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	<title>Gender Equality Media e.V.</title>
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	<description>Gegen medialen Sexismus</description>
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		<title>Eilmeldung: Hausdurchsuchungen bei Feministinnen wegen Palästina-Solidarität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Penelope Kemekenidou]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Dec 2023 11:05:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Activism]]></category>
		<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[de]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute Nacht kam es zu Hausdurchsuchungen bei Mitgliedern der feministischen Organisation “Zora” &#8211; wegen der “Unterstützung einer terroristischen Organisation”. Damit ist nicht die Unterstützung des mörderischen Staatsterrors Israels gemeint, der seit mehr als einem Monat tausende Frauen und Kinder massakriert, die fast 70 Prozent aller im Gazastreifen gemeldeten Todesfälle ausmachen, sondern die Unterstützung für die sekuläre, demokratische und sozialistische Volksfront &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Heute Nacht kam es zu Hausdurchsuchungen bei Mitgliedern der feministischen Organisation “Zora” &#8211; wegen der “Unterstützung einer terroristischen Organisation”. Damit ist nicht die Unterstützung des mörderischen Staatsterrors Israels gemeint, der seit mehr als einem Monat tausende Frauen und Kinder massakriert, die fast 70 Prozent aller im Gazastreifen gemeldeten Todesfälle ausmachen, sondern die Unterstützung für die sekuläre, demokratische und sozialistische Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFPL).</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Die PFPL stellt sich aktiv gegen die Hamas und wurde bis dato auch genau deswegen von westlichen Kräften in der Region geschwächt. Denn um die Palästinenser*innen “legal” zu ermorden, braucht man ein gutes Feindbild, und damit eine starke Hamas in der Region. </span></span></p>
<h3><span style="color: #000000;">Hausdurchsuchungen von privaten Wohnungen und einem Café</span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">“Sechs Wohnungen und zwei andere Räume von Mitgliedern der Gruppe &#8222;Zora&#8220; wurden am Mittwochmorgen in verschiedenen Stadtteilen Berlins durchsucht&#8220;, schreibt die SZ, und zitiert damit einen Polizeisprecher. Die Frauen der Organisation werden nicht interviewt.</span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Auch in das Karanfil ist die Polizei heute um 8:30 Uhr eingefallen. Die Durchsuchung im Karanfil ist noch im Gange. Der Besitzer hat zur Unterstützung aufgerufen. Das Karanfil ist ein selbstorganisiertes, migrantisches Cafe, wo überwiegend pocs einen Safe Space finden, was der Polizei schon lange ein Dorn im Auge ist. Als der Chor “Widerklang” Ende Oktober eine Soli Veranstaltung dort gemacht hatte und ein Konzert mit palästinensischen und jiddischen Liedern gesungen hat, standen die Cops auch auf einmal vor der Tür.</span></p>
<h3><span style="color: #000000;">Eine neue Stufe der Aggressivität deutscher Politik</span></h3>
<p><span style="font-weight: 400; color: #000000;">Das ist ein klarer Angriff auf linke Strukturen, die den Krieg verdammen und ein Gegengewicht zur Staatsräson der deutschen Regierung bilden, die nicht nur medial die Hegemonie der bürgerlichen Gesellschaft aggressiv verteidigt, sondern nun auch angefangen hat außerhalb von Demonstrationen die Menschen anzugreifen, die sich gegen einen Genozid stellen. </span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Hier zeigt sich auch, dass es der deutschen Regierung, dem Staat und den Kriegsgewinnlern niemals um die Hamas als solches ging, sondern um den Widerstand gegen ihre Herrschaft als Ganzes.  Hier findet ein Angriff auf Frauen statt, die ihre eigene Position formulieren. Was sagt die feministische Außenpolitik von Baerbock dazu?</span></span></p>
<h3><span style="font-weight: 400; color: #000000;"><strong>Greifen sie eine(n) von uns an, greifen sie alle an.</strong> </span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><b>Die Durchsuchung im Karanfil ist noch im Gange, wer anwesend sein kann</b><span style="font-weight: 400;">, </span><b>kommt gerne hin ab 17 Uhr: </b><span style="font-weight: 400;">Weisestraße 3, 12049 Berlin, Deutschland</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;">Wir bitten euch zudem, den Kanälen der Betroffenen zu folgen und zu verfolgen, wie am besten weiter unterstützt werden kann. </span></span></p>
<p><a href="https://www.instagram.com/cafe_karanfil_bar"><span style="font-weight: 400;">https://www.instagram.com/cafe_karanfil_bar</span></a></p>
<p><a href="https://www.instagram.com/zora_berlin_/">https://www.instagram.com/zora_berlin</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>GREIFT IHR EINE VON UNS AN, ANTWORTEN WIR ALLE!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Jun 2023 10:01:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[#unfollowpatriarchy]]></category>
		<category><![CDATA[Activism]]></category>
		<category><![CDATA[de]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus in Deutschland]]></category>
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					<description><![CDATA[Statement von Gender Equality Media e.V. zur angegriffenen Petition, die die Absage aller Rammstein-Konzerte in Berlin fordert und am Freitag offline gehen musste. Eine von uns hat ganz prominent Konsequenzen für Rammstein gefordert, indem sie kurz nach Veröffentlichung der Vorwürfe eine Petition startete, in der sie die Absage, der in Berlin geplanten Konzerte forderte. Und eben nicht nur die Aftershow-Parties &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><em>Statement von Gender Equality Media e.V. zur <a style="color: #000000;" href="https://weact.campact.de/petitions/keine-buhne-fur-rammstein">angegriffenen Petition</a>, die die Absage aller Rammstein-Konzerte in Berlin fordert und am Freitag offline gehen musste.</em></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Eine von uns hat ganz prominent Konsequenzen für Rammstein gefordert, indem sie kurz nach Veröffentlichung der Vorwürfe eine Petition startete, in der sie die Absage, der in Berlin geplanten Konzerte forderte. Und eben nicht nur die Aftershow-Parties zu canceln, wie es zuletzt in den Medien hieß. Bis Freitag hatten insgesamt mehr als 62.000 Menschen die Petition unterzeichnet. <a style="color: #000000;" href="https://weact.campact.de/petitions/keine-buhne-fur-rammstein">Aber eben nur bis Freitag, weil sie an dem Tag zum Ziel eines Cyberangriffs und von Bots überflutet wurde und daraufhin offline gehen musste.</a></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #000000;"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-1658 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/FireShot-Capture-147-Keine-Bühne-für-Rammstein-WeAct-weact.campact.de_-300x204.png" alt="" width="300" height="204" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/FireShot-Capture-147-Keine-Bühne-für-Rammstein-WeAct-weact.campact.de_-300x204.png 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/FireShot-Capture-147-Keine-Bühne-für-Rammstein-WeAct-weact.campact.de_.png 740w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></span></p>
<p><span style="color: #000000;">In den letzten Wochen kamen wir kaum um das Thema herum: Rammstein, ganz speziell die Missbrauchsvorwürfe gegenüber dem Frontsänger Till Lindemann. Wir alle von Gender Equality Media e.V. haben die Geschichten der mutigen Frauen, die ihren Mund aufgemacht haben, um auf systematischen Machtmissbrauch in der Musikindustrie aufmerksam zu machen, sehr berührt und machte uns wieder einmal deutlich: Gewalt gegen Frauen ist kein Einzelfall, sondern hat System. Überall und jederzeit.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Wir von Gender Equality Media e.V. werten diesen Vorgang als schwerwiegende Verletzung von Meinungsfreiheit und politischer Teilhabe, welche im Patriarchat System gegen FLINTAs hat. </strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Petitionen sind politische Werkzeuge, um zivilgesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, Aufmerksamkeit zu generieren und bringen so immer wieder wichtige Themen auf die politischen Agendas, die eine sofortige Intervention von politischen Amtsträger*innen erfordern oder die sonst schlichtweg im Schatten bleiben würden, wenn sie von Betroffenen nicht laut angesprochen werden. Dass heute jede von uns mit Anschluss zum Internet eine Petition starten kann, werten wir als große Chance, um Mitbestimmung von Menschen zu ermöglichen, die in der Politik nicht vertreten sind. Seien es FLINTAs, Queers, migrantisierte und/oder rassifizierte Menschen, Menschen mit Behinderung oder Menschen aus der Arbeiter*innenklasse, also alle die vorher kaum Zugang zur politischen Teilhabe hatten. Bis vor der Digitalisierung, waren die Hürden dazu entweder viel zu hoch oder es kostete sie zu viel, sie zu überwinden. </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Der von Unbekannten ausgeübte Bot-Angriff auf die Petition <i>Keine Bühne für Rammstein </i>mag ein Einzelfall sein, aber er reiht sich neben viele ähnliche Angriffe auf FLINTA-Aktivist*innen, die mutig genug waren, ihren Mund aufzumachen und Betroffenen von geschlechtsspezifischer Gewalt solidarisch Schulter an Schulter stehen. Er hat das Ziel, uns und unsere gemeinsamen Erfahrungen unsichtbar zu machen und das patriarchale System zu stützen, dass FLINTAs systematisch hasst. Seine Motivation ist ein misogynes Weltbild, in der es darum geht uns klein zu halten.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Wir von GEM e.V. wollen aber weder unsichtbar, noch leise sein. DENN WIR SIND WÜTEND!</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Deswegen rufen wir Euch Alle dazu auf, an den geplanten Demonstrationen von <a style="color: #000000;" href="https://www.instagram.com/keinrammstein_berlin/?hl=de">@keinrammstein_berlin</a>, <a style="color: #000000;" href="https://www.instagram.com/keinebuehne/?hl=de">@keinebühne</a> und <a style="color: #000000;" href="https://www.instagram.com/keineshowfuertaeter_berlin/?hl=de">@keineshowfürtäter</a> teilzunehmen. Lasst uns unsere Wut und unsere Betroffenheit solidarisch zum Ausdruck bringen und protestieren wir gegen jede Form von geschlechtsspezifischer Gewalt. GREIFT IHR EINE VON UNS AN, ANTWORTEN WIR ALLE!</strong></span></p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-1663 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/2-300x300.png" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/2-300x300.png 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/2-1024x1024.png 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/2-150x150.png 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/2-768x768.png 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/2.png 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Offener Brief: Der Kopf von Reichelt reicht uns nicht!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Oct 2021 11:25:39 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Sexistische Berichterstattung, Machtmissbrauch und Diskriminierungen in Redaktionen sind keine Einzelfälle. Die Recherchen deutscher Investigativ-Journalist*innen sowie die jüngsten Berichte der „New York Times“ brachten den „Bild“-Chef und Ober-Macker Julian Reichelt zu Fall. Doch das Problem hört hier nicht auf: Männer schützen Männer &#8211; immer wieder! Das alles ist viel größer, dahinter steckt ein System. Sexismus in den Redaktionen und Berichterstattung fängt &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Sexistische Berichterstattung, Machtmissbrauch und Diskriminierungen in Redaktionen sind keine Einzelfälle. Die <a style="color: #000000;" href="https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bild-chef-julian-reichelt-warum-er-gehen-musste-a-3a205fa3-9967-4803-8a32-c47e8a0ad227"><span style="color: #ff00ff;">Recherchen deutscher Investigativ-Journalist*innen</span></a> sowie die jüngsten <a style="color: #000000;" href="https://www.nytimes.com/2021/10/17/business/media/axel-springer-bild-julian-reichelt.html"><span style="color: #ff00ff;">Berichte der „New York Times“</span></a> brachten den „Bild“-Chef und Ober-Macker Julian Reichelt zu Fall. Doch das Problem hört hier nicht auf: Männer schützen Männer &#8211; immer wieder! Das alles ist viel größer, dahinter steckt ein System. Sexismus in den Redaktionen und Berichterstattung fängt bei Lokalzeitungen an und hört bei der BILD auf. Das muss sich ändern!<span id="more-1585"></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Gender Equality Media veröffentlicht <span style="color: #ff00ff;"><a style="color: #ff00ff;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_.pdf" target="_blank" rel="noopener">Offenen Brief</a> </span>an deutsche Redaktionen und Verlage</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">In Redaktionsrichtlinien, Leitbildern oder Visionen sprechen sich fast alle deutschen Redaktionen für die Förderung von Diversität und den Abbau von Diskriminierung und Sexismus aus. Durch unsere jahrelange Arbeit, unsere wöchentlichen Medienscreenings und in direkten Gesprächen mit Journalist*innen und Medienschaffenden sowie auf Grundlage unserer <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Ergebnisse-Umfrrage-Bericherstattung-Gewalt-gegen-Frauen-1.pdf" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #ff00ff;">nicht-repräsentativen Umfrage</span></a> sind wir jedoch zu folgenden Beobachtungen gelangt:</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>1. Strukturell-patriarchale Probleme werden nicht benannt und eingeordnet.<br />
2. Die Zusammensetzung der Führungsebene und Redaktionen bildet nicht unsere Gesellschaft in all ihren Facetten ab.<br />
3. Freiheit und Neutralität kann im Hinblick von wirtschaftlichen Interessen nicht sichergestellt werden.</strong></span></p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-1611 alignleft" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p><span style="color: #000000;">Faktenbasierter, qualitativer und freier Journalismus sind höchste Güter unserer demokratischen Gesellschaft. Der Einfluss von Medien und die damit einhergehende Verantwortung ist stärker denn je. ​Aber genau diese Verantwortung müssen Medien, Redaktionen und Journalist*innen auch wahrnehmen. In einem <span style="color: #ff00ff;"><a style="color: #ff00ff;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_-1.pdf" target="_blank" rel="noopener">Offenen </a><a style="color: #ff00ff;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_-2.pdf" target="_blank" rel="noopener">Brief</a></span> fordern wir deutsche Redaktionen auf, Stellung zu beziehen, im Sinne der Istanbul-Konvention zu handeln und systematische Diskriminierung jeglicher Art (durch transparente, nachverfolgbare Maßnahmen) abzubauen. Medien sind Teil und Lösung des Problems: Sie tragen einen Großteil zur Meinungsbildung bei und haben somit auch Verantwortung. Sie tragen einen Großteil zur Meinungsbildung bei und müssen entsprechend verantwortungsbewusst berichten. Dazu gehört auch, systemische Gewalt gegen Frauen in der Berichterstattung entsprechend einzuordnen. Nur wenn sie das tun und die Gewalt nicht verharmlosen, sondern als das benennen, was sie ist, können sie Verbündete sein. Hier: <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_-2.pdf" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #ff00ff;">Der Offene Brief zum Download.</span> </a></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Krasse Umfrageergebnisse bestätigen unsere Arbeit</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">In einer <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Ergebnisse-Umfrrage-Bericherstattung-Gewalt-gegen-Frauen-1.pdf"><span style="color: #ff00ff;">nicht-repäsentativen Umfrage</span></a> haben wir Medienkonsument*innen zur deutschen Berichterstattung zum Thema Gewalt gegen Frauen befragt. Die Ergebnisse sind sehr eindeutig: 0 Prozent der Befragten finden die Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen in Deutschland aussreichend. Auch die generelle Thematisierung und Einordnung von Gewalt gegen Frauen bemängeln rund 83 Prozent (61% eher Nein / 22% Nein) der Konsument*innen. Bei der Frage &#8222;Welche Themen im Bereich des intersektionalen Feminismus zu selten in den deutschen Medien thematisiert werden&#8220;, waren sich die Befragten auch einig. Nur um einige zu nennen: Femizide/Feminizide, Verknüpfung von Sexismus und Rassismus, Ableismus, Kapitalismuskritik, LGBTQ*-Feindlichkeit.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Die Berichterstattung von Gewalt gegen Frauen muss von allen Medien priorisiert und eingeordnet werden. Wenn Frauen umgebracht werden und/ oder Gewalt erfahren ist das kein Einzelfall oder ein Versehen, dahinter steckt ein patriarchales System. In unserem </strong></span><span style="color: #ff00ff;"><strong><a style="color: #ff00ff;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_.pdf">Offenen Brief</a></strong></span><span style="color: #000000;"><strong> fordern wir daher alle Redaktionen auf: Stellt den Kampf gegen Gewalt an Frauen an höchste Stelle.</strong></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1614 size-large" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie-1024x1024.jpg" alt="" width="1024" height="1024" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie.jpg 1080w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
