Leider sind diese respektlosen und teilweise rechtswidrigen Hasspraktiken häufig erfolgreich. Nicht selten ziehen sich die betroffen Frauen* temporär oder sogar permanent aus dem Internet zurück. Generell denken Frauen* deswegen <a href="https://www.amnesty.org/en/latest/research/2018/03/online-violence-against-women-chapter-5/#topanchor">immer häufiger darüber nach, was sie im Netz veröffentlichen und schränken so maßgeblich ihre digitalen Präsenz ein</a>. Sollte dieser Trend anhalten, würde das in Zukunft auch zu einem demokratischen Defizit führen. Doch es regt sich Widerstand dagegen, vor allem digital. Das <a href="https://no-hate-speech.de/">No Hate Speech Movement</a> oder der <a href="https://hassmelden.de/?fbclid=IwAR33LTMtsvDsM6dHuQPGpQuQUpQEC027MFUlTap4ZIDCovh4WrttIROq3w8">Hassreport von Reconquista Internet</a> stehen dabei neben #UnfollowPatriarchy an vorderster Front.</p>
<p><strong>Kulturwandel muss her!</strong></p>
<p>Unser Beitrag zu einer digitalen Kultur, in der sich alle frei und respektvoll ausdrücken können, ist Medienbeobachtung &#8211; und aktive Kritik. Die großen Medien, die wir wöchentlich screenen und deren sexistische Berichterstattung dokumentieren, haben insgesamt mehr als 11,5 Millionen Follower*innen auf Twitter. Im digitalen Zeitalter bedeutet das vor allem eins: Einfluss. Und damit auch Verantwortung. Medien müssen mit sexistischen Journalismus aufhören und stattdessen einen Platz für Geschichten über Online-Hass bieten, um nicht nur unser Bewusstsein für dieses Phänomen zu schärfen, sondern auch für die Vielfalt unserer Gesellschaft einzutreten.</p>
<p>In Zeiten, in denen rechte populistische Parteien an Aufwind gewinnen und die Rechte der Frauen durch Kirche und Staat immer weiter zurückgedrängt werden, sind sexistische und rassistische Berichterstattung gefährlicher denn je. In einer hoch technologisierten Zeit propagieren und legitimieren Medien so das Patriarchat in ungeahntem Ausmaß. Unsere Kampagne stellt sich dem aktiv entgegen. Follow us. #UnfollowPatriarchy.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Anne Jacob + Elizabeth Avila González </em></p>
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