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	<title>sexuelle Gewalt &#8211; Gender Equality Media e.V.</title>
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	<description>Gegen medialen Sexismus</description>
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		<title>„Der Hass sitzt in den Köpfen“ – im Gespräch mit Renate Künast, Anne Roth und Jasna Strick</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Jul 2019 20:00:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Activism]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<category><![CDATA[sexuelle Gewalt]]></category>
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		<category><![CDATA[Sexismus in Medien]]></category>
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					<description><![CDATA[Noch ganz geflasht vom NETTZ-Förderpreis für Engagement gegen Hassrede im Netz, steht schon ein weiteres Highlight bei uns an. Wir freuen uns mega, dass wir nach diesem schönen Event drei beeindruckende Aktivistinnen interviewen konnten: Renate Künast (Bundestagsabgeordnete Bündnis 90/Die Grünen), Anne Roth (Referentin für Netzpolitik der Fraktion Die Linke im Bundestag) und Jasna Strick (Aktivistin und Autorin). Alle drei engagieren &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Noch ganz geflasht vom <a href="https://genderequalitymedia.org/gewonnen-was-wir-mit-dem-preisgeld-vorhaben-und-wie-sexismus-und-hate-speech-zusammenhaengen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">NETTZ-Förderpreis für Engagement gegen Hassrede im Netz</a>, steht schon ein weiteres Highlight bei uns an. Wir freuen uns mega, dass wir nach diesem schönen Event drei beeindruckende Aktivistinnen interviewen konnten: <a href="https://twitter.com/RenateKuenast" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Renate Künast</a> (Bundestagsabgeordnete Bündnis 90/Die Grünen), <a href="https://twitter.com/annalist" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anne Roth</a> (Referentin für Netzpolitik der Fraktion Die Linke im Bundestag) und <a href="https://twitter.com/Tugendfurie" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jasna Strick</a> (Aktivistin und Autorin). Alle drei engagieren sich auf verschiedene Weise für das Internet als Safe Space für Frauen*. Sie protestieren gegen digitale Gewalt gegen Frauen*, schreiben Texte oder Bücher über Hass im Netz und Feminismus und fordern lautstark Verbesserungen.</strong><span id="more-1183"></span></p>
<p>Sie pushen die öffentliche Debatte mithilfe von Bewegungen wie dem No Hate Speech Movement (Renate Künast), Vorträgen bei Events wie dem Chaos Computer Club (Anne Roth) oder durch die Initiierung und Verbreitung von Hashtags wie #aufschrei und #ausnahmslos (Jasna Strick). Mit Johanna sprachen sie über digitale Gewalt gegen Frauen*, Hassrede in den Medien, die Bedeutung zivilgesellschaftlicher Gegenbewegungen und vieles mehr.</p>
<p><strong>Liebe Frau Künast, liebe Frau Roth, liebe Frau Strick. Wir haben uns bei einer Arbeitssession zum Thema “Internet als Safe Space für Frauen*” beim Community-Event von Das NETTZ kennengelernt. Warum muss das Internet für Frauen* sicherer werden?</strong></p>
<div id="attachment_1184" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1184" class="size-medium wp-image-1184" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/07/Nettz_CE_Foto_Andi_Weiland-42-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/07/Nettz_CE_Foto_Andi_Weiland-42-300x200.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/07/Nettz_CE_Foto_Andi_Weiland-42-768x512.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/07/Nettz_CE_Foto_Andi_Weiland-42-1024x683.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/07/Nettz_CE_Foto_Andi_Weiland-42.jpg 2048w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-1184" class="wp-caption-text">Johanna beim NETTZ Community Event in Berlin &#8211; Foto: Andi Weiland | Das Nettz</p></div>
<p><strong>Künast:</strong> Frauen und Mädchen sind überdurchschnittlich häufig von Hass und Gewalt im Netz, sogenannter &#8222;digitaler Gewalt&#8220;, betroffen. HateSpeech Cybergrooming, Doxing, Sexploiting oder Cyber-Stalking sind Teil dieser digitalen Gewalt gegen Frauen. Das Netz muss für Frauen sicherer werden, denn es ist unser gutes Recht uns auch hier ohne die Welle von Hass bewegen zu können.</p>
<p><strong>Strick:</strong> Das Internet muss nicht nur für Frauen sicherer werden, sondern für viele Menschengruppen. Dass das Internet ein diskriminierungsfreier Raum ist, ist leider ein Wunsch, der nie erfüllt wurde. Es gibt Rassismus, geschlechtsbezogene Gewalt, Homofeindlichkeit usw. und dagegen sprechen wir uns aus.</p>
<p><strong>Roth:</strong> Für Frauen wie für alle anderen Menschen ist es wichtig, sich im Netz frei äußern zu können, ohne befürchten zu müssen, deswegen angegriffen zu werden. Das gehört zur Meinungsfreiheit und damit elementar zur Demokratie dazu. Wenn bestimmte Gruppen am öffentlichen oder semi-öffentlichen Diskurs nicht mehr teilnehmen, weil sie befürchten, angegriffen, beschimpft oder bedroht zu werden, dann haben wir als Gesellschaft ein Problem, und für die einzelnen Betroffenen ist das natürlich auch überhaupt nicht hinnehmbar.</p>
<h3><strong>Besonders Frauen, die ihre Meinung öffentlich darstellen, werden online angegriffen</strong></h3>
<p><strong>Sie sind als Politikerinnen, Autorinnen und Aktivistinnen Personen des öffentlichen Lebens. Wie präsent ist Hassrede in Ihrem beruflichen Umfeld? </strong></p>
<p><strong>Strick:</strong> Also Feminist*innen sind Hass ausgesetzt, seitdem es sie gibt. Der wurde früher häufiger analog ausgedrückt – hier lohnt zum Beispiel ein Blick in die Propagandamaterialien gegen Frauen, die für ihr Wahlrecht gekämpft haben. Heute sind eben viele Feminist*innen aktivistisch im Netz unterwegs und müssen sich mit Bedrohungen, Beleidigungen, Identitätsdiebstahl und viel mehr herumschlagen.</p>
<p><strong>Roth:</strong> Als Referentin einer Bundestagsfraktion trete ich persönlich nicht viel in Erscheinung, deswegen erlebe ich das persönlich wenig. Aber natürlich beobachte ich solche Angriffe bei anderen viel, insbesondere bei Abgeordneten.</p>
<p><strong>Künast:</strong> Ich erfahre sie fast täglich in den sozialen Netzwerken auf Facebook und Twitter durch Menschen, die mich politisch und persönlich als Frau angreifen, statt sich sachlich mit meiner politischen Arbeit auseinanderzusetzen. Es ist erschreckend, welches Frauen- und Menschenbild bei manchen vorherrscht.</p>
<div id="attachment_1186" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1186" class="wp-image-1186 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/07/Jasna-Strick_FB_IMG_1563865291157-300x207.jpg" alt="" width="300" height="207" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/07/Jasna-Strick_FB_IMG_1563865291157-300x207.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/07/Jasna-Strick_FB_IMG_1563865291157-768x530.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/07/Jasna-Strick_FB_IMG_1563865291157-1024x707.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/07/Jasna-Strick_FB_IMG_1563865291157.jpg 1063w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-1186" class="wp-caption-text">Jasna Strick &#8211; Foto: privat</p></div>
<p><strong>Was genau hat sich in den letzten Jahren verändert? Sind Frauen* heute generell mehr Hass ausgesetzt als früher oder gibt es auch positive Entwicklungen?</strong></p>
<p><strong>Strick:</strong> Misogynie ist nichts Neues und das gilt auch für andere Formen von Hass. Ich bin keine Freundin davon, so zu tun, als wäre das Internet Schuld an solchen Denkmustern. Der Hass sitzt in den Köpfen.</p>
<p><strong>Roth:</strong> Sexismus hat es immer gegeben, das sehe ich auch so. Mein Eindruck ist aber, dass sich die Situation im Netz doch sehr verändert hat, seit Soziale Medien selbstverständlich zum Alltag der meisten Menschen gehören. Solange das Netz ein verhältnismäßig überschaubarer Raum war, gab es mehr Akzeptanz bestimmter Regeln, der Netiquette, die es in Variationen in verschiedenen Netz-Sphären gab. Das hat nicht verhindert, dass in stark männerdominierten Räumen auch Sexismus akzeptiert wurde, und das Netz, als Ort vor allem für technikaffine Menschen, war eben auch zunächst vor allem von Männern bevölkert <b>–</b> also gab es dort fast überall auch mehr oder weniger starken Sexismus. Aber die Situation, die wir heute haben, dass es also für die meisten Frauen fast selbstverständlich dazu gehört, bei den banalsten Begegnungen von unbekannten Personen angegriffen zu werden, da sehe ich schon eine Veränderung.</p>