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		<title>&#8222;Sexpositiv und frauenfeindlich: Gang Bang im Berliner Garten von Eden&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Penelope Kemekenidou]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Jun 2021 14:01:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[de]]></category>
		<category><![CDATA[Gastbeitrag]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[Sex”positive” Räume, KitKat Club, die “Kinky Szene” Berlins: unsere Gastautorin hat sich in eine Szene begeben, in der sie Grenzenlosigkeit in jeglicher Art gesucht hat. Was sie gefunden hat, war das, was es auch in der vermeintlich “spießigen” Mainstreamgesellschaft gibt: verkappte Hetero-Männer, die offenbar Angst haben, vor dem, was eigentlich gerade dort ein Thema sein sollte: gleichberechtigte Verhütung. Wir beschäftigen &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><em><span style="font-weight: 400;"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1577 alignleft" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-fTvf9e8A1fc-unsplash-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-fTvf9e8A1fc-unsplash-300x200.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-fTvf9e8A1fc-unsplash-1024x683.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-fTvf9e8A1fc-unsplash-768x512.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-fTvf9e8A1fc-unsplash-1536x1024.jpg 1536w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-fTvf9e8A1fc-unsplash-2048x1365.jpg 2048w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Sex”positive” Räume, KitKat Club, die “Kinky Szene” Berlins: unsere Gastautorin hat sich in eine Szene begeben, in der sie Grenzenlosigkeit in jeglicher Art gesucht hat. Was sie gefunden hat, war das, was es auch in der vermeintlich “spießigen” Mainstreamgesellschaft gibt: verkappte Hetero-Männer, die offenbar Angst haben, vor dem, was eigentlich gerade dort ein Thema sein sollte: gleichberechtigte Verhütung. </span><span style="font-weight: 400;">Wir beschäftigen uns tagtäglich mit sexualisierter Gewalt in Deutschlands Medienlandschaft. Genauso sehr, wie es hier um das Aussprechen von Fehlern geht, liegt uns auch etwas daran, dem einen Platz zu geben, was sonst keinen Raum im medialen Diskurs findet. Daher geben wir hier einem Bericht einer Betroffenen Platz.</span></em></span></p>
<p><strong>Ein Gastbeitrag von Yulia Myshka*</strong></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"><br />
Ein absurder Maskenball, gehüllt in mystische Wolken von Nebelmaschinen und Nasenschnee: </span><i><span style="font-weight: 400;">Disco Bizarre</span></i><span style="font-weight: 400;">, das war die legendäre Samstagnacht im KitKatKlub – einer Berliner Institution für all die Praktiken, Phantasien und Lebensarten, die tagsüber in der Gesellschaft keinen Raum finden. „Magisches Theater – Nur für Verrückte!“, lautet die Inschrift über dem verspielten Eingangstor – ein Zitat aus Hermann Hesses </span><i><span style="font-weight: 400;">Steppenwolf</span></i><span style="font-weight: 400;">, welches den Protagonisten vor Betreten eines Zauberkabinettes davor warnt, seine geistige Gesundheit angesichts der irrsinnigen Erscheinungsformen seiner Phantasie zu verlieren. Das ist das Risiko, welches ein Individuum eingeht, wenn es versucht, sich aus seinem Kontext zu lösen und sich auf die Suche nach einem ungeordneten, fremden Raum zu begeben – Die Befreiung vom eigenen Körper mittels dissoziierender Betäubungsmittel; die Befreiung von seinem sozialen Umfeld auf Wanderschaft in neue, freie Welten. Was erwartet den Menschen, der sich als Element eines strukturierten Kollektivs abtrennt und einen Weg ohne Straßennamen beschreiten möchte?</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Voll jugendlichem Sturm und Drang begab ich mich also auf Wanderschaft: Auf der Flucht vor dem gemäßigten Bürgertum in eine Idealwelt, in der keine religiöse Doktrin lebensfremde Sexualmoral postulieren sollte oder von der Norm abweichende Menschen mit Tabus zum Schweigen gebracht werden – niemand sollte hier in die Verdammnis oder Unsichtbarkeit verdrängt werden. Eine romantische Vision, diese paradiesische Parallelgesellschaft mit dem ehrlichen Ziel, die menschliche Lust ohne Scham und Höllenangst wiederzubeleben, freie Liebe ohne Grenzen. Es begann vor zwei Jahren, als ich von zwei Klubnacht-Bekanntschaften zu einer privaten Orgie im kleineren Kreise eingeladen wurde. Die Festivität entpuppte sich als Eignungstest zur Aufnahme in eine exklusive (und in der Kinky-Szene heißbegehrte) Gruppierung unter der Leitung zweier Männer. Das allegorische Gruppenbild zeigt Adam und Eva vor dem Sündenfall, nackt und natürlich, umgeben von fruchtbarem Grün und einem weiten blauen Himmel. </span><i><span style="font-weight: 400;">The Garden</span></i><span style="font-weight: 400;">, so der symbolkräftige Name, ist zugänglich für eine begrenzte Anzahl von offenen Frauen und willigen Männern, die auf regelmäßiger Basis an den selbstorganisierten Veranstaltungen teilnehmen. Nur die Harten (im Geben und Nehmen) kommen in den Garten, dazu zählen die ausdauerkräftigsten Männer mit viagrainduzierten Erektionen sowie ihre unterwürfigen weiblichen Pendants.</span></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1578 alignleft" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-TZSeksO2v5Q-unsplash-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-TZSeksO2v5Q-unsplash-300x200.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-TZSeksO2v5Q-unsplash-1024x683.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-TZSeksO2v5Q-unsplash-768x512.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-TZSeksO2v5Q-unsplash-1536x1024.jpg 1536w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-TZSeksO2v5Q-unsplash-2048x1365.jpg 2048w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><span style="font-weight: 400; color: #000000;">Was ursprünglich als legere Versammlung sexpositiver Lustbejaher begann, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer ordentlich strukturierten Organisation mit Untergruppierungen aus potentiellen Neulingen, die auf probeweisen Sexparties sorgfältig selektiert wurden nach Kriterien der Schönheit und Nützlichkeit. Auch in der Sphäre revolutionärer Freiheit gibt es Verhaltensregeln und ungeschriebene Gesetze, die man besser befolgen sollte, wenn man Wert auf Ansehen und eine gesicherte Position legt. Wer sich mit den Führern anlegt, riskiert es, von der nächsten geheimen Gruppensexveranstaltung ausgeladen und für unbestimmte Zeit auf die undankbare Nachrücker-Warteliste gesetzt zu werden. Andererseits besteht für die fleißigsten der Bienchen die Chance auf einen Status jenseits der beschränkten Vorstellungen bürgerlicher Ambitionen: Wer sich durch hervorstechende Glanzleistungen und eindrückliche Performationen einen Namen verschaffen konnte, ist sich in dieser zweiten Realität, in der bezaubernden Dunkelheit des Nachtlebens, allgemeiner Wertschätzung und Anerkennung sicher. Dieser Status wiederum ermöglicht Gästelistenplätze, Einladungen zu exklusiveren Events und allerlei sonstige Privilegien, die – selbstverständlich auf einer weit irdischeren und normaleren Ebene – in der Gesellschaft da draußen nur der Oberschicht vorbehalten sind. Wenn bei Tageslicht das Geld regieren soll, dann gilt bei Nacht das Gesetz des Geschlechts und der Lust.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Ein Gesetz der Gleichheit und Gerechtigkeit? Nicht, solange der Körper im Spiel ist und die Grenzen nur in eine Richtung überschritten werden. Ein großes Lob zunächst an </span><i><span style="font-weight: 400;">safe, sane and consensual</span></i><span style="font-weight: 400;"> und den offenen, verantwortungsbewussten Umgang mit Geschlechtskrankheiten:  Dieser bildet die ungeschriebene Grundvereinbarung unter Teilnehmer*innen von Orgien und regelt all diejenigen Grenzüberschreitungsbereiche, die bei der reziproken Benutzung und Befriedigung diverse Gesundheitsrisiken für alle bergen. Egal ob weiblicher oder männlicher Körper, jeder könnte potentiell dem Angriff von Viren und Bakterien ausgesetzt sein. Diese Wechselseitigkeit besteht jedoch nicht bei Verhütung. Das Desinteresse für ein Problem, das nur das Leben und den Körper weiblicher Personen mit funktionsfähigen Reproduktionsorganen bestimmt, liegt im Mangel an Selbstbetroffenheit. Heterosexualität ist meist einseitig invasiv ausgestaltet: cis-Männer werden nicht penetriert – zumindest nicht so, dass sie schwanger werden könnten, Kinder austragen oder abtreiben müssten. Sie müssen sich nicht schützen.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Dass die Schwangerschaftsprävention exklusive Angelegenheit der Frau ist, bekam ich zu spüren, als ich es wagte, in unserem sexpositiven Kollektiv das unbehagliche Thema der gleichberechtigten Verhütung anzusprechen:</span><a style="color: #000000;" href="https://www.vice.com/de/article/nz7pg8/die-perfekte-verhuetung-fuer-maenner-ist-da-warum-benutzen-wir-sie-nicht-489"> <span style="font-weight: 400;">Die perfekte Verhütung für den Mann ist da—aber warum nutzen wir sie nicht?</span></a><span style="font-weight: 400;"> Neben verächtlichen Kommentaren gab es auch konstruktive Kritik mit dem Hinweis, die Diskussion doch bitte in eine extra Verhütungsgruppe zu verlegen mit Teilnehmer*innen, die sich für die Thematik interessieren würden; denn sie sprenge den Rahmen eines angenehmen Freitagnachmittags all derer, die es nicht betreffe. Teils wohlwollend paternalistisch, teils offen misogyn und hasserfüllt versuchten ein halbes Dutzend Männer gemeinsam, mich davon zu überzeugen, dass  Verhütung in einer Sexgruppe „off-topic“ sei; Es gab unter mehr als fünfzig Mitgliedern kein einziges, das mir beistand (außer einzelne direkte, privaten Nachrichten von Frauen an mich, die sich jedoch nicht öffentlich trauten, mir zuzustimmen). Einen so harten Gang Bang (aus Worten statt Schwänzen, versteht sich) hatte ich selbst in den Hochphasen meiner Exzentrik noch nie erlebt. Mit der Drohung, meinen kostbaren Platz im schönen Garten zu verlieren, wurde ich von den Gruppenvätern schließlich zum Schweigen gezwungen. – Das tat ich natürlich nicht, sondern bin selbst aus dem Paradies spaziert, aus der extravaganten Miniatur-Version einer phallozentrischen Gesellschaft zurück in die Mainstream-Männerwelt (nicht viel besser, aber weniger heuchlerisch) – über mir schwebend die verblassende Erinnerung an die regenbogenfarbene Glitzerpracht der Tanzfläche im KitKatKlub, auf der alle sich lieben sollten – egal wer, egal wie, </span><i><span style="font-weight: 400;">Alles fickt alles</span></i><span style="font-weight: 400;">. Hört sich nach vielen Optionen an. Nur leider verhütet eben nicht alles.  In einer geld- und männergesteuerten Gesellschaft gibt es ungenügend Finanzierung für Projekte, die das ändern würden, um Frauen die alleinige Last von den Schultern zu nehmen, Depressionen von der täglichen Pille zu bekommen oder Regelschmerzen von der Kupferspirale oder die Summe eines halben Gramm Koks für die Pille danach auszugeben, wenn mal das Kondom reißt. Da aber auch Männer leiden, wenn ihr sexuelles Erlebnis durch eine dünne Schicht Latex eingeschränkt wird, ist die Angelegenheit von ihrer Seite aus erledigt. Deshalb bleibt für die heterosexuelle Frau ohne Kinderwunsch keine freie Wahl und Selbstbestimmung über ihren Körper, sondern eine eingeschränkte Entscheidung zwischen schlechten und weniger schlechten Möglichkeiten, sich zu schützen.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Das Fazit meiner Wanderschaft: Es erwartet einen nichts Neues. Keine Befreiung, weder vom Körper noch vom sozialen Umfeld. Keine neuen, freien Welten; die Straßen sind die gleichen, nur die Straßennamen sind verkehrt. Man kennt es von Filmen wie </span><i><span style="font-weight: 400;">The Beach</span></i><span style="font-weight: 400;">, aber auch aus der </span><i><span style="font-weight: 400;">Liebig 34</span></i><span style="font-weight: 400;"> in Berlin: Die Menschen hassen den Kapitalismus, aber sie bleiben dennoch in ihrer rebellischen Gegen-Gesellschaft weiterhin fest im kapitalistischen System gefangen. Die Freigeister der </span><i><span style="font-weight: 400;">Garden-Group</span></i><span style="font-weight: 400;"> blicken auf das durchschnittliche Bürgertum wie Lenin auf die Bourgeoisie, und doch sind sie vielmehr der unreflektierte und normale Kern des bürgerlichen Systems selbst: Sie sind die idealtypische Spiegelung einer heteronormativen, sexistischen und misogynen Gesellschaft, die ihre weiblichen Mitglieder ausnutzt, unterdrückt und zum Schweigen bringt, weil die Männer davon profitieren.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Yulia Myshka, Philosophiestudentin aus Berlin*</strong><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;">* </span><span style="font-weight: 400;">Künstler*innenname</span><span style="font-weight: 400;"> </span></span></p>
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		<title>Kasia Lenhardt: Frauenhass als &#8222;guilty pleasure&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Penelope Kemekenidou]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Feb 2021 13:24:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[#metoo]]></category>
		<category><![CDATA[#unfollowpatriarchy]]></category>
		<category><![CDATA[Activism]]></category>
		<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[BILD]]></category>
		<category><![CDATA[Feminizid]]></category>
		<category><![CDATA[kasia]]></category>
		<category><![CDATA[Kasia Lenhardt]]></category>
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					<description><![CDATA[Kasia Lenhardt ist vorgestern passiert. Kasia Lenhardt ist gestern passiert. Kasia Lenhardt wird heute passieren. Wir haben es so satt, wieder diese ganzen Debatten zu hören. „So schlimm, was ihr passiert ist“. Kasia Lenhardt ist ein Fall von vielen, ihr Suizid die Spitze eines Eisbergs. Dass ihr Fall so besprochen wird, hat mit zwei Dingen zu tun: Ihrem Ruhm und &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="color: #000000;">Kasia Lenhardt ist vorgestern passiert. Kasia Lenhardt ist gestern passiert. Kasia Lenhardt wird heute passieren.</span></strong><span id="more-1553"></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wir haben es so satt, wieder diese ganzen Debatten zu hören. „So schlimm, was ihr passiert ist“. Kasia Lenhardt ist ein Fall von vielen, ihr Suizid die Spitze eines Eisbergs. Dass ihr Fall so besprochen wird, hat mit zwei Dingen zu tun: Ihrem Ruhm und noch viel mehr, dem Reichtum ihres Ex-Partners.</span></p>
<h6><span class="body" style="color: #ff0000;" role="main"><em>Wenn du Suizidgedanken hast, sprich darüber mit jemandem. Du kannst dich rund um die Uhr an die Telefonseelsorge wenden (08 00/111 0 111 oder 08 00/111 0 222) oder <a style="color: #ff0000;" href="http://www.telefonseelsorge.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.telefonseelsorge.de</a> besuchen.</em></span></h6>
<p><span style="color: #000000;">Ja, die BILD ist scheisse. Aber wisst ihr was? Da hängt noch viel mehr dran, und die meisten von uns sind beteiligt. Die letzten Monate von Kasia Lenhardt waren geprägt von Frauenhass: In den Medien, Social Media und wahrscheinlich auch privat. Sie war die “Familienzerstörerin” &#8211; die Narrative der Verführerin eines verheirateten Familienvaters allgegenwärtig. Befeuert wurde das seit Wochen in Boulevardmedien und von gelangweilten Menschen im Internet.</span></p>
<p><strong><span style="color: #000000;">Wie ist Kasia Lenhardt mit 17 „berühmt“ geworden?</span></strong></p>
<p><span style="color: #000000;">Alles fing bei Germanys Next Topmodel an: Die Sendung, die alle so gerne “ironisch” gucken. Es ist ja so witzig, wenn die “Määäädchen” weinen, wenn ihre Haare abgeschnitten werden. Aber dass Heidi Klum täglich mit Frauenhass selbst Millionen verdient und das Ganze noch als Empowerment und eine Show voller “Diversity” verkauft, ist einfach nur noch schämenswert. Die Show läuft auf Kosten von Millionen jungen Menschen, die Essstörungen entwickeln und ihr Geld in einer Industrie lassen, die mit der Unsicherheit von jungen Mädchen und Frauen Millionen machen. Die Zahlen stagnieren, jedoch haben immer noch 1,35 Millionen Zuschauer*innen zwischen 14 und 49 Jahren die erste Folge der 15. Staffel angeschaut.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wer die Sendung live begleitet? Die BILD, ja, aber auch die Magazine, die so viele Frauen gerne lesen. Ob InTouch oder Glamour &#8211; der Selbsthass wird für 2 Euro pro Heft gegekauft.</span></p>
<p><strong><span style="color: #000000;">“Selbstoptimierung” deluxe</span></strong></p>
<p><span style="color: #000000;">Wenn man schon als Mädchen hört: Du bist zu dick, zu dünn. Deine Nase zu groß und warum rasierst du dich nicht? Wenn deine aufgelegten Schönheitsbilder Kim Kardashian oder eben Heidi Klum sind, wen wundert es denn noch, dass schon im jungen Alter mit der “Selbstoptimierung” begonnen wird? Es fängt übrigens schon im Kleinen mit dem Instagramfilter an.</span><br />
<span style="color: #000000;">Seit der Sendung hat Kasia Lenhardt so viele “Schönheits”operationen gehabt, dass man ihr Gesicht nicht wiedererkennt. Nein, wir wollen hier keine Diskussion beginnen, wer wie was mit seinem Körper machen darf. Was glücklich macht, sollte gemacht werden. Wir brauchen aber auch nicht so tun, als ob es keinen Zusammenhang zwischen der Sendung von Heidi Klum, dem Druck dieser Industrie auf junge Mädchen und zuletzt der Wahl eines Partners, der Frauen auf nur eine ganz bestimmte Art zu sehen scheint, gäbe. Oh well, die Partner.</span></p>
<p><strong><span style="color: #000000;">Mit wem war Kasia Lenhardt zusammen?</span></strong></p>
<p><span style="color: #000000;">Zu den Riberys, Boatengs und wie sie alle heißen: hört auf, so zu tun, als ob der Fall von Kasia Lenhardt schockierend ist. Jede*r Fußballfan der*die Bundesliga schaut, weiß ganz genau Bescheid, was da für Typen dabei sind. Allein von den FC Bayern München Spielern kennt man den Zusammenhang von minderjährigen „Prostituierten“ und Gewalt gegen ihre Partnerinnen. Trotzdem wird weitergeschaut, trotzdem wird anschließend fleißig BILD und Co im Nachgang konsumiert, wenn es dann zu den „Eifersuchtsdramen” oder “Sex-Skandalen” oder auch Frauenmorde, Feminizide oder Vergewaltigungen kommt. Volkssport Nummer 1 ist Fußball &#8211; gefolgt von Frauenhass.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Der DFB ist keine Ausnahme &#8211; die reichen Typen dort sind nicht anders als die reichen Typen aus der Filmbranche (Stichwort: #Metoo). Mit Erfolg kommt Macht und Degradierung. Und genau diese Fälle zeigen uns, wie Männer in dieser Gesellschaft handeln dürfen, wenn sie mächtig und reich sind. Aber hier gibt es einen eklatanten Unterschied: Fußball wird nicht nur konsumiert. Besonders in Deutschland gibt es eine lebendige Kultur drum herum: Die Fans, Merchandise, Stadien. Clubs bezahlen dafür, sie halten gewollt dieses System aufrecht. Anstatt also immer nur von dem schlimmen schlimmen Sexismus, und dem schlimmen schlimmen Rassismus beim Fußball zu sprechen: Macht doch endlich mal die Drohung war und enteignet den DFB.</span></p>
<p><strong><span style="color: #000000;">Du bist ein Teil davon!</span></strong></p>
<p><span style="color: #000000;">Genau heute, während Kasias Suizid noch Thema ist, wird eine Gastjurorin von GNTM Zuschauer*innen nach der Sendung mit Drohungen überhäuft: “Ich hoffe, dass dein Kind mal so behandelt wird, wie du Maria behandelt hast”. Wenn du ironisch GNTM schaust, dir am Bahnhof die InTouch kaufst: Genau dieser Konsum von Medien und Formaten, die täglich Frauen ihre Rollen suggerieren, sie bewerten und abwerten, sind verbunden mit dem Konzept der Profi-Sportler, die aus dem Missbrauch von Minderjährigen und Gewalt an der Partnerin einen Lifestyle machen. All das sind die “Skandälchen” die dann wieder in den Boulevard-Medien konsumiert werden.</span><br />
<span style="color: #000000;">Also hört einfach auf: Holt euch eure Unterhaltung wo anders und hört auf so einen frauenfeindlichen und degradierenden Scheiß zu schauen. Auch wenn es euer “guilty pleasure” ist, Menschen wie Boateng, Heidi Klum &amp; Co. machen damit Millionen und treiben dieses kranke System immer weiter. Hört auf, diese Typen zu entschuldigen. Und ja das tut man, wenn die Show einfach weitergeht für sie. Wenn ihr Fußballfans seid, dann blockiert Spiele, Foren, Medien. Bis es einen Wandel gibt.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nur Konsumverbote helfen selbstredend nicht weiter. Natürlich müssen wir die bestehenden Verhältnisse ändern, damit solche Dinge den Nährboden verlieren. Feminizide sind ein Symptom in kapitalistischen Systemen, und solange wir diese nicht bekämpfen, wird auch Gewalt an Frauen kein Ende finden.</span></p>
<p><strong><span style="color: #000000;">Ihr Fall ist jetzt in aller Munde, weil es an der Spitze dieser kapitalistischen Gesellschaft passiert ist. Aber es passiert jeden Tag. Viele Fälle sind nur unsichtbar &#8211; ohne Boulevardpresse, fernab von Instagram.</span></strong></p>
<h6><span class="body" style="color: #ff0000;" role="main"><em>Wenn du Suizidgedanken hast, sprich darüber mit jemandem. Du kannst dich rund um die Uhr an die Telefonseelsorge wenden (08 00/111 0 111 oder 08 00/111 0 222) oder <a style="color: #ff0000;" href="http://www.telefonseelsorge.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.telefonseelsorge.de</a> besuchen.</em></span></h6>
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		<title>92 percent of the articles counted trivialize violence against women</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Nov 2020 12:42:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[englisch]]></category>
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					<description><![CDATA[The map can be enlarged at the top right (click on the box) On the International Day for the Elimination of Violence against Women, it is all the more important to take a look at the reporting on violence against women* in the German media in recent months. For the period from September 1 to October 31, we were able &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><iframe loading="lazy" src="https://www.google.com/maps/d/u/0/embed?mid=1ZZCw8If8QAHj0uNFLT6OztZMUjx169hO" width="640" height="480" data-mce-fragment="1"></iframe></p>
<p><i>The map can be enlarged at the top right (click on the box)</i></p>
<p>On the International Day for the Elimination of Violence against Women, it is all the more important to take a look at the reporting on violence against women* in the German media in recent months. For the period from September 1 to October 31, we were able to count a total of 115 articles as part of our media screening, with 97% of media coverage using terms that trivialize violence. This means that autumn only differs from summer in terms of the absolute number of articles counted (cf. 142 articles counted), but not in terms of the percentage distribution of reporting that trivializes violence. Just as in the summer months, the most frequently used terms trivializing violence in September and October were blood crime with 33 articles (29%), family drama with 23 articles (20%) and relationship crime with 18 articles (16%). With a total of 18 cases in the last 2 months, we also recorded a high frequency of use of marital dispute compared to the rest of the year &#8211; in September alone, the word was used in 19% of reports on violence against women. In these cases, the headline often reads <a href="https://www.mz-web.de/sachsen-anhalt/ehestreit-eskaliert-mann-verletzt-seine-frau-mit-einem-messer-37353244">Ehestreit eskaliert – Mann verletzt seine Frau mit Messer</a> or <a href="https://rp-online.de/nrw/staedte/wesel/wesel-sek-einsatz-beendet-ehestreit-hinweise-auf-waffenbesitz_aid-54227007">SEK beendet Ehestreit</a>. The absurdity of using, for example, marital dispute against the backdrop of life-threatening and deadly violence by men against women* once again emphasizes the need for an International Day for the Elimination of Violence against Women. The media still far too rarely classify these acts of violence correctly and describe them for what they are: Murders of women or femicides. The numbers speak for themselves: only three articles used femicide / feminicide in September or October. For this reason, we continue to count and are all the louder today, November 25th, because violence against women* is a systemic problem for society as a whole that cannot continue to be ignored.</p>
<p><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/8.-märz-plakate.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1522" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/8.-märz-plakate-300x212.png" alt="" width="800" height="566" /></a></p>
<p><strong>Update, 1. Oktober 2020:</strong> We have now added the media screening results from July and August to our map of Germany on violence against women. Unfortunately, the results of these two months are unsurprising: out of 146 articles screened on violence against women in Germany, 142 cases (97%) used terms that trivialized violence, such as blood crime (52), relationship crime (27) or family drama (20). One case in particular stuck in our minds: On July 22, 2020, the artist Rebeccah Blum was murdered in Berlin by her partner Saul Fletcher, a well-known photographer. Almost all the media coverage preferred to focus on her professional and artistic achievements, while neither Rebeccah Blum&#8217;s name nor personal details were mentioned. Even worse, much of the media coverage focused on the even better known, not very close friend of the alleged murderer, Brad Pitt. Apparently we live in a world where the insignificant role of Brad Pitt in the life of an alleged murderer takes up more space than the woman who was murdered. Fittingly, only 3% of the articles screened between July and August drew direct attention to the structural extent of violence against women in this country by using the terms &#8222;femicide&#8220; or &#8222;murder of women&#8220;.</p>
<p><em><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1517 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></em></p>
<p><strong>Wrap-up: Six months of media screening, a map of Germany and trivializing reporting</strong></p>
<p>The media regularly trivialize (sexualized) violence against women &#8211; every day! Last year, we already investigated reporting on violence against women.However, our algorithm, which we used between October and November 2019 to count the terms and frequency with which the media trivialize (sexualized) violence against women, only included 20 media outlets. We have now changed this: For an even more comprehensive view of the German media landscape, our screening has included all media that can be tracked via Google News since 2020.</p>
<p><strong>The pressure on the media is growing</strong></p>
<p>Our keyword search focuses primarily on reporting on structural violence against women. As in the first six months of this year, our screening will not pause in the second half of the year. In this way, we guarantee the most comprehensive picture possible of developments and trends in the media landscape when it comes to reporting on violence against women. To this end, we are drawing a map of Germany based on the collected articles, which not only allows us to interactively trace the reporting, but also shows the extent to which women in Germany are victims of violence. However, it is crucial for us that we only focus on articles that relate to acts of violence in Germany in 2020. We will continue to update the interactive map of Germany on a monthly basis so that we can take stock at the end of the year.</p>
<p><strong>92% of the articles counted trivialize violence against women in their language</strong></p>
<p>From January 1 to June 30, 2020, we counted a total of 301 articles on acts of violence against women. All of the acts reported were committed in Germany in 2020 only. As in 2019, the disparity between articles that use terms such as &#8222;femicide&#8220;, &#8222;femicide&#8220; or &#8222;murder of women&#8220; to explicitly refer to the structural extent of violence against women is immense compared to articles that use terms that trivialize violence. In detail, this means that &#8222;femicide&#8220;, &#8222;femicide&#8220; or &#8222;murder of women&#8220; were only used in 24 cases (8%) compared to 277 articles (92%) with terms that trivialize (sexualized) violence.</p>
<p>As the first half of the year was dominated by the COVID-19-related lockdown in all aspects of our lives, this naturally also had an impact on media coverage: reporting on violence against women fell dramatically. In the months of February, March and April, we only counted between 32 (February) and 36 (April) articles reporting on acts of violence against women. Furthermore, reporting between February and April was particularly characterized by concerns that domestic violence against women would increase as a result of the lockdown. We also noticed an increasing number of articles that took a critical look at the use of problematic terms in reporting on violence against women and denounced the associated concealment of this structural problem. Despite a slight increase in the use of &#8222;femicide&#8220; and &#8222;feminicide&#8220; (April 6x, May 8x and June 3x), we noticed that the number of articles trivializing violence increased more drastically with the end of the lockdown.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-1495" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>The terms used to trivialize (sexualized) violence against women are still particularly popular: &#8222;relationship crime&#8220;, &#8222;family drama&#8220;, &#8222;blood crime&#8220; and the so-called &#8222;sex offender&#8220;. These terms not only relegate partner violence to the private sphere (relationship) but also trivialize it as a single act (drama). In addition, the media are particularly good at speculating about the motive for the crime, which usually boils down to jealousy. Jealousy is also firmly anchored as a motive in the judiciary and the police. This not only systematically adopts the perpetrator&#8217;s perspective and focuses on male possessiveness, but also makes femicides and the structural extent behind them invisible.</p>
<p><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1482 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Surprisingly, this time the Bild newspaper was not the leader among the media that most frequently trivialize (sexualized) violence. With 27 hits, this was the regional news portal Tag24, closely followed by Bild, Express and Karlsruhe Insider. This clearly shows that regional media in particular make use of terms that trivialize violence.</p>
<p><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1483 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>We were able to count a total of 16 articles that explicitly refer to the structural extent of violence against women with &#8222;femicide&#8220; and 9 articles that use the term &#8222;femicide&#8220; or &#8222;murder of women&#8220;. Among the pioneers in reporting, anf deutsch, Potsdamer Neuste Nachrichten, Frankfurter Neue Presse and Perspektive online were particularly prominent. Nevertheless, the use of terms such as &#8222;murderer of women&#8220; does not necessarily guarantee appropriate reporting on violence against women: This is especially the case when the media use female murders as infotainment and the reporting resembles a crime story.</p>
<p><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1485 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>The media make a significant contribution to shaping public opinion. We therefore call for responsible reporting by all journalists when it comes to systematic violence against women. Our map of Germany shows very clearly that femicides, (attempted) rapes and sexual harassment are not isolated cases in Germany, but that there is a system behind them. So if journalists can speculate about motives for crimes, why not take the plunge and speculate about whether there might be a structural problem behind all the femicides and murders of women? Why not mention toxic images of men, sexist images of women and social power and gender relations? And why not just talk about &#8222;femicides&#8220;, &#8222;femicides&#8220; or &#8222;rapists&#8220; instead of &#8222;sex offenders&#8220;?</p>
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		<title>92 Prozent der gezählten Artikel verharmlosen Gewalt gegen Frauen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Nov 2020 11:07:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#unfollowpatriarchy]]></category>
		<category><![CDATA[Activism]]></category>
		<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Feminizid]]></category>
		<category><![CDATA[Mediascreening]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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					<description><![CDATA[Oben rechts (Klick auf Kästchen) kann die Karte vergrößert werden. Update, 25 November 2020: Am Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen ist es einmal umso wichtiger, einen Blick auf die Berichterstattung der letzten Monate über Gewalt gegen Frauen* in den deutschen Medien zu werfen. Für den Zeitraum vom 1. September bis 31. Oktober konnten wir im Rahmen unseres &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><iframe loading="lazy" src="https://www.google.com/maps/d/u/0/embed?mid=1ZZCw8If8QAHj0uNFLT6OztZMUjx169hO" width="640" height="480"></iframe><br />
<i>Oben rechts (Klick auf Kästchen) kann die Karte vergrößert werden. </i></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Update, 25 November 2020:</strong> <span style="font-weight: 400;">Am Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen ist es einmal umso wichtiger, einen Blick auf die Berichterstattung der letzten Monate über Gewalt gegen Frauen* in den deutschen Medien zu werfen. Für den Zeitraum vom 1. September bis 31. Oktober konnten wir im Rahmen unseres Medienscreenings insgesamt 115 Artikel zählen, wobei in 97% der Berichterstattung Medien gewaltverharmlosende Begriffe nutzten. Damit unterscheidet sich der Herbst lediglich in der absoluten Anzahl der gezählten Artikel vom Sommer (vgl. 142 gezählte Artikel), jedoch nicht in der prozentualen Verteilung Gewalt verharmlosender Berichterstattung. Genauso wie in den Sommermonaten waren auch im September und Oktober </span></span><span style="color: #000000;">Bluttat</span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"> mit 33 Artikeln (29%), </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Familiendrama</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"> mit 23 Artikeln (20%) und </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Beziehungstat</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"> mit 18 Artikel (16%) die am häufigsten benutzten Gewalt verharmlosenden Begriffe. Mit insgesamt 18 Fällen in den letzten 2 Monaten konnten wir im Vergleich zum Rest des Jahres ebenfalls eine große Häufigkeit der Verwendung von </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Ehestreit</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"> verzeichnen – allein im September wurde das Wort in 19% der Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen genutzt. Zu lesen ist in diesen Fällen in der Headline dann häufig  <a href="https://www.mz-web.de/sachsen-anhalt/ehestreit-eskaliert-mann-verletzt-seine-frau-mit-einem-messer-37353244">Ehestreit eskaliert – Mann verletzt seine Frau mit Messer</a> oder aber <a href="https://rp-online.de/nrw/staedte/wesel/wesel-sek-einsatz-beendet-ehestreit-hinweise-auf-waffenbesitz_aid-54227007">SEK beendet Ehestreit</a>. Die Absurdität der Verwendung von bspw. </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Ehestreit</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"> vor dem Hintergrund lebensgefährlicher und tödlicher Gewalt von Männern gegen Frauen* betont einmal umso mehr die Notwendigkeit eines Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Noch viel zu selten ordnen Medien diese Gewalttaten richtig ein und beschreiben diese als das, was sie sind: Frauenmorde oder Femizide. Die Zahlen sprechen für sich: Lediglich in drei Artikeln wurden Femizid / Frauenmord im September bzw. Oktober benutzt. Aus diesem Grund zählen wir weiter und sind heute am am 25. November umso lauter, weil Gewalt gegen Frauen* ein gesamtgesellschaftliches Problem ist mit System, das nicht weiter ignoriert werden kann. </span></span></p>
<p><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/8.-märz-plakate.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1522" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/8.-märz-plakate-300x212.png" alt="" width="800" height="566" /></a></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Update, 1. Oktober 2020:</strong> Inzwischen haben wir unsere Deutschlandkarte zu Gewalt gegen Frauen um die Medienscreening-Ergebnisse aus den Monaten Juli und August</span> <span style="color: #000000;">ergänzt. Das Ergebnis dieser zweite Monate ist leider wenig überraschend: Von 146 gescreenten Artikeln über Gewalt gegen Frauen in Deutschland, wurden in 142 Fällen (97%) Gewalt verharmlosende Begriffe, wie Bluttat (52), Beziehungstat (27) oder Familiendrama (20) verwendet. Ein Fall ist uns dabei besonders im Gedächtnis geblieben : </span><span style="color: #000000;">Am 22. Juli 2020 wurde die Künstlerin Rebeccah Blum in Berlin von ihrem  Partner Saul Fletcher, einem bekannten Fotografen,  ermordet. Nahezu die ganze Berichterstattung fokussierten sich hierbei lieber auf die beruflichen und künstlerischen Leistungen, während weder Rebeccah Blums Name noch Details zu ihrer Person Erwähnung fanden. Noch schlimmer ist, dass ein großer Teil der Medienberichterstattung sich auf den noch bekannteren, nicht sehr nahe stehenden Freund des mutmaßlichen Mörders konzentrierte, nämlich Brad Pitt. Anscheinend leben wir in einer Welt, in der die unbedeutende Rolle von Brad Pitt im Leben eines mutmaßlichen Mörders mehr Platz einnimmt, als die Frau, die ermordet wurde. Dazu passt, dass in nur 3% der zwischen Juli und August gescreenten Artikel direkt auf das strukturelle Ausmaß von  Gewalt gegen Frauen hierzulande aufmerksam gemacht wurde durch die  Verwendung der Begriffe “Femizid” oder “Frauenmord” . </span></p>
<p><em><span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1517 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"><b>Ein Wrap-Up: Sechs Monate Medienscreening, eine Deutschlandkarte und verharmlosende Berichterstattung</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Medien verharmlosen regelmäßig (sexualisierte) Gewalt gegen Frauen – und zwar jeden Tag! Schon letztes Jahr haben wir die Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen untersucht. <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="https://genderequalitymedia.org/nachgezaehlt/">Unser Algorithmus, mit dem wir zwischen Oktober und November 2019 nachgezählt haben, mit welchen Begriffen und wie oft Medien (sexualisierte) Gewalt gegen Frauen verharmlosen, umfasste aber nur 20 Medien.</a></span> Das haben wir nun geändert: Für einen noch umfassenderen Blick auf die deutsche Medienlandschaft schließt unser Screening seit 2020 alle Medien ein, die sich über Google News erfassen lassen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><b>Der Druck auf die Medien wächst</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Mit unserer Schlagwortsuche konzentrieren wir uns vor allem auf die Berichterstattung über strukturelle Gewalt gegen Frauen. Wie schon in den ersten sechs Monaten dieses Jahres, wird unser Screening auch in der zweiten Jahreshälfte nicht pausieren. Damit garantieren wir ein möglichst umfassendes Bild über die Entwicklungen und Tendenzen in der Medienlandschaft, wenn es um die Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen geht. Hierfür zeichnen wir auf Grundlage der gesammelten Artikel eine Deutschlandkarte nach, anhand der sich nicht nur interaktiv die Berichterstattung zurückverfolgen lässt, sondern auch sichtbar wird, in welchem Umfang Frauen hierzulande Opfer von Gewalt werden. Dazu ist es für uns allerdings ausschlaggebend, dass wir uns nur auf Artikel konzentrieren, die sich auf Gewalttaten in Deutschland aus dem Jahr 2020 beziehen. Die interaktive Deutschlandkarte wird von uns fortan monatlich fortgeführt, um am Ende des Jahres Bilanz ziehen zu können.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><b>92 % der gezählten Artikel verharmlosen sprachlich Gewalt gegen Frauen</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Vom 1. Januar bis 30. Juni 2020 haben wir insgesamt 301 Artikel zu Gewalttaten gegen Frauen gezählt. Alle Taten, über die berichtet wurde, sind ausschließlich 2020 in Deutschland verübt worden. Das Missverhältnis zwischen Artikeln, die Begriffe wie „Frauenmord“, „Femizid“ oder „Frauenmörder“ nutzen, um explizit auf das strukturelle Ausmaß von Gewalt gegen Frauen zu verweisen, ist im Vergleich zu Artikeln, die Gewalt verharmlosende Begriffe verwenden, wie schon im Jahr 2019 immens. Im Detail bedeutet das, dass nur in 24 Fällen (8%) „Frauenmord“, „Femizid“ oder „Frauenmörder“ benutzt worden sind zu 277 Artikeln (92%) mit (sexualisierte) Gewalt verharmlosender Begriffe.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Da die erste Jahreshälfte in allen Aspekten unseres Lebens von dem COVID-19-bedingten “Lockdown” bestimmt war, hatte der natürlich auch Auswirkungen auf die Medienberichterstattung: Die Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen ging enorm zurück. In den Monaten Februar, März und April zählten wir insgesamt bloß zwischen 32 ( Februar) und 36 (April) Artikeln, welche über Gewalttaten gegen Frauen berichteten. Darüber hinaus war die Berichterstattung zwischen Februar und April besonders von der Sorge geprägt, dass mit dem “Lockdown” die häusliche Gewalt gegen Frauen steigen würde. Vermehrt fielen uns auch Artikel auf, die sich kritisch mit der Verwendung problematischer Begriffe in der Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen auseinandersetzen und eine damit einhergehende Verschleierung dieses strukturellen Problems anprangern. Trotz eines leichten Anstiegs der Verwendung von „Femizid“ und „Frauenmord“ (April 6x, Mai 8x und Juni 3x) mussten wir feststellen, dass mit dem Ende des “Lockdowns” die Anzahl an Artikeln, die  Gewalt verharmlosen,  drastischer zunahmen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-1495" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nach wie vor besonders beliebt unter den Begriffen zur Verharmlosung von (sexualisierter) Gewalt gegen Frauen sind: „Beziehungstat“, „Familiendrama“, „Bluttat“ und der sog. „Sextäter“. Diese Begriffe rücken nicht nur partnerschaftliche Gewalt ins Private (Beziehung) sondern banalisieren diese auch als Einzeltaten (Drama). Darüber hinaus tun sich Medien besonders gut daran, über das Tatmotiv zu spekulieren, was dann zumeist auf Eifersucht hinausläuft. Auch in der Justiz und bei der Polizei ist Eifersucht als Motiv fest verankert. Dadurch wird nicht nur systematisch die Täterperspektive eingenommen und die männlichen Besitzansprüche in den Vordergrund gerückt, sondern auch Femizide und das strukturelle Ausmaß dahinter unsichtbar gemacht.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1482 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Überraschenderweise war dieses Mal nicht die Bild-Zeitung Anführerin unter den Medien, die am häufigsten (sexualisierte) Gewalt verharmlosen. Mit 27 Treffern, war dies das regionale Newsportal Tag24, dicht gefolgt von Bild, Express und Karlsruhe Insider. Hier lässt sich gut erkennen, dass vor allem regionale Medien Gebrauch von Gewalt verharmlosenden Begriffen machen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1483 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Insgesamt konnten wir 16 Artikel zählen, die mit „Femizid“ explizit auf das strukturelle Ausmaß von Gewalt gegen Frauen hinweisen sowie 9 Artikel, die den Begriff „Frauenmord“ oder „Frauenmörder“ verwenden. Unter den Vorreiter*innen in der Berichterstattung traten hier ganz besonders anf deutsch, Potsdamer Neuste Nachrichten sowie die Frankfurter Neue Presse und Perspektive online hervor. Nichtsdestotrotz ist die Verwendung von Begriffen wie “Frauenmörder” nicht zwangsläufig Garant für eine angemessene Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen: Das ist vor allem dann der Fall, wenn Medien anhand von Frauenmorden Infotainment betreiben und die Berichterstattung einer Krimigeschichte gleicht.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1485 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Medien tragen einen wesentlichen Beitrag zur Meinungsbildung bei. Wir fordern deshalb eine verantwortungsvolle Berichterstattung aller Journalist*innen, wenn es um die systematische Gewalt gegen Frauen geht. Unsere Deutschlandkarte zeigt sehr deutlich, dass Femizide, (versuchte) Vergewaltigungen und sexuelle Belästigung keine Einzelfälle in Deutschland sind, sondern sich ein System dahinter erkennen lässt. Wenn Journalist*innen also über Tatmotive spekulieren können, warum dann auch nicht mal den Schritt wagen und darüber spekulieren, ob nicht vielleicht ein strukturelles Problem hinter den ganzen Femiziden und Frauenmorden steckt? Wieso nicht mal toxische Männerbilder, sexistische Frauenbilder und gesellschaftliche Macht- und Geschlechterverhältnisse erwähnen? Und warum nicht einfach von „Frauenmorden“, „Femiziden“ oder „Vergewaltigern“ statt „Sextätern“ sprechen?</span></p>
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		<title>Solidarischer Gastbeitrag: Austrittsdokument von ehemaligen Mitgliedern und Aktiven von „Brot und Rosen Deutschland“</title>
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					<comments>https://genderequalitymedia.org/austritt-bur/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Penelope Kemekenidou]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2020 15:52:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Feminismus in Deutschland]]></category>
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					<description><![CDATA[Als eine in Deutschland aktive, femininistische Gruppe, wollen und müssen wir uns auch mit den Entwicklungen in der feministischen Szene in Deutschland auseinandersetzen. Wir veröffentlichen heute einen Gastbeitrag von ehemaligen Mitgliedern und Aktiven von &#8222;Brot und Rosen Deutschland&#8220;, die nach ihrem Austritt eine Plattform gesucht haben, um sich über die Geschehnisse zu äußern. Zu diesen ehemaligen Mitgliedern, gehört ebenso ein &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Als eine in Deutschland aktive, femininistische Gruppe, wollen und müssen wir uns auch mit den Entwicklungen in der feministischen Szene in Deutschland auseinandersetzen. Wir veröffentlichen heute einen Gastbeitrag von ehemaligen Mitgliedern und Aktiven von &#8222;Brot und Rosen Deutschland&#8220;, die nach ihrem Austritt eine Plattform gesucht haben, um sich über die Geschehnisse zu äußern. Zu diesen ehemaligen Mitgliedern, gehört ebenso ein Gender Equality Media Mitglied.</p>
<p>###deutsch###english ###français ###español ###</p>
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<h3>Austrittsdokument von ehemaligen Mitgliedern und Aktiven von „Brot und Rosen Deutschland“</h3>
<p>Stand: 31.08.2020</p>
<p>Am 10. Mai 2020 haben sich 16 Mitglieder und Aktive der sozialistisch-feministischen Organisation „Brot und Rosen Deutschland“ (BuR) dazu entschieden, die Gruppe zu verlassen, unter ihnen drei der fünf Gründerinnen der Münchener Ortsgruppe. Dies ist das Ergebnis eines Konfliktes über mehrere Monate mit der „Revolutionären Internationalistischen Organisation“ (RIO). BuR wird von RIO als eine Umfeldgruppierung verstanden. Im Verlauf der Auseinandersetzung traten weitere Mitglieder und Aktive aus. Folgende Stellungnahme soll erklären, aus welchen politischen Hintergründen es zum kollektiven Austritt kam.</p>
<h3>Wieso schreiben wir diese Stellungnahme?</h3>
<p>Wir wollen die vorgefallenen Ereignisse, welche dazu geführt haben, dass sich ein Großteil der ehemaligen BuR-Mitglieder und -Aktiven von der Gruppe distanziert haben, für alle Interessierte transparent machen. Wir möchten zeigen, warum es sich beim politischen Fehlverhalten von RIO nicht um eine Aneinanderreihung von Einzelfällen, sondern um ein strukturelles Problem der Gruppe handelt. Wir sehen auch eine politische Verantwortung gegenüber allen Frauen und Queers, die bei BuR Deutschland aktiv waren, in der Öffentlichkeit im Namen der Gruppe aufgetreten sind und nun nicht mehr für BuR sprechen. Nach außen stellt sich BuR Deutschland weiterhin als eine Gruppe mit migrantischen und geflüchteten Mitgliedern dar. Doch genau diese Personen machen die Mehrheit der Austritte aus. Eine Stellungnahme ist unseres Erachtens notwendig, um einer irreführenden Darstellung der Gruppe und möglicherweise daraus resultierenden falschen Erwartungen Außenstehender entgegenzuwirken.</p>
<h3>Was ist “Brot und Rosen Deutschland”?</h3>
<p>Als internationalistische Gruppierung von Frauen und Queers hat BuR sich zuerst als „Pan y Rosas“ im Jahr 2003 in Argentinien gegründet. Die Gruppe ging damals aus einer Initiative von Frauen der „Partido de Trabajadores Socialistas“ (de. „Sozialistische Arbeiter_innenpartei“, im Folgenden abgekürzt mit PTS) hervor, um auch außerhalb der PTS mit unabhängigen Mitstreiter_innen gemeinsam ein politisches Programm zu entwickeln und feministisch-sozialistische Politik in Argentinien und weltweit voranzutreiben. In Deutschland gibt es keine mit der PTS vergleichbare politische Kraft, stattdessen die kleine Organisation RIO.</p>
<p>Aus der „Marxistischen Jugend München“, einem Zusammenschluss aus RIO-Mitgliedern und Unabhängigen, entstand in München 2018 BuR mit dem Ziel, eine aktive sozialistisch-feministische Perspektive zu erarbeiten und für Frauen und Queers die Möglichkeit des eigenständigen Auftritts zu schaffen. BuR interveniert seit 2018 in Deutschland sowohl in München als auch in Berlin gemeinsam mit RIO in linke Politik.<a href="#_ftn1" name="_ftnref1"><sup>[1]</sup></a></p>
<h3>Warum waren wir bei BuR aktiv?</h3>
<p>Als Basis galt den Mitgliedern und Aktiven das internationale <a href="https://www.klassegegenklasse.org/internationales-manifest-von-brot-und-rosen/">Manifest</a> von „Pan y Rosas“. In diesem wird ein praktischer proletarischer Feminismus skizziert, der sowohl gegen patriarchale Unterdrückung als auch gegen kapitalistische Ausbeutung kämpft. Im Gegensatz zu liberalen feministischen Ansätzen vertritt das Manifest, dass patriarchale und rassistische Unterdrückungsformen sowie alle anderen Formen von Unterdrückung eng mit dem kapitalistischen System verwoben sind. Als Sozialist_innen wollen wir nicht nur für konkrete Verbesserungen für Frauen und Queers der Arbeiter_innenklasse mit verschiedenen Lebensrealitäten innerhalb des Kapitalismus kämpfen, sondern den Kapitalismus an sich, also die wirtschaftlichen Produktionsverhältnisse unserer Gesellschaft, angreifen und überwinden, um uns als wichtiger Teil der lohnabhängigen Klasse von den herrschenden Zuständen zu befreien. Die Unterdrückung und Ausbeutung von Milliarden von Menschen muss abgeschafft und nicht unter dem scheinheiligen Deckmantel der ‚Vielfalt‘ weiter verwaltet werden. Bei der Gründung von BuR als aktive Ortsgruppe in München stand vor allem der Wunsch im Vordergrund, als Frauen und Queers mit verschiedenen Lebensrealitäten zusammenzukommen und durch gemeinsame politische Erfahrungen zusammenzuwachsen. Dies zwang uns immer wieder dazu, uns mit den gesellschaftlichen Kämpfen, die wir nach außen führten, auch innerhalb der Gruppe selbstkritisch auseinanderzusetzen.</p>
<h3>Warum sind wir aus BuR ausgetreten?</h3>
<p>Die Selbstbestimmung von Frauen und Queers ist ständigen Angriffen durch männliche Dominanz und Gewalt ausgesetzt. Patriarchale Unterdrückung ist alltäglich und innerhalb der Linken genauso ein Problem wie im Rest der Gesellschaft. Als sozialistische Feminist_innen erwarten wir von den Männern innerhalb unserer gemischten Organisationen, dass sie ihre patriarchal-überlegene Position, die sie sich nie erkämpfen mussten, sondern in der kapitalistischen Klassengesellschaft automatisch zugesprochen bekommen haben, aktiv hinterfragen und bekämpfen. Nur so kann nach unserem Verständnis in gemischten Gruppen Vertrauen aufgebaut werden. Das Gleiche gilt für Rassismus und weiß-vorherrschaftliche Gewalt in linken feministischen Räumen. Eine gemeinsame Organisierung ist unmöglich, wenn weiße Frauen und Queers es sich nicht zum Ziel machen, ihren Rassismus und Paternalismus gegenüber nicht-weißen Mitstreiter_innen zu reflektieren und ebenfalls aktiv zu bekämpfen. Wir sind aus BuR ausgetreten, weil wir die antirassistische und feministische Theorie des BuR-Manifests, welche auch in zahlreichen Artikeln auf „Klasse gegen Klasse“ (KgK) nachzulesen war, in der Praxis nicht umgesetzt sehen. Es gab rassistische und sexistische Vorfälle innerhalb von BuR und v.a. von RIO. Wir haben über Monate eine schonungslose Aufklärung dieser Vorfälle gefordert und haben RIO zahlreiche Möglichkeiten gegeben, sich ehrlich und ernsthaft unseren Fragen und Kritiken zu stellen. Mit der Begründung, dass es dabei eigentlich um politisch-strategische Differenzen ginge, wurde seitens RIO diese notwendige Auseinandersetzung verweigert.</p>
<p>Die zweite zentrale Kritik bezieht sich auf die Unklarheit über das Verhältnis von BuR zu RIO. Dieses Verhältnis wurde weder auf theoretischer Ebene noch in der Praxis klar diskutiert. Zwar gab RIO vor, die Selbstorganisation von Frauen und Queers der Arbeiter_innenklasse ausdrücklich zu unterstützen, blieb jedoch hinter dem eigenen Anspruch zurück, als sich BuR in Berlin gründete und immer größeren Zulauf erhielt. Die machistische Einmischung seitens RIO-Männern wurde immer deutlicher, je selbstständiger BuR agierte, sowohl in München als auch in Berlin. RIO-Frauen nutzten bürokratische Methoden, um in den emanzipatorischen Entstehungsprozess einzugreifen – Bspw. wurden die Gestaltung von Treffen (inhaltlich wie organisatorisch) oder Interventionen/Aktionen (inkl. der Kandidatur eines BuR-Mitgliedes für StuPa-Wahlen an der FU Berlin) nicht demokratisch diskutiert und entschieden. Die Entscheidungen wurden letztlich von RIO getroffen und ohne dies transparent zu machen im Namen von BuR umgesetzt. Das ging so weit, dass RIO-Mitglieder mitbestimmen wollten, wann und wie oft die Genoss_innen von BuR sich zu treffen hätten, wer in BuR aktiv sein dürfte und letzten Endes anzweifelten, ob BuR für die taktische Ausrichtung von RIO als Gruppe überhaupt notwendig sei, wenn es aktuell keine Frauenbewegung gebe. In diesem Sinne sollte von RIO – nicht von BuR – bestimmt werden, welche Diskussionen und welche Schwerpunkte bei BuR zu behandeln seien.</p>
<p>Zudem wurde mehrmals die Arbeit von migrantischen BuR-Mitgliedern und -Aktiven vereinnahmt und deren Urheberschaft nicht nur nicht wertgeschätzt, sondern verschleiert, indem z.B. der Name von weißen RIO-Frauen lediglich für redaktionelle Änderungen unter veröffentlichte Artikel hinzugefügt wurde. All dies sind Aspekte, die den Mangel an einer konsequenten antirassistischen Politik und Praxis innerhalb dieser Organisation verdeutlichen.</p>
<p>Nach einem konkreten Vorfall von Beziehungsgewalt gegen eine nicht-weiße Genossin von RIO/BuR durch ein weißes, männliches RIO-Mitglied und den machistischen Umgang der gesamten Organisation mit der Situation, haben wir uns in den vergangenen Monaten nochmals offen gegen Sexismus und Rassismus positioniert und eine tiefe Diskussion erwartet. Die Reaktionen darauf waren für uns schockierend. Im vollkommenen Widerspruch zum BuR-Manifest wurde seitens mehrerer, auch weiblicher, Mitglieder von RIO Gewalt lediglich auf Schläge, Vergewaltigungen und Femizide reduziert und das Ausmaß an psychischer Gewalt, welches die betroffene Genossin durch Solidarisierung von Mitgliedern mit dem Gewaltausübenden erfahren hatte, nicht anerkannt.</p>
<h3>Die Folgen</h3>
<p>Frauen, die konkrete Verhaltensweisen sowie grundlegende Strukturen in BuR und RIO kritisiert haben, wurde mit Manipulation, Demagogie, Lügen und Bürokratie begegnet, was u.a. im Ausschluss einiger Kritiker_innen aus allen Social-Media-Kanälen mündete. RIO bezeichnete dies als eine ‚Vorsichtsmaßnahme‘. Beschreibungen von Mitgründer_innen von BuR wurden auf KgK gelöscht und erst nach massivem Protest wieder eingefügt. Auf die Kritik wurde immer wieder mit dem Vorwurf unvereinbarer Positionen reagiert. Ein BuR-Artikel auf KgK, auf den sich die Kritiker_innen in der Auseinandersetzung bezogen , wurde kurzerhand von der Webseite gelöscht, um so zu tun, als ob diese Inhalte nie Positionen von BuR gewesen seien.<a href="#_ftn2" name="_ftnref2"><sup>[2]</sup></a> Kritischen Mitgliedern und Aktiven wurden immer wieder Separatismus, Identitätspolitik und kleinbürgerlicher Liberalismus vorgeworfen.</p>
<p>Dieser Widerspruch zwischen Theorie und Praxis, zwischen dem selbst gewählten Anspruch auf dem Papier und dem Verhalten im realen Leben, hat 16 Mitglieder und Aktive am 10. Mai 2020 dazu bewogen, die fruchtlosen Gespräche mit BuR und RIO abzubrechen und ihren Austritt zu erklären. Es ist kein Zufall, dass ein großer Teil davon nicht-weiße Mitglieder und Aktive sind.</p>
<h3>Fazit und Ausblick</h3>
<p>Wir haben Hoffnung, dass möglichst viele Menschen mit einem revolutionären Anspruch aus unserer Erfahrung lernen und die gleichen Fehler nicht wiederholen. Wenn die Praxis nicht mit der eigenen Theorie übereinstimmt, schadet dies allen sozialistisch-feministischen Projekten, da es zu Depolitisierung, Demotivierung und Einschüchterung führt. Wir sind nach unserem Austritt motivierter und überzeugter denn je, unseren Weg für den Aufbau einer sozialistisch-feministischen Organisation weiterzugehen. Auch wenn wir uns nicht mehr im Namen von BuR Deutschland organisieren, arbeiten wir an einem feministischen Manifest, welches zum Ziel hat, antirassistische, antiimperialistische proletarische Kämpfe mit denen eines revolutionären Feminismus zusammenzuführen. Wir bleiben weiter interessiert an der Entwicklung von BuR auf internationaler Ebene und hoffen, dass dieser radikale Schritt zu einem Umdenken aller BuR-Genoss_innen weltweit führt. Hierzu erscheint unsere Stellungnahme parallel auf Spanisch, Französisch und Englisch. Aus unseren unterschiedlichen Erfahrungen von Flucht, Migration, Krieg, Armut, aber auch Wohlstand und Stabilität, wollen wir revolutionär-sozialistische Analysen, Kritiken, Interventionen und Organisierung in Deutschland mit weiterentwickeln. Alle Interessierten an solch einer Perspektive laden wir dazu ein, uns zu kontaktieren: <a href="mailto:sozfem2020@riseup.net">sozfem2020@riseup.net</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Unterschrieben von:</p>
<p>16 ehemalige Mitglieder und Aktive von „Brot und Rosen Deutschland“</p>
<h3>Resignation statement of former members and activists of „Brot und Rosen Deutschland“</h3>
<p>Date: 31/08/2020</p>
<p>On 10 May 2020, 16 members and activists of the socialist-feminist organisation „Brot und Rosen Deutschland“ (eng. „bread and roses Germany“ hereafter abbreviated with BuR) decided to leave the group, including three of the five founders of the Munich local group. This is the result of a conflict that had been going on for several months with the „Revolutionäre Internationalistische Organisation“ (eng. „revolutionary internationalist organisation“ hereafter abbreviated with RIO). BuR is understood by RIO as an affiliated group. In the course of the conflict, other members and activists resigned. The following statement is intended to explain the political background to the collective resignation.</p>
<h3>Why are we writing this statement?</h3>
<p>We want to make the events which led to the fact that a large part of the former members and activists of BuR have distanced themselves from the group transparent for all interested parties. We want to show why the political misconduct of RIO is not a series of individual cases but a structural problem of the group. We also see a political responsibility towards all women and queers who have been active in BuR, have appeared in public in the name of the group and now no longer speak for BuR. To the outside world, BuR continues to present itself as a group with migrant and refugee members. However, it is precisely these people who make up the majority of the resignations. In our opinion, a statement is necessary to counteract misleading portrayals of the group and possibly resulting false expectations of outsiders.</p>
<h3>What is „Brot und Rosen Deutschland”?</h3>
<p>As an internationalist group of women and queers, BuR was first founded as „Pan y Rosas“ in Argentina in 2003. At that time the group emerged from an initiative of women from the „Partido de Trabajadores Socialistas“ (eng. „socialist workers party“ hereafter abbreviated with PTS) to develop a political programme with independent comrades outside the PTS and to promote feminist-socialist politics in Argentina and worldwide. In Germany there is no political force comparable to the PTS, instead there is the small organisation called RIO.</p>
<p>From the „Marxistische Jugend München“ (eng. „marxist youth Munich“), a union of RIO members and independents, BuR was formed in Munich in 2018 with the aim of developing an active socialist-feminist perspective and creating the possibility for women and queers for an independent presence. Since 2018, BuR has been intervening in left-wing politics in Germany, both in Munich and Berlin, together with RIO.<a href="#_ftn3" name="_ftnref3">[3]</a></p>
<h3>Why were we active in BuR?</h3>
<p>The basis for the activities was the international <a href="https://www.klassegegenklasse.org/internationales-manifest-von-brot-und-rosen/">manifesto</a> of „Pan y Rosas“. It outlines a practical proletarian feminism that struggles against both patriarchal oppression and capitalist exploitation. In contrast to liberal feminist approaches, the Manifesto argues that patriarchal and racist as well as all other forms of oppression are closely interwoven with the capitalist system. As socialists we do not only want to fight for concrete improvements for women and queers of the working class with different realities of life within capitalism. We also want to attack and overcome capitalism itself, i.e. the economic relations of production of our society, in order to free ourselves from the prevalent conditions as an important part of the wage dependent class. The oppression and exploitation of billions of people must be abolished and not continue to be administered under the hypocritical cloak of ‚diversity‘. When founding BuR as an active local group in Munich, the desire to come together as women and queers with different life realities and to grow together through shared political experiences was the main focus. This repeatedly forced us to take a self-critical look at the social struggles we waged externally, even within the group.</p>
<h3>Why did we leave BuR?</h3>
<p>The self-determination of women and queers is subject to constant attacks by male dominance and violence. Patriarchal oppression is an everyday occurrence and as well a problem within the left as in the rest of society. As socialist feminists, we expect the men within our mixed organisations to actively question and fight against their patriarchal superior position, which they never had to fight for, but were automatically granted in the capitalist class society. We believe this is the only way to build trust in mixed groups. The same applies to racism and white-supremacy violence in leftist feminist spaces. A common organisation is impossible if white women and queers do not make it their goal to reflect on and actively combat their racism and paternalism towards non-white comrades. We left BuR because we do not see the anti-racist and feminist theory of the BuR manifesto, which could also be read in numerous articles on „Klasse gegen Klasse“ (KgK), implemented in practice. There were racist and sexist incidents within BuR and especially within RIO. For months we have been demanding a relentless investigation of these incidents and have given RIO numerous opportunities to honestly and seriously face our questions and criticisms. On the grounds that these were actually political-strategic differences, RIO refused to take up this necessary discussion.</p>
<p>The second central criticism relates to the lack of clarity about the relationship between BuR and RIO. This relationship has not been clearly discussed either on a theoretical level or in practice. Although RIO pretended to explicitly support the self-organisation of women and queers of the working class, it fell short of its own demands when BuR was founded in Berlin and became increasingly popular. The machist interference by RIO men became more and more obvious the more independent BuR acted, both in Munich and in Berlin. RIO women used bureaucratic methods to intervene in the emancipatory development process &#8211; e.g. the configuration of meetings (in terms of content and organisation) or interventions/actions (including the candidacy of a BuR member for StuPa elections at the FU Berlin) were not democratically discussed and decided upon. The decisions were ultimately made by RIO and implemented in the name of BuR without making this transparent. This went so far that RIO members wanted to have a say in when and how often the comrades from BuR had to meet, who was allowed to be active in BuR and in the end questioned whether BuR was even necessary for the tactical orientation of RIO as a group if there was no women&#8217;s movement at the moment. In this sense, RIO &#8211; not BuR &#8211; should determine which discussions and which focal points should be dealt with in BuR.</p>
<p>In addition, the work of migrant BuR activists was repeatedly appropriated and their authorship was not only not appreciated, but veiled, for example by adding the names of white RIO women under published articles only for editorial changes. These are all aspects that demonstrate the lack of consistent anti-racist policies and practices within this organisation.</p>
<p>After a concrete incident of violence within a relationship, against a non-white female comrade of RIO/BuR by a white, male RIO member, and the macho handling of the situation by the whole organisation, we have again openly positioned ourselves against sexism and racism in the past months and expected a deep discussion. The reactions to this were shocking to us. In complete contradiction to the BuR Manifesto, several members of RIO, including female members, reduced violence to beatings, rape and femicide, and did not acknowledge the extent of psychological violence that the comrade concerned had experienced through members&#8216; solidarity with the perpetrator of violence.</p>
<h3>The consequences</h3>
<p>Women who criticised concrete behaviour and basic structures in BuR and RIO were countered with manipulation, demagogy, lies and bureaucracy, which resulted in the exclusion of some critics from all social media channels. RIO described this as a ‚precautionary measure‘. Descriptions of co-founders of BuR were deleted on KgK and only inserted again after massive protest. The criticism was repeatedly met with accusations of incompatible positions. An article on KgK, to which the critics in the debate referred, was deleted from the website in order to pretend that the content had never been positions of BuR.<a href="#_ftn4" name="_ftnref4">[4]</a> Critical members and activists were repeatedly accused of separatism, identity politics and petty bourgeois liberalism.</p>
<p>This contradiction between theory and practice, between the self-chosen claim on paper and behaviour in real life, led 16 activists to break off the fruitless talks with BuR and RIO on 10 May 2020 and declare their withdrawal. It is no coincidence that a large part of them are non-white.</p>
<h3>Conclusion and outlook</h3>
<p>We hope that as many people with revolutionary aspirations as possible will learn from our experience and not repeat the same mistakes. If the practice does not agree with our own theory, it is detrimental to all socialist-feminist projects, because it leads to depoliticisation, demotivation and intimidation. After our departure we are more motivated and convinced than ever to continue on our way to building a socialist-feminist organisation. Even though we no longer organise ourselves in the name of BuR Germany, we are still working on a feminist manifesto which aims at bringing together anti-racist, anti-imperialist proletarian struggles with those of a revolutionary feminism. We remain interested in the development of BuR on an international level and hope that this radical step will lead to a rethinking of all BuR comrades worldwide. Therefore this statement is published simultaneously in German, Spanish, French and English. From our different experiences of flight, migration, war, poverty, but also prosperity and stability, we want to further develop revolutionary socialist analyses, critiques, interventions and organisation in Germany. We invite all those interested in such a perspective to contact us at: <a href="mailto:sozfem2020@riseup.net">sozfem2020@riseup.net</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Signed by:</p>
<p>16 former members and activists of „Brot und Rosen Deutschland“</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Lettre de démission des anciens membres et militantes du groupe „Brot und Rosen Deutschland“</h3>
<p>Date: 31/08/2020</p>
<p>Le 10 mai 2020, 16 membres et militantes* du groupement socialiste-féministe „Brot und Rosen Deutschland“ (fr. „du pain et des roses“ par le suivant abrévié avec BuR<strong>) </strong>ont décidé de quitter le groupe, parmi eux trois des cinq fondatrices de la section locale de Munich. C&#8217;est le résultat d’un conflit de plusieurs mois avec l’„Internationalistische Revolutionäre Organisation“ (fr. „organisation révolutionnaire internationaliste“ par le suivant abrévié avec RIO). BuR est considéré par RIO comme un groupement affilié. Dans le processus du conflit, d&#8217;autres membres et militantes* ont démissionné. La déclaration suivante a le but d’expliquer le contexte politique de notre démission collective.</p>
