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	<title>Mediascreening &#8211; Gender Equality Media e.V.</title>
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	<description>Gegen medialen Sexismus</description>
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		<title>92 Prozent der gezählten Artikel verharmlosen Gewalt gegen Frauen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Nov 2020 11:07:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#unfollowpatriarchy]]></category>
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					<description><![CDATA[Oben rechts (Klick auf Kästchen) kann die Karte vergrößert werden. Update, 25 November 2020: Am Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen ist es einmal umso wichtiger, einen Blick auf die Berichterstattung der letzten Monate über Gewalt gegen Frauen* in den deutschen Medien zu werfen. Für den Zeitraum vom 1. September bis 31. Oktober konnten wir im Rahmen unseres &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><iframe src="https://www.google.com/maps/d/u/0/embed?mid=1ZZCw8If8QAHj0uNFLT6OztZMUjx169hO" width="640" height="480"></iframe><br />
<i>Oben rechts (Klick auf Kästchen) kann die Karte vergrößert werden. </i></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Update, 25 November 2020:</strong> <span style="font-weight: 400;">Am Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen ist es einmal umso wichtiger, einen Blick auf die Berichterstattung der letzten Monate über Gewalt gegen Frauen* in den deutschen Medien zu werfen. Für den Zeitraum vom 1. September bis 31. Oktober konnten wir im Rahmen unseres Medienscreenings insgesamt 115 Artikel zählen, wobei in 97% der Berichterstattung Medien gewaltverharmlosende Begriffe nutzten. Damit unterscheidet sich der Herbst lediglich in der absoluten Anzahl der gezählten Artikel vom Sommer (vgl. 142 gezählte Artikel), jedoch nicht in der prozentualen Verteilung Gewalt verharmlosender Berichterstattung. Genauso wie in den Sommermonaten waren auch im September und Oktober </span></span><span style="color: #000000;">Bluttat</span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"> mit 33 Artikeln (29%), </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Familiendrama</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"> mit 23 Artikeln (20%) und </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Beziehungstat</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"> mit 18 Artikel (16%) die am häufigsten benutzten Gewalt verharmlosenden Begriffe. Mit insgesamt 18 Fällen in den letzten 2 Monaten konnten wir im Vergleich zum Rest des Jahres ebenfalls eine große Häufigkeit der Verwendung von </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Ehestreit</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"> verzeichnen – allein im September wurde das Wort in 19% der Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen genutzt. Zu lesen ist in diesen Fällen in der Headline dann häufig  <a href="https://www.mz-web.de/sachsen-anhalt/ehestreit-eskaliert-mann-verletzt-seine-frau-mit-einem-messer-37353244">Ehestreit eskaliert – Mann verletzt seine Frau mit Messer</a> oder aber <a href="https://rp-online.de/nrw/staedte/wesel/wesel-sek-einsatz-beendet-ehestreit-hinweise-auf-waffenbesitz_aid-54227007">SEK beendet Ehestreit</a>. Die Absurdität der Verwendung von bspw. </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Ehestreit</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"> vor dem Hintergrund lebensgefährlicher und tödlicher Gewalt von Männern gegen Frauen* betont einmal umso mehr die Notwendigkeit eines Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Noch viel zu selten ordnen Medien diese Gewalttaten richtig ein und beschreiben diese als das, was sie sind: Frauenmorde oder Femizide. Die Zahlen sprechen für sich: Lediglich in drei Artikeln wurden Femizid / Frauenmord im September bzw. Oktober benutzt. Aus diesem Grund zählen wir weiter und sind heute am am 25. November umso lauter, weil Gewalt gegen Frauen* ein gesamtgesellschaftliches Problem ist mit System, das nicht weiter ignoriert werden kann. </span></span></p>
<p><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/8.-märz-plakate.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1522" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/8.-märz-plakate-300x212.png" alt="" width="800" height="566" /></a></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Update, 1. Oktober 2020:</strong> Inzwischen haben wir unsere Deutschlandkarte zu Gewalt gegen Frauen um die Medienscreening-Ergebnisse aus den Monaten Juli und August</span> <span style="color: #000000;">ergänzt. Das Ergebnis dieser zweite Monate ist leider wenig überraschend: Von 146 gescreenten Artikeln über Gewalt gegen Frauen in Deutschland, wurden in 142 Fällen (97%) Gewalt verharmlosende Begriffe, wie Bluttat (52), Beziehungstat (27) oder Familiendrama (20) verwendet. Ein Fall ist uns dabei besonders im Gedächtnis geblieben : </span><span style="color: #000000;">Am 22. Juli 2020 wurde die Künstlerin Rebeccah Blum in Berlin von ihrem  Partner Saul Fletcher, einem bekannten Fotografen,  ermordet. Nahezu die ganze Berichterstattung fokussierten sich hierbei lieber auf die beruflichen und künstlerischen Leistungen, während weder Rebeccah Blums Name noch Details zu ihrer Person Erwähnung fanden. Noch schlimmer ist, dass ein großer Teil der Medienberichterstattung sich auf den noch bekannteren, nicht sehr nahe stehenden Freund des mutmaßlichen Mörders konzentrierte, nämlich Brad Pitt. Anscheinend leben wir in einer Welt, in der die unbedeutende Rolle von Brad Pitt im Leben eines mutmaßlichen Mörders mehr Platz einnimmt, als die Frau, die ermordet wurde. Dazu passt, dass in nur 3% der zwischen Juli und August gescreenten Artikel direkt auf das strukturelle Ausmaß von  Gewalt gegen Frauen hierzulande aufmerksam gemacht wurde durch die  Verwendung der Begriffe “Femizid” oder “Frauenmord” . </span></p>
<p><em><span style="color: #000000;"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-1517 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Update-Deutschlandkarte.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"><b>Ein Wrap-Up: Sechs Monate Medienscreening, eine Deutschlandkarte und verharmlosende Berichterstattung</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Medien verharmlosen regelmäßig (sexualisierte) Gewalt gegen Frauen – und zwar jeden Tag! Schon letztes Jahr haben wir die Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen untersucht. <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="https://genderequalitymedia.org/nachgezaehlt/">Unser Algorithmus, mit dem wir zwischen Oktober und November 2019 nachgezählt haben, mit welchen Begriffen und wie oft Medien (sexualisierte) Gewalt gegen Frauen verharmlosen, umfasste aber nur 20 Medien.</a></span> Das haben wir nun geändert: Für einen noch umfassenderen Blick auf die deutsche Medienlandschaft schließt unser Screening seit 2020 alle Medien ein, die sich über Google News erfassen lassen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><b>Der Druck auf die Medien wächst</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Mit unserer Schlagwortsuche konzentrieren wir uns vor allem auf die Berichterstattung über strukturelle Gewