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	<title>Britta Häfemeier &#8211; Gender Equality Media e.V.</title>
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	<description>Gegen medialen Sexismus</description>
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		<title>GREIFT IHR EINE VON UNS AN, ANTWORTEN WIR ALLE!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Jun 2023 10:01:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Statement von Gender Equality Media e.V. zur angegriffenen Petition, die die Absage aller Rammstein-Konzerte in Berlin fordert und am Freitag offline gehen musste. Eine von uns hat ganz prominent Konsequenzen für Rammstein gefordert, indem sie kurz nach Veröffentlichung der Vorwürfe eine Petition startete, in der sie die Absage, der in Berlin geplanten Konzerte forderte. Und eben nicht nur die Aftershow-Parties &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><em>Statement von Gender Equality Media e.V. zur <a style="color: #000000;" href="https://weact.campact.de/petitions/keine-buhne-fur-rammstein">angegriffenen Petition</a>, die die Absage aller Rammstein-Konzerte in Berlin fordert und am Freitag offline gehen musste.</em></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Eine von uns hat ganz prominent Konsequenzen für Rammstein gefordert, indem sie kurz nach Veröffentlichung der Vorwürfe eine Petition startete, in der sie die Absage, der in Berlin geplanten Konzerte forderte. Und eben nicht nur die Aftershow-Parties zu canceln, wie es zuletzt in den Medien hieß. Bis Freitag hatten insgesamt mehr als 62.000 Menschen die Petition unterzeichnet. <a style="color: #000000;" href="https://weact.campact.de/petitions/keine-buhne-fur-rammstein">Aber eben nur bis Freitag, weil sie an dem Tag zum Ziel eines Cyberangriffs und von Bots überflutet wurde und daraufhin offline gehen musste.</a></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #000000;"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-1658 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/FireShot-Capture-147-Keine-Bühne-für-Rammstein-WeAct-weact.campact.de_-300x204.png" alt="" width="300" height="204" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/FireShot-Capture-147-Keine-Bühne-für-Rammstein-WeAct-weact.campact.de_-300x204.png 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/FireShot-Capture-147-Keine-Bühne-für-Rammstein-WeAct-weact.campact.de_.png 740w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></span></p>
<p><span style="color: #000000;">In den letzten Wochen kamen wir kaum um das Thema herum: Rammstein, ganz speziell die Missbrauchsvorwürfe gegenüber dem Frontsänger Till Lindemann. Wir alle von Gender Equality Media e.V. haben die Geschichten der mutigen Frauen, die ihren Mund aufgemacht haben, um auf systematischen Machtmissbrauch in der Musikindustrie aufmerksam zu machen, sehr berührt und machte uns wieder einmal deutlich: Gewalt gegen Frauen ist kein Einzelfall, sondern hat System. Überall und jederzeit.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Wir von Gender Equality Media e.V. werten diesen Vorgang als schwerwiegende Verletzung von Meinungsfreiheit und politischer Teilhabe, welche im Patriarchat System gegen FLINTAs hat. </strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Petitionen sind politische Werkzeuge, um zivilgesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, Aufmerksamkeit zu generieren und bringen so immer wieder wichtige Themen auf die politischen Agendas, die eine sofortige Intervention von politischen Amtsträger*innen erfordern oder die sonst schlichtweg im Schatten bleiben würden, wenn sie von Betroffenen nicht laut angesprochen werden. Dass heute jede von uns mit Anschluss zum Internet eine Petition starten kann, werten wir als große Chance, um Mitbestimmung von Menschen zu ermöglichen, die in der Politik nicht vertreten sind. Seien es FLINTAs, Queers, migrantisierte und/oder rassifizierte Menschen, Menschen mit Behinderung oder Menschen aus der Arbeiter*innenklasse, also alle die vorher kaum Zugang zur politischen Teilhabe hatten. Bis vor der Digitalisierung, waren die Hürden dazu entweder viel zu hoch oder es kostete sie zu viel, sie zu überwinden. </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Der von Unbekannten ausgeübte Bot-Angriff auf die Petition <i>Keine Bühne für Rammstein </i>mag ein Einzelfall sein, aber er reiht sich neben viele ähnliche Angriffe auf FLINTA-Aktivist*innen, die mutig genug waren, ihren Mund aufzumachen und Betroffenen von geschlechtsspezifischer Gewalt solidarisch Schulter an Schulter stehen. Er hat das Ziel, uns und unsere gemeinsamen Erfahrungen unsichtbar zu machen und das patriarchale System zu stützen, dass FLINTAs systematisch hasst. Seine Motivation ist ein misogynes Weltbild, in der es darum geht uns klein zu halten.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Wir von GEM e.V. wollen aber weder unsichtbar, noch leise sein. DENN WIR SIND WÜTEND!</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Deswegen rufen wir Euch Alle dazu auf, an den geplanten Demonstrationen von <a style="color: #000000;" href="https://www.instagram.com/keinrammstein_berlin/?hl=de">@keinrammstein_berlin</a>, <a style="color: #000000;" href="https://www.instagram.com/keinebuehne/?hl=de">@keinebühne</a> und <a style="color: #000000;" href="https://www.instagram.com/keineshowfuertaeter_berlin/?hl=de">@keineshowfürtäter</a> teilzunehmen. Lasst uns unsere Wut und unsere Betroffenheit solidarisch zum Ausdruck bringen und protestieren wir gegen jede Form von geschlechtsspezifischer Gewalt. GREIFT IHR EINE VON UNS AN, ANTWORTEN WIR ALLE!</strong></span></p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-1663 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/2-300x300.png" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/2-300x300.png 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/2-1024x1024.png 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/2-150x150.png 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/2-768x768.png 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/2.png 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Offener Brief: Der Kopf von Reichelt reicht uns nicht!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Oct 2021 11:25:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Sexistische Berichterstattung, Machtmissbrauch und Diskriminierungen in Redaktionen sind keine Einzelfälle. Die Recherchen deutscher Investigativ-Journalist*innen sowie die jüngsten Berichte der „New York Times“ brachten den „Bild“-Chef und Ober-Macker Julian Reichelt zu Fall. Doch das Problem hört hier nicht auf: Männer schützen Männer &#8211; immer wieder! Das alles ist viel größer, dahinter steckt ein System. Sexismus in den Redaktionen und Berichterstattung fängt &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Sexistische Berichterstattung, Machtmissbrauch und Diskriminierungen in Redaktionen sind keine Einzelfälle. Die <a style="color: #000000;" href="https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bild-chef-julian-reichelt-warum-er-gehen-musste-a-3a205fa3-9967-4803-8a32-c47e8a0ad227"><span style="color: #ff00ff;">Recherchen deutscher Investigativ-Journalist*innen</span></a> sowie die jüngsten <a style="color: #000000;" href="https://www.nytimes.com/2021/10/17/business/media/axel-springer-bild-julian-reichelt.html"><span style="color: #ff00ff;">Berichte der „New York Times“</span></a> brachten den „Bild“-Chef und Ober-Macker Julian Reichelt zu Fall. Doch das Problem hört hier nicht auf: Männer schützen Männer &#8211; immer wieder! Das alles ist viel größer, dahinter steckt ein System. Sexismus in den Redaktionen und Berichterstattung fängt bei Lokalzeitungen an und hört bei der BILD auf. Das muss sich ändern!<span id="more-1585"></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Gender Equality Media veröffentlicht <span style="color: #ff00ff;"><a style="color: #ff00ff;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_.pdf" target="_blank" rel="noopener">Offenen Brief</a> </span>an deutsche Redaktionen und Verlage</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">In Redaktionsrichtlinien, Leitbildern oder Visionen sprechen sich fast alle deutschen Redaktionen für die Förderung von Diversität und den Abbau von Diskriminierung und Sexismus aus. Durch unsere jahrelange Arbeit, unsere wöchentlichen Medienscreenings und in direkten Gesprächen mit Journalist*innen und Medienschaffenden sowie auf Grundlage unserer <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Ergebnisse-Umfrrage-Bericherstattung-Gewalt-gegen-Frauen-1.pdf" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #ff00ff;">nicht-repräsentativen Umfrage</span></a> sind wir jedoch zu folgenden Beobachtungen gelangt:</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>1. Strukturell-patriarchale Probleme werden nicht benannt und eingeordnet.<br />
2. Die Zusammensetzung der Führungsebene und Redaktionen bildet nicht unsere Gesellschaft in all ihren Facetten ab.<br />
3. Freiheit und Neutralität kann im Hinblick von wirtschaftlichen Interessen nicht sichergestellt werden.</strong></span></p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-1611 alignleft" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p><span style="color: #000000;">Faktenbasierter, qualitativer und freier Journalismus sind höchste Güter unserer demokratischen Gesellschaft. Der Einfluss von Medien und die damit einhergehende Verantwortung ist stärker denn je. ​Aber genau diese Verantwortung müssen Medien, Redaktionen und Journalist*innen auch wahrnehmen. In einem <span style="color: #ff00ff;"><a style="color: #ff00ff;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_-1.pdf" target="_blank" rel="noopener">Offenen </a><a style="color: #ff00ff;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_-2.pdf" target="_blank" rel="noopener">Brief</a></span> fordern wir deutsche Redaktionen auf, Stellung zu beziehen, im Sinne der Istanbul-Konvention zu handeln und systematische Diskriminierung jeglicher Art (durch transparente, nachverfolgbare Maßnahmen) abzubauen. Medien sind Teil und Lösung des Problems: Sie tragen einen Großteil zur Meinungsbildung bei und haben somit auch Verantwortung. Sie tragen einen Großteil zur Meinungsbildung bei und müssen entsprechend verantwortungsbewusst berichten. Dazu gehört auch, systemische Gewalt gegen Frauen in der Berichterstattung entsprechend einzuordnen. Nur wenn sie das tun und die Gewalt nicht verharmlosen, sondern als das benennen, was sie ist, können sie Verbündete sein. Hier: <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_-2.pdf" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #ff00ff;">Der Offene Brief zum Download.</span> </a></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Krasse Umfrageergebnisse bestätigen unsere Arbeit</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">In einer <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Ergebnisse-Umfrrage-Bericherstattung-Gewalt-gegen-Frauen-1.pdf"><span style="color: #ff00ff;">nicht-repäsentativen Umfrage</span></a> haben wir Medienkonsument*innen zur deutschen Berichterstattung zum Thema Gewalt gegen Frauen befragt. Die Ergebnisse sind sehr eindeutig: 0 Prozent der Befragten finden die Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen in Deutschland aussreichend. Auch die generelle Thematisierung und Einordnung von Gewalt gegen Frauen bemängeln rund 83 Prozent (61% eher Nein / 22% Nein) der Konsument*innen. Bei der Frage &#8222;Welche Themen im Bereich des intersektionalen Feminismus zu selten in den deutschen Medien thematisiert werden&#8220;, waren sich die Befragten auch einig. Nur um einige zu nennen: Femizide/Feminizide, Verknüpfung von Sexismus und Rassismus, Ableismus, Kapitalismuskritik, LGBTQ*-Feindlichkeit.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Die Berichterstattung von Gewalt gegen Frauen muss von allen Medien priorisiert und eingeordnet werden. Wenn Frauen umgebracht werden und/ oder Gewalt erfahren ist das kein Einzelfall oder ein Versehen, dahinter steckt ein patriarchales System. In unserem </strong></span><span style="color: #ff00ff;"><strong><a style="color: #ff00ff;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_.pdf">Offenen Brief</a></strong></span><span style="color: #000000;"><strong> fordern wir daher alle Redaktionen auf: Stellt den Kampf gegen Gewalt an Frauen an höchste Stelle.</strong></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1614 size-large" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie-1024x1024.jpg" alt="" width="1024" height="1024" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie.jpg 1080w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
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		<title>92 percent of the articles counted trivialize violence against women</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Nov 2020 12:42:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[englisch]]></category>
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					<description><![CDATA[The map can be enlarged at the top right (click on the box) On the International Day for the Elimination of Violence against Women, it is all the more important to take a look at the reporting on violence against women* in the German media in recent months. For the period from September 1 to October 31, we were able &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><iframe loading="lazy" src="https://www.google.com/maps/d/u/0/embed?mid=1ZZCw8If8QAHj0uNFLT6OztZMUjx169hO" width="640" height="480" data-mce-fragment="1"></iframe></p>
<p><i>The map can be enlarged at the top right (click on the box)</i></p>