<h3>Pourquoi rédigeons-nous cette déclaration ?</h3>
<p>Nous voulons créer de la transparence par rapport aux événements qui ont conduit à la démission collective d&#8217;anciens membres de BuR et de militantes* associés du groupe. Nous voulons montrer pourquoi la mauvaise conduite politique de RIO ne présente pas une série de cas individuels, mais un problème structurel de l’organisation. Nous voyons aussi une responsabilité politique envers toutes les femmes* qui ont été publiquement actifs au nom du groupe et ne le sont plus aujourd’hui.</p>
<p>Sur le plan extérieur, BuR continue de se présenter comme un groupe avec des membres venant d’un contexte de fuite et de migration. Mais ce sont précisément les personnes qui constituent la majorité de la démission collective. À notre avis, une explication est nécessaire pour éviter une fausse représentation du groupe actuel et d’éviter des éventuelles fausses attentes qui en découlent pour l’observateur externe.</p>
<h3>Qu&#8217;est-ce que le groupe „Brot und Rosen Deutschland”?</h3>
<p>En tant que groupement internationaliste de femmes et queers, „Pan y Rosas“<em>,</em> a été fondée premièrement en Argentine en 2003. À l&#8217;époque, le groupe a été formé à l&#8217;initiative des femmes du Parti des travailleurs socialistes „Partido de Trabajadores Socialistas“, (fr. „parti des travailleurs socialistes“ par le suivant abrévié avec PTS) afin de travailler avec des militantes en dehors du PTS et pour développer un programme politique et d’avancer une politique féministe-socialiste en Argentine et dans le monde entier. En Allemagne, il n&#8217;existe pas de force politique comparable au PTS, mais une petite organisation portant le nom RIO.</p>
<p>BuR a été formé en 2018 à Munich juste après la formation de la „Marxistische Jugend München“, (fr. „jeunesse marxiste de Munich“), un groupe de membres de RIO et de militant*es indépendant*es. Le but était d’élaborer une perspective socialiste-féministe active à Munich et de créer la possibilité pour les femmes et queers du groupe de faire une apparition indépendante. Depuis 2018, BuR intervient dans la politique de gauche en Allemagne, tant à Munich qu&#8217;à Berlin, en collaboration avec RIO.<a href="#_ftn5" name="_ftnref5">[5]</a></p>
<h3>Pourquoi avons-nous été actifs au sein de BuR ?</h3>
<p>Le <a href="https://www.klassegegenklasse.org/internationales-manifest-von-brot-und-rosen/">manifeste</a> international de „Pan y Rosas“ a servi de base aux membres et aux militant*es. Ce manifeste décrit un féminisme prolétarien pratique qui lutte contre l&#8217;oppression patriarcale ainsi que contre l&#8217;exploitation capitaliste. Contrairement aux approches féministes libérales, le manifeste soutient que les formes patriarcales et racistes d&#8217;oppression et toutes les autres formes d&#8217;oppression sont étroitement liées au système capitaliste. En tant que socialistes, nous ne voulons pas seulement lutter pour des améliorations concrètes pour les femmes et les queers de notre classe, mais d’attaquer et surmonter le capitalisme lui-même, c&#8217;est-à-dire les conditions de production économique de notre société,  afin de nous libérer des conditions prévalents en tant que partie importante de la classe salariale. L&#8217;oppression et l&#8217;exploitation de milliards de personnes doivent être abolies et ne doivent pas continuer à être administrées sous le manteau hypocrite de la ‚diversité‘. Lors de la fondation de BuR en tant que groupe local actif à Munich, l&#8217;accent a été mis sur le désir de se réunir en tant que femmes et queers ayant des réalités de vie différentes et de grandir ensemble grâce à des expériences politiques partagées. Cela nous a obligé à plusieurs reprises à faire notre autocritique sur les luttes sociales que nous menions à l&#8217;extérieur, mais aussi au sein du groupe.</p>
<h3>Pourquoi avons-nous quitté BuR ?</h3>
<p>L&#8217;autodétermination des femmes et des queers est soumise à des attaques constantes de la part de la domination et de la violence masculine. L&#8217;oppression patriarcale est un phénomène quotidien et un problème au sein de la gauche comme dans le reste de la société. En tant que féministes socialistes, nous attendons des hommes de nos organisations mixtes qu&#8217;ils remettent en question et luttent activement contre leur position supérieure patriarcale, pour laquelle ils n&#8217;ont jamais eu à se battre, mais qui leur a été automatiquement accordée dans la société de classe capitaliste. C&#8217;est la seule façon de créer la confiance dans les groupes mixtes, comme nous le comprenons. Il en va de même pour le racisme et la discrimination blanche.</p>
<p>Une organisation commune est impossible si les femmes et queers blanches ne se fixent pas pour objectif d’analyser leur racisme et leur paternalisme envers les camarades* non blancs et aussi de le combattre activement. Nous avons quitté BuR parce que nous ne voyons pas mise en pratique la théorie antiraciste et féministe du manifeste BuR, que l&#8217;on pouvait lire dans de nombreux articles sur le journal en ligne de RIO, „Klasse gegen Klasse“, (KgK). Des incidents racistes et sexistes se sont produits au sein de BuR et surtout au sein de RIO. Pendant des mois, nous avons exigé une clarification implacable de ces incidents et avons donné à RIO de nombreuses occasions de faire face honnêtement et sérieusement à nos questions et critiques. Au motif qu&#8217;il s&#8217;agissait en fait de divergences politico-stratégiques, RIO a refusé cette discussion nécessaire.</p>
<p>La deuxième critique principale concerne le manque de clarté quant à la relation entre BuR et RIO. Cette relation n&#8217;a pas été clairement discutée, ni sur le plan théorique, ni dans la pratique. Bien que RIO ait prétendu soutenir explicitement l&#8217;auto-organisation des femmes et des queers de la classe ouvrière, elle n&#8217;a pas été à la hauteur de ses propres revendications lorsque BuR a été fondé à Berlin et est devenu de plus en plus populaire. L&#8217;ingérence machiste des hommes de RIO devenait de plus en plus évidente à mesure que la BuR agissait de manière indépendante, tant à Munich qu&#8217;à Berlin. Les femmes de RIO ont utilisé des méthodes bureaucratiques pour intervenir dans le processus émancipateur de la création &#8211; par exemple l&#8217;organisation des réunions (tant en termes de contenu que d&#8217;organisation) ou des interventions/actions (y compris la candidature d&#8217;un membre de BuR aux élections du parlement des étudiants à la FU Berlin) n&#8217;ont pas été discutées et décidées démocratiquement. Les décisions ont finalement été prises par RIO et mises en œuvre au nom de BuR sans que cela soit transparent. Cela est allé si loin que les membres de RIO ont voulu avoir leur mot à dire sur la fréquence des réunions de BuR, sur les personnes autorisées à être actives au sein de BuR et que RIO a finalement douté que le travail de BuR soit même nécessaire à l&#8217;orientation tactique de RIO, vu qu’il n&#8217;y avait pas de grand mouvement de femmes en Allemagne pour le moment. En ce sens, c’est RIO &#8211; et non BuR &#8211; qui devrait déterminer les discussions et les points focaux à traiter dans BuR.</p>
<p>En outre, le travail des membres et des militantes* migrantes de BuR a été à maintes reprises approprié et leur droit d’auteur n&#8217;a pas été appréciée et même voilée, par exemple en ajoutant les noms des femmes blanches de RIO sous les articles publiés uniquement pour des modifications éditoriales. Ce sont tous des aspects qui démontrent l&#8217;absence d’une politique et des pratiques antiracistes cohérentes au sein de cette organisation.</p>
<p>Après un incident concret de violence relationnelle contre une camarade non blanche de RIO/BuR par un membre masculin blanc de RIO et la gestion machiste de la situation par toute l&#8217;organisation, nous nous sommes à nouveau positionnés ouvertement contre le sexisme et le racisme au cours des derniers mois et avons entamé une discussion approfondie attendue. Nous avons été choqués par les réactions que cela a suscitées. En contradiction totale avec le Manifeste de BuR, plusieurs membres de RIO, dont des femmes, ont réduit la violence à des coups, des viols et des féminicides, et n&#8217;ont pas reconnu l&#8217;ampleur de la violence psychologique que la camarade concerné avait subie grâce à la solidarité des membres avec l&#8217;auteur de la violence.</p>
<h3>Les conséquences</h3>
<p>Les femmes qui ont critiqué des comportements concrets ainsi que les structures de base de BuR et RIO ont été contrées par la manipulation, la démagogie, le mensonge et la bureaucratie, ce qui a eu pour conséquence l&#8217;exclusion de certaines critiques de tous les canaux de médias sociaux. RIO a appelé cela une ‘mesure de précaution’. Les descriptions des co-fondatrices de BuR ont été supprimées sur le site KgK et n&#8217;ont été réintroduites qu&#8217;après une protestation massive. A maintes reprises, RIO a réagi aux critiques avec des accusations d&#8217;incompatibilité des positions. Un article sur KgK, auquel les critiques se sont référés lors de la discussion, a été supprimé du site web afin de prétendre que le contenu ne faisait jamais partie des positions de BuR.<a href="#_ftn6" name="_ftnref6">[6]</a> Les membres critiques et les activistes ont été accusés à plusieurs reprises de séparatisme, de politique identitaire et de libéralisme petit-bourgeois.</p>
<p>Cette contradiction entre la théorie et la pratique, entre la revendication autoproclamée sur le papier et le comportement dans la vie réelle, a conduit 16 membres et militants à rompre, le 10 mai 2020, les discussions infructueuses avec BuR et RIO et à poursuivre leur démission. Ce n&#8217;est pas un hasard si une grande partie d&#8217;entre eux sont des membres non blancs et des membres actifs.</p>
<h3>Conclusion et perspectives</h3>
<p>Nous espérons que le plus grand nombre possible de personnes ayant une aspiration révolutionnaire tireront les leçons de notre expérience et ne répéteront pas les mêmes erreurs.</p>
<p>Si la pratique n&#8217;est pas en accord avec sa propre théorie, cela nuit à tous les projets socialistes-féministes, car cela conduit à la dépolitisation, à la démotivation et à l&#8217;intimidation. Après notre départ, nous sommes plus motivées et convaincues que jamais de poursuivre notre chemin vers la formation d&#8217;une organisation socialiste-féministe. Même si nous ne nous organisons plus sous le nom de BuR Deutschland, nous travaillons sur un manifeste féministe, qui vise à unir les luttes prolétariennes anti-racistes et anti-impérialistes avec celles du féminisme révolutionnaire. Nous restons intéressés par le développement de „Pan y Rosas“ au niveau international et espérons que cette mesure radicale conduira à repenser l&#8217;ensemble des camarades „Pan y Rosas“ dans le monde. Notre déclaration sera publiée en parallèle en espagnol, en français et en anglais. À partir de nos différentes expériences de fuite, de migration, de guerre, de pauvreté, mais aussi de prospérité et de stabilité, nous voulons développer davantage les analyses, les critiques, les interventions et l&#8217;organisation révolutionnaire-socialiste en Allemagne. Nous invitons toutes les personnes intéressées par une telle perspective à nous contacter: <a href="mailto:sozfem2020@riseup.net">sozfem2020@riseup.net</a><u>.</u></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Souscrit par:</p>
<p>16 anciens membres et militantes du groupe „Brot und Rosen Deutschland“</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Documento de dimisón de ex-miembros y personas activas de „Brot und Rosen Deutschland“</h3>
<p>Estado: 31.08.2020</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>El 10 de mayo de 2020, 16 miembros y personas activas de la organización socialista-feminista „Brot und Rosen Deutschland“ (esp. „pan y rosas Alemania“ siguiente acortado con BuR) decidieron abandonar el grupo, entre ellas tres de las cinco fundadoras del grupo local de Munich. Esto es el resultado de un conflicto de varios meses con la „Revolutionäre Internationalistische Organisation“ (esp. „organización internacionalista revolucionaria“ siguiente acortado con RIO). La RIO entiende a BuR como un grupo afiliado. En el curso del conflicto, otros miembros y personas activas renunciaron. La siguiente declaración tiene por objeto explicar el trasfondo político de la dimisión colectiva.</p>
<h3>¿Por qué escribimos esta declaración?</h3>
<p>Queremos que los acontecimientos que llevaron al hecho de que una gran parte de los ex-miembros y de las personas activas se distanciaran del grupo sean transparentes para todas las parsonas interesadas. Queremos mostrar por qué la mala conducta política de RIO no es una serie de casos individuales sino un problema estructural del grupo. También vemos una responsabilidad política hacia todas las mujeres y personas queer que fueron activas en BuR Alemania, que aparecieron en público en nombre del grupo y que ahora ya no hablan en nombre de BuR. Para el mundo exterior, BuR Alemania sigue presentándose como un grupo con miembros migrantes y refugiados. Sin embargo, son precisamente estas personas las que constituyen la mayoría de las personas que salieron del grupo. En nuestra opinión, es necesaria una declaración para contrarrestar las representaciones engañosas del grupo y las posibles falsas expectativas resultantes de personas exteriores.</p>
<h3>¿Qué es „Brot und Rosen Deutschland”?</h3>
<p>Como una agrupación internacionalista de mujeres y personas queers, BuR se fundó por primera vez como „Pan y Rosas“ en Argentina en 2003. En ese momento, el grupo surgió de una iniciativa de mujeres del „Partido de Trabajadores Socialistas“ (PTS) para desarrollar un programa político junto con compañerxs externxs al PTS y para promover la política feminista-socialista en Argentina y en el mundo. En Alemania no hay una fuerza política comparable al PTS, en su lugar existe la pequeña organización RIO.</p>
<p>De la „Marxistische Jugend München“ (esp. „juventud marxista de Munich“), una unión de miembros de RIO e independientes, BuR se formó en Munich en 2018 con el objetivo de desarrollar una perspectiva socialista-feminista activa y crear la posibilidad de que las mujeres y las personas queer hagan una aparición independiente. Desde 2018 BuR ha estado interviniendo en la política de izquierda en Alemania, tanto en Munich como en Berlín, junto con RIO.<a href="#_ftn7" name="_ftnref7">[7]</a></p>
<h3>¿Por qué estuvimos activas con BuR?</h3>
<p>Los miembros y las personas activas tomaron como base el <a href="https://www.klassegegenklasse.org/internationales-manifest-von-brot-und-rosen/">Manifiesto</a> Internacional de „Pan y Rosas“ [en su versión alemana]. Esboza un feminismo proletario práctico que lucha contra la opresión patriarcal y la explotación capitalista. A diferencia de los enfoques feministas liberales, el Manifiesto sostiene que las formas patriarcales y racistas de opresión y todas las demás formas de opresión, están estrechamente entrelazadas con el sistema capitalista. Como socialistas no sólo queremos luchar por mejoras concretas para las mujeres y personas queer de la clase obrera con diferentes realidades de vida dentro del capitalismo, sino que queremos atacar y superar el propio capitalismo, es decir, las relaciones económicas de producción de nuestra sociedad, para liberarnos como parte importante de la clase dependiente del salario, de las condiciones dominantes. La opresión y la explotación de miles de millones de personas deben ser abolidas y no seguir siendo administradas bajo el manto hipócrita de la ‚diversidad‘. Al fundar BuR como un grupo local activo en Munich, el deseo de unirse como mujeres y personas queer con diferentes realidades de vida y crecer juntxs a través de experiencias políticas compartidas fue el principal objetivo. Esto varias veces nos obligó a analizar y discutir dentro del grupo las luchas sociales que libramos externamente.</p>
<h3>¿Por qué dejamos BuR?</h3>
<p>La autodeterminación de las mujeres y personas queer está sujeta a constantes ataques de parte de la dominación y violencia masculina. La opresión patriarcal es un hecho cotidiano y un problema tanto de la izquierda como del resto de la sociedad. Como feministas socialistas, esperamos que los hombres de nuestras organizaciones mixtas cuestionen y luchen activamente contra su posición superior patriarcal, por la que nunca tuvieron que luchar, pero que se les concedió automáticamente en la sociedad de clases capitalista. Es la única manera de crear confianza en grupos mixtos, tal como lo entendemos.</p>
<p>Lo mismo se aplica al racismo y la violencia de la supremacía blanca en los espacios feministas de izquierda. Una organización común es imposible si las mujeres y queers blancxs no se proponen reflexionar sobre su racismo y paternalismo hacia lxs compañerxs no blancxs y también combatirlo activamente. Dejamos a BuR porque no veíamos que la teoría antirracista y feminista del Manifiesto  de  BuR, que también se puede concluir de varios artículos de la página web „Klasse gegen Klasse“ (KgK), fuera implementada en la práctica. Hubo incidentes racistas y sexistas en BuR y especialmente en RIO. Durante meses exigimos una aclaración implacable de estos incidentes, dándole a RIO numerosas oportunidades para afrontar honesta y seriamente nuestras preguntas y críticas. Con la razón de que en realidad se trataba de diferencias político-estratégicas, RIO rechazó esta necesaria discusión.</p>