<p><strong>Künast</strong>: Die Hemmschwelle scheint in der Anonymität und durch den fehlenden persönlichen Kontakt im Netz offenbar niedriger. Aber es geht hier im Wesentlichen nicht um unorganisierte Einzelne, der Hass wird im Netz vielmehr strategisch eingesetzt. Von den Identitären bis zur AfD wird gezielt versucht, die demokratischen Institutionen und dort handelnde Personen abzuwerten, schlecht zu machen. Deren Ziel ist die Zersetzung der Demokratie und der Versuch Menschen zum Rückzug zu zwingen. Dieses Frauenbild erlaubt keine aktive Frauen. Das Wort dafür ist: Rechtsextremismus.</p>
<p><strong>Roth:</strong> Positiv ist vielleicht, dass das mittlerweile den meisten klar ist, dass das stattfindet und eine sehr problematische Entwicklung ist. Das NetzDG löst das Problem überhaupt nicht, aber mir scheint, dass gerade viele Menschen auf der Suche nach sinnvollen Lösungen sind und das ist ja schonmal was.</p>
<h3><strong>Beratungsstellen und Frauenhäuser sind katastrophal unterfinanziert</strong></h3>
<p><strong>Jede dritte Frau* in Deutschland ist von sexualisierter Gewalt betroffen. Dies wird jedoch vielfach nicht als politisches, sondern als persönliches Problem der Betroffenen verstanden. Erleben wir bei Hass gegen Frauen* im Netz eine Wiederholung der Debatte? </strong></p>
<div id="attachment_1187" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1187" class="size-medium wp-image-1187" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/07/Renate-Kuenast_Fotografin-Laurence-Chaperon-300x212.jpg" alt="" width="300" height="212" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/07/Renate-Kuenast_Fotografin-Laurence-Chaperon-300x212.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/07/Renate-Kuenast_Fotografin-Laurence-Chaperon-768x542.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/07/Renate-Kuenast_Fotografin-Laurence-Chaperon-1024x723.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-1187" class="wp-caption-text">Renate Künast &#8211; Foto: Laurence Chaperon</p></div>
<p><strong>Künast:</strong> Im Netz zeigt sich, was leider immer noch vorhanden ist, wie viele glauben, es wäre ihr Recht, Frauen mit sexualisierter Gewalt zu drohen. Die Debatte ist also immer noch da. Und ich will es ganz klar sagen: Ich erwarte, dass die Männer sich dagegen auch erheben.</p>
<p><strong>Strick:</strong> Vielfach ist Onlinegewalt eine Fortführung von Gewalt, die offline bereits stattgefunden hat. Zum Beispiel, wenn die Täter*innen ehemalige oder aktuelle Beziehungspartner*innen sind. Wenn sie gegen Frauen, queere Personen oder Sexarbeiter*innen gerichtet ist, ist auch Gewalt im Netz stark sexualisiert. Da geht es dann zum Beispiel um Beschreibungen von sexualisierten Übergriffen oder das Verbreiten von Nacktbildern – teils echt, teils gefälscht.</p>
<p><strong>Roth:</strong> Was sich auf jeden Fall wiederholt, ist das Wegsehen. Die Beratungsstellen und Frauenhäuser sind katastrophal unterfinanziert, und dasselbe sehen wir gerade beim Thema digitale Gewalt, gerade jenseits von HateSpeech. Es gibt kaum Ressourcen für kompetente Beratung zu digitalen Formen von Stalking, Überwachung, Lokalisierung, Revenge Porn, Identitätsdiebstahl usw. und bislang gibt es nicht mal repräsentative Studien oder Statistiken über das Ausmaß. Das ist völlig inakzeptabel, aber eben auch durchaus bekannt, wenn wir uns herkömmliche Formen von sexualisierter Gewalt ansehen.</p>
<p><b>Viele Frauen* dokumentieren HateSpeech und zeigen die Täter*innen an. Warum verlaufen dennoch so viele Anzeigen ins Leere?</b></p>
<p><strong>Künast:</strong> Der Rechtsextremismus hat sich gut geschult! Bewusst und systematisch werden &#8211; teilweise von Mehrfach-Accounts – Drohungen und Hass ausgesprochen, der exakt die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Anmerkung: BGH) umgeht. Ich hoffe wir kommen demnächst dazu, dass der BGH sich mit solchen Fällen beschäftigen muss. Aber wir gehen jetzt auch den zivilrechtlichen Schritt, weil das früher eingreift. Die Initiative &#8222;HateAid&#8220; stellt Gelder für diese Prozesse zur Verfügung. Ich arbeite bei einigen meiner Fälle mit ihnen zusammen und hoffe, dass dadurch Geld in die Kassen kommt, mit dem andere dann unterstützt werden können.</p>
<p><strong>Roth:</strong> Wenn HateSpeech angezeigt wird, fängt es schon damit an, dass Polizei und Staatsanwaltschaft das Problem oft nicht verstehen, nicht dafür ausgebildet sind, oft selbst keine vernünftige IT-Ausstattung haben und selbst wenn sie wollten, nicht die Mittel haben, das Problem nachzuvollziehen und zu verfolgen. Tatsächlich werden dann einzelne Beschimpfungen lediglich als Beleidigung erfasst und Untersuchungen /Ermittlungen sofort wieder eingestellt. Dass das massenhafte Vorkommen von Beschimpfungen und Bedrohungen aber ein ganz anderes Phänomen ist, wird dann überhaupt nicht verstanden. Es gibt Spezialdezernate für sexualisierte Gewalt und es gibt welche für IT-Sicherheit, aber keine, die beides und dazu noch andere Diskriminierungsformen im Blick haben und angemessen darauf reagieren.</p>
<p><strong>Strick:</strong> Genau, Gewalt im Netz wird noch nicht von allen wichtigen Stellen als Gewalt anerkannt. Ein weiterer Grund fehlender Anzeigen ist, dass es oft um Personengruppen geht, die es eh schwer haben Übergriffe gegen sie anzuzeigen. Viele Leute sehen sich ja auch auf Polizeidienststellen wieder mit Gewalt konfrontiert, zum Beispiel weil sie trans oder schwarz oder in der Sexarbeit tätig sind. Dann sind auch angeblich die Täter*innen so schwierig zu finden, sodass viele Anzeigen sehr schnell eingestellt werden.</p>
<h3><strong>Sexistische und diskriminierende Sprache ist ein Problem</strong></h3>
<p><strong>Hass im Netz hat oft anonyme Quellen. Boulevardblätter hingegen titeln freigebig von “Schlampen” oder “Ludern” und setzen Vergewaltigung anhand von Begriffen wie “Sex-Attacke” mit Sex gleich. In welchem Zusammenhang steht für Sie Hassrede zu sexistischer Berichterstattung?</strong></p>
<p><strong>Künast:</strong> Der Zusammenhang ist offensichtlich. Auch diese Art unterstützt und fördert die Auffassung, die Frauen zum Objekt herabwürdigt.</p>
<p><strong>Strick:</strong> Hass im Netz ist gar nicht zwingend anonym – viele schreiben Kommentare unter deren Namen, der auch in den Ausweisen stehen oder lassen bei E-Mails direkt die Signatur ihrer Arbeitsstelle stehen. Insgesamt ist es problematisch, wenn sexistische oder auch andere diskriminierende Sprache verwendet wird. Ich sehe da ein Henne-Ei-Problem, schließlich sind auch Boulevardblätter in gesellschaftliche Zusammenhänge eingebunden. Ich würde das also größer betrachten und allgemein anprangern, dass es schlimm ist, welche Begriffe im Zusammenhang mit Frauen immer noch irgendwie okay sind und welche Zuschreibungen, auch zum Beispiel rassistischer Art, wieder sagbar geworden sind in den letzten Jahren.</p>
<h3><strong>Beleidigungen und Bedrohungen unter Klarnamen</strong></h3>
<p><strong>Bei beiden Problemen wehrt die Gegenseite Kritik damit ab, dass die Freiheit geschützt werden müsse – die Freiheit und ggf. Anonymität im Internet sowie die Pressefreiheit im Journalismus. Ist das der Deal; ein Entweder-oder?</strong></p>
<p><strong>Künast:</strong> Das darf kein Widerspruch sein. Manchmal denke ich, es mache Sinn, das einfach mal für ein paar Jahre umzudrehen. Die Männerwelt würde ausrasten.</p>
<div id="attachment_1188" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1188" class="size-medium wp-image-1188" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/07/Screenshot92-300x199.png" alt="" width="300" height="199" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/07/Screenshot92-300x199.png 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/07/Screenshot92.png 748w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-1188" class="wp-caption-text">Anne Roth bei Twitter &#8211; Foto: Screenshot</p></div>