<p>On the International Day for the Elimination of Violence against Women, it is all the more important to take a look at the reporting on violence against women* in the German media in recent months. For the period from September 1 to October 31, we were able to count a total of 115 articles as part of our media screening, with 97% of media coverage using terms that trivialize violence. This means that autumn only differs from summer in terms of the absolute number of articles counted (cf. 142 articles counted), but not in terms of the percentage distribution of reporting that trivializes violence. Just as in the summer months, the most frequently used terms trivializing violence in September and October were blood crime with 33 articles (29%), family drama with 23 articles (20%) and relationship crime with 18 articles (16%). With a total of 18 cases in the last 2 months, we also recorded a high frequency of use of marital dispute compared to the rest of the year &#8211; in September alone, the word was used in 19% of reports on violence against women. In these cases, the headline often reads <a href="https://www.mz-web.de/sachsen-anhalt/ehestreit-eskaliert-mann-verletzt-seine-frau-mit-einem-messer-37353244">Ehestreit eskaliert – Mann verletzt seine Frau mit Messer</a> or <a href="https://rp-online.de/nrw/staedte/wesel/wesel-sek-einsatz-beendet-ehestreit-hinweise-auf-waffenbesitz_aid-54227007">SEK beendet Ehestreit</a>. The absurdity of using, for example, marital dispute against the backdrop of life-threatening and deadly violence by men against women* once again emphasizes the need for an International Day for the Elimination of Violence against Women. The media still far too rarely classify these acts of violence correctly and describe them for what they are: Murders of women or femicides. The numbers speak for themselves: only three articles used femicide / feminicide in September or October. For this reason, we continue to count and are all the louder today, November 25th, because violence against women* is a systemic problem for society as a whole that cannot continue to be ignored.</p>
<p><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/8.-märz-plakate.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1522" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/8.-märz-plakate-300x212.png" alt="" width="800" height="566" /></a></p>
<p><strong>Update, 1. Oktober 2020:</strong> We have now added the media screening results from July and August to our map of Germany on violence against women. Unfortunately, the results of these two months are unsurprising: out of 146 articles screened on violence against women in Germany, 142 cases (97%) used terms that trivialized violence, such as blood crime (52), relationship crime (27) or family drama (20). One case in particular stuck in our minds: On July 22, 2020, the artist Rebeccah Blum was murdered in Berlin by her partner Saul Fletcher, a well-known photographer. Almost all the media coverage preferred to focus on her professional and artistic achievements, while neither Rebeccah Blum&#8217;s name nor personal details were mentioned. Even worse, much of the media coverage focused on the even better known, not very close friend of the alleged murderer, Brad Pitt. Apparently we live in a world where the insignificant role of Brad Pitt in the life of an alleged murderer takes up more space than the woman who was murdered. Fittingly, only 3% of the articles screened between July and August drew direct attention to the structural extent of violence against women in this country by using the terms &#8222;femicide&#8220; or &#8222;murder of women&#8220;.</p>
<p><em><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1517 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></em></p>
<p><strong>Wrap-up: Six months of media screening, a map of Germany and trivializing reporting</strong></p>
<p>The media regularly trivialize (sexualized) violence against women &#8211; every day! Last year, we already investigated reporting on violence against women.However, our algorithm, which we used between October and November 2019 to count the terms and frequency with which the media trivialize (sexualized) violence against women, only included 20 media outlets. We have now changed this: For an even more comprehensive view of the German media landscape, our screening has included all media that can be tracked via Google News since 2020.</p>
<p><strong>The pressure on the media is growing</strong></p>
<p>Our keyword search focuses primarily on reporting on structural violence against women. As in the first six months of this year, our screening will not pause in the second half of the year. In this way, we guarantee the most comprehensive picture possible of developments and trends in the media landscape when it comes to reporting on violence against women. To this end, we are drawing a map of Germany based on the collected articles, which not only allows us to interactively trace the reporting, but also shows the extent to which women in Germany are victims of violence. However, it is crucial for us that we only focus on articles that relate to acts of violence in Germany in 2020. We will continue to update the interactive map of Germany on a monthly basis so that we can take stock at the end of the year.</p>
<p><strong>92% of the articles counted trivialize violence against women in their language</strong></p>
<p>From January 1 to June 30, 2020, we counted a total of 301 articles on acts of violence against women. All of the acts reported were committed in Germany in 2020 only. As in 2019, the disparity between articles that use terms such as &#8222;femicide&#8220;, &#8222;femicide&#8220; or &#8222;murder of women&#8220; to explicitly refer to the structural extent of violence against women is immense compared to articles that use terms that trivialize violence. In detail, this means that &#8222;femicide&#8220;, &#8222;femicide&#8220; or &#8222;murder of women&#8220; were only used in 24 cases (8%) compared to 277 articles (92%) with terms that trivialize (sexualized) violence.</p>
<p>As the first half of the year was dominated by the COVID-19-related lockdown in all aspects of our lives, this naturally also had an impact on media coverage: reporting on violence against women fell dramatically. In the months of February, March and April, we only counted between 32 (February) and 36 (April) articles reporting on acts of violence against women. Furthermore, reporting between February and April was particularly characterized by concerns that domestic violence against women would increase as a result of the lockdown. We also noticed an increasing number of articles that took a critical look at the use of problematic terms in reporting on violence against women and denounced the associated concealment of this structural problem. Despite a slight increase in the use of &#8222;femicide&#8220; and &#8222;feminicide&#8220; (April 6x, May 8x and June 3x), we noticed that the number of articles trivializing violence increased more drastically with the end of the lockdown.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-1495" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>The terms used to trivialize (sexualized) violence against women are still particularly popular: &#8222;relationship crime&#8220;, &#8222;family drama&#8220;, &#8222;blood crime&#8220; and the so-called &#8222;sex offender&#8220;. These terms not only relegate partner violence to the private sphere (relationship) but also trivialize it as a single act (drama). In addition, the media are particularly good at speculating about the motive for the crime, which usually boils down to jealousy. Jealousy is also firmly anchored as a motive in the judiciary and the police. This not only systematically adopts the perpetrator&#8217;s perspective and focuses on male possessiveness, but also makes femicides and the structural extent behind them invisible.</p>
<p><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1482 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Surprisingly, this time the Bild newspaper was not the leader among the media that most frequently trivialize (sexualized) violence. With 27 hits, this was the regional news portal Tag24, closely followed by Bild, Express and Karlsruhe Insider. This clearly shows that regional media in particular make use of terms that trivialize violence.</p>
<p><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1483 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>We were able to count a total of 16 articles that explicitly refer to the structural extent of violence against women with &#8222;femicide&#8220; and 9 articles that use the term &#8222;femicide&#8220; or &#8222;murder of women&#8220;. Among the pioneers in reporting, anf deutsch, Potsdamer Neuste Nachrichten, Frankfurter Neue Presse and Perspektive online were particularly prominent. Nevertheless, the use of terms such as &#8222;murderer of women&#8220; does not necessarily guarantee appropriate reporting on violence against women: This is especially the case when the media use female murders as infotainment and the reporting resembles a crime story.</p>
<p><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1485 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>The media make a significant contribution to shaping public opinion. We therefore call for responsible reporting by all journalists when it comes to systematic violence against women. Our map of Germany shows very clearly that femicides, (attempted) rapes and sexual harassment are not isolated cases in Germany, but that there is a system behind them. So if journalists can speculate about motives for crimes, why not take the plunge and speculate about whether there might be a structural problem behind all the femicides and murders of women? Why not mention toxic images of men, sexist images of women and social power and gender relations? And why not just talk about &#8222;femicides&#8220;, &#8222;femicides&#8220; or &#8222;rapists&#8220; instead of &#8222;sex offenders&#8220;?</p>
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		<title>92 Prozent der gezählten Artikel verharmlosen Gewalt gegen Frauen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Nov 2020 11:07:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#unfollowpatriarchy]]></category>
		<category><![CDATA[Activism]]></category>
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		<category><![CDATA[Feminizid]]></category>
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					<description><![CDATA[Oben rechts (Klick auf Kästchen) kann die Karte vergrößert werden. Update, 25 November 2020: Am Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen ist es einmal umso wichtiger, einen Blick auf die Berichterstattung der letzten Monate über Gewalt gegen Frauen* in den deutschen Medien zu werfen. Für den Zeitraum vom 1. September bis 31. Oktober konnten wir im Rahmen unseres &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><iframe loading="lazy" src="https://www.google.com/maps/d/u/0/embed?mid=1ZZCw8If8QAHj0uNFLT6OztZMUjx169hO" width="640" height="480"></iframe><br />
<i>Oben rechts (Klick auf Kästchen) kann die Karte vergrößert werden. </i></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Update, 25 November 2020:</strong> <span style="font-weight: 400;">Am Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen ist es einmal umso wichtiger, einen Blick auf die Berichterstattung der letzten Monate über Gewalt gegen Frauen* in den deutschen Medien zu werfen. Für den Zeitraum vom 1. September bis 31. Oktober konnten wir im Rahmen unseres Medienscreenings insgesamt 115 Artikel zählen, wobei in 97% der Berichterstattung Medien gewaltverharmlosende Begriffe nutzten. Damit unterscheidet sich der Herbst lediglich in der absoluten Anzahl der gezählten Artikel vom Sommer (vgl. 142 gezählte Artikel), jedoch nicht in der prozentualen Verteilung Gewalt verharmlosender Berichterstattung. Genauso wie in den Sommermonaten waren auch im September und Oktober </span></span><span style="color: #000000;">Bluttat</span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"> mit 33 Artikeln (29%), </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Familiendrama</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"> mit 23 Artikeln (20%) und </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Beziehungstat</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"> mit 18 Artikel (16%) die am häufigsten benutzten Gewalt verharmlosenden Begriffe. Mit insgesamt 18 Fällen in den letzten 2 Monaten konnten wir im Vergleich zum Rest des Jahres ebenfalls eine große Häufigkeit der Verwendung von </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Ehestreit</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"> verzeichnen – allein im September wurde das Wort in 19% der Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen genutzt. Zu lesen ist in diesen Fällen in der Headline dann häufig  <a href="https://www.mz-web.de/sachsen-anhalt/ehestreit-eskaliert-mann-verletzt-seine-frau-mit-einem-messer-37353244">Ehestreit eskaliert – Mann verletzt seine Frau mit Messer</a> oder aber <a href="https://rp-online.de/nrw/staedte/wesel/wesel-sek-einsatz-beendet-ehestreit-hinweise-auf-waffenbesitz_aid-54227007">SEK beendet Ehestreit</a>. Die Absurdität der Verwendung von bspw. </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Ehestreit</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"> vor dem Hintergrund lebensgefährlicher und tödlicher Gewalt von Männern gegen Frauen* betont einmal umso mehr die Notwendigkeit eines Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Noch viel zu selten ordnen Medien diese Gewalttaten richtig ein und beschreiben diese als das, was sie sind: Frauenmorde oder Femizide. Die Zahlen sprechen für sich: Lediglich in drei Artikeln wurden Femizid / Frauenmord im September bzw. Oktober benutzt. Aus diesem Grund zählen wir weiter und sind heute am am 25. November umso lauter, weil Gewalt gegen Frauen* ein gesamtgesellschaftliches Problem ist mit System, das nicht weiter ignoriert werden kann. </span></span></p>