<p>La segunda crítica central se refiere a la falta de claridad sobre la relación entre BuR y RIO. Esta relación no se ha discutido claramente ni en el plano teórico ni en la práctica. Aunque RIO pretendía apoyar explícitamente la auto-organización de las mujeres y personas queer de la clase obrera, no lo hizo cuando se fundó BuR en Berlín y se hizo cada vez más popular. La intervención machista de parte de los hombres de RIO se hizo cada vez más evidente cuanto más independiente actuaba BuR, tanto en Munich como en Berlín. Las mujeres de RIO utilizaron métodos burocráticos para intervenir en el proceso emancipador del desarrollo: Por ejemplo, nunca fueron discutidas ni decididas democráticamente la preparación de reuniones (en cuanto a contenido y organización) o intervenciones/acciones (incluida la candidatura de un miembro de BuR para las elecciones del parlamento estudiantil en la Universidad Libre de Berlín). Finalmente fue RIO, la que tomaba las decisiones implementadas en nombre de BuR sin que esto fuera transparente. Esto llegó a tal nivel que los miembros de RIO querían opinar sobre cuándo y con qué frecuencia debían de reunirse lxs camaradas de BuR, a quién se le permitía estar activx en BuR y finalmente dudaron de que BuR fuera siquiera necesario para la orientación táctica de RIO como grupo si en el contexto político actual de Alemania no hubiera un movimiento de mujeres significativo. En este sentido, se suponía que RIO &#8211; no BuR &#8211; debía determinar qué discusiones y qué puntos focales debían ser tratados en BuR.</p>
<p>Además, varias veces fue apropiado el trabajo de los miembros y activistas migrantes por RIO. Su autoría no sólo no fue apreciada sino que fue ocultada, por ejemplo, añadiendo nombres de mujeres blancas de RIO bajo artículos publicados cuando éstas solo habían hecho cambios editoriales. Todo esto son aspectos que ilustran la falta de política y práctica antirracista coherente dentro de esta organización.</p>
<p>Después de un incidente concreto de violencia de pareja contra una camarada no blanca de RIO/BuR por parte de un miembro blanco y masculino de RIO y el manejo machista de la situación por parte de toda la organización, nos volvimos a posicionar abiertamente contra el sexismo y el racismo de los últimos meses, esperando una discusión profunda. Las reacciones a esto fueron impactantes para nosotrxs. En total contradicción con el Manifiesto de BuR, varios miembros de RIO, entre ellos miembros femeninos, redujeron el término de la violencia sólo a palizas, violación y femicidio. Por lo tanto, no reconocieron el alcance de la violencia psicológica que la camarada en cuestión había experimentado como resultado de la solidaridad de los miembros de RIO con el autor de la violencia.</p>
<h3>Las consecuencias</h3>
<p>Las mujeres que criticaron el comportamiento concreto así como las estructuras básicas en BuR y RIO fueron contrarrestadas mediante manipulación, demagogia, mentiras y burocracia, lo que dio lugar a la exclusión de algunas personas críticas de todos los canales de las redes sociales. RIO llamó esto una ‚medida de precaución‘. Las descripciones de las cofundadoras de BuR fueron borradas de KgK y sólo se volvieron a insertar después de una protesta masiva. Las críticas fueron recibidas repetidamente con acusaciones de que las posiciones políticas entre las personas fueran incompatibles. Un artículo de la revista KgK al que los críticos se refirieron en el debate fue eliminado del sitio web sin más para fingir que el contenido nunca había sido una posición de BuR.<a href="#_ftn8" name="_ftnref8">[8]</a> Los miembros y las personas activas críticas fueron acusados repetidamente de separatismo, política de identidad y liberalismo pequeñoburgués.</p>
<p>Esta contradicción entre la teoría y la práctica, entre las pretensiones sobre el papel y el comportamiento en la vida real, llevó a 18 miembros y activistas a romper las conversaciones infructuosas con BuR y RIO el 10 de mayo de 2020 y a declarar su dimisión. No es una coincidencia que una gran proporción de estas personas sean miembros y personas activas no blancxs.</p>
<h3>Conclusión y perspectivas</h3>
<p>Esperamos que el mayor número posible de personas con aspiraciones revolucionarias aprendan de nuestra experiencia y no repitan los mismos errores. Una práctica que no concuerda con nuestra propia teoría, es perjudicial para todos los proyectos socialistas-feministas, porque conduce a la despolitización, desmotivación e intimidación. Después de nuestra dimisión, estamos más motivadxs y convencidxs que nunca de continuar construyendo una organización socialista-feminista. Aunque ya no nos organizamos en nombre de BuR Alemania, estamos trabajando en un manifiesto feminista, que pretende unir las luchas proletarias antirracistas y antiimperialistas con las de un feminismo revolucionario. Seguimos interesadxs en el desarrollo de „Pan y Rosas“ a nivel internacional y esperamos que este paso radical conduzca a un replanteamiento de todxs lxs camaradas de „Pan y Rosas“ en todo el mundo. Nuestra declaración se publicará en alemán, castellano, francés e inglés. A partir de nuestras diferentes experiencias de huida, migración, guerra, pobreza, pero también de prosperidad y estabilidad, queremos seguir desarrollando análisis, críticas, intervenciones y organización socialistas revolucionarias en Alemania. Invitamos a todas las personas interesadas en esta perspectiva a que se pongan en contacto con nosotrxs: <a href="mailto:sozfem2020@riseup.net">sozfem2020@riseup.net</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Signado por:</p>
<p>16 ex-miembros y personas activas de „Brot und Rosen Deutschland“</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a>Es gab schon vor 2018 Aktionen unter dem Namen „Brot und Rosen Deutschland“ wie Aufrufe o.ä.; 2018 in München entstand jedoch erstmals eine physisch existente Ortsgruppe.</p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a>„Wenn wir für eine Gesellschaft ohne Unterdrückung und Ausbeutung kämpfen wollen, den Kommunismus, dann müssen sich alle Geschlechter aktiv für den Kampf gegen das Patriarchat einsetzen. Diese Haltung können und sollten wir von Männern einfordern. Aber das reicht nicht aus, um den Kampf gegen Frauenunterdrückung zur Sache der bewussten Arbeiter*innenklasse zu machen. Wir müssen als Kommunist*innen eine Politik machen, die über unsere Organisationen und die linke Szene herausreicht, weil nicht wir alleine dieses System überwinden können. Wir streben im Zuge des Aufbaus einer revolutionären internationalen Kampfpartei des Proletariats einen Dialog und gemeinsame Gruppierungen mit den fortschrittlichsten Sektoren der Gesellschaft an – in diesem Sinne ist die Selbstorganisierung von Frauen keine moralische Forderung, sondern eine strategische Notwendigkeit.&#8220; Lilly Schön, 2016 [<a href="https://www.klassegegenklasse.org/antwort-an-eine-leserin-warum-brauchen-wir-eine-frauenbewegung/">https://www.klassegegenklasse.org/antwort-an-eine-leserin-warum-brauchen-wir-eine-frauenbewegung/</a>]</p>
<p><a href="#_ftnref3" name="_ftn3">[3]</a>Even before 2018 there were actions under the name of „Brot und Rosen Deutschland“ such as appeals and the like; but in 2018 in Munich a physically existing local group was formed for the first time.</p>
<p><a href="#_ftnref4" name="_ftn4">[4]</a>„If we want to fight for a society without oppression and exploitation, therefore communism, all genders must actively engage in the fight against patriarchy. We can and should demand this attitude from men. But it is not enough to make the struggle against women&#8217;s oppression the business of the conscious working class. As communists, we must make a policy that reaches out through our organizations and the left scene, because we alone cannot overcome this system. We are seeking the dialogue and joint groupings with the most progressive sectors of the society in the process of building a revolutionary international party of the proletariat &#8211; In this sense, women&#8217;s self-organization is not a moral demand but a strategic necessity.“ Lilly Schön, 2016 [<a href="https://www.klassegegenklasse.org/antwort-an-eine-leserin-warum-brauchen-wir-eine-frauenbewegung/">https://www.klassegegenklasse.org/antwort-an-eine-leserin-warum-brauchen-wir-eine-frauenbewegung/</a>]</p>
<p><a href="#_ftnref5" name="_ftn5">[5]</a>Même avant 2018, il y avait des activités sous le nom de „Brot und Rosen Deutschland“ telles que des appels écrits et autres ; mais en 2018, à Munich, un groupe local physiquement existant a été formé pour la première fois.</p>
<p><a href="#_ftnref6" name="_ftn6">[6]</a>„Si nous voulons nous battre pour une société sans oppression et sans exploitation &#8211; le communisme, alors tous les sexes doivent s&#8217;engager activement dans la lutte contre le patriarcat. Nous pouvons et devons exiger cette attitude de la part des hommes. Mais il ne suffit pas de faire de la lutte contre l&#8217;oppression des femmes la cause de la classe ouvrière consciente. En tant que communistes, nous devons mener une politique qui s&#8217;étend à travers nos organisations et la scène de gauche, car nous ne pouvons pas, à nous seuls, surmonter ce système. Au cours de la construction d&#8217;un parti international révolutionnaire de lutte du prolétariat, nous nous efforçons de dialoguer et de former des groupements avec les secteurs les plus progressistes de la société &#8211; en ce sens, l&#8217;auto-organisation des femmes n&#8217;est pas une exigence morale mais une nécessité stratégique.“ Lilly Schön, 2016 [<a href="https://www.klassegegenklasse.org/antwort-an-eine-leserin-warum-brauchen-wir-eine-frauenbewegung/">https://www.klassegegenklasse.org/antwort-an-eine-leserin-warum-brauchen-wir-eine-frauenbewegung/</a>]</p>
<p><a href="#_ftnref7" name="_ftn7">[7]</a>Antes de 2018 se habían realizado acciones bajo el nombre de „Brot und Rosen Deutschland“ como llamamientos y cosas parecidas; pero en el 2018 en Munich se formó por primera vez un grupo local físicamente existente.</p>
<p><a href="#_ftnref8" name="_ftn8">[8]</a>„Si queremos luchar por una sociedad sin opresión y explotación, el comunismo, entonces todos los géneros deben participar activamente en la lucha contra el patriarcado. Podemos y debemos exigir esta actitud a los hombres. Pero esto no es suficiente para hacer de la lucha contra la opresión de la mujer la causa de la clase obrera consciente. Como comunistas debemos hacer una política que llegue más allá de nuestras organizaciones y la escena de la izquierda, porque nosotros solos no podemos superar este sistema. En el curso de la construcción de un partido internacional revolucionario de lucha del proletariado, nos esforzamos por el diálogo y las agrupaciones conjuntas con los sectores más progresistas de la sociedad &#8211; en este sentido, la auto-organización de las mujeres no es una exigencia moral sino una necesidad estratégica.“ Lilly Schön, 2016 [<a href="https://www.klassegegenklasse.org/antwort-an-eine-leserin-warum-brauchen-wir-eine-frauenbewegung/">https://www.klassegegenklasse.org/antwort-an-eine-leserin-warum-brauchen-wir-eine-frauenbewegung/</a>]</p>
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		<title>Wer erklärt die Welt?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2020 11:23:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Activism]]></category>
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		<category><![CDATA[diskriminierung]]></category>
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		<category><![CDATA[studie]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir leben im Jahr 2020 und Männer erklären uns immer noch die Welt. Unsere neue Studie beweist: Männer sprechen doppelt so lang wie Frauen, die wichtigen Ressorts sind in Männerhand, nur 15 Prozent aller Expert*innen sind Frauen und Frauen werden selten mit Namen genannt. Wir haben drei Nachrichtensendungen analysiert, die Ergebnisse sind erschreckend aber wenig überraschend. Wir fordern von ARD, &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #333333;"><strong>Wir leben im Jahr 2020 und Männer erklären uns immer noch die Welt. Unsere neue Studie beweist: Männer sprechen doppelt so lang wie Frauen, die wichtigen Ressorts sind in Männerhand, nur 15 Prozent aller Expert*innen sind Frauen und Frauen werden selten mit Namen genannt. Wir haben drei Nachrichtensendungen analysiert, die Ergebnisse sind erschreckend aber wenig überraschend. Wir fordern von ARD, ZDF, RTL &amp; Co. dringenden Handlungsbedarf: Mehr Diversität und gerechte Geschlechterverhältnisse in allen Redaktionen!</strong></span><span style="color: #333333;"><span id="more-1459"></span></span></p>
<p><strong><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/20200426_Studie_Wer-erklärt-die-Welt.pdf">+++ Die komplette Studie könnt ihr hier herunterladen +++</a></strong></p>
<p><span style="color: #333333;">Seit 1971 haben Frauen eine Stimme bei den ZDF „heute“ Nachrichten, seit 1976 in der ARD Tagesschau. Heute sind Moderatorinnen und Beitragssprecherinnen in den Top-Nachrichtensendungen in Deutschland keine Seltenheit mehr. Doch kommen Frauen in gleichem Maße zu Wort wie Männer, wie dies <a href="https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/von-heute-xpress-bis-tagesthemen-immer-mehr-nachrichten-moderatorinnen/20151284.html">der Tagesspiegel behauptet</a>? Wir haben nachgeforscht: In unserer neuen Studie “Wer erklärt die Welt?” untersuchen wir, wer <em>(Anm. d. Red.: Keine der Personen, in den von uns analysierten Sendungen, trat offensichtlich als trans*, nicht-binär oder queer auf) </em>wie lange über welches Thema spricht, aus welcher Position heraus gesprochen wird und ob die Person beim Namen genannt wird. Grundlage für die Analyse sind jeweils sieben Ausgaben von den drei Nachrichtensendungen mit den höchsten Einschaltquoten in Deutschland: „Tagesschau“ um 20 Uhr der ARD, „Heute Journal“ um 21 Uhr des ZDF, und „RTL Aktuell“ bei RTL um 18.45 Uhr.</span></p>
<div id="attachment_1464" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1464" class="size-medium wp-image-1464" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/2-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/2-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/2-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/2-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/2-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/2.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-1464" class="wp-caption-text">Männer haben doppelt so viel Redeanteil. Grafik: Gender Equality Media</p></div>
<p><span style="color: #333333;"><strong>Männer sprechen in TV-Nachrichtensendungen doppelt so lang wie Frauen</strong></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Schon bei einem ersten Blick in die Daten wird klar &#8211; Männer sprechen mehr und länger als Frauen. In den 6 Stunden und 20 Minuten des analysierten Nachrichtenmaterials sprechen Männer zu 67 Prozent und Frauen zu 33 Prozent. Auch in der Länge sind regelmäßige Unterschiede zu sehen: Eine männliche Sprachsequenz ist im Durchschnitt 19 Sekunden, eine weibliche dagegen 16 Sekunden lang. Obwohl sich sowohl ARD als auch ZDF der beruflichen Chancengleichheit von Frauen und Männern verschrieben haben, ist davon in den TV-Nachrichten wenig zu sehen. Vielleicht für die eine oder den Anderen überraschend: Größere Unterschiede zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendungsformaten gibt es in den Sprechanteilen nicht.</span></p>
<div id="attachment_1465" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1465" class="wp-image-1465 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/3-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/3-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/3-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/3-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/3-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/3.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-1465" class="wp-caption-text">Privat oder öffentlich-rechtlich: Kaum Unterschiede! Grafik: Gender Equality Media</p></div>
<p><span style="color: #333333;"><strong>Niedriger Anteil an Frauenstimmen in den wichtigsten Ressorts</strong></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Die Daten beweisen auch geschlechtsspezifische Stereotype: Frauen sprechen eher in den Bereichen Unterhaltung und Gesellschaft. Diese Bereiche gehören oft kürzer und werden nebenbei besprochen. In den wichtigsten und auch am längsten besprochenen Themen in Nachrichtensendungen, also Politik und Wirtschaft, liegt der Anteil an Frauen nur bei 33 bis 36 Prozent. So werden in den deutschen TV-Nachrichten, welche Millionen von Menschen täglich verfolgen, Klischees reproduziert. Frauen haben nichts zu sagen, sind keine Expertinnen und werden immer noch eher mit Unterhaltungsthemen in Verbindung gebracht. Mit Wissenschaft, Politik und Wirtschaft haben Frauen eben nichts zu tun.</span></p>
<div id="attachment_1466" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1466" class="size-medium wp-image-1466" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/4-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/4-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/4-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/4-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/4-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/4.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-1466" class="wp-caption-text">Weniger geht kaum. Grafik: Gender Equality Media</p></div>