<p><strong>Roth:</strong> Entweder-oder? Überhaupt nicht. Tatsächlich, das hat Jasna Strick schon gesagt, schreiben viele Autor*innen aggressive, beleidigende, bedrohende Nachrichten unter ihrem vollen Namen und rechnen überhaupt nicht damit, dass das vielleicht Folgen haben könnte. Hat es bisher ja auch in den seltensten Fällen. Hingegen ist die Option, sich anonym im Netz bewegen zu können, elementar für alle, die von Diskriminierung und darauf basierender Verfolgung betroffen sind: Sie könnten sich nämlich sonst noch weniger frei äußern.<br />
Worauf es aber kein Recht gibt oder geben darf, ist alles das, was im analogen Leben im Strafrecht bereits geregelt ist: Bedrohungen, Beleidigungen, Volksverhetzung, Nötigung, Veröffentlichung heimlich aufgenommener Bilder oder ihre Manipulation und noch viel mehr. Da hat selbstverständlich auch die Pressefreiheit ihre Grenzen.</p>
<p><strong>Zivilgesellschaftliche Initiativen wie #wirsindmehr oder Reconquista Internet setzen sich aktiv gegen Hassrede in sozialen Netzwerken ein. Wir von GEM kämpfen gegen sexistische Berichterstattung, als institutionalisierte Hassrede gegenüber Frauen* und LGBTIQ* Menschen. Welches Gewicht tragen solche Initiativen für Sie im Kampf für mehr Gleichberechtigung? </strong></p>
<p><strong>Künast:</strong> Wir brauchen diese Initiativen dringend zur gegenseitigen Unterstützung. Sie sind übrigens zwingender Bestandteil eines demokratischen Systems. Wenn die Zivilgesellschaft sich nicht mehr engagiert, wäre es 5 vor 12. Gerade deshalb müssen wir stets darauf hinweisen, was die Rechtsextremen und damit auch die AfD will: uns und damit die Demokratie mindestens mundtot machen.</p>
<p><strong>Strick:</strong> Viele der Initiativen, die sich gerade frisch gebildet haben, haben leider kein gutes Auge für Diskriminierungen und deswegen auch nicht für Gleichberechtigung. Sie setzen sich für ein besseres Diskussionsklima ein – das ist löblich. Trotzdem sind das jetzt nicht immer unbedingt Menschen, denen die Anliegen von Frauen, behinderten Menschen oder trans Personen an erster Stelle stehen. Ich finde es wichtig, hier immer wieder zu betonen: Hass kann eben nicht jede*n treffen, sondern ist meistens vor allem für ohnehin schon diskriminierte Gruppen ein Problem. Da fehlt es manchen Initiativen an einem Grundverständnis für die größeren Zusammenhänge. Umso froher bin ich natürlich über Gruppierungen, die sich explizit feministisch positionieren.</p>
<h3><strong>Rechte bedrohen aktiv Gleichberechtigung, Würde und Freiheit</strong></h3>
<p><strong>Welche anderen Akteur*innen sollten sich noch stärker in diesem Bereich engagieren?</strong></p>
<p><strong>Künast:</strong> Logisch, alle demokratisch gesonnenen Männer. Und endlich auch der Bundesinnenminister Seehofer. Er redet von Heimat – das heißt übrigens ohne Angst leben zu können.</p>
<p><strong>Roth:</strong> Das Netz gehört zum Leben und das wird so bleiben. Es ist Ort der öffentlichen Diskussion, es gehört zur Gesellschaft und damit muss es das Interesse von uns allen sein, dass alle gleichermaßen daran teilhaben können, denn sonst verabschieden wir uns von den grundlegenden Ideen, die unsere Gesellschaft als Leitideen prägen: Gleichberechtigung, Würde, Freiheit, auch Rechtsstaatlichkeit im übrigen. Natürlich müssen die immer wieder eingefordert und aktiv umgesetzt werden, online wie offline und gerade jetzt, wo sie von rechts so sehr in Frage gestellt werden. Daran müssen sich alle beteiligen, die das Feld nicht denen überlassen wollen, die jede Form von Diversität abschaffen wollen.</p>
<p><strong>Strick:</strong> Da es im Kampf gegen Onlinegewalt darum geht, sich für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft einzusetzen, ist die Antwort ganz klar: alle.</p>
<p><strong>Das ist das Schlusswort. Frau Künast, Frau Roth und Frau Strick wir danken Ihnen für dieses Interview.</strong></p>
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			</item>
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		<title>K.O. Tropfen als Glühwein-Scherz &#8211; warum wir sexistische Medienmacher*innen direkt angehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Dec 2018 16:13:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#unfollowpatriarchy]]></category>
		<category><![CDATA[Activism]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<category><![CDATA[Print]]></category>
		<category><![CDATA[sexuelle Gewalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Die ersten Monate unserer Kampagne #UnfollowPatriarchy haben verdeutlicht: sexistische Sprache ist allgegenwärtig, und das auch in den großen, seriösen Blättern. Das liegt vor allem daran, dass unsere Medienlandschaft noch kaum sensibilisiert ist. Umso erfreulicher ist es, dass sich ein paar  der größeren Medienhäuser doch einsichtig zeigen, und auf unsere Anfrage hin sexistische Schlagzeilen sowie Texte korrigieren. Dennoch stellen wir fest: &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><i>Die ersten Monate unserer Kampagne #UnfollowPatriarchy haben verdeutlicht: sexistische Sprache ist allgegenwärtig, und das auch in den großen, seriösen Blättern. Das liegt vor allem daran, dass unsere Medienlandschaft noch kaum sensibilisiert ist. Umso erfreulicher ist es, dass sich ein paar  der größeren Medienhäuser doch einsichtig zeigen, und auf unsere Anfrage hin sexistische Schlagzeilen sowie Texte korrigieren. Dennoch stellen wir fest: das Patriarchat ist kein Flüchtigkeitsfehler, sondern hat System und vor allem eins, feste Akteure. Besonders negativ sind in den vergangen Wochen Medienmacher*innen aus Bayern aufgefallen. </i><i><br />
</i></span><br />
<span style="color: #000000;">Sind sexistische Nachrichten, die Verharmlosung von Gewalt, die erniedrigende Darstellung von Frauen*auch im Jahr 2018 noch unbeabsichtigt? Ist Unwissen die Ursache, dass  die Medienlandschaft für diese Belange noch nicht ausreichend sensibilisiert ist? An Information mangelt es eigentlich nicht: Artikel darüber, dass “Familiendrama” ein falscher Begriff ist, gibt es wie Sand am Meer. Fakt ist also, dass im geringsten Fall Unwissen der Grund für Sexismus ist. Unsere langjährigen Arbeit beweist stattdessen, dass Sexismus in vielen Redaktionen System hat. Viele scheinen zu glauben, mit sexistischer Berichterstattung ließe sich gut Geld machen &#8211; und ignorieren dabei die gesellschaftlichen Konsequenzen wie Herabwürdigung, Diskriminierung, sexuelle Belästigungen und Gewalt, die ihre Artikel befördern. Das alles haben wir satt. Aus diesem Grund haben wir <i>#UnfollowPatriarchy</i> gestartet.</span></p>
<h3><span style="color: #000000;">#unfollowpatriarchy &#8211; weil Sexismus ein Gesicht hat</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Unser Team screent täglich 14 Online- und Print-Medien und sucht das Netz nach festgelegten Schlagworten ab &#8211; wie zum Beispiel dem Begriff “Familiendrama”. Finden wir einen problematischen Begriff, kontaktieren wir zuerst die Redaktion, beziehungsweise die verantwortlichen Medienmacher*innen selbst. Dabei dokumentieren wir die Reaktionen: wer etwas ändert, wer sich gegen eine Verbesserung stellt, wann eine Antwort kam, und vor allem welche. So werden wir arbeiten wir nach und nach heraus, welche Redaktionen den medialen Sexismus in Deutschland aufrechterhalten, und damit aktive Unterstützer*innen des Patriarchats sind. Unsere Ziele sind daher zum einen zu definieren, wer aus Unwissen Sexismus (re)produziert, um dort Hilfestellung für Veränderungsprozesse zu leisten. Zum anderen wollen wir aber vor allem klarstellen, wer aus Profitgründen und chauvinistischer Denke gar kein Interesse hat etwas ändern, und diese Akteure in den öffentlichen Fokus stellen. Auf diese Weise bekämpfen wir mit <i>#UnfollowPatriarchy</i> sexistische Berichterstattung direkt an der Wurzel, und zwar bei den Personen, die diese Schlagzeilen produzieren und/oder zu verantworten haben. In vielen Fällen konnten wir so schon direkt Einfluss auf sexistische Berichterstattung nehmen.</span></p>
<h3><span style="color: #000000;"><b>Das Hauptproblem: “Sex” statt Vergewaltigung, “Familiendrama” statt Mord. Aber auch langsame Einsicht.  </b></span></h3>