<p><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/8.-märz-plakate.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1522" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/8.-märz-plakate-300x212.png" alt="" width="800" height="566" /></a></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Update, 1. Oktober 2020:</strong> Inzwischen haben wir unsere Deutschlandkarte zu Gewalt gegen Frauen um die Medienscreening-Ergebnisse aus den Monaten Juli und August</span> <span style="color: #000000;">ergänzt. Das Ergebnis dieser zweite Monate ist leider wenig überraschend: Von 146 gescreenten Artikeln über Gewalt gegen Frauen in Deutschland, wurden in 142 Fällen (97%) Gewalt verharmlosende Begriffe, wie Bluttat (52), Beziehungstat (27) oder Familiendrama (20) verwendet. Ein Fall ist uns dabei besonders im Gedächtnis geblieben : </span><span style="color: #000000;">Am 22. Juli 2020 wurde die Künstlerin Rebeccah Blum in Berlin von ihrem  Partner Saul Fletcher, einem bekannten Fotografen,  ermordet. Nahezu die ganze Berichterstattung fokussierten sich hierbei lieber auf die beruflichen und künstlerischen Leistungen, während weder Rebeccah Blums Name noch Details zu ihrer Person Erwähnung fanden. Noch schlimmer ist, dass ein großer Teil der Medienberichterstattung sich auf den noch bekannteren, nicht sehr nahe stehenden Freund des mutmaßlichen Mörders konzentrierte, nämlich Brad Pitt. Anscheinend leben wir in einer Welt, in der die unbedeutende Rolle von Brad Pitt im Leben eines mutmaßlichen Mörders mehr Platz einnimmt, als die Frau, die ermordet wurde. Dazu passt, dass in nur 3% der zwischen Juli und August gescreenten Artikel direkt auf das strukturelle Ausmaß von  Gewalt gegen Frauen hierzulande aufmerksam gemacht wurde durch die  Verwendung der Begriffe “Femizid” oder “Frauenmord” . </span></p>
<p><em><span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1517 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"><b>Ein Wrap-Up: Sechs Monate Medienscreening, eine Deutschlandkarte und verharmlosende Berichterstattung</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Medien verharmlosen regelmäßig (sexualisierte) Gewalt gegen Frauen – und zwar jeden Tag! Schon letztes Jahr haben wir die Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen untersucht. <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="https://genderequalitymedia.org/nachgezaehlt/">Unser Algorithmus, mit dem wir zwischen Oktober und November 2019 nachgezählt haben, mit welchen Begriffen und wie oft Medien (sexualisierte) Gewalt gegen Frauen verharmlosen, umfasste aber nur 20 Medien.</a></span> Das haben wir nun geändert: Für einen noch umfassenderen Blick auf die deutsche Medienlandschaft schließt unser Screening seit 2020 alle Medien ein, die sich über Google News erfassen lassen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><b>Der Druck auf die Medien wächst</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Mit unserer Schlagwortsuche konzentrieren wir uns vor allem auf die Berichterstattung über strukturelle Gewalt gegen Frauen. Wie schon in den ersten sechs Monaten dieses Jahres, wird unser Screening auch in der zweiten Jahreshälfte nicht pausieren. Damit garantieren wir ein möglichst umfassendes Bild über die Entwicklungen und Tendenzen in der Medienlandschaft, wenn es um die Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen geht. Hierfür zeichnen wir auf Grundlage der gesammelten Artikel eine Deutschlandkarte nach, anhand der sich nicht nur interaktiv die Berichterstattung zurückverfolgen lässt, sondern auch sichtbar wird, in welchem Umfang Frauen hierzulande Opfer von Gewalt werden. Dazu ist es für uns allerdings ausschlaggebend, dass wir uns nur auf Artikel konzentrieren, die sich auf Gewalttaten in Deutschland aus dem Jahr 2020 beziehen. Die interaktive Deutschlandkarte wird von uns fortan monatlich fortgeführt, um am Ende des Jahres Bilanz ziehen zu können.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><b>92 % der gezählten Artikel verharmlosen sprachlich Gewalt gegen Frauen</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Vom 1. Januar bis 30. Juni 2020 haben wir insgesamt 301 Artikel zu Gewalttaten gegen Frauen gezählt. Alle Taten, über die berichtet wurde, sind ausschließlich 2020 in Deutschland verübt worden. Das Missverhältnis zwischen Artikeln, die Begriffe wie „Frauenmord“, „Femizid“ oder „Frauenmörder“ nutzen, um explizit auf das strukturelle Ausmaß von Gewalt gegen Frauen zu verweisen, ist im Vergleich zu Artikeln, die Gewalt verharmlosende Begriffe verwenden, wie schon im Jahr 2019 immens. Im Detail bedeutet das, dass nur in 24 Fällen (8%) „Frauenmord“, „Femizid“ oder „Frauenmörder“ benutzt worden sind zu 277 Artikeln (92%) mit (sexualisierte) Gewalt verharmlosender Begriffe.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Da die erste Jahreshälfte in allen Aspekten unseres Lebens von dem COVID-19-bedingten “Lockdown” bestimmt war, hatte der natürlich auch Auswirkungen auf die Medienberichterstattung: Die Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen ging enorm zurück. In den Monaten Februar, März und April zählten wir insgesamt bloß zwischen 32 ( Februar) und 36 (April) Artikeln, welche über Gewalttaten gegen Frauen berichteten. Darüber hinaus war die Berichterstattung zwischen Februar und April besonders von der Sorge geprägt, dass mit dem “Lockdown” die häusliche Gewalt gegen Frauen steigen würde. Vermehrt fielen uns auch Artikel auf, die sich kritisch mit der Verwendung problematischer Begriffe in der Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen auseinandersetzen und eine damit einhergehende Verschleierung dieses strukturellen Problems anprangern. Trotz eines leichten Anstiegs der Verwendung von „Femizid“ und „Frauenmord“ (April 6x, Mai 8x und Juni 3x) mussten wir feststellen, dass mit dem Ende des “Lockdowns” die Anzahl an Artikeln, die  Gewalt verharmlosen,  drastischer zunahmen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-1495" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nach wie vor besonders beliebt unter den Begriffen zur Verharmlosung von (sexualisierter) Gewalt gegen Frauen sind: „Beziehungstat“, „Familiendrama“, „Bluttat“ und der sog. „Sextäter“. Diese Begriffe rücken nicht nur partnerschaftliche Gewalt ins Private (Beziehung) sondern banalisieren diese auch als Einzeltaten (Drama). Darüber hinaus tun sich Medien besonders gut daran, über das Tatmotiv zu spekulieren, was dann zumeist auf Eifersucht hinausläuft. Auch in der Justiz und bei der Polizei ist Eifersucht als Motiv fest verankert. Dadurch wird nicht nur systematisch die Täterperspektive eingenommen und die männlichen Besitzansprüche in den Vordergrund gerückt, sondern auch Femizide und das strukturelle Ausmaß dahinter unsichtbar gemacht.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1482 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Überraschenderweise war dieses Mal nicht die Bild-Zeitung Anführerin unter den Medien, die am häufigsten (sexualisierte) Gewalt verharmlosen. Mit 27 Treffern, war dies das regionale Newsportal Tag24, dicht gefolgt von Bild, Express und Karlsruhe Insider. Hier lässt sich gut erkennen, dass vor allem regionale Medien Gebrauch von Gewalt verharmlosenden Begriffen machen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1483 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Insgesamt konnten wir 16 Artikel zählen, die mit „Femizid“ explizit auf das strukturelle Ausmaß von Gewalt gegen Frauen hinweisen sowie 9 Artikel, die den Begriff „Frauenmord“ oder „Frauenmörder“ verwenden. Unter den Vorreiter*innen in der Berichterstattung traten hier ganz besonders anf deutsch, Potsdamer Neuste Nachrichten sowie die Frankfurter Neue Presse und Perspektive online hervor. Nichtsdestotrotz ist die Verwendung von Begriffen wie “Frauenmörder” nicht zwangsläufig Garant für eine angemessene Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen: Das ist vor allem dann der Fall, wenn Medien anhand von Frauenmorden Infotainment betreiben und die Berichterstattung einer Krimigeschichte gleicht.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1485 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Medien tragen einen wesentlichen Beitrag zur Meinungsbildung bei. Wir fordern deshalb eine verantwortungsvolle Berichterstattung aller Journalist*innen, wenn es um die systematische Gewalt gegen Frauen geht. Unsere Deutschlandkarte zeigt sehr deutlich, dass Femizide, (versuchte) Vergewaltigungen und sexuelle Belästigung keine Einzelfälle in Deutschland sind, sondern sich ein System dahinter erkennen lässt. Wenn Journalist*innen also über Tatmotive spekulieren können, warum dann auch nicht mal den Schritt wagen und darüber spekulieren, ob nicht vielleicht ein strukturelles Problem hinter den ganzen Femiziden und Frauenmorden steckt? Wieso nicht mal toxische Männerbilder, sexistische Frauenbilder und gesellschaftliche Macht- und Geschlechterverhältnisse erwähnen? Und warum nicht einfach von „Frauenmorden“, „Femiziden“ oder „Vergewaltigern“ statt „Sextätern“ sprechen?</span></p>
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		<title>Wer erklärt die Welt?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2020 11:23:51 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wir leben im Jahr 2020 und Männer erklären uns immer noch die Welt. Unsere neue Studie beweist: Männer sprechen doppelt so lang wie Frauen, die wichtigen Ressorts sind in Männerhand, nur 15 Prozent aller Expert*innen sind Frauen und Frauen werden selten mit Namen genannt. Wir haben drei Nachrichtensendungen analysiert, die Ergebnisse sind erschreckend aber wenig überraschend. Wir fordern von ARD, &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #333333;"><strong>Wir leben im Jahr 2020 und Männer erklären uns immer noch die Welt. Unsere neue Studie beweist: Männer sprechen doppelt so lang wie Frauen, die wichtigen Ressorts sind in Männerhand, nur 15 Prozent aller Expert*innen sind Frauen und Frauen werden selten mit Namen genannt. Wir haben drei Nachrichtensendungen analysiert, die Ergebnisse sind erschreckend aber wenig überraschend. Wir fordern von ARD, ZDF, RTL &amp; Co. dringenden Handlungsbedarf: Mehr Diversität und gerechte Geschlechterverhältnisse in allen Redaktionen!</strong></span><span style="color: #333333;"><span id="more-1459"></span></span></p>
<p><strong><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/20200426_Studie_Wer-erklärt-die-Welt.pdf">+++ Die komplette Studie könnt ihr hier herunterladen +++</a></strong></p>
<p><span style="color: #333333;">Seit 1971 haben Frauen eine Stimme bei den ZDF „heute“ Nachrichten, seit 1976 in der ARD Tagesschau. Heute sind Moderatorinnen und Beitragssprecherinnen in den Top-Nachrichtensendungen in Deutschland keine Seltenheit mehr. Doch kommen Frauen in gleichem Maße zu Wort wie Männer, wie dies <a href="https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/von-heute-xpress-bis-tagesthemen-immer-mehr-nachrichten-moderatorinnen/20151284.html">der Tagesspiegel behauptet</a>? Wir haben nachgeforscht: In unserer neuen Studie “Wer erklärt die Welt?” untersuchen wir, wer <em>(Anm. d. Red.: Keine der Personen, in den von uns analysierten Sendungen, trat offensichtlich als trans*, nicht-binär oder queer auf) </em>wie lange über welches Thema spricht, aus welcher Position heraus gesprochen wird und ob die Person beim Namen genannt wird. Grundlage für die Analyse sind jeweils sieben Ausgaben von den drei Nachrichtensendungen mit den höchsten Einschaltquoten in Deutschland: „Tagesschau“ um 20 Uhr der ARD, „Heute Journal“ um 21 Uhr des ZDF, und „RTL Aktuell“ bei RTL um 18.45 Uhr.</span></p>
<div id="attachment_1464" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1464" class="size-medium wp-image-1464" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/2-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/2-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/2-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/2-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/2-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/2.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-1464" class="wp-caption-text">Männer haben doppelt so viel Redeanteil. Grafik: Gender Equality Media</p></div>
<p><span style="color: #333333;"><strong>Männer sprechen in TV-Nachrichtensendungen doppelt so lang wie Frauen</strong></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Schon bei einem ersten Blick in die Daten wird klar &#8211; Männer sprechen mehr und länger als Frauen. In den 6 Stunden und 20 Minuten des analysierten Nachrichtenmaterials sprechen Männer zu 67 Prozent und Frauen zu 33 Prozent. Auch in der Länge sind regelmäßige Unterschiede zu sehen: Eine männliche Sprachsequenz ist im Durchschnitt 19 Sekunden, eine weibliche dagegen 16 Sekunden lang. Obwohl sich sowohl ARD als auch ZDF der beruflichen Chancengleichheit von Frauen und Männern verschrieben haben, ist davon in den TV-Nachrichten wenig zu sehen. Vielleicht für die eine oder den Anderen überraschend: Größere Unterschiede zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendungsformaten gibt es in den Sprechanteilen nicht.</span></p>
<div id="attachment_1465" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1465" class="wp-image-1465 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/3-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/3-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/3-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/3-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/3-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/3.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-1465" class="wp-caption-text">Privat oder öffentlich-rechtlich: Kaum Unterschiede! Grafik: Gender Equality Media</p></div>
<p><span style="color: #333333;"><strong>Niedriger Anteil an Frauenstimmen in den wichtigsten Ressorts</strong></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Die Daten beweisen auch geschlechtsspezifische Stereotype: Frauen sprechen eher in den Bereichen Unterhaltung und Gesellschaft. Diese Bereiche gehören oft kürzer und werden nebenbei besprochen. In den wichtigsten und auch am längsten besprochenen Themen in Nachrichtensendungen, also Politik und Wirtschaft, liegt der Anteil an Frauen nur bei 33 bis 36 Prozent. So werden in den deutschen TV-Nachrichten, welche Millionen von Menschen täglich verfolgen, Klischees reproduziert. Frauen haben nichts zu sagen, sind keine Expertinnen und werden immer noch eher mit Unterhaltungsthemen in Verbindung gebracht. Mit Wissenschaft, Politik und Wirtschaft haben Frauen eben nichts zu tun.</span></p>
<div id="attachment_1466" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1466" class="size-medium wp-image-1466" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/4-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/4-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/4-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/4-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/4-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/4.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-1466" class="wp-caption-text">Weniger geht kaum. Grafik: Gender Equality Media</p></div>
<p><span style="color: #333333;"><strong>Nur 15 Prozent: Frauen werden selten als Expertinnen hinzugezogen</strong></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Männerstimmen dominieren nicht nur das TV-Programm, sie treten auch hauptsächlich als Experten auf: Beitragssprecher*innen, Moderator*innen und Expert*innen decken 91 Prozent der Sendezeit ab, jedoch sind in keiner der Sprechpositionen Frauen häufiger zu hören als Männer. Beitragssprecherinnen und Moderatorinnen kommen etwa nur halb so lang wie Beitragssprecher und Moderatoren zum Einsatz. Bei Expertinnen ist diese Differenz noch drastischer: Hier liegt der Anteil von Frauenstimmen bei 15 Prozent im Vergleich zu 85 Prozent der Männerstimmen. Besonders selten sind Expertinnen in den öffentlich-rechtlichen Nachrichten zu hören: Während bei RTL aktuell noch zu 27 Prozent Expertinnen befragt werden, kommt die ARD-Tagesschau nur noch auf 16 Prozent und ZDF aktuell auf 9 Prozent.</span></p>
<div id="attachment_1467" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1467" class="wp-image-1467 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/5-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/5-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/5-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/5-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/5-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/5.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-1467" class="wp-caption-text">Frauen sind für TV-Nachrichten keine Expertinnen. Grafik: Gender Equality Media</p></div>
<p><span style="color: #333333;">Wenn Frauen als Expertinnen fungieren, werden sie durch geschlechtsspezifische Stereotype gekennzeichnet. Zu gesellschaftlichen Themen sprechen Frauen deutlich häufiger als in den relevanten Kategorien Politik und Wirtschaft, wenn auch nur halb so lang wie Experten. Wir leben im 21. Jahrhundert und es gibt genug Expertinnen &#8211; daher dringender Handlungsbedarf Expertinnen zu allen Themenbereichen zu Wort kommen zu lassen.</span></p>
<div id="attachment_1468" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1468" class="wp-image-1468 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/6-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/6-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/6-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/6-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/6-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/6.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-1468" class="wp-caption-text">Geht es um Unterhaltung, dürfen Frauen ein wenig sagen. Grafik: Gender Equality Media</p></div>
<p><span style="color: #333333;"><strong>Frauen werden seltener beim Namen genannt</strong></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Frauen kommen insgesamt nicht nur seltener zu Wort, sondern werden dann auch seltener mit Namen vorgestellt. Aufgrund der Verteilung der Sprechanteile in Nachrichtensendungen überrascht es nicht, dass nur 30 Prozent der Namensnennungen auf Frauen entfallen und 70 Prozent auf Männer. Unter allen von Frauen gesprochenen Beiträgen wird bei 36 Prozent ein Name genannt, bei Männern liegt dieser Wert bei 49 Prozent.</span></p>
<p><span style="color: #333333;">Der wesentliche Faktor, ob der Name einer Person in den TV-Nachrichten genannt wird, stellt die Position der*des Sprechenden dar. Bei Moderator*innen werden in 17 Prozent der Fälle den Name genannt, bei Beitragssprechenden sind es schon 32 Prozent und Expert*innen werden mit 94 Prozent nahezu immer mit Namen vorgestellt. Da fast nur Experten zu Wort kommen, werden auch nur diese benannt. Die Unterschiede in den Sprechanteilen zwischen Männern und Frauen sindn unglaublich hoch und nicht gerecht verteilt: Männer sprechen zu Themen, die länger in Nachrichtensendungen behandelt werden und häufiger aus Positionen mit höherer Relevanz.</span></p>
<div id="attachment_1469" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1469" class="size-medium wp-image-1469" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/7-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/7-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/7-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/7-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/7-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/7.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-1469" class="wp-caption-text">Auch Namen sind für Frauen überflüssig. Grafik: Gender Equality Media</p></div>
<p><span style="color: #333333;"><strong>Ergebnisse überraschen nicht</strong></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Frauen sind weltweit und über alle  Medien hinweg unterrepräsentiert. Schon in unseren <a style="color: #333333;" href="https://www.stopbildsexism.com/die-bild-studie/"> Bildstudien </a>zeigt sich eine Unterrepräsentation von Frauen. Aber nun ist es bewiesen: Auch bei Nachrichtensendungen ist Gleichberechtigung der Geschlechter noch nicht vorhanden. </span><span style="color: #333333;">Damit die öffentlich-rechtlichen ihr selbst gestecktes Ziel der Chancengleichheit erreichen können, besteht dringender Handlungsbedarf bei den Redaktionen mehr Diversität, auch in Bezug auf geschlechtliche Identitäten, bei der Auswahl zuzulassen und somit hör- und sichtbar zu machen. </span></p>
<p><span style="color: #333333;">&#8222;Wir finden keine Frau&#8220; darf keine Ausrede mehr sein. Sie ist nicht nur peinlich und veraltet, die Ausrede verliert durch Datenbanken wie beispielsweise <a href="https://speakerinnen.org/de">Speakerinnen.org</a> oder <a href="https://brusselsbinder.org/">The Brussels Binder</a> auch total an Glaubhaftigkeit.<br />
</span></p>
<p><span style="color: #800080;"><strong><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/20200426_Studie_Wer-erklärt-die-Welt.pdf">+++ Die komplette Studie könnt ihr hier herunterladen +++</a> </strong></span></p>
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		<title>Aktivismus in Zeiten von Corona: Eine Ode an den digitalen Widerstand</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2020 16:18:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Lockdown geht in die sechste Woche und es regt sich Widerstand. Seit einigen Tagen hören wir in den Medien immer mehr kritische Stimmen. Allerdings sind diese wie gewohnt männlich und fordern vor allem eins: Die Wiederbelebung der Wirtschaft. Deutsche Medien berichten im Akkord über ökonomische Rezession und Depression und wie wichtig es ist, den Motor wieder zum Laufen zu &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Der Lockdown geht in die sechste Woche und es regt sich Widerstand. Seit einigen Tagen hören wir in den Medien immer mehr kritische Stimmen. Allerdings sind diese wie gewohnt männlich und fordern vor allem eins: Die Wiederbelebung der Wirtschaft. Deutsche Medien berichten im Akkord über ökonomische Rezession und Depression und wie wichtig es ist, den Motor wieder zum Laufen zu bringen. Dass wir den Stillstand mal dazu nutzen könnten darüber nachzudenken, wie wir unser Leben nachhaltiger und solidarischer gestalten, wird von vielen ausgeblendet. Diese Krise macht alle Ungerechtigkeiten auf denen unser System aufgebaut ist sichtbar und wir müssen auch dementsprechend handeln.<span id="more-1448"></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Apropos Solidarität: Diese hat in den vergangenen Wochen auch ganz schön gelitten. Auf Moria sitzen noch immer rund 40.000 Menschen unter erbärmlichsten Umständen fest <a style="color: #000000;" href="https://leavenoonebehind2020.org/donate/?fbclid=IwAR2LHADW4CCwQHqZmqD5x3JSrbxiFPhlsfp-tKdAS-ZKLrREZ2MIQ79wYXg">(#LeaveNoOneBehind)</a>. Darüber hinaus nutzen populistische Regierungen wie wie die polnische, die Krise um ihre misogyne Propaganda durchzusetzen. Frankreich meldet seit Beginn der Ausgangssperre einen <a style="color: #000000;" href="https://www.euronews.com/2020/03/28/domestic-violence-cases-jump-30-during-lockdown-in-france">Anstieg von Gewalt gegen Frauen in ihrem eigenem Źu Hause in Höhe von 30%.</a> Medien warnen bereits seit Wochen vor steigenden Zahlen, die Berichterstattung über einzelne Schicksale ist in Deutschland allerdings zurück gegangen. <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/corona-und-wirbleibenzuhause-fuer-viele-frauen-bedeutet-das-gewalt-und-angst/">Und wenn berichtet wird, dann eben nur verharmlosend als “Ehestreit”, “Beziehungsdrama” oder “Familientragödie”</a>. Kritische Berichterstattung sieht anders aus.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><b>Protest wird unsichtbar durch Versammlungsverbote</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Die Personen, welche normalerweise auf diese Probleme aufmerksam machen, indem sie die öffentliche Ordnung durch Proteste, Kundgebungen, und kreativen Aktionen (kurz) unterbrechen, stehen in diesen Zeiten erst recht mit dem Rücken zur Wand. Die meisten Engagierten sind weiblich und jetzt eher mit Home Schooling, unbezahlter Care-Arbeit, dem Abkassieren von Lebensmitteln in Supermärkten oder aber auch mit dem Retten von Leben in Krankenhäusern beschäftigt. <a style="color: #000000;" href="https://www.dezim-institut.de/in-den-medien/prof-dr-sabrina-zajak-protest-und-soziale-bewegungen-in-corona-zeiten/">Protest wird unsichtbar,</a> nicht nur weil wir zu Hause bleiben müssen, sondern auch weil wir schlicht und einfach gerade damit beschäftigt sind, das System am Laufen zu halten, Kinderbetreuung mit inbegriffen. Diese Krise ist auch eine Feministische. Und wenn die Medien bevorzugt über Börsenkurse und Finanzpakete, anstatt korrekt über unsere Schicksale und Kämpfe berichten, fehlt ein wichtiges Sprachrohr</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><b>In den Sozialen Medien regt sich kreativer Widerstand</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Also müssen wir uns irgendwie anders helfen und verlagern unsere Aufmerksamkeit hin zu den sozialen Medien: Im Gegenteil zu traditionellen Medien, lassen sich diese viel einfacher durch uns gestalten. Das Internet ist nicht nur dafür da, sich Katzenvideos in Dauerschleifen anzuschauen, sondern hat eben auch den wunderbaren Nebeneffekt, politisches Engagement unglaublich zu vereinfachen. Das Internet kennt keine geografischen Grenzen und verwischt gleichzeitig die sonst so strikte Trennlinie zwischen Öffentlichkeit und Privatsphäre. Auch wenn dies Gefahren in sich birgt (Das Recht auf Privatsphäre hört im Internet nämlich nicht einfach auf), ist diese Verwischung aber auch eine Chance, die Welt feministischer zu gestalten. Wenn Frauen sich mit Wissen ermächtigen, dieses neben ihren einzelnen Geschichten und Erfahrungen an ein großes Publikum kommunizieren und gleichzeitig Gleichgesinnte finden, dann entsteht sichtbarer Protest, der eben auch zum Wandel führen kann.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nun ist es aber auch so, dass Aktivismus von der Störung der analogen Öffentlichkeit lebt und wir uns in der misslichen Lage befinden, dass uns unser Recht auf Versammlungsfreiheit in den meisten Ländern erheblich eingeschränkt, wenn nicht sogar ganz genommen wurde. Doch ebenso wie das Internet kennt Kreativität keine Grenzen.</span></p>
<div id="attachment_1450" style="width: 245px" class="wp-caption alignleft"><a style="color: #000000;" href="https://leavenoonebehind2020.org/donate/?fbclid=IwAR2LHADW4CCwQHqZmqD5x3JSrbxiFPhlsfp-tKdAS-ZKLrREZ2MIQ79wYXg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1450" class="wp-image-1450 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/strajkkobiet-235x300.jpg" alt="Quelle: Facebook @ogolnopolskistrajkkobiet" width="235" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/strajkkobiet-235x300.jpg 235w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/strajkkobiet-768x981.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/strajkkobiet-801x1024.jpg 801w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/strajkkobiet.jpg 939w" sizes="(max-width: 235px) 100vw, 235px" /></a><p id="caption-attachment-1450" class="wp-caption-text">Quelle: Facebook @ogolnopolskistrajkkobiet</p></div>
<p><span style="color: #000000;"><b>Vernetzt euch und seid laut für all jene, die es nicht können!</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nachdem das polnische Parlament letzte Woche einen weiteren Versuch unternehmen wollte, das eh schon strenge Abtreibungsrecht noch mehr einzuschränken, verständigten sich hunderte polnische Frauen über soziale Medien, posteten tausendfach Bilder von sich zu Hause mit Plakaten und ihren Forderungen. Andere setzten sich in ihr Auto oder auf ihr Fahrrad und bildeten hupende bzw. klingelnde Konvois oder <a style="color: #000000;" href="https://taz.de/Abtreibung-in-Polen/!5675483/">protestierten dann eben doch (mit Abstand) gegen das geplante Gesetz</a>. Das Ergebnis: <a style="color: #000000;" href="https://humanistisch.de/x/hvd-bundesverband/presse/2020046197?fbclid=IwAR0q4FygnMF-nmo7Sm4CmL0HhF0Br78HCKvaXmzrE_lANkc6NhXzMOuTeiE">Das angestrebte Abtreibungsverbot wurde wieder zurück in den Ausschuss geschickt, indem es schon vorher zwei Jahre lag.</a> Das es so geschah, lag gerade an den Protesten trotz Ausgangssperren. Für viele Frauen in unserem Nachbarland bleibt die Situation allerdings gefährlich, weswegen die intensive Fortführung und Solidarität mit den Protestierenden umso notwendiger ist.</span></p>
<div id="attachment_1451" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a style="color: #000000;" href="https://humanistisch.de/x/hvd-bundesverband/presse/2020046197?fbclid=IwAR0q4FygnMF-nmo7Sm4CmL0HhF0Br78HCKvaXmzrE_lANkc6NhXzMOuTeiE"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1451" class="wp-image-1451 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/collagesfeminicidesparis_louvre-300x206.jpg" alt="Quelle: instagram.com/collages_feminicides_paris" width="300" height="206" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/collagesfeminicidesparis_louvre-300x206.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/collagesfeminicidesparis_louvre.jpg 572w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-1451" class="wp-caption-text">Quelle: instagram.com/collages_feminicides_paris</p></div>