<p><span style="color: #333333;"><strong>Nur 15 Prozent: Frauen werden selten als Expertinnen hinzugezogen</strong></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Männerstimmen dominieren nicht nur das TV-Programm, sie treten auch hauptsächlich als Experten auf: Beitragssprecher*innen, Moderator*innen und Expert*innen decken 91 Prozent der Sendezeit ab, jedoch sind in keiner der Sprechpositionen Frauen häufiger zu hören als Männer. Beitragssprecherinnen und Moderatorinnen kommen etwa nur halb so lang wie Beitragssprecher und Moderatoren zum Einsatz. Bei Expertinnen ist diese Differenz noch drastischer: Hier liegt der Anteil von Frauenstimmen bei 15 Prozent im Vergleich zu 85 Prozent der Männerstimmen. Besonders selten sind Expertinnen in den öffentlich-rechtlichen Nachrichten zu hören: Während bei RTL aktuell noch zu 27 Prozent Expertinnen befragt werden, kommt die ARD-Tagesschau nur noch auf 16 Prozent und ZDF aktuell auf 9 Prozent.</span></p>
<div id="attachment_1467" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1467" class="wp-image-1467 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/5-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/5-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/5-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/5-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/5-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/5.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-1467" class="wp-caption-text">Frauen sind für TV-Nachrichten keine Expertinnen. Grafik: Gender Equality Media</p></div>
<p><span style="color: #333333;">Wenn Frauen als Expertinnen fungieren, werden sie durch geschlechtsspezifische Stereotype gekennzeichnet. Zu gesellschaftlichen Themen sprechen Frauen deutlich häufiger als in den relevanten Kategorien Politik und Wirtschaft, wenn auch nur halb so lang wie Experten. Wir leben im 21. Jahrhundert und es gibt genug Expertinnen &#8211; daher dringender Handlungsbedarf Expertinnen zu allen Themenbereichen zu Wort kommen zu lassen.</span></p>
<div id="attachment_1468" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1468" class="wp-image-1468 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/6-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/6-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/6-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/6-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/6-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/6.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-1468" class="wp-caption-text">Geht es um Unterhaltung, dürfen Frauen ein wenig sagen. Grafik: Gender Equality Media</p></div>
<p><span style="color: #333333;"><strong>Frauen werden seltener beim Namen genannt</strong></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Frauen kommen insgesamt nicht nur seltener zu Wort, sondern werden dann auch seltener mit Namen vorgestellt. Aufgrund der Verteilung der Sprechanteile in Nachrichtensendungen überrascht es nicht, dass nur 30 Prozent der Namensnennungen auf Frauen entfallen und 70 Prozent auf Männer. Unter allen von Frauen gesprochenen Beiträgen wird bei 36 Prozent ein Name genannt, bei Männern liegt dieser Wert bei 49 Prozent.</span></p>
<p><span style="color: #333333;">Der wesentliche Faktor, ob der Name einer Person in den TV-Nachrichten genannt wird, stellt die Position der*des Sprechenden dar. Bei Moderator*innen werden in 17 Prozent der Fälle den Name genannt, bei Beitragssprechenden sind es schon 32 Prozent und Expert*innen werden mit 94 Prozent nahezu immer mit Namen vorgestellt. Da fast nur Experten zu Wort kommen, werden auch nur diese benannt. Die Unterschiede in den Sprechanteilen zwischen Männern und Frauen sindn unglaublich hoch und nicht gerecht verteilt: Männer sprechen zu Themen, die länger in Nachrichtensendungen behandelt werden und häufiger aus Positionen mit höherer Relevanz.</span></p>
<div id="attachment_1469" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1469" class="size-medium wp-image-1469" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/7-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/7-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/7-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/7-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/7-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/7.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-1469" class="wp-caption-text">Auch Namen sind für Frauen überflüssig. Grafik: Gender Equality Media</p></div>
<p><span style="color: #333333;"><strong>Ergebnisse überraschen nicht</strong></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Frauen sind weltweit und über alle  Medien hinweg unterrepräsentiert. Schon in unseren <a style="color: #333333;" href="https://www.stopbildsexism.com/die-bild-studie/"> Bildstudien </a>zeigt sich eine Unterrepräsentation von Frauen. Aber nun ist es bewiesen: Auch bei Nachrichtensendungen ist Gleichberechtigung der Geschlechter noch nicht vorhanden. </span><span style="color: #333333;">Damit die öffentlich-rechtlichen ihr selbst gestecktes Ziel der Chancengleichheit erreichen können, besteht dringender Handlungsbedarf bei den Redaktionen mehr Diversität, auch in Bezug auf geschlechtliche Identitäten, bei der Auswahl zuzulassen und somit hör- und sichtbar zu machen. </span></p>
<p><span style="color: #333333;">&#8222;Wir finden keine Frau&#8220; darf keine Ausrede mehr sein. Sie ist nicht nur peinlich und veraltet, die Ausrede verliert durch Datenbanken wie beispielsweise <a href="https://speakerinnen.org/de">Speakerinnen.org</a> oder <a href="https://brusselsbinder.org/">The Brussels Binder</a> auch total an Glaubhaftigkeit.<br />
</span></p>
<p><span style="color: #800080;"><strong><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/20200426_Studie_Wer-erklärt-die-Welt.pdf">+++ Die komplette Studie könnt ihr hier herunterladen +++</a> </strong></span></p>
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		<title>Aktivismus in Zeiten von Corona: Eine Ode an den digitalen Widerstand</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2020 16:18:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[#unfollowpatriarchy]]></category>
		<category><![CDATA[Activism]]></category>
		<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[aktivismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Lockdown geht in die sechste Woche und es regt sich Widerstand. Seit einigen Tagen hören wir in den Medien immer mehr kritische Stimmen. Allerdings sind diese wie gewohnt männlich und fordern vor allem eins: Die Wiederbelebung der Wirtschaft. Deutsche Medien berichten im Akkord über ökonomische Rezession und Depression und wie wichtig es ist, den Motor wieder zum Laufen zu &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Der Lockdown geht in die sechste Woche und es regt sich Widerstand. Seit einigen Tagen hören wir in den Medien immer mehr kritische Stimmen. Allerdings sind diese wie gewohnt männlich und fordern vor allem eins: Die Wiederbelebung der Wirtschaft. Deutsche Medien berichten im Akkord über ökonomische Rezession und Depression und wie wichtig es ist, den Motor wieder zum Laufen zu bringen. Dass wir den Stillstand mal dazu nutzen könnten darüber nachzudenken, wie wir unser Leben nachhaltiger und solidarischer gestalten, wird von vielen ausgeblendet. Diese Krise macht alle Ungerechtigkeiten auf denen unser System aufgebaut ist sichtbar und wir müssen auch dementsprechend handeln.<span id="more-1448"></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Apropos Solidarität: Diese hat in den vergangenen Wochen auch ganz schön gelitten. Auf Moria sitzen noch immer rund 40.000 Menschen unter erbärmlichsten Umständen fest <a style="color: #000000;" href="https://leavenoonebehind2020.org/donate/?fbclid=IwAR2LHADW4CCwQHqZmqD5x3JSrbxiFPhlsfp-tKdAS-ZKLrREZ2MIQ79wYXg">(#LeaveNoOneBehind)</a>. Darüber hinaus nutzen populistische Regierungen wie wie die polnische, die Krise um ihre misogyne Propaganda durchzusetzen. Frankreich meldet seit Beginn der Ausgangssperre einen <a style="color: #000000;" href="https://www.euronews.com/2020/03/28/domestic-violence-cases-jump-30-during-lockdown-in-france">Anstieg von Gewalt gegen Frauen in ihrem eigenem Źu Hause in Höhe von 30%.</a> Medien warnen bereits seit Wochen vor steigenden Zahlen, die Berichterstattung über einzelne Schicksale ist in Deutschland allerdings zurück gegangen. <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/corona-und-wirbleibenzuhause-fuer-viele-frauen-bedeutet-das-gewalt-und-angst/">Und wenn berichtet wird, dann eben nur verharmlosend als “Ehestreit”, “Beziehungsdrama” oder “Familientragödie”</a>. Kritische Berichterstattung sieht anders aus.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><b>Protest wird unsichtbar durch Versammlungsverbote</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Die Personen, welche normalerweise auf diese Probleme aufmerksam machen, indem sie die öffentliche Ordnung durch Proteste, Kundgebungen, und kreativen Aktionen (kurz) unterbrechen, stehen in diesen Zeiten erst recht mit dem Rücken zur Wand. Die meisten Engagierten sind weiblich und jetzt eher mit Home Schooling, unbezahlter Care-Arbeit, dem Abkassieren von Lebensmitteln in Supermärkten oder aber auch mit dem Retten von Leben in Krankenhäusern beschäftigt. <a style="color: #000000;" href="https://www.dezim-institut.de/in-den-medien/prof-dr-sabrina-zajak-protest-und-soziale-bewegungen-in-corona-zeiten/">Protest wird unsichtbar,</a> nicht nur weil wir zu Hause bleiben müssen, sondern auch weil wir schlicht und einfach gerade damit beschäftigt sind, das System am Laufen zu halten, Kinderbetreuung mit inbegriffen. Diese Krise ist auch eine Feministische. Und wenn die Medien bevorzugt über Börsenkurse und Finanzpakete, anstatt korrekt über unsere Schicksale und Kämpfe berichten, fehlt ein wichtiges Sprachrohr</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><b>In den Sozialen Medien regt sich kreativer Widerstand</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Also müssen wir uns irgendwie anders helfen und verlagern unsere Aufmerksamkeit hin zu den sozialen Medien: Im Gegenteil zu traditionellen Medien, lassen sich diese viel einfacher durch uns gestalten. Das Internet ist nicht nur dafür da, sich Katzenvideos in Dauerschleifen anzuschauen, sondern hat eben auch den wunderbaren Nebeneffekt, politisches Engagement unglaublich zu vereinfachen. Das Internet kennt keine geografischen Grenzen und verwischt gleichzeitig die sonst so strikte Trennlinie zwischen Öffentlichkeit und Privatsphäre. Auch wenn dies Gefahren in sich birgt (Das Recht auf Privatsphäre hört im Internet nämlich nicht einfach auf), ist diese Verwischung aber auch eine Chance, die Welt feministischer zu gestalten. Wenn Frauen sich mit Wissen ermächtigen, dieses neben ihren einzelnen Geschichten und Erfahrungen an ein großes Publikum kommunizieren und gleichzeitig Gleichgesinnte finden, dann entsteht sichtbarer Protest, der eben auch zum Wandel führen kann.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nun ist es aber auch so, dass Aktivismus von der Störung der analogen Öffentlichkeit lebt und wir uns in der misslichen Lage befinden, dass uns unser Recht auf Versammlungsfreiheit in den meisten Ländern erheblich eingeschränkt, wenn nicht sogar ganz genommen wurde. Doch ebenso wie das Internet kennt Kreativität keine Grenzen.</span></p>
<div id="attachment_1450" style="width: 245px" class="wp-caption alignleft"><a style="color: #000000;" href="https://leavenoonebehind2020.org/donate/?fbclid=IwAR2LHADW4CCwQHqZmqD5x3JSrbxiFPhlsfp-tKdAS-ZKLrREZ2MIQ79wYXg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1450" class="wp-image-1450 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/strajkkobiet-235x300.jpg" alt="Quelle: Facebook @ogolnopolskistrajkkobiet" width="235" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/strajkkobiet-235x300.jpg 235w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/strajkkobiet-768x981.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/strajkkobiet-801x1024.jpg 801w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/strajkkobiet.jpg 939w" sizes="(max-width: 235px) 100vw, 235px" /></a><p id="caption-attachment-1450" class="wp-caption-text">Quelle: Facebook @ogolnopolskistrajkkobiet</p></div>
<p><span style="color: #000000;"><b>Vernetzt euch und seid laut für all jene, die es nicht können!</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nachdem das polnische Parlament letzte Woche einen weiteren Versuch unternehmen wollte, das eh schon strenge Abtreibungsrecht noch mehr einzuschränken, verständigten sich hunderte polnische Frauen über soziale Medien, posteten tausendfach Bilder von sich zu Hause mit Plakaten und ihren Forderungen. Andere setzten sich in ihr Auto oder auf ihr Fahrrad und bildeten hupende bzw. klingelnde Konvois oder <a style="color: #000000;" href="https://taz.de/Abtreibung-in-Polen/!5675483/">protestierten dann eben doch (mit Abstand) gegen das geplante Gesetz</a>. Das Ergebnis: <a style="color: #000000;" href="https://humanistisch.de/x/hvd-bundesverband/presse/2020046197?fbclid=IwAR0q4FygnMF-nmo7Sm4CmL0HhF0Br78HCKvaXmzrE_lANkc6NhXzMOuTeiE">Das angestrebte Abtreibungsverbot wurde wieder zurück in den Ausschuss geschickt, indem es schon vorher zwei Jahre lag.</a> Das es so geschah, lag gerade an den Protesten trotz Ausgangssperren. Für viele Frauen in unserem Nachbarland bleibt die Situation allerdings gefährlich, weswegen die intensive Fortführung und Solidarität mit den Protestierenden umso notwendiger ist.</span></p>
<div id="attachment_1451" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a style="color: #000000;" href="https://humanistisch.de/x/hvd-bundesverband/presse/2020046197?fbclid=IwAR0q4FygnMF-nmo7Sm4CmL0HhF0Br78HCKvaXmzrE_lANkc6NhXzMOuTeiE"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1451" class="wp-image-1451 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/collagesfeminicidesparis_louvre-300x206.jpg" alt="Quelle: instagram.com/collages_feminicides_paris" width="300" height="206" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/collagesfeminicidesparis_louvre-300x206.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/collagesfeminicidesparis_louvre.jpg 572w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-1451" class="wp-caption-text">Quelle: instagram.com/collages_feminicides_paris</p></div>
<p><span style="color: #000000;">Ein weiteres Beispiel kommt aus Frankreich, wo der Pariser Ableger der “<a style="color: #000000;" href="https://www.instagram.com/femplak_berlin/">Femplaks</a>” <a style="color: #000000;" href="https://www.instagram.com/collages_feminicides_paris/"><i>Collages Feminicides </i></a><i>Paris</i> normalerweise mit Schriftzügen an Hauswänden auf Frauenmorde aufmerksam macht. Da in Frankreich allerdings momentan eine strikte Ausgangssperre herrscht, mussten auch sie umdenken. Und das Resultat kann sich sehen lassen: Mit Hilfe von digitalen Tools projizieren sie per Fotoshop ihre Parolen nun auf bekannte Gebäude und posten diese auf Instagram. Mit der “Share-Funktion” lassen sich die Beiträge einfach in den eigenen Stories teilen, womit die Reichweite erhöht wird und somit Aufmerksamkeit für das Thema generiert.</span></p>
<div id="attachment_1452" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1452" class="wp-image-1452 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/1upofficialcrew_Leavenoonebehind-300x225.jpg" alt="Quelle: https://www.instagram.com/1up_crew_official/" width="300" height="225" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/1upofficialcrew_Leavenoonebehind-300x225.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/1upofficialcrew_Leavenoonebehind-768x576.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/04/1upofficialcrew_Leavenoonebehind.jpg 900w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-1452" class="wp-caption-text">Quelle: https://www.instagram.com/1up_crew_official/</p></div>
<p><span style="color: #000000;">Und auch in Deutschland tut sich etwas. Seit ein paar Wochen fordern Banner an Fassaden, Graffitis an U-Bahn-Stationen und Kreide-Parolen auf Gehwegen #LeaveNoOneBehind. <a style="color: #000000;" href="https://seebruecke.org/leavenoonebehind/aktionen/bundesweite-erste-seebruecke-online-demo/">Die Bewegung <i>Seebrücke</i> veranstaltete im März und April Online-Demos via YouTube und rief ihre Anhänger dazu auf von zu Hause aus zu protestieren.</a> Die Notrufnummern von Hilfetelefonen werden vielfach in den sozialen Medien geteilt und auch die Aktivist*innen von Fridays For Future protestieren nun jeden Freitag virtuell und fordern den Wiederaufbau der Wirtschaft grüner und ethischer zu gestalten.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wir wissen, dass digitaler Aktivismus einfacher zu ignorieren, keinen Grundrechtsschutz genießt und ein Privileg denjenigen gegenüber ist, die ihre Meinungen nicht frei im Internet äußern können ohne mit strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Gerade deswegen sollten wir, die privilegiert genug sind online zu sein, solidarisch das Internet für Engagement nutzen, vor allem um Menschen mit unseren Stimmen zu unterstützen, die keine haben.  Digitaler Aktivismus ist ein Hoffnungsschimmer, weil er analogen Widerstand partizipativer und kreativer gestaltet. Gerade in Zeiten von Corona. Und eine gute Nachricht, gab es dann letzte Woche doch: <a style="color: #000000;" href="https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2020/04/rk20200415_1bvr082820.html">Das Bundesverfassungsgericht hat das strikte Versammlungsverbot teilweise gekippt.</a> Geht doch!</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #000000;"><em><strong>von Elizabeth Avila González</strong></em></span></p>
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