<p><span style="color: #000000;">“Sex-Falle”, “Sex-Attacke”, “Sex-irgendwas” &#8211; die Wortkombinationen, in denen “Sex” synonym mit “Vergewaltigung” verwendet werden, sind endlos. In den Redaktionen scheint sich ein Automatismus gebildet zu haben, über den kaum nachgedacht wird. Dabei entsteht ein gefährliches Bild: Vergewaltigung als Sex zu bezeichnen ist (im besten Fall) die Annahme der Täter*innenperspektive. <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/warum-vergewaltigung-kein-sex-ist/">Vergewaltigung ist eine Gewalttat,</a> Sex hingegen etwas Einvernehmliches zwischen Personen, die fähig sind für sich zu entscheiden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nadia Murad wurde als Jesidin von den IS gefangen gehalten und vergewaltigt, nun erhielt die irakische Menschenrechtsaktivistin den Friedensnobelpreis für ihre Arbeit. Am 10. Dezember 2018 berichtete der SWR und bezeichnete Murad &#8211; ähnlich wie die Bild-Zeitung &#8211; als “Sex-Sklavin”.</span><br />
<b></b></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #000000;">Unser Team setzte sich gleich mit der Redaktion in Verbindung, die zuerst die Begriffswahl verteidigte.</span> <span style="color: #000000;">Nach Erläuterung unsererseits, zeigte sich der SWR jedoch einsichtig, und bedankte sich für die Intervention und korrigierte die Stellen.</span><span style="color: #000000;"><b><br />
</b><b><br />
</b>Auch die Auslassung des Begriffs “Vergewaltigung” ist ein Problem &#8211; wenn eine Frau* sich gegen einen Mann wehren muss, der sie vergewaltigen will, ist das versuchte Vergewaltigung und kein “Streit mit einer Freundin”.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #000000;">Wir twitterten an die Redaktion der Ostsee-Zeitung und den verantwortlichen Redakteur Andreas Ebel, der sich ebenso bedankte und auch sofort den Titel änderte.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Bei der WAZ korrigierte man ebenso sofort &#8211; und entfernte nach unserem Hinweis den Begriff aus “Sex-Attacke” aus dem Text.</span><br />
<span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1051" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/12/9z.jpg" alt="" width="310" height="279" /><br />
</span><span style="color: #000000;">Auch die Kieler Nachrichten reagierten, als wir &#8222;Sex-Vorfall&#8220; kritisierten. Die Unterstützung unserer follower*innen war hier sicher nicht unwichtig.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Unsere Medienlandschaft ist patriarchal geprägt, und so werden schädliche Begriffe oft unbewusst übernommen, wie diese Beispiele gezeigt haben. Sexismus erhält sich nun aber nicht durch reine Ausrutscher. Warum Vergewaltigung kein Sex sein soll? Wieso K.O.-Tropfen nicht lustig sind? Warum 156 Tötungen von Frauen* Mord sind und kein Beziehungsstreit? Das wollen einige nicht einsehen. Zudem gibt es Menschen, die diese Ungleichstellung erhalten wollen, weil man aus ihr Profit schlagen kann. Und ach ja, weil man die eigene Vormachtsstellung nicht verlieren will. In unserem letzten Screening war dies verstärkt in Bayern der Fall, sowohl in  großen Tageszeitungen als auch Lokalblättern.</span><br />
<b></b></p>
<h3><span style="color: #000000;"><b>K.O.-Tropfen Scherze, Familendramas und Taxis als “Sex-Fallen”: Das Leid der Frauen als Entertainment in Bayern<br />
</b></span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Am 5.11. erschien im Merkur und der tz in München ein Artikel über einen Mord in Fürstenfeldbruck. Im Text fand sich öfter der Begriff “Familiendrama”. “Familiendrama” ist der beliebteste Begriff, wenn es um die Ermordung einer Frau durch einen Bekannten geht, also egal ob Ehemann, (Ex-)Freund oder (abgewiesener) Bekannter. Handelt es sich um muslimische Täter, wird der  Begriff “Ehrenmord” plötzlich wie selbstverständlich benutzt. “Ehrenmord” definiert ganz klar: wird hier eine Frau* ermordet, hat dies System, das Motiv ist der verletzte männliche Stolz. “Familiendrama” hingegen kommuniziert dieses männliche Problem nicht. Synonym dafür wird auch “Beziehungsdrama” verwendet, kommuniziert wird dabei weder ein Männlichkeitsproblem in Deutschland noch der Fakt, dass jeden dritten Tag in Deutschland ein Mann eine Frau* tötet.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wir sprachen die Zeitung auf den Begriff an. Weder Kathrin Garbe, die Autorin des Artikels, noch die Redaktion haben sich dazu bis heute geäußert<b><br />
</b><br />
</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Ein weiterer Mordfall und ein weiterer Fall von Uneinsichtigkeit beim Bayerischen Rundfunk. Unsere Anfrage blieb auch hier unkommentiert.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Mitte November gab es dann einen weiteren Fall der durch die Schlagzeilen ging. Eine Frau wurde in München von einem Mann, der sich fälschlicherweise als Taxifahrer ausgab, vergewaltigt. Wieder gab es eine problematische Schlagzeile bei der tz München. Das Taxi danach als “Sex-Falle” zu bezeichnen? Für die Redaktion offensichtlich kein Problem, auch nicht auf unsere Nachfragen hin.</span></p>
<p><b></b><span style="color: #000000;"><b></b>Nach unserer Erläuterung gab es aber &#8211; im Gegensatz zum letzten &#8211; zumindest erst einmal Einsicht, und das Versprechen der Weiterleitung der Nachricht. <b><br />
</b></span></p>
<h3></h3>
<h3></h3>
<p><span style="color: #000000;">Da keine Antwort kam, meldeten wir uns erneut. Ansage diesmal: nicht zuständig.</span><br />
<span style="color: #000000;"><b><br />
</b></span></p>
<h3></h3>
<p><span style="color: #000000;">Auch nach mehrmaligem Nachfragen gab es nichts weiter als eine Info-Nummer. Für print sind wir nicht zuständig. Nahbare Zeitung? Fehlanzeige. Verantwortungsvoller Diskurs? Sieht anders aus. Neben der Uneinsichtigkeit des Web-Teams &#8211; auch andere Menschen hatten den Fall in den Sozialen Medien thematisiert &#8211; zeigt sich hier vor allem ein Mangel an Kompetenz was Diskursfähigkeit anbelangt. Zudem wurde die Sache umso fragwürdiger, da wir im Fall der &#8222;Familiendrama&#8220; &#8211; Schlagzeile, die eben in einem online- und nicht print-Artikel stand, gar keine Reaktion erhalten haben. Über eine telefonische Kontaktaufnahme sehen wir daher erst einmal ab &#8211; was telefonisch besprochen wird, kann man hinterher schwer nachweisen. Stattdessen fassen wir nach den Feiertagen nochmal per Schreiben nach.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Ignoranz, Desinteresse, das finden wir aber nicht nur in der Lokalpresse wieder. Im November schickte uns ein Follower einen Hinweis aus der Printversion der Süddeutschen Zeitung. Der Artikel handelte eigentlich von Glühwein. Der Autor, Werner Bartens, fand es besonders lustig die Wirkung von Zucker und Alkohol mit der von K.O.-Tropfen zu vergleichen.</span><br />
<span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1064" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/12/23z.jpg" alt="" width="428" height="513" /></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wir wollten von dem Journalisten wissen, wie es denn zu so einem “Scherztitel” kommen kann in Zeiten von #MeToo. Die Antwort blieb aus, das einzige plus: online war diese Schlagzeile nicht zu finden. Woran das wohl liegen lag?</span><br />
<span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1065" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/12/24z.jpg" alt="" width="278" height="228" /> </span></p>
<h3><span style="color: #000000;"><b><br />
Keine Ausrutscher, sondern Sexismus mit System</b></span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Die Existenz von medialem Sexismus, ist mittlerweile in den Köpfen vieler Menschen und auch in vielen Redaktionen angekommen. Jedoch herrscht Uneinigkeit darüber, wie dem begegnet werden soll. Mit mehr Medienkritik und besserer Aufklärung? In der Tat ist es unser Ziel, gendersensible Berichterstattung so in den Fokus zu rücken, dass unsere Arbeit obsolet wird. Neben unserer aktivistischen Arbeit bieten wir den Redaktionen daher auch Workshops an. Aber wir glauben auch, dass Sexismus nicht einfach verschwinden wird, wenn man nur gut und oft genug darüber aufklärt. Denn es gibt einfach zu viele Menschen, die davon profitieren. Wie bei jeder Form von Unterdrückung kann diese nur bekämpft werden, wenn man auch direkt an die Verursacher*innen und die Profiteur*innen des Problems geht. Viel elementarer für unsere Kampagne ist daher vor allem die Sammlung und Dokumentation einzelner Medienmacher*innen, die offensichtlich den Luxus haben, nicht von sexistischer Diskriminierung betroffen zu fühlen. Wer K.O.-Tropfen lustig findet, wer kein Problem darin sieht Vergewaltigung als Sex zu titulieren, es gut findet diese Gewalttaten in vermeintlich unterhaltende Wortkombinationen zu stecken, der ist nicht nur am Erhalt von Sexismus beteiligt, sondern formt ihn maßgeblich mit.</span></p>
<h3><span style="color: #000000;"><b>Wer den Gegner nicht benennen kann, kann ihn auch nicht bekämpfen</b></span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Darum werden wir es in den Fällen der Süddeutschen Zeitung und tz München nicht mit Dokumentation ihrer Sexismen belassen. Dort hat man sich dazu entschieden nichts zu korrigieren, manchmal nicht einmal zu re-agieren. Auf Gleichberechtigung zu verzichten, die Unterdrückung anderer zu negieren, das ist ein Privileg das sich sexistische Medienmacher*innen einfach herausnehmen, die Folgen haben andere zu tragen. Studien belegen dabei den Zusammenhang zwischen sexistischer Berichterstattung und Gewalt gegen Frauen* zuhauf. Wenn wir nachhaltig etwas verändern wollen, müssen wir genau nachfragen, worin denn das Problem für diese Personen liegt, über alle Menschen gleichermaßen respektvoll zu schreiben. Setzen wir uns dieser Konfrontation nicht aus, dass wir Menschen unter uns haben die den Wandel gar nicht wollen, wenn wir den Ursprung des Problems nicht benennen, können wir auch kaum etwas ändern. “Aufklärungsfeminismus”, also um Wandel bitten, statt auf Gerechtigkeit zu bestehen, reicht nicht. Gerechtigkeit wird einem nie gegeben, man muss sie sich erkämpfen. Mit <i>#unfollowpatriarchy</i> wollen wir genau hier ansetzen, und diese zweifelhafte Privilegstellung angreifen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Die Dinge beim Namen nennen – Warum eine Vergewaltigung kein Sex ist</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Dec 2018 07:35:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[#metoo]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<category><![CDATA[Print]]></category>
		<category><![CDATA[sexuelle Gewalt]]></category>
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		<category><![CDATA[Vergewaltigung]]></category>
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					<description><![CDATA[Leider müssen wir immer wieder erklären, warum Vergewaltigung und sexuelle Gewalt kein Sex sind. Medienhäuser hoffen auf gute Klickzahlen, nehmen dabei bewusst oder unbewusst die Täter*innenperspektive ein und verharmlosen ganz nebenbei Straftaten. Wie die Hannoversche Allgemeine berichtete, wurde Mitte November in München eine 17-Jährige von einem vermeintlichen Taxifahrer vergewaltigt, am selben Wochenende wurde außerdem eine 22-Jährige in einem falschen Taxi sexuell &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Leider müssen wir immer wieder erklären, warum Vergewaltigung und sexuelle Gewalt kein Sex sind. Medienhäuser hoffen auf gute Klickzahlen, nehmen dabei bewusst oder unbewusst die Täter*innenperspektive ein und verharmlosen ganz nebenbei Straftaten.</strong></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Wie die Hannoversche Allgemeine berichtete, wurde Mitte November in München eine </span><a href="http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Taxifahrer-vergewaltigt-17-Jaehrige-in-Muenchen"><span style="font-weight: 400;">17-Jährige von einem vermeintlichen Taxifahrer vergewaltigt</span></a><span style="font-weight: 400;">, am selben Wochenende wurde außerdem eine 22-Jährige in einem falschen Taxi sexuell belästigt.</span></p>
<p><a href="https://twitter.com/gem_ev_/status/1062982223828271110"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-936" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/11/10_181115_TZ_Sex-Falle-Taxi-300x262.png" alt="Titelblatt der TZ München mit Schlagzeile &quot;Sex-Falle Taxi&quot;" width="800" height="698" /></a></p>
<p><span style="font-weight: 400;">&#8222;Sex-Falle Taxi&#8220; titelt hierzu die TZ München und banalisiert damit die Missbrauchsfälle, indem die Redaktion Vergewaltigung mit Sex gleichsetzt. Wir kritisierten das Titelblatt am 15. November auf Twitter und erhielten nach mehrfacher Nachfrage eine Antwort des offiziellen Accounts der TZ: </span></p>
<p><a href="https://twitter.com/tzmuenchen/status/1063395607442800641"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-959" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/12/Antwort-TZ-kurz-300x49.png" alt="Tweet der TZ München: &quot;Wir haben deine Kritik an die Chefredaktion der Zeitung weitergegeben.&quot;" width="800" height="130" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/12/Antwort-TZ-kurz-300x49.png 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/12/Antwort-TZ-kurz-768x125.png 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/12/Antwort-TZ-kurz-1024x167.png 1024w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Als nach weiteren 10 Tagen keine weitere Rückmeldung erfolgt war, fragten wir erneut nach. Diesmal lautete die Antwort:</span></p>
<p><a href="https://twitter.com/tzmuenchen/status/1067008786374828032"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-987" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/12/Antwort-TZ-1-300x48.png" alt="Tweet der TZ München: &quot;Der Tweet von @gem_ev_ hat uns Kollegen in der Onlineredaktion erreicht. Wir können und werden nicht für die Zeitungskollegen sprechen. Daher die Bitte, direkten Kontakt zur Print-Chefredaktion aufzunehmen.&quot;" width="800" height="128" /></a></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Über den offiziellen Twitteraccount der TZ erreicht man die TZ also nicht. Zu dieser sinnvollen und hochprofessionellen Social-Media-Strategie kann man der TZ nur gratulieren (sie wäre zu diesem Zweck allerdings leider schlecht zu erreichen).</span></p>
<h3><strong>&#8222;Sex&#8220; als Synonym für Gewaltverbrechen</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Sex, Vergewaltigung, sexualisierte Gewalt, Zwangsprostitution und sogar Kindesmissbrauch scheinen für die TZ schon seit mehreren Jahren schwer auseinanderzuhalten zu sein. So titelte und twitterte sie im November 2016 über &#8222;</span><a href="https://twitter.com/tzmuenchen/status/798554201454510081"><span style="font-weight: 400;">Sex-Morde in Süddeutschland&#8220;</span></a><span style="font-weight: 400;">, im Juni 2016 von einem &#8222;</span><a href="https://twitter.com/tzmuenchen/status/745278316538699776"><span style="font-weight: 400;">Sex-Überfall in Vaterstetten&#8220;</span></a><span style="font-weight: 400;">, im Juli 2015 über Bill Cosby, er habe &#8222;</span><a href="https://twitter.com/tzmuenchen/status/618335970799300608"><span style="font-weight: 400;">Frauen mit Drogen betäubt, um mit ihnen Sex zu haben&#8220;</span></a><span style="font-weight: 400;">, im März 2009 über einen Menschenhändler-Ring, er habe &#8222;</span><a href="https://twitter.com/tzmuenchen/status/1397438119"><span style="font-weight: 400;">Illegale zum Sex gezwungen</span></a><span style="font-weight: 400;">&#8220; und über einen pädophilen Sexualstraftäter, dass er sich &#8222;</span><a href="https://twitter.com/tzmuenchen/status/1350193163"><span style="font-weight: 400;">beim Sex mit seinen Kindern&#8220;</span></a><span style="font-weight: 400;"> gefilmt habe.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Wird aus der Perspektive des Opfers berichtet, ist es schwer möglich, sexuelle Gewalt mit einvernehmlichem Sex zu verwechseln – es handelt sich um eine Gewalterfahrung. Durch die Vermischung und falsche Verwendung der Begriffe findet die Berichterstattung somit aus der Perspektive der Täter*innen statt, deren Befriedigung wird zum Ausgangspunkt und die Straftat wird sprachlich verharmlost. Hierbei wird unbewusst an ein generell problematisches Bild von Sexualität angeknüpft, insbesondere von weiblicher Sexualität, das davon ausgeht, dass Frauen prinzipiell eigentlich nie Sex haben wollen und Männer prinzipiell immer. Damit einher gehen dann Vorstellungen, Männer müssten Frauen &#8222;rumkriegen&#8220;, damit sie sie &#8222;ranlassen&#8220; – hierbei ist Sex folglich etwas, das die Frau gewissermaßen über sich ergehen lässt, um dem Mann einen Gefallen zu tun.</span></p>