<p><span style="color: #000000;">Ein weiteres Beispiel kommt aus Frankreich, wo der Pariser Ableger der “<a style="color: #000000;" href="https://www.instagram.com/femplak_berlin/">Femplaks</a>” <a style="color: #000000;" href="https://www.instagram.com/collages_feminicides_paris/"><i>Collages Feminicides </i></a><i>Paris</i> normalerweise mit Schriftzügen an Hauswänden auf Frauenmorde aufmerksam macht. Da in Frankreich allerdings momentan eine strikte Ausgangssperre herrscht, mussten auch sie umdenken. Und das Resultat kann sich sehen lassen: Mit Hilfe von digitalen Tools projizieren sie per Fotoshop ihre Parolen nun auf bekannte Gebäude und posten diese auf Instagram. Mit der “Share-Funktion” lassen sich die Beiträge einfach in den eigenen Stories teilen, womit die Reichweite erhöht wird und somit Aufmerksamkeit für das Thema generiert.</span></p>
<div id="attachment_1452" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1452" class="wp-image-1452 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/1upofficialcrew_Leavenoonebehind-300x225.jpg" alt="Quelle: https://www.instagram.com/1up_crew_official/" width="300" height="225" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/1upofficialcrew_Leavenoonebehind-300x225.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/1upofficialcrew_Leavenoonebehind-768x576.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/1upofficialcrew_Leavenoonebehind.jpg 900w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-1452" class="wp-caption-text">Quelle: https://www.instagram.com/1up_crew_official/</p></div>
<p><span style="color: #000000;">Und auch in Deutschland tut sich etwas. Seit ein paar Wochen fordern Banner an Fassaden, Graffitis an U-Bahn-Stationen und Kreide-Parolen auf Gehwegen #LeaveNoOneBehind. <a style="color: #000000;" href="https://seebruecke.org/leavenoonebehind/aktionen/bundesweite-erste-seebruecke-online-demo/">Die Bewegung <i>Seebrücke</i> veranstaltete im März und April Online-Demos via YouTube und rief ihre Anhänger dazu auf von zu Hause aus zu protestieren.</a> Die Notrufnummern von Hilfetelefonen werden vielfach in den sozialen Medien geteilt und auch die Aktivist*innen von Fridays For Future protestieren nun jeden Freitag virtuell und fordern den Wiederaufbau der Wirtschaft grüner und ethischer zu gestalten.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wir wissen, dass digitaler Aktivismus einfacher zu ignorieren, keinen Grundrechtsschutz genießt und ein Privileg denjenigen gegenüber ist, die ihre Meinungen nicht frei im Internet äußern können ohne mit strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Gerade deswegen sollten wir, die privilegiert genug sind online zu sein, solidarisch das Internet für Engagement nutzen, vor allem um Menschen mit unseren Stimmen zu unterstützen, die keine haben.  Digitaler Aktivismus ist ein Hoffnungsschimmer, weil er analogen Widerstand partizipativer und kreativer gestaltet. Gerade in Zeiten von Corona. Und eine gute Nachricht, gab es dann letzte Woche doch: <a style="color: #000000;" href="https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2020/04/rk20200415_1bvr082820.html">Das Bundesverfassungsgericht hat das strikte Versammlungsverbot teilweise gekippt.</a> Geht doch!</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #000000;"><em><strong>von Elizabeth Avila González</strong></em></span></p>
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		<title>Corona und #WirBleibenZuhause: Für viele Frauen bedeutet das Gewalt und Angst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2020 09:45:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Was viele Menschen in Deutschland als Auszeit und nette Büroauszeit im Home Office nutzen, ist besonders für Frauen und ihre Kinder brandgefährlich. In China steigen bereits die Zahlen, in Deutschland warnen Expert*innen vor vermehrte Gewalt gegen Frauen und Frauenhäuser bereiten sich auf das Schlimmste vor. Wir haben mal näher hingeschaut. Alles steht kopf. Während wir uns  vor ein paar Monaten &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><b>Was viele Menschen in Deutschland als Auszeit und nette Büroauszeit im Home Office nutzen, ist besonders für Frauen und ihre Kinder brandgefährlich. In China steigen bereits die Zahlen, in Deutschland warnen Expert*innen vor vermehrte Gewalt gegen Frauen und Frauenhäuser bereiten sich auf das Schlimmste vor. Wir haben mal näher hingeschaut.</b></span><br />
<span style="color: #000000;"><span id="more-1413"></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Alles steht kopf. Während wir uns  vor ein paar Monaten noch alle auf ein neues Jahrzehnt anstoßend in den Armen gelegen haben, ist Abstandhalten das Gebot der Stunde. Ausgelöst durch die Corona-Krise, zieht sich das soziale Leben der Menschen zurück ins Private, weg aus den Augen der Öffentlichkeit. Zum Schutz der Gesundheit aller, verschreibt uns der Staat Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbot, vergisst aber eins dabei: Im Patriarchat ist das zu Hause für viele Frauen und Kinder kein sicherer Ort. Schutzvorkehrungen werden erst gar nicht getroffen und Hilfe nicht bereitgestellt. Die Jugendämter, Frauenhäuser und Sozialarbeiter*innen sind nur noch eingeschränkt handlungsfähig und die soziale Kontrolle durch Freund*innen, Familie, Kitas oder Schulen entfällt völlig. Viele Frauen sind auf sich allein gestellt und das nicht erst seit Corona. Seit Jahren sind Frauenhäuser unterfinanziert, Polizist*innen nicht geschult.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1439 size-large" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/03/WirbleibenzuHause-1024x1024.jpg" alt="" width="1024" height="1024" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/03/WirbleibenzuHause-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/03/WirbleibenzuHause-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/03/WirbleibenzuHause-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/03/WirbleibenzuHause-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/03/WirbleibenzuHause.jpg 1080w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>In China steigt die Zahlen von häuslicher Gewalt an</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nach der <a style="color: #000000;" href="https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/JahresberichteUndLagebilder/Partnerschaftsgewalt/Partnerschaftsgewalt_2018.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=2">kriminal statistischen Auswertung des BKA</a> bringt jeden dritten Tag ein Mann seine (Ex)Partnerin in Deutschland um. Jeden Tag versucht es einer. Ein Fehler mit System, allerdings einer der gerne mal übersehen wird. Durch Corona und die dazugehörigen Einschränkungen der Bewegungs- und Versammlungsfreiheit rückt er nun wieder ins Bewusstsein. Eine Statistik gibt es noch nicht, aber <a style="color: #000000;" href="https://www.dw.com/de/coronavirus-h%C3%A4usliche-gewalt-und-kindesmissbrauch-k%C3%B6nnten-zunehmen/a-52853426">erste Meldungen aus China</a> und Italien deuten darauf hin, dass die Fälle von häuslicher Gewalt ansteigen. Außerdem bereiten sich Polizist*innen hierzulande auf eine <a style="color: #000000;" href="https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/coronavirus-polizei-rechnet-mit-mehr-einsaetzen-wegen-haeuslicher-gewalt-a-00000000-0002-0001-0000-000170114562">erhöhte Einsatzbereitschaft vo</a>r. Inzwischen warnt nicht nur die <a style="color: #000000;" href="https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/presse/pressemitteilungen/hilfetelefon--gewalt-gegen-frauen----unverzichtbar-gerade-auch-in-der-aktuellen-corona-krise/154028">Bundesfamilienministerin</a>, sondern auch die <a style="color: #000000;" href="https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/ausnahmesituation-fuer-familien-1734472">Bundesregierung</a> ganz öffentlich davor, dass die häusliche Isolation die Situation vieler Frauen und Kinder verschärfen könnte. Unter dem Schlagwort <i>“häusliche Gewalt” </i>fand Google zwischen dem 20.03.2020 und 27.03.2020, 116 Nachrichtenmeldungen. Alle gehen von einem  situationsbedingten Anstieg aus.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Medien verharmlosen Gewalt mit Wortschöpfungen</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Obwohl es auf den ersten Blick so scheint, als würden Medien die Bedrohung die viele Frauen und Kinder in ihrem aller Privatesten ausgesetzt sind, endlich ernst nehmen, darf dieser kurze Aufschrei auf keinen Fall das Ende der Geschichte sein. Deutsche Medien berichten in einer unerträglich <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/nachgezaehlt/">verharmlosenden Weise</a> über Frauenmorde und Partnerschaftsgewalt. Sie nennen es “Beziehungstat”, “Ehestreit” oder “Familiendrama”, wenn Männer ihre (Ex-) Partnerinnen verletzen oder sogar töten. Die Aufgabe der Medien ist aber, Dinge in den Kontext zu setzen, einzuordnen und aufzuklären. Das Problem wird in unserer Gesellschaft, den Medien, der Politik aber auch im Privaten unter den Teppich gekehrt, es anzuprangern ist vielen zu unbequem.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>#SharingIsCaring</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nun ist es aber so: Wir befinden uns in einer Krise. Obwohl das Wort mit eher negativen Gefühlen verbunden wird, haben wir beschlossen tief durchzuatmen und kritisch zu bleiben. Ein bisschen anders definiert sind Krisen nämlich einfach nur Wendepunkte im System, weil es erkennt, dass es ohne gewisse Dinge gesünder funktionieren könnte. Damit das allerdings zur Realität wird, brauchen wir laute Stimmen, die möglichst viele hören. Wenn ihr das lest, seid ihr ja eh schon im Internet: Also <i>Husch, husch! </i>Erzählt es allen und #UnfollowPatriachy.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1414" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/03/Twitter-Vorlage.jpg" alt="" width="462" height="231" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/03/Twitter-Vorlage.jpg 440w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/03/Twitter-Vorlage-300x150.jpg 300w" sizes="(max-width: 462px) 100vw, 462px" /></span></p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Zehn unverzichtbare Dinge aus 2019</title>
		<link>https://genderequalitymedia.org/jahresrueckblick/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Dec 2019 12:14:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[#unfollowpatriarchy]]></category>
		<category><![CDATA[Activism]]></category>
		<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Feminizid]]></category>
		<category><![CDATA[aktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[deutsche Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>
		<category><![CDATA[medienscreening]]></category>
		<category><![CDATA[Patriarchat]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus in Medien]]></category>
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					<description><![CDATA[Vielleicht ist es ein guilty pleasure, vielleicht auch nur der Dezemberblues. Aber wir lieben Jahresrückblicke, vor allem wenn so viel los war wie 2019: Der Begriff &#8222;Femizid&#8220; oder eben &#8222;Frauenmord&#8220; findet immer stärker seinen Platz in den Medien, die Tampontax wird 2020 abgeschafft (nein, da können wir nicht nur den Kondomhersteller*innen danken), wir feierten 100 Jahre Frauenwahlrecht und die feministische &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><strong>Vielleicht ist es ein guilty pleasure, vielleicht auch nur der Dezemberblues. Aber wir lieben Jahresrückblicke, vor allem wenn so viel los war wie 2019: Der Begriff &#8222;Femizid&#8220; oder eben &#8222;Frauenmord&#8220; findet immer stärker seinen Platz in den Medien, die Tampontax wird 2020 abgeschafft (nein, da können wir nicht nur den Kondomhersteller*innen danken), wir feierten 100 Jahre Frauenwahlrecht und die feministische Bewegung wird gefühlt immer stärker.</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Auch bei uns war viel los und wir konnten 2019 einige Meilensteine setzen, die wir im kommenden Jahr nur noch mehr festigen wollen. Für euch haben wir unsere 10 wichtigsten Meilensteine herausgesucht, auf die wir auch 2020 nicht verzichten wollen.<!--more--></span></p>
<h3><span style="color: #000000;">1. Kooperationen<br />
</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Zwei unserer Aktionen haben wir nicht alleine gewuppt, </span><span style="color: #993366;"><strong><a style="color: #993366;" href="https://genderequalitymedia.org/wenn-reconquista-internet-und-gender-equality-media-gemeinsame-sache-machen/">gemeinsam mit Reconquista Internet </a></strong></span><span style="color: #000000;">haben wir aufgezeigt, was Medien wirklich mit „Eifersuchtstragödie“, „Familiendrama“, „Sex-Täter“ oder „Sex-Sklavin“ meinen. In der heutigen Zeit, wo Rechtspopulismus und Antifeminismus weltweit wieder stärker werden, brauchen wir mehr Leute denn je, die sich dem Ganzen entgegensetzen! Nicht nur im Feminismus, Menschenrechte insgesamt sind bedroht und wenn wir uns organisieren, haben wir eine größere Schlagkraft.</span></p>
<div id="attachment_1229" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/familiendrama.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1229" class="wp-image-1229 size-large" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/familiendrama-1024x578.jpg" alt="" width="1024" height="578" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/familiendrama-1024x578.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/familiendrama-300x169.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/familiendrama-768x434.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><p id="caption-attachment-1229" class="wp-caption-text"><span style="color: #000000;">Wenn aus einem Mord ein Schauspiel wird!</span></p></div>
<h3><span style="color: #000000;">2. Alternativen schaffen</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Mit<span style="color: #993366;"> <strong><a style="color: #993366;" href="https://genderequalitymedia.org/bildgewaltig-aktion-zum-tag-gegen-gewalt-gegen-frauen/">#KeineMehr haben wir zum</a> </strong><strong><a style="color: #993366;" href="https://genderequalitymedia.org/bildgewaltig-aktion-zum-tag-gegen-gewalt-gegen-frauen/">Tag gegen Gewalt gegen Frauen</a></strong> </span> eine gemeinsame Aktion ins Leben gerufen. Wir sind auf der suche nach Bilder für die mediale Berichterstattung. Denn die Bebilderung von Feminiziden (Frauenmorden) und geschlechtsbasierter Gewalt (z.b. häusliche Gewalt) zeigt in den meisten Medien die Frau in der Opferrolle. Mit den eingeschickten Fotos bauen wir eine alternative Bild-Datenbank auf, auf die Journalist*innen zurückgreifen können, wenn sie Bilder für ihren Bericht suchen.</span></p>
<h3><span style="color: #000000;">3. Offener Brief an dpa</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Schluss mit Familiendrama: Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) feierte 2019 ihr 70-jähriges Jubiläum. Dies haben wir zum Anlass genommen und der Chefredaktion einen <strong><a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/dpa-reagiert-positiv-auf-offenen-brief-zum-jubilaeum/"><span style="color: #993366;">Offenen Brief</span></a> </strong>geschrieben. Zuerst reagierte der Nachrichtenchef Froben Homburger ziemlich positiv, später wurde verkündet, dass die dpa nun völlig auf Begriffe wie &#8222;Familiendrama&#8220; &amp; Co. verzichten wird.</span></p>
<h3><span style="color: #000000;">4. Adbusting Aktion in ganz Berlin</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Künstler*innen haben in ganz Berlin einfach mal unter #UNFOLLOWPATRIARCHY ein paar Plakate ausgetauscht &#8211; ein Schelm, wer böses denkt! <span style="color: #993366;"><a style="color: #993366;" href="https://genderequalitymedia.org/adbusting/"><strong>Mit einfachen Headlines wurde die Scheinheiligkeit der BILD-Zeitung ziemlich einfach enttarnt</strong>.</a> </span>Passender konnte der Zeitpunkt der Aktion gar nicht sein. Genau das Wochenende feierte sich die Presse auf ihrem jährlichen Presseball in Berlin selbst – wir feiern lieber die Künstler*innen und die Adbusting-Aktion! Denn in unseren Augen haben die großen Verlagshäuser gerade in Sachen Geschlechtergerechtigkeit nicht viel zu feiern, das beweisen auch unsere täglichen Medienscreenings.</span></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/genderequalitymedia/videos/159823111567465/">https://www.facebook.com/genderequalitymedia/videos/159823111567465/</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #000000;">5. Wir haben den NETTZ-Preis gewonnen!</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">„Frauen sind am meisten von Hassrede im Netz betroffen. Sexistische print- und online Medien befeuern und legitimieren diese Hetze. Die Folgen sind Diskriminierung, Belästigungen und Gewalt – online und offline.“ Mit diesem Pitch und unserer Arbeit, die wir während des zweitägigen Community-Events von Das NETTZ – der Vernetzungsstelle gegen Hate Speech – in verschiedenen Workshops vorstellen konnten,<span style="color: #993366;"> <strong><a style="color: #993366;" href="https://genderequalitymedia.org/gewonnen-was-wir-mit-dem-preisgeld-vorhaben-und-wie-sexismus-und-hate-speech-zusammenhaengen/">haben wir den ersten Platz des Förderpreises gewonnen</a>.</strong></span></span></p>
<h3><span style="color: #000000;">6. Wir verbreiteten unsere Utopie auf der re:publica</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Wir waren Zeitreise und haben die Besucher*innen mit in unsere Utopie genommen: „Wir befinden uns im Jahr 2044 und blicken zurück auf das Jahr 2019, dem Jahr, in dem Feminist*innen auf der ganzen Welt sich verbündet haben um dem Patriarchat den Kampf anzusagen. Sie traten für einen intersektionalen Feminismus ein, der sich nicht nur gegen Sexismus, sondern auch gegen jede andere Form von Diskriminierung richtete. <a style="color: #000000;" href="https://19.re-publica.com/de/session/unfollowpatriarchy-wir-25-jahren-patriarchat-besiegten"><span style="color: #993366;"><strong>Hier gibt es unseren Vortrag noch einmal zum Nachhören als Podcast</strong>.</span></a></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-1324 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/12/Screenshot9-1024x442.png" alt="" width="1024" height="442" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/12/Screenshot9-1024x442.png 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/12/Screenshot9-300x130.png 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/12/Screenshot9-768x332.png 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/12/Screenshot9.png 1137w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></span></p>
<h3><span style="color: #000000;">7. Share your power</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">2019 waren wir als Expert*innen gefragt: Wir saßen auf Podien, moderierten feministische Veranstaltungen und gaben so viele Interviews wie noch nie. Es tut gut zu bemerken, dass sich unser ehrenamtlicher Aktivismus etabliert. <span style="color: #993366;"><strong><a style="color: #993366;" href="https://genderequalitymedia.org/custom-section/presse/">Hier findet ihr eine Auswahl von Presseberichten über und mit uns</a></strong>.</span></span></p>
<h3><span style="color: #000000;">8. Banden bilden</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Startschuss für unser neues und wahrscheinlich größtes Projekt: Zusammen mit Journalist*innen schaffen wir eine Initiative, um effizient eine diskriminierungsfreie Berichterstattung durchzusetzen. Im Rahmen eines ersten Runden Tisches wollen wir 2020 über mögliche Maßnahmen wie die Erarbeitung eines Code of Conduct, der Schaffung eines Netzwerks sowie Angebote für den journalistischen Nachwuchs nachdenken. #staytuned</span></p>
<h3><span style="color: #000000;">9. Unser Team</span></h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1326 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/12/Screenshot10-294x300.png" alt="" width="294" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/12/Screenshot10-294x300.png 294w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/12/Screenshot10.png 516w" sizes="(max-width: 294px) 100vw, 294px" /></p>
<h3><span style="color: #000000;">10. Support your local feminists</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Wir arbeiten übrigens zu 100 Prozent ehrenamtlich. Wir stecken nicht nur Wut, Herz und Feminismus rein sondern auch Geld. Dafür brauchen wir deine Unterstützung &#8211; nur dann können wir wie bisher weitermacen. Bei <a style="color: #000000;" href="https://www.betterplace.org/de/projects/40156-sexismus-in-den-medien-bekampfen-unfollowpatriarchy"><strong><span style="color: #993366;">betterplace kannst du ganz einfach unseren gemeinnützigen Verein unterstützen</span></strong></a>. Und weil gute Taten belohnt werden und wir brandneues Merchandise haben, verlosen wir unter allen Spender*innen zwei Überraschungspakete.</span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-283" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2017/11/gem.png" alt="GEM e.V. Logo" width="350" height="279" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2017/11/gem.png 350w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2017/11/gem-300x239.png 300w" sizes="(max-width: 350px) 100vw, 350px" /></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>#Bildgewaltig &#8211; Aktion zum Tag gegen Gewalt gegen Frauen*</title>
		<link>https://genderequalitymedia.org/bildgewaltig-aktion-zum-tag-gegen-gewalt-gegen-frauen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Nov 2019 11:49:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Activism]]></category>
		<category><![CDATA[Feminizid]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[femizid]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenhass]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenmord]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt gegen Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[keinemehr]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus in Medien]]></category>
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					<description><![CDATA[#keinemehr und Gender Equality Media rufen euch zu einer gemeinsamen Aktion auf Es ist mittlerweile überall. Die Erkenntnis, dass tagtäglich versuchte Frauen*morde in Deutschland geschehen, die fast jeden dritten Tag ausgeführt werden. Sie werden rassifiziert, wenn sie als  kulturelles Problem einer angeblich anderen Kultur gesehen werden. Die Fälle in Deutschland, von Deutschen begangen, werden als eine private, unglückliche private Tragödie &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1304" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/11/EBU-100-75-HD-Farbbalken-1024x576.jpg" alt="" width="384" height="216" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/11/EBU-100-75-HD-Farbbalken-1024x576.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/11/EBU-100-75-HD-Farbbalken-300x169.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/11/EBU-100-75-HD-Farbbalken-768x432.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/11/EBU-100-75-HD-Farbbalken.jpg 1100w" sizes="(max-width: 384px) 100vw, 384px" /><br />
#keinemehr und Gender Equality Media rufen euch zu einer gemeinsamen Aktion auf</span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400; color: #000000;">Es ist mittlerweile überall. Die Erkenntnis, dass tagtäglich versuchte Frauen*morde in Deutschland geschehen, die fast jeden dritten Tag ausgeführt werden. Sie werden rassifiziert, wenn sie als  kulturelles Problem einer angeblich anderen Kultur gesehen werden. Die Fälle in Deutschland, von Deutschen begangen, werden als eine private, unglückliche private Tragödie aufgefasst.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #000000;"><b>Kein Familiendrama, sondern Femizid &#8211; #niunamenos</b></span></h4>
<p><b></b><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Für diese Forderung kämpfen Feminist*innen global seit langem. In Mexiko wurde Femizid 2012 zu einer offiziellen politischen Kategorie. Diese Forderung drang dann bis nach Deutschland durch. Auch hier kämpfen wir gegen die Frauen*morde. Seit kurzem ist die Diskussion um Frauen*mord als eine politische Kategorie in aller Munde.</span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #000000;"><b>#Keine mehr in Deutschland</b></span></h4>
<p><span style="color: #000000;"><b> </b><span style="font-weight: 400;">#keinemehr setzt sich seit 2017 auch in Deutschland für die Verwendung des politischen Begriffs Feminizid ein. Damit wollen sie sichtbar machen, dass Männer Frauen* töten. Dass das keine vereinzelten Familiendramen oder Eifersuchtsmorde sind. Und dass die deutsche Gesellschaft mitverantwortlich ist, dass dies geschehen kann. Dazu gehört auch die mediale Berichterstattung.</span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #000000;"><b>Femizid benennen</b> <b>&#8211; erste Erfolge</b></span></h4>
<p><span style="font-weight: 400; color: #000000;">Viele Medien berichten schon nicht mehr von Eifersuchtstat und Familiendrama, sie sprechen von einem Frauen*mord. Auch wir richteten uns zuletzt mit einem <a href="https://genderequalitymedia.org/dpa-reagiert-positiv-auf-offenen-brief-zum-jubilaeum/">offenen Brief an die dpa</a>, Deutschlands größte Nachrichtenagentur. Diese sprach sich nun offiziell dafür aus, nicht mehr “Familiendrama” zu schreiben. Die jahrelange Arbeit von Aktivist*innen wird gehört.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #000000;"><b>#Bildgewaltig &#8211; die Macht von Bildern</b></span></h4>
<p><span style="font-weight: 400; color: #000000;">Dennoch sehen wir neben der sich wandelnden Berichterstattung fragwürdige Bilder, die die Berichterstattung begleiten: Frauen*, die aus dem Fenster starren, gekrümmt in einer Ecke liegen, eine erhobene männliche Faust. Also Frauen* als wehrlose Opfer. Ein heterosexuelles Paar das sich streitet und damit gezeigt wird: es ist irgendwie doch noch “Beziehungstat”. Marlene Pardeller von #keinemehr aber sagt: “Bilder sind genauso wichtig wie Begriffe. An ihnen müssen wir arbeiten, um unser Bewusstsein zu verändern.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #000000;"><b>Der Aufruf an euch</b></span></h4>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Zum Tag gegen Gewalt gegen Frauen* wollen wir diesen Schritt zusammen mit der crew von #keinemehr komplettieren. Die Bebilderung bei Berichterstattung von Feminiziden (Frauen*morden), feminizider Gewalt und geschlechtsbasierter Gewalt (z.b. Häuslicher Gewalt) zeigt in den meisten Medien die Frau* in der Opferrolle. </span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><b><br />
</b><span style="font-weight: 400;">Um dem entgegenzuwirken, rufen wir euch auf, uns Bilder zu schicken, die ihr für die Berichterstattung freigebt. Damit bauen wir eine alternative Bild-Datenbank auf, auf die Journalist*innen zurückgreifen können, wenn sie Bilder für ihren Bericht suchen.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><b>Bis zum 25.12.2019 </b><span style="font-weight: 400;">sammeln wir eure lizenzfreien Bilder. Die besten Bilder werden auf einer Bilddatenbank zur lizenzfreien Nutzung den Journalist*innen zur Verfügung gestellt. </span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;">Wir freuen uns auf eure Einsendungen! Bitte schickt diese <strong>an </strong></span><a style="color: #000000;" href="mailto:keineeinzigemehr@gmail.com"><strong>keineeinzigemehr@gmail.com</strong><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span></a><span style="font-weight: 400;">Eure #keinemehr x GEM Crews</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;">Mehr zu #keine mehr findet ihr hier (link) </span><a style="color: #000000;" href="https://keinemehr.wordpress.com/"><span style="font-weight: 400;">https://keinemehr.wordpress.com/</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span></a></span></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Der White Noise des Terrors</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Oct 2019 11:06:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[NEET]]></category>
		<category><![CDATA[Terror]]></category>
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					<description><![CDATA[16 Tage ist es nun her, dass Balliet zwei Menschen erschossen hat. Die Meldungen über die selbst ernannte “Niete” sind omnipräsent, wiederholen sich. Er ist Antisemit, rechtsradikal, da ist man sich einig. Manchmal findet sich in den Meldungen auch irgendwas mit Gamern und Gewalt in Spielen. Man kann sie gar nicht mehr auseinanderhalten; wie white noise, Störgeräusche im Hintergrund, überschlagen &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">16 Tage ist es nun her, dass Balliet zwei Menschen erschossen hat. Die Meldungen über die selbst ernannte “Niete” sind omnipräsent, wiederholen sich. Er ist Antisemit, rechtsradikal, da ist man sich einig. Manchmal findet sich in den Meldungen auch irgendwas mit Gamern und Gewalt in Spielen. Man kann sie gar nicht mehr auseinanderhalten; wie </span><i><span style="font-weight: 400;">white noise</span></i><span style="font-weight: 400;">, Störgeräusche im Hintergrund, überschlagen sich die Meldungen, die sich so gleichen, dass sie zu einem einzigen Surren verblassen. Am Ende weiß man sehr viel über den Täter und doch sehr wenig, es scheint kompliziert. Veronika Kracher, Expertin für rechten digitalen Terror, veröffentlicht wenige Stunden nach der Tat eine sehr gute <a style="color: #000000;" href="https://www.facebook.com/verokracher/posts/408319736533689?__tn__=K-R">Analyse des Täterumfelds</a> auf facebook</span><span style="font-weight: 400;">&#8211;  der post wird bei NSU watch und tagesspiegel gespiegelt. Aber seitdem folgte keine weitere umfassende Analyse des Geschehens. Statt Klarheit zu schaffen, werden immer mehr Expert*innen zu Einzelaspekten befragt, die die Diskussion in verschiedenste Winkel lenken.<br />
</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;">Dabei nennt Balliet sowohl im Video als auch in seinem Manifest sehr klar, was sein Feindbild ist. Es sind Jüd*innen, der Feminismus, und Marxist*innen. Aus seinen Aussagen wird unmissverständlich klar, Balliet ist ein Faschist. Doch statt einer Diskussion um den Faschismus in Deutschland beobachten wir eine Fragmentierung der Debatte, die zeigt, dass der derzeitige Diskurs keine Antwort auf den Faschismus und seine Nieten hat. Aber auch, wieso er sie auch gar nicht haben kann.</span></span></p>
<h4><span style="color: #000000;"><b>angry white Nieten </b></span></h4>
<div id="attachment_1269" style="width: 432px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1269" class=" wp-image-1269" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/10/manifest.jpg" alt="" width="422" height="239" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/10/manifest.jpg 962w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/10/manifest-300x170.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/10/manifest-768x434.jpg 768w" sizes="(max-width: 422px) 100vw, 422px" /><p id="caption-attachment-1269" class="wp-caption-text"><span style="color: #000000;">Screenshot aus dem Manifest &#8211; Balliet war ein incel</span></p></div>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"><br />
Hass ist das, was Männer wie Balliet antreibt, aber dessen Form wird oft missverstanden. In der Wohnung des Täters sollen die Polizist*innen später Zettel finden, auf denen “Niete” steht. Der <a style="color: #000000;" href="https://www.merkur.de/politik/halle-polizei-panne-nach-notruf-schwere-vorwuerfe-gegen-einsatzkraefte-zr-13101044.html">Münchner Merkur</a></span><span style="font-weight: 400;"> und die Ermittler*innen könnten entfernter von der Wahrheit nicht sein, wenn sie diese als geplante Beleidigung für die eintreffende Polizei interpretiert. Das Video in dem Balliet sich selbst etliche Male als “Loser” tituliert, ist schon seit Beginn der Tat im Umlauf. Mit “Niete” meint er nur sich selbst. </span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;">Balliet ist in den Sphären der </span><i><span style="font-weight: 400;">incel </span></i><span style="font-weight: 400;">community unterwegs. </span><i><span style="font-weight: 400;">Incels</span></i><span style="font-weight: 400;">, ein Kofferwort aus &#8222;involuntarily celibate&#8220;, also &#8222;unfreiwillig enthaltsam&#8220;, das sind Männer, die man weitläufig unter die </span><i><span style="font-weight: 400;">angry white males </span></i><span style="font-weight: 400;">eingliedert: weiße Männer, die sich von der Gesellschaft verraten, verkauft, bestohlen fühlen. Sie sehen sich als die Verlierer des Systems, die Nieten, die Loser. </span><i><span style="font-weight: 400;">Incels</span></i><span style="font-weight: 400;"> speziell fühlen sich besonders ihres Rechts auf die Verfügbarkeit von Frauen* [Anm. der Red.: das Sternchen ist hier bewusst gesetzt, denn für diese Menschen zählt als &#8222;Frau&#8220; nur, wen sie als solche lesen, egal ob zurecht oder nicht], Geld und Macht beraubt, und sehen dabei das größte Problem im Aufkommen des Feminismus. Für sie sind Frauen* generell Untermenschen, die es zu unterjochen gilt. Dabei wird nicht nur die Trennung zwischen Mächtigen und benachteiligten Männern aufgemacht &#8211; in der Ideologe der </span><i><span style="font-weight: 400;">Incels</span></i><span style="font-weight: 400;"> spielt Rassismus eine zentrale Rolle. Die zu Grunde liegende politische Theorie kommt aus Frankreich und ist unter dem “Großen Austausch” bekannt, und ist im Grunde betrachtet nur ein facelift des Begriffs der “Umvolkung”. Die Kernideologie der neuen Rechten geht auf ein Essay von Renaud Camus zurück, der </span><span style="font-weight: 400;">ein führendes Mitglied der rechtsnationalistischen Kleinpartei </span><i><span style="font-weight: 400;">Souveraineté, identité et libertés</span></i><span style="font-weight: 400;"> (SIEL) ist. </span><span style="font-weight: 400;">Es ist eben diese Ideologie die der Täter in seinem Video zum Ausdruck bringt:</span></span></p>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><i><span style="font-weight: 400;">&#8222;Hallo, mein Name ist Anon. Ich denke, der Holocaust ist nie passiert. Feminismus ist die Ursache des Abstiegs des Westens, der als Sündenbock für Massenmigration agiert. Und die Wurzel aller aller dieser Probleme ist der Jude. Wollen wir Freunde sein?&#8220;</span></i></span></p></blockquote>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Bislang wurde das Ausmaß antifeministischer Gewalt banalisiert, maximal anekdotisch angemerkt, jedoch nicht in einen Kontext gesetzt. Auch dieses Mal wird in allen Berichten Balliets Anmerkung zu Feminismus aufgenommen, jedoch nicht weiter behandelt. Balliets Antifeminismus scheint dabei eher wie ein Teil seines Antisemitismus, seiner rechten Gesinnung. Antifeminismus ist aber kein Nebenprodukt, sondern zentraler Teil des Faschismus. Derselbe Fehler wurde schon bei dem Christchurch Attentat begangen, der ebenso vom “Großen Austausch” redete. Elliot Rodger, als “</span><i><span style="font-weight: 400;">incel</span></i><span style="font-weight: 400;"> Held” gefeiert, scheint auch schon längst vergessen. Er tötete 2018 aus Rache für seine Jungfräulichkeit Schülerinnen seiner Schule sowie vier junge Männer. In seinem Manifest schrieb er: “Wie kann ein schwarzer Junge eine Frau bekommen und ich nicht?”. All diese Männer haben sich als Verlierer des Systems verstanden, die sich etwas beraubt fühlten, was ihnen ihrer Meinung nach eigentlich zustand. Balliet selbst nennt sich im Video auch immer wieder “Loser” &#8211; er schafft es “zu wenige” zu erschießen, kommt nicht in die Synagoge. “Einmal Verlierer, immer Verlierer”, sagt er am Ende. Balliets Tat ist getränkt im “Loser”-Narrativ. “Versager”, “Niete” &#8211;  diese Begriffe türmen sich in seinem Sprachgebrauch. Ihn also nicht unter den Aspekt der </span><i><span style="font-weight: 400;">incels </span></i><span style="font-weight: 400;">und des Antifeminismus zu problematisieren, macht es unmöglich, Täter wie ihn zu verstehen, und damit auch unmöglich eine Antwort auf seinen Faschismus zu finden.</span></span></p>
<h4><span style="color: #000000;"><b>Die Mutter ist Schuld. Die Mutter ist Schuld?</b></span></h4>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Während eine Unfähigkeit zu bestehen scheint, die Tat unter diesem feministischen  Aspekt zu sehen, verfällt gerade die Berichterstattung in einem Frauenmagazin in einen Fehler, der hier fast schon zynisch wirkt. </span></span></p>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><i><span style="font-weight: 400;">“Ich bin eine Mutter. Ich bin eine ehemalige Lehrerin. [&#8230;] Schuld ist die Mutter des Attentäters Stephan B., [&#8230;] Ich verschwende kein Wort an ihn. Ich empöre mich über seine Mutter.”</span></i></span></p></blockquote>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Das sind die Worte einer TV-Moderatorin in einem Gastbeitrag der SUPERillu. Das Bild des </span><i><span style="font-weight: 400;">angry white male</span></i><span style="font-weight: 400;">, des Mannes, der wütend ist, der zurückgelassen von der Gesellschaft in einem blutrünstigen Massenmord verfällt, enthält oft eine elementare Komponente: an diesen “Losern” der Gesellschaft, haben natürlich auch immer die Mütter Schuld. In </span><i><span style="font-weight: 400;">American Psycho</span></i><span style="font-weight: 400;"> sowie in der neuen Joker Verfilmung sehen wir, dass zu einem weißen, amoklaufenden Mörder, auch immer eine Mutter gehört, die Teil des Problems ist, die das Individuum krank gemacht hat. Und so kommt es, dass der Fokus auch dieses Mal auf der Suche nach einer Antwort, die Frage nach der Mutter fällt. Für die TV-Moderatorin steht fest: </span><span style="font-weight: 400;"> </span></span></p>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><i><span style="font-weight: 400;">„Niete“ stand auf den Zetteln, die ihr Sohn überall in der Wohnung hinterließ. Das sind Sie, Frau B., eine Niete. Jeder einzelne Zettel ist für Sie bestimmt. NIETE</span></i><span style="font-weight: 400;">.”</span></span></p></blockquote>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Der vom Autor Philip Wylie in den 50er Jahren geprägte Begriff des </span><i><span style="font-weight: 400;">momism</span></i><span style="font-weight: 400;"> scheint heute vergessen, die Ideologie blieb aber offenbar blendend erhalten. Damals dachte man für die Masse an depressiven, nicht belastbaren jungen Männern, die desillusioniert und ambitionslos auf den amerikanischen (Nachkriegs-)Arbeitsmarkt blickten, endlich einen Grund gefunden zu haben: die Mütter. Die Väter waren (fast) alle im Krieg gewesen, und die Jungen mussten  von den Müttern alleine großgezogen werden. Diese konnten natürlich als Frauen*, den jungen Männern nicht in ihrer körperlichen und psychischen Entwicklung das geben, was “echte” Männer brauchten. Stattdessen hatten sie die verweichlichte, also weibliche und &#8222;hysterische&#8220; Erziehung der Mutter allein zu erdulden. Es ist bezeichnend, dass sich diese Denke gerade in Frauenmagazinen erhalten hat.</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;">Mit dem Auslassen der Debatte über Balliets Antifeminismus wird es unmöglich gemacht, auf das Narrativ der “Niete” und diese krankhafte Sicht der Männlichkeit einzugehen. Ohne aber den Blick auf diese, kann man den Faschismus gar nicht behandeln. Das fällt innerhalb einer politischen Landschaft natürlich schwer, die selbst von antifeministischen Strukturen geprägt ist. Dass das Recht auf Abtreibung in den USA wieder zurückgenommen wird, in Polen Sexualkunde in der Schule unter Strafe gestellt werden soll, in Deutschland Abtreibung nicht legalisiert wird, ist eine Rückkehr zu faschistischen Ideologien und Teil des Abbaus der demokratischen Rechte. </span><span style="font-weight: 400;"> Um also eine relevante Debatte über “Nieten” wie Balliet führen zu können, müssen wir zum einen über den Mangel an feministischen Debatten sprechen, und welche Rolle die Rechte der Frauen* für eine gleichberechtigte Gesellschaft haben.</span></span></p>
<h4></h4>
<h4><span style="color: #000000;"><strong>&#8222;Kill a jewess, Kill a communist&#8220;</strong></span></h4>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Zurück aber zum Anfang &#8211; die Tat geschah an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, Balliet plante die Attacke bei einer Synagoge. Es ist unter anderem das Scheitern der 3D Plastikwaffen, das mehr Opfer verhindert hat. Nach der Tat an Jom Kippur ist es Notwendigkeit und Pflicht, den Antisemitismus verstärkt ins Visier zu nehmen. Fast alle Medien nannten die Tat zurecht antisemitisch und rechtsradikal. Fast alle haben den Tenor, man müssen nun dem Antisemitismus &#8222;etwas&#8220; entgegensetzen. Dass eigentlich in keinem Artikel genau steht, wie dieser Kampf aussehen soll, zeigt aber, dass der Kampf gegen Antisemitismus, getrennt von der Frage des aufkeimenden Faschismus in Deutschland, kaum zu lösen ist. Neben &#8222;Kill a jewess&#8220; findet sich so auch &#8222;Kill a communist&#8220; im Manifest. Balliet folgt der Idee vom “Großen Austausch”. Für ihn sind “die Juden” der Grund dafür, dass er im Leben scheitert, privat wie ökonomisch. NEET und Nieten, diese beiden Begriffe werden in faschistischen Foren fast gleichgesetzt. NEET, das bedeutet </span><span style="font-weight: 400;">“Not in Employment, Education, or Training”. Dabei fühlen sich Jugendliche zurecht nicht abgeholt. Die Aufstände und Streiks nehmen weltweit von Tag zu Tag zu und werden von den jeweiligen Staaten gewaltsam niedergedrückt: Chile, Libanon, Ecuador, um nur wenige der letzten Tage zu nennen. </span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span></span></p>