<h3>Bitte keinen Widerwillen zur Schau tragen</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Diese sehr traurige Annahme hielt auch der Bundesgerichtshof für plausibel und normal, als er </span><a href="https://opinioiuris.de/entscheidung/1659"><span style="font-weight: 400;">1966 in einem Urteil</span></a> <span style="font-weight: 400;">die Ansicht vertrat, Ehefrauen seien ihren Männern gegenüber zur </span><span style="font-weight: 400;">&#8222;</span><i><span style="font-weight: 400;">Gewährung [von Geschlechtsverkehr] in ehelicher Zuneigung und Opferbereitschaft</span></i><span style="font-weight: 400;">&#8220; verpflichtet, was aber noch nicht ausreichend sei: &#8222;</span><i><span style="font-weight: 400;">Die Frau genügt ihren ehelichen Pflichten nicht schon damit, daß sie die Beiwohnung teilnahmslos geschehen läßt.</span></i><span style="font-weight: 400;">&#8220; Sie wären des Weiteren nicht berechtigt, &#8222;</span><i><span style="font-weight: 400;">Gleichgültigkeit oder Widerwillen zur Schau zu tragen</span></i><span style="font-weight: 400;">&#8220; und sollten &#8222;</span><i><span style="font-weight: 400;">darauf verzichten, [ihre] persönlichen Gefühle in verletzender Form auszusprechen&#8220;</span></i><span style="font-weight: 400;">.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Zentral sollte also die Befriedigung des Mannes sein. Die Befriedigung der Frau fand nicht nur keine Erwähnung, ihr Verhalten wurde ausschließlich im Hinblick auf die Befriedigung des Mannes bewertet: </span>&#8222;<i>Denn erfahrungsgemäß vermag sich der Partner, der im ehelichen Verkehr seine natürliche und legitime Befriedigung sucht, auf die Dauer kaum jemals mit der bloßen Triebstillung zu begnügen, ohne davon berührt zu werden, was der andere dabei empfindet.</i>&#8220;</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Negative Empfindungen der Frau könnten also der &#8222;natürlichen und legitimen&#8220; Befriedigung des Mannes im Wege stehen und sollten deshalb überspielt werden. Das heißt im Klartext: Lächel doch mal!</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ausgehend von diesem fehlgeleiteten Bild von Sexualität ist es dann möglich, Vergewaltigung und einvernehmlichen Sex als die Enden eines Spektrums zu begreifen: Im schlimmsten Fall wehren sich Frauen mit Händen und Füßen, wenn es etwas besser läuft sagen sie halt nein aber wehren sich nicht, wenn es noch besser läuft protestieren sie nicht und tragen keine &#8222;Gleichgültigkeit oder Widerwillen zur Schau&#8220; und so weiter bis hin zum zufälligen Glücksfall, dass sie freundlicherweise bereitwillig mitmachen. Die Annahme, zwischen Sex und Vergewaltigung bestünde ein fließender Übergang, ermöglicht dann die Einbildung, es gäbe eine Grauzone: Nicht-einvernehmlicher Sex, der aber keine Vergewaltigung ist.</span></p>
<h3>Abwarten und Tee trinken?</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Kann man ein Gerichtsurteil von 1966 als Teil seiner Argumentation zur Erklärung von gegenwärtigen gesellschaftlichen Missständen heranziehen? Ein berechtigter Einwand, schließlich wandelt sich unsere Gesellschaft rasant – schon 1997, also nur 31 Jahre später, war Vergewaltigung in der Ehe eine Straftat! Und heute, 52 Jahre später, sind wir doch sowieso alle viel weiter, oder?</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">In einem </span><a href="http://rockstardinosaurpirateprincess.com/2015/03/02/consent-not-actually-that-complicated/"><span style="font-weight: 400;">Blogbeitrag</span></a><span style="font-weight: 400;">, der später als animierter </span><a href="https://www.youtube.com/watch?v=oQbei5JGiT8"><span style="font-weight: 400;">Clip</span></a><span style="font-weight: 400;"> viral ging, vergleicht die britische Bloggerin Emmeline May Sex mit Tee: </span></p>
<blockquote><p><iframe loading="lazy" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/oQbei5JGiT8?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<p><span style="font-weight: 400;">&#8222;</span><i><span style="font-weight: 400;">If they say &#8218;No thank you&#8216; then don’t make them tea. At all. Don’t make them tea, don’t make them drink tea, don’t get annoyed at them for not wanting tea. They just don’t want tea, ok?&#8220; </span></i></p></blockquote>
<p><span style="font-weight: 400;">John Oliver verglich in einer </span><a href="https://youtu.be/L0jQz6jqQS0?t=893"><span style="font-weight: 400;">Episode von Last Week Tonight</span></a><span style="font-weight: 400;"> Sex mit einem Boxkampf: &#8222;</span><i><span style="font-weight: 400;">Wenn einer nicht mitmachen will, begeht der andere ein Verbrechen.</span></i><span style="font-weight: 400;">&#8220; Konsens ist also relativ leicht zu begreifen: Nein heißt nein. Das stellt heute abgesehen von einigen zutiefst verwirrten Pick-Up-Artists auch niemand mehr infrage – es sei denn, man bewegt sich von &#8222;nein heißt nein&#8220; ein kleines Stück weiter und behauptet, &#8222;nur ja heißt ja&#8220;, wie es seit diesem Jahr in Schweden Grundsatz des Sexualstrafrechts ist.</span></p>
<h3>Konsens als Passierschein A38</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Im deutschen Sexualstrafrecht wird Passivität als Zustimmung gewertet. Als in Schweden das Sexualstrafrecht reformiert wurde, übertrafen sich die deutschen Medien gegenseitig in der Suche nach der absurdesten mutwilligen Fehlinterpretation der neuen Gesetzeslage.  Seinen Sexpartner oder seine Sexpartnerin nach seinem oder ihrem Einverständnis zu fragen, wurde in der Berichterstattung als nahezu unerfüllbarer Akt ungeahnten bürokratischen Ausmaßes dargestellt – die schwedische Juristin Kristina Hatas hat für uns in einem </span><a href="https://genderequalitymedia.org/schwedische-botschaft-an-deutsche-medien-ja-sex-sollte-einvernehmlich-sein-ein-gastbeitrag-aus-schweden/"><span style="font-weight: 400;">Gastbeitrag</span></a><span style="font-weight: 400;"> die befremdlichen Auswüchse der Debatte zusammengefasst und eingeordnet. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Treffend auf den Punkt gebracht wird die Schlagrichtung der deutschen Medien in zwei Satirevideos: In einem </span><a href="https://www.youtube.com/watch?v=G-T2EEOn5nM"><span style="font-weight: 400;">Clip</span></a><span style="font-weight: 400;"> der funk-Produktion </span><i><span style="font-weight: 400;">Bohemian Browser Ballet</span></i><span style="font-weight: 400;"> sammelt ein Paar rechtskräftige Beweise wie eine unterschriebene Einverständniserklärung und eine Urinprobe. In einem Monate später erschienen </span><a href="https://www.youtube.com/watch?v=Td6nF7jXIik&amp;t=0s&amp;"><span style="font-weight: 400;">Sketch</span></a><span style="font-weight: 400;"> im heute-show-Sommerpausenfüller </span><i><span style="font-weight: 400;">Danke Deutschland</span></i><span style="font-weight: 400;"> des ZDF wird nach einem weitestgehend ähnlichen Skript die Rechtssicherheit durch notarielle Beglaubigung und Anwesenheit von Zeugen und einem Rechtsanwalt sichergestellt. Tenor ist also: Nach dem Einverständnis zu fragen macht die Stimmung kaputt und ist vollkommen überflüssig. In den Augen der Medienmacher*innen scheint die trennscharfe Differenzierung zwischen Sex und Vergewaltigung unhinterfragte Gewissheit, als wäre es gegebene Tatsache, dass sowieso niemand auf die Idee käme, mit jemandem ohne dessen Einverständnis Geschlechtsverkehr zu haben. Das ist leider nicht richtig.</span></p>
<h3>Ein Viertel der Deutschen findet Vergewaltigung manchmal okay</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Im</span><a href="https://ec.europa.eu/commfrontoffice/publicopinion/index.cfm/ResultDoc/download/DocumentKy/75839"> <span style="font-weight: 400;">Spezial-Eurobarometer 449</span></a><span style="font-weight: 400;"> zu geschlechtsspezifischer Gewalt waren 27% aller befragten Deutschen der Meinung, &#8222;Geschlechtsverkehr ohne Einwilligung&#8220; könne &#8222;unter bestimmten Umständen gerechtfertigt&#8220; sein, etwa wenn das Opfer betrunken ist, Drogen genommen hat, freiwillig mit jemandem nach Hause gegangen ist, &#8222;freizügige, provozierende oder sexy Kleidung&#8220; getragen hat, nicht deutlich “nein” gesagt oder sich körperlich nicht deutlich gewehrt hat, nachts alleine draußen herumgelaufen ist oder mehrere Sexualpartner hat. </span><a href="https://www.nytimes.com/2017/10/30/health/men-rape-sexual-assault.html"><span style="font-weight: 400;">Bei Befragungen von amerikanischen College-Studenten zu ihrem Sexualverhalten gaben Teilnehmer an</span></a><span style="font-weight: 400;">, sie hätten eine Partnerin &#8222;gegen ihren Willen penetriert&#8220;, gleichzeitig gaben sie an, &#8222;sowas wie eine Vergewaltigung&#8220; nicht begangen zu haben. In Vergewaltigungsprozessen sagen die Angeklagten häufig aus: &#8222;</span><a href="https://broadly.vice.com/en_us/article/qkg7y7/why-so-many-rapists-dont-realize-theyre-rapists"><span style="font-weight: 400;">Ich dachte, sie wollte es.&#8220;</span></a></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die nicht vorhandene Trennung zwischen einvernehmlichem Sex und Vergewaltigung ist also weiterhin relevant und hat schwerwiegende Konsequenzen. Die synonyme Verwendung der Begriffe ist mindestens fahrlässig. Wenn bei Sexualstraftaten statt von Belästigung und Vergewaltigung von &#8222;Sex&#8220; die Rede ist, sieht das auf der Titelseite zwar aufregend und ein bisschen skandalös aus und hilft möglicherweise, Verkaufs- oder Klickzahlen in die Höhe zu treiben. Aber durch die Vermischung der Begriffe wird zugunsten der Unterhaltsamkeit ein Gewaltverbrechen trivialisiert und verharmlost.</span></p>