<div id="attachment_1270" style="width: 188px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1270" class=" wp-image-1270" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/10/sfd.jpg" alt="" width="178" height="443" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/10/sfd.jpg 246w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/10/sfd-121x300.jpg 121w" sizes="(max-width: 178px) 100vw, 178px" /><p id="caption-attachment-1270" class="wp-caption-text">Ein Auszug aus dem Manifest Teil &#8222;Achievements&#8220;</p></div>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Es ist der Mangel an ehrlichen, und der Überfluss an hegemonialen Debatten über die momentane politische Krise, die es Faschist*innen leicht macht, NEETs ihre Ideologie aufzuschwatzen, und sie zu ihren “Nieten” zu machen. </span><span style="font-weight: 400;">Nehmen wir den Kampf gegen Antisemitismus also ernst, so kann die Antwort nicht die sein, nur für einen diffusen, verstärkten Kampf “gegen Antisemitismus” zu appellieren. Für eine vollständige Antwort auf Antisemitismus bräuchte es im Journalismus auch eine vollständige Systemkritik, die die Themen der “NEETS” auch aufgreift. Statt Systemkritik, verlagerte man die letzten Tage jedoch die Diskussion wieder auf zweitrangige Themen. Durch den Fokus auf die Gamer Szene und die “Gamifizierung des Terrors”, wurde ein Ersatzdiskurs geschaffen, der eben diese Systemkritik schachmatt setzt. </span></span></p>
<h4></h4>
<h4><span style="color: #000000;"><strong>Nicht nur Gamer, sondern Soldat</strong></span></h4>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Es ist wahr, dass die Tat für ein weltweites Publikum geplant war, über Foren wie </span><i><span style="font-weight: 400;">4chan </span></i><span style="font-weight: 400;">oder </span><i><span style="font-weight: 400;">twitch</span></i><span style="font-weight: 400;">, Kommunikationsplattformen, die in der Gamer Szene beliebt sind. Der Täter nennt sich selbst anon, in Image Boards, wie 4chan kurz für “anonymous user”. In seinem Manifest  spricht er von “body counts”, also von High-Scores für Morde. Die Kameraperspektive erinnert an die von Kriegsspielen. Diese Ästhetik wird unter dem Begriff des “</span><i><span style="font-weight: 400;">gamification of terror</span></i><span style="font-weight: 400;">” zusammengefasst &#8211; also dass Gewalt und Krieg, sich der Sprache und des Looks von (Konsolen-)spielen bedienen. Statt des Beginns einer politischen Debatte, verlagert sich der Fokus wieder auf die Gaming Industrie, und auf die Frage der individuellen psychischen Labilität von Gamer*innen. Es wird darüber debattiert, welche Rolle Spiele spielen, und wie viel Einfluss die Ästhetik und Sprache dieser Spiele auf Menschen hat. Doch hier herrscht in den Medien eine Falschdarstellung vor: die Gamifizierung des Terrors kam nicht durch die Spiele in den Terror. Diese Ästhetik kommt aus dem Militär selbst, und fand erst so ihren Weg in die Spiele. Balliet war nicht nur Gamer, sondern auch bei der Bundeswehr.</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Kriegsspiele sind so designt, dass sie der Realität möglichst nah kommen. Dazu gehört auch die zu belohnen, die am meisten der Feinde umbringen. Eine Gamerin stellt dabei eines klar: “die Idee des High-Score-Knackens ist nicht dem Internet entsprungen. Es wurde lediglich vom Militärwesen adaptiert. “ Im zweiten Weltkrieg kulminierte der body count bei den </span><i><span style="font-weight: 400;">Wehrmacht</span></i><span style="font-weight: 400;"> und </span><i><span style="font-weight: 400;">Einsatzgruppen</span></i><span style="font-weight: 400;">, die die Morde an Jüd*innen genau katalogisierten. Flieger auf Seiten der Amerikaner als auch der Deutschen, machten sich Strichlisten auf ihre Flieger der abgeschossenen Gegner, einen Score über ihren Wert wurde damals schon angelegt. Zwei </span><span style="font-weight: 400;">Offiziere in Niangkjang hatten 1937 einen Wettbewerb darüber, wer zuerst hundert Menschen mit dem Schwert in China töten würde &#8211; und die Tokyoter Zeitung berichtete darüber, wie über ein Sportereignis.</span><span style="font-weight: 400;"> Die Methodik verfestigte sich dann vor allem während des Vietnam Kriegs, um die Motivation unter den Soldaten aufrechtzuerhalten, die unter Drogen das My Lai Massaker verübten.</span></span></p>
<h4><strong>Warification, statt Gamification</strong></h4>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Die Debatte um die </span><i><span style="font-weight: 400;">gamification of terror</span></i><span style="font-weight: 400;"> trägt fälschlicherweise dazu bei, den Ursprung der Gewalt in der Entwicklung der Gaming Szene zu sehen. Sie beraubt der Problematik somit ihrer historischen Dimension, und hilft so, den wahren Ursprung und Nutznießer dieser Ästhetik zu verdecken: das Militär. Statt über die problematische Gaming Industrie, sollte man also über die fortschreitende </span><i><span style="font-weight: 400;">warification, </span></i><span style="font-weight: 400;">also einer Ästhetisierung des Krieges der Gesellschaft, durch das (deutsche) Militär sprechen. </span><i><span style="font-weight: 400;">Gamification of terror</span></i><span style="font-weight: 400;"> ist eine Fortentwicklung, eine neue (digitalisierte) Facette der Ästhetisierung des Kriegs, die Gewalt und Militär attraktiver machen soll. Die deutsche Bundeswehr wirbt genauso wie viele andere mit dieser gamifizierten Ästhetik.  “Multiplayer at it´s best” kann man auf Plakaten der Bundeswehr lesen, YouTube Sendungen wie man Handgranaten wirft, zum Teil aus Gaming Perspektive gedreht, gehören zum “Infomaterial”. “Mein nächstes Ziel” ist dabei der Button zum nächsten Video. Auch Balliet war bei der Bundeswehr, und war von dieser Ästhetik angesprochen; er hatte sich auch kurz für eine Ausbildung beworben. </span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;">Als Faschist nutzt Ballier gezielt diese Kriegsästhetik, um sein Publikum anzusprechen. Was ihn aber zur Tat motivierte, war nicht die Ästhetik von Spielen, sondern seine Überzeugung für den Faschismus. Die Debatte um die Gamingszene  führt dazu, dass wir über fanatisierte Gamer*innen und einer Ästhetik der Gewalt reden, wenn es eigentlich darum gehen sollte, dass gerade eine neue Welle der inneren Militarisierung in Deutschland stattfindet. Niemand wird wegen einer ansprechenden Ästhetik zu Massenmörder. Mit der Debatte um die Ästhetik in der Gaming Kultur, ignorieren wir die Frage der Ideologie, die hinter den Tätern steckt. Die Ästhetisierung des Kriegs ist elementar für Deutschland, die USA und andere imperialistischen Länder, und deshalb auch vom Militär angefacht. Wir sollten über </span><i><span style="font-weight: 400;">gamification of terror</span></i><span style="font-weight: 400;"> sprechen &#8211; aber in dem Kontext, wer denn gerade ein Interesse an der </span><i><span style="font-weight: 400;">warification</span></i><span style="font-weight: 400;">, also an der Ästhetisierung des Kriegs hat. Das bedeutet, konsequent über die Rolle der Bundeswehr bei der Jugend und die innere Militarisierung zu sprechen, statt primär über Computerspiele und Spieler*innen. </span></span></p>
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<h4><span style="color: #000000;"><strong>Dem White Noise zum Trotz</strong></span></h4>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Fragmentierte Diskurse hüllen den Faschismus in ein Störgeräusch von Einzeldebatten, sodass er unentdeckt weiter gedeihen kann. Es macht keinen Sinn Balliet isoliert unter dem Aspekt des Antisemitismus, Antifeminismus oder der </span><i><span style="font-weight: 400;">warification</span></i><span style="font-weight: 400;"> zu diskutieren, denn es ist nicht ein Teil davon, der ihn komplett erklären kann. Balliet beging diese Tat nicht “nur” als ein psychisch labiler Gamer, oder “nur” als ein wütender, rassistischer junger Mann. Er kam als dieser in die Foren, und radikalisierte sich dort. Die Tat beging er dann als Faschist. Der Faschismus schafft es sehr gut, über die These vom “Großen Austausch” seine einzelnen Themenfelder zusammenzubringen. In seinem Manifest stellt Balliet dabei klar, wen er als Feind benennt: Muslime, Jüd*innen, Frauen* und Marxist*innen. Der Marxismus wirkt nur auf den ersten Blick fremd in dieser Liste, denn er vereint Feminismus und Antirassismus in einem Kampf der Arbeiter*innen. Wir können keine andere Perspektive haben als die, diese drei Aspekte medial wie auch politisch deutlich zusammenzuführen. Das wäre eine klare Ansage, den ganzen Störgeräuschen zum Trotz.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Autorin: Penelope Kemekenidou</span></p>
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<h4><span style="color: #000000;"><strong>Medienscreening zu Halle &#8211; Ein Auszug </strong></span></h4>
<p><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.sueddeutsche.de/politik/halle-anschlag-rechtsextremismus-durchsuchung-moenchengladbach-1.4642759">https://www.sueddeutsche.de/politik/halle-anschlag-rechtsextremismus-durchsuchung-moenchengladbach-1.4642759</a></span><br />
<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.sueddeutsche.de/politik/halle-anschlag-kommentar-1.4634876?reduced=true">https://www.sueddeutsche.de/politik/halle-anschlag-kommentar-1.4634876?reduced=true</a></span><br />
<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.sueddeutsche.de/politik/anschlag-halle-synagoge-rechtsextremismus-1.4635839">https://www.sueddeutsche.de/politik/anschlag-halle-synagoge-rechtsextremismus-1.4635839</a></span><br />
<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.sueddeutsche.de/politik/halle-synagoge-schuesse-1.4633708?reduced=true">https://www.sueddeutsche.de/politik/halle-synagoge-schuesse-1.4633708?reduced=true</a></span><br />
<span style="color: #000000;">https://www.sueddeutsche.de/politik/halle-schiesserei-video-1.4634473</span><br />
<span style="color: #000000;">tagesschau.de <a style="color: #000000;" href="https://www.tagesschau.de/inland/halle-taeter-107.html">https://www.tagesschau.de/inland/halle-taeter-107.html</a></span><br />
<span style="color: #000000;">https://www.zeit.de/news/2019-10/10/das-mutmassliche-taetervideo-protokoll-des-attentats-in-halle</span><br />
<span style="color: #000000;">https://www.merkur.de/politik/halle-polizei-panne-nach-notruf-schwere-vorwuerfe-gegen-einsatzkraefte-zr-13101044.html</span><br />
<span style="color: #000000;">https://www.spiegel.de/plus/halle-saale-anschlag-die-spuren-des-stephan-balliet-a-00000000-0002-0001-0000-000166382642</span><br />
<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.bild.de/ratgeber/2019/ratgeber/neonazi-von-halle-war-er-anhaenger-der-incel-bewegung-65253854.bild.html">https://www.bild.de/ratgeber/2019/ratgeber/neonazi-von-halle-war-er-anhaenger-der-incel-bewegung-65253854.bild.html</a></span><br />
<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.antifainfoblatt.de/artikel/virtuell-vernetzter-rechtsterrorismus">https://www.antifainfoblatt.de/artikel/virtuell-vernetzter-rechtsterrorismus</a></span><br />
<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.nsu-watch.info/2019/10/der-rechte-terroranschlag-in-halle-gamification-of-terror/">https://www.nsu-watch.info/2019/10/der-rechte-terroranschlag-in-halle-gamification-of-terror/</a></span><br />
<span style="color: #000000;">https://www.tagesspiegel.de/politik/tatverdaechtiger-aus-halle-menschen-toeten-und-sich-selbst-leidtun/25104378.html<a style="color: #000000;" href="https://www.sueddeutsche.de/politik/halle-anschlag-chronik-1.4634951?reduced=true">https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/halle/halle/angriff-synagoge-attentaeter-legt-gestaendnis-ab100.html<br />
https://www.sueddeutsche.de/politik/halle-anschlag-chronik-1.4634951?reduced=true</a><a style="color: #000000;" href="https://www.nsu-watch.info/2019/10/der-rechte-terroranschlag-in-halle-gamification-of-terror/"><br />
</a>https://www.tagesspiegel.de/politik/tatverdaechtiger-aus-halle-menschen-toeten-und-sich-selbst-leidtun/25104378.html<a style="color: #000000;" href="https://www.antifainfoblatt.de/artikel/virtuell-vernetzter-rechtsterrorismus"><br />
</a><a style="color: #000000;" href="https://www.derwesten.de/panorama/vermischtes/halle-sachsen-anhalt-zwei-tote-schuesse-bei-synagoge-dokument-aufgetaucht-id227317805.html">https://www.derwesten.de/panorama/vermischtes/halle-sachsen-anhalt-zwei-tote-schuesse-bei-synagoge-dokument-aufgetaucht-id227317805.html<br />
</a><a style="color: #000000;" href="https://www.derwesten.de/panorama/vermischtes/halle-stephan-balliet-hat-zwei-menschen-getoetet-das-wissen-wir-ueber-den-taeter-neonazi-id227325123.html">https://www.derwesten.de/panorama/vermischtes/halle-stephan-balliet-hat-zwei-menschen-getoetet-das-wissen-wir-ueber-den-taeter-neonazi-id227325123.html<br />
</a><a style="color: #000000;" href="https://twitter.com/RambaZamba161/status/1181968455538487296">https://twitter.com/RambaZamba161/status/1181968455538487296<br />
</a><a style="color: #000000;" href="https://www.tagesspiegel.de/politik/der-anschlag-von-halle-rechtsterrorismus-inszeniert-wie-ein-computerspiel/25103584.html">https://www.tagesspiegel.de/politik/der-anschlag-von-halle-rechtsterrorismus-inszeniert-wie-ein-computerspiel/25103584.html<br />
</a><a style="color: #000000;" href="https://www.bild.de/politik/ausland/politik-ausland/halle-neonazi-stephan-balliet-streamte-den-gesamten-anschlag-was-uns-das-video-s-65246702.bild.html">https://www.bild.de/politik/ausland/politik-ausland/halle-neonazi-stephan-balliet-streamte-den-gesamten-anschlag-was-uns-das-video-s-65246702.bild.html<br />
</a><a style="color: #000000;" href="https://www.bild.de/news/inland/news-inland/halle-attentat-wie-neonazi-stephan-balliet-aus-dem-netz-unterstuetzt-wurde-65299572.bild.html">https://www.bild.de/news/inland/news-inland/halle-attentat-wie-neonazi-stephan-balliet-aus-dem-netz-unterstuetzt-wurde-65299572.bild.html<br />
</a><a style="color: #000000;" href="https://www.urbandictionary.com/define.php?term=warification">https://www.urbandictionary.com/define.php?term=warification<br />
</a><a style="color: #000000;" href="https://www.latimes.com/local/lanow/la-me-isle-vista-massacre-alt-right-20180206-story.html">https://www.latimes.com/local/lanow/la-me-isle-vista-massacre-alt-right-20180206-story.html</a></span><br />
<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.superillu.de/warum-die-mutter-des-halle-attentaeters-fuer-mich-mitverantwortlich-ist">https://www.superillu.de/warum-die-mutter-des-halle-attentaeters-fuer-mich-mitverantwortlich-ist</a></span></p>
<p>&nbsp;</p>
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