<p>Von <a href="https://twitter.com/gewittergesicht">Vic Schulte</a></p>
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		<title>Femizide, die keine sein sollen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Nov 2018 21:46:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Feminizid]]></category>
		<category><![CDATA[Mediascreening]]></category>
		<category><![CDATA[sexuelle Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Beziehungsdrama&#8220;, &#8222;Familiendrama&#8220;, &#8222;Sexmob&#8220; und &#8222;Bluttat&#8220;. Was sich nach Schlagwörtern für den nächsten schlechten TV-Krimi anhört, sind sexistische Wortschöpfungen der Medien für die Beschreibung von Gewalttaten gegenüber Frauen*. Nach aktuellen Angaben des Bundeskriminalamtes wurden im vergangenen Jahr knapp 140.000 Menschen, davon 82 % Frauen, von ihren Partner*innen oder Ex-Partner*innen misshandelt oder bedroht. Dabei wird alle 2 bis 3 Tage eine Frau &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="mp-row-fluid motopress-row mpce-dsbl-margin-left mpce-dsbl-margin-right">
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<p>&#8222;Beziehungsdrama&#8220;, &#8222;Familiendrama&#8220;, &#8222;Sexmob&#8220; und &#8222;Bluttat&#8220;. Was sich nach Schlagwörtern für den nächsten schlechten TV-Krimi anhört, sind sexistische Wortschöpfungen der Medien für die Beschreibung von Gewalttaten gegenüber Frauen*.</p>
<p>Nach aktuellen Angaben des <a href="https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/JahresberichteUndLagebilder/Partnerschaftsgewalt/Partnerschaftsgewalt_2017.html;jsessionid=B4B53CBF3AB1EBAE438F8C9BFB98C1BD.live2302?nn=63476" target="_blank" rel="noopener"><strong>Bundeskriminalamtes</strong></a> wurden im vergangenen Jahr knapp 140.000 Menschen, davon 82 % Frauen, von ihren Partner*innen oder Ex-Partner*innen misshandelt oder bedroht. Dabei wird alle 2 bis 3 Tage eine Frau von ihrem (Ex-)Partner ermordet, allein 2017 gab es 147 Todesfälle. Die <a href="https://www.bmfsfj.de/blob/93970/957833aefeaf612d9806caf1d147416b/gewalt-paarbeziehungen-data.pdf" target="_blank" rel="noopener"><strong>Studie des Familienministeriums</strong></a> von 2014 zeigt, dass jede vierte Frau sexuelle und/oder körperliche Gewalt durch den (Ex-)Partner* erfahren hat. Mehr als jede zweite Frau* wurde mindestens einmal im Leben sexuell belästigt. Millionen Frauen* weltweit haben im Rahmen der #metoo-Debatte ihre Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt veröffentlicht. Eigentlich sollte spätestens seitdem allen klar geworden sein, dass es sich bei Gewalt gegen Frauen* nicht um Einzelfälle handelt. Ja, wie gesagt, es sollte allen klar sein.</p>
<p>Dass das Gegenteil der Fall ist, sehen wir bei unseren täglichen Medienscreenings. Tötungen von Frauen* werden nicht als das bezeichnet, was sie sind: Femizide. Frauen* sterben, weil sie Frauen* sind. Sie werden von den (Ex-)Partnern, den Vergewaltigern oder den Vätern umgebracht. Das wird dann als Familiendrama, Eifersuchtstragödie oder Bluttat bezeichnet. Außerdem findet eine starke Verharmlosung von Gewalt gegen Frauen* statt, indem Vergewaltigung sprachlich mit Sex gleichgesetzt wird.</p>
<p>Um unseren Beitrag zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen* zu leisten, möchten wir anhand einiger Beispiele aus unserer noch viel größeren Sammlung auf die mediale Verharmlosung von Gewalttaten an Frauen* aufmerksam machen.</p>
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<p><span style="font-size: 18px; color: #000000;"><strong>Familien- und Beziehungsdramen</strong></span></p>
<p>Die Täter sind die Söhne, die Ehemänner oder die Partner. Frauen* sterben und das ganze wird als Familien- oder Beziehungsdrama verharmlost. Dass Gewalt kein Drama, sondern das verdammte Patriarchat ist, fällt leider komplett unter den Tisch.</p>
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<p><span style="font-size: 18px; color: #000000;"><strong>Gewalt ist kein Sex</strong></span></p>
<p>Dass Gewalt gegen Frauen* verharmlost wird, sollte eigentlich jeder Person auffallen, sobald das Wort “Sex” im Kontext von Gewalt vorkommt&#8230;</p>
<p>&#8230;zum Beispiel wenn eine Frau* erst vergewaltigt und dann umgebracht wird und der Täter dann als “Sex-Mörder” bezeichnet wird. Ich glaube, mir fällt kein hypothetischer Fall ein, bei dem diese Bezeichnung passend und angemessen ist.</p>
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<p><span style="font-size: 18px; color: #000000;"><strong>Bluttat, Blutbad</strong></span></p>
<p>Dass Bild und Co. durch reißerische Überschriften versuchen, möglichst viele Klicks zu bekommen, dürfte für Viele nichts Neues sein. Vermutlich wird genau aus diesem Grund auch der Begriff “Bluttat” verwendet, anstatt die Themen zu politisieren, indem das ganze als Femizid bezeichnet wird.</p>
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<div class="motopress-image-obj motopress-text-align-left"><img decoding="async" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/11/11_180606_Focus_Bluttat.png" title="11_180606_Focus_Bluttat" alt="11_180606_Focus_Bluttat" class="motopress-image-obj-basic mpce-dsbl-margin-left mpce-dsbl-margin-right mpce-dsbl-margin-top mpce-dsbl-margin-bottom" /></div>
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<div class="motopress-image-obj motopress-text-align-left"><img decoding="async" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/11/13_180615_Stern_Bluttat.png" title="13_180615_Stern_Bluttat" alt="13_180615_Stern_Bluttat" class="motopress-image-obj-basic mpce-dsbl-margin-left mpce-dsbl-margin-right mpce-dsbl-margin-top mpce-dsbl-margin-bottom" /></div>
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<p><span style="font-size: 18px; color: #000000;"><strong>Was wir von den Medien wollen?</strong> </span></p>
<p>Wir fordern, dass Gewalt gegen Frauen* nicht weiter von den Medien verharmlost wird. Wir fordern, dass Gewalt gegen Frauen* nicht weiterhin als eine Anreihung von Einzelfällen dargestellt wird. Wir fordern, dass Gewalt gegen Frauen* immer im Kontext von strukturellem Sexismus genannt wird. Wir fordern, dass Gewalt, die sich gegen Frauen* richtet, entsprechend kriminalstatistisch erfasst wird, und dass Bagatellisierungen ein Ende nehmen.<br />
Wir fordern, kritische Berichterstattung, statt Täter*innenperspektive.  Mehr Informationen findet ihr in unserem <a href="https://genderequalitymedia.org/custom-section/forderungen/">Forderungspaket.</a></p>
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		<title>Wanted: Ein Aufruf für ein schwules #MeToo</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Apr 2018 20:43:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#metoo]]></category>
		<category><![CDATA[queer]]></category>
		<category><![CDATA[sexuelle Gewalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Sechs Monate ist es nun her, auf einmal war #MeToo überall. Die Medien überschlugen sich in der immer gleichen Sensationsgier mit immer neuen Vorwürfen gegen die Harvey Weinstein’s dieser Welt. Mein Facebook-Feed war voll mit berührenden, mut- und wütend machenden Schilderungen vieler meiner Freundinnen über individuelle Erfahrungen mit sexueller Gewalt. Und auch ganz persönlich und offline stiftete die große Debatte &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><em>Sechs Monate ist es nun her, auf einmal war #MeToo überall. Die Medien überschlugen sich in der immer gleichen Sensationsgier mit immer neuen Vorwürfen gegen die Harvey Weinstein’s dieser Welt. Mein Facebook-Feed war voll mit berührenden, mut- und wütend machenden Schilderungen vieler meiner Freundinnen über individuelle Erfahrungen mit sexueller Gewalt. Und auch ganz persönlich und offline stiftete die große Debatte um sexuelle Gewalt am Arbeitsplatz viele kleine Gespräche &#8211; zu den lästigen Sprüchen, die Frauen sich auf der Straße anhören müssen, zu den anzüglichen Bemerkungen die auch Männer im Berufsleben ertragen müssen und auch zu den Berührungen, die man sich lieber von der Haut waschen würde. Bei den Frauen ist Bewegung, bei manchen Männern und bei insbesondere schwulen Männern überwiegt jedoch die Stille. Ein Aufruf für ein schwules #MeToo.</em> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Viele, die sich als politisch aktive Feminist*innen verstehen, fühlten sich im Sog der #MeToo-Debatte gar zum ersten Mal gehört. Auch wenn es feministische Positionen in den letzten Jahren in die breite Öffentlichkeit geschafft haben &#8211; nur wenige werden leugnen können, dass erst #MeToo einen so großen Stein ins Rollen gebracht hat, <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/der-hysterische-mann/">dass auch kleine Männer, die sich ganz groß fühlen</a>, jetzt Angst vor <i>dem Feminismus</i> haben.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span id="more-563"></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-574 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/04/mihai-surdu-415698-unsplash-300x200.jpg" alt="" width="380" height="253" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/04/mihai-surdu-415698-unsplash-300x200.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/04/mihai-surdu-415698-unsplash-768x512.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/04/mihai-surdu-415698-unsplash-1024x683.jpg 1024w" sizes="(max-width: 380px) 100vw, 380px" /></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Für viele war und ist #MeToo jedoch ein Befreiungsschlag &#8211; viele Frauen haben erst mit den öffentlichen Statements von Kulturschaffenden den Mut gefunden, eigene Wörter für ihre Erfahrungen zu finden. <a style="color: #000000;" href="https://ze.tt/mit-der-initiative-timesup-sollen-nun-taten-auf-metoo-folgen/">Aus #MeToo wurde, zumindest in den USA, später #TimesUp</a>: Wir sind nicht nur nicht sprachlos, wir sind auch nicht tatenlos. Die Zeit der Männer, die Frauen nur als Lust- und Sexobjekte begreifen, ist abgelaufen. Und wir, wir machen was draus.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Wir müssen hinsehen!</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Bei den Frauen ist Bewegung, bei manchen Männern und bei insbesondere schwulen Männern überwiegt die Stille. Da ist es schon halb vergessen, dass im letzten Jahr vor allem auch die Vorwürfe gegen den ehemaligen <i>House of Cards</i>-Star Kevin Spacey für mediales Aufsehen sorgten. Schon als junger Schauspieler habe er &#8211; <a style="color: #000000;" href="https://www.theguardian.com/us-news/2018/apr/12/kevin-spacey-investigated-los-angeles-sexual-assault-claims">noch ist juristisch nichts bewiesen</a> &#8211; mehrere, meist jüngere, Kollegen sexuell missbraucht oder zu Sex gezwungen haben. Das mediale Aufsehen, man könnte es in diesem Zusammenhang auch mediales <i>Hinsehen</i> nennen, wollten sich die Hamburger Deichtorhallen im Januar diesen Jahres sparen <a style="color: #000000;" href="http://www.deutschlandfunkkultur.de/abgesagte-ausstellung-in-hamburg-bruce-weber-hat-uns-seine.1013.de.html?dram:article_id=408627">und sagten die große Schau des US-Modefotografen Bruce Weber ab</a>, nachdem in den USA Vorwürfe der sexuellen Belästigung von männlichen Models gegen ihn laut wurden. Spacey und Weber &#8211; sind das Einzelfälle, und die schwule Seite der doch recht heterosexuellen #MeToo-Medaille? Oder sollten wir auch in der schwulen Community hinsehen und miteinander reden?</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Wir brauchen mehr Zahlen</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Die Zahlen sprechen für letzteres: <a style="color: #000000;" href="https://www.theguardian.com/commentisfree/2018/mar/07/gay-community-metoo-moment-conversation-consent-sexual-assault">neuere Studien verraten</a>, dass in Großbritannien 62% aller schwulen Männer im Nachtleben gegen ihren Willen berührt wurden. 40% aller schwulen Männer in den USA haben bereits sexuelle Gewalt außer Vergewaltigungen erlebt (bei den heterosexuellen Männern waren es 21%). Für Deutschland gibt es bislang keine Untersuchungen. <a style="color: #000000;" href="http://www.zeit.de/arbeit/2017-10/sexuelle-belaestigung-mann-arbeit/komplettansicht">Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat jedoch erhoben</a>, dass 7% aller Männer am Arbeitsplatz ungewollte Berührungen ertragen mussten und hat &#8211; was in diesem Zusammenhang viel wichtiger ist &#8211; herausgefunden, dass Männer viel weniger oft von solchen Erfahrungen berichten. Die Dunkelziffer könnte damit, auch abseits des Arbeitsplatzes, viel höher liegen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Darkroom = Konsens?</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Schwule Sexualität war in vielen Ländern Europas noch bis vor wenigen Jahrzehnten kriminalisiert und pathologisiert &#8211; noch immer gibt es Stigma, bei vielen Männern Angst sich zu outen. Über viele, viele Jahre hinweg hat man schwulen Männern eingeredet sich für die eigene Sexualtität zu schämen &#8211; eine Sexualtität die in vielen Aspekten so anders ist wie heterosexuelle. Schwule Kultur, dass sind auch Darkrooms und Parties, auf denen nicht nur getanzt und gequatscht wird. Konsens ist dabei oft ein Mantra, von dem alle schon einmal gehört haben, in dessen Klang aber nicht immer eingestimmt wird. Es gibt gar schwule Männer die meinen, andere Männer würden sich zum Sex bereit erklären, schon indem sie Orte betreten, an denen dieser passiert. Das ist genauso falsch wie sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und anderswo.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-573 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/04/clem-onojeghuo-207792-unsplash-300x200.jpg" alt="" width="377" height="251" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/04/clem-onojeghuo-207792-unsplash-300x200.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/04/clem-onojeghuo-207792-unsplash-768x512.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/04/clem-onojeghuo-207792-unsplash-1024x683.jpg 1024w" sizes="(max-width: 377px) 100vw, 377px" /></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Straighte Diskurse lassen sich nicht übertragen</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nur sind die Bedingungen über Grenzen und deren Überschreitungen in schwulen Communities zu reden andere. Das Stigma von Jahrzehnten tragen wir &#8211; ob wir wollen oder nicht &#8211; noch immer mit uns herum. Und ganz generell lassen sich straighte Diskurse nur schwerlich auf schwule und queere Lebenswelten übertragen. So wundert es kaum, dass sich an die Debatten im Spacey und Weber bis auf <a style="color: #000000;" href="https://www.siegessaeule.de/no_cache/newscomments/article/3694-mentoo.html">sehr wenige Ausnahmen</a> nur wenige Diskurse geknüpft wurden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Frauen (und nicht nur die, die Gabi heißen) standen &#8211; ob in feministischen Kontexten oder nicht &#8211; schon oft an unserer Seite. Nun ist es aber Zeit, dass wir von ihnen lernen. Nicht nur Schauspieler und Künstler setzen Männern unter Druck &#8211; sexualisierte Gewalt ist in schwulen Communities ebenso wenig eine Neuigkeit wie die sexuelle Belästigung durch schwule Chefs. Dabei reicht es aber nicht, wenn wir nun auch #MeToo rufen oder gar #TimesUp zu einem neuen Credo unter dem Regenbogen machen. Schwule Communities müssen sich endlich mit sich selber beschäftigen &#8211; mit der Objektifizierung von Körpern, der sexuellen Gewalt und dem eigenen Schweigen. Viele tausende Frauen haben es uns vorgemacht. Jetzt ist unser Moment.</span></p>
<p>Philipp</p>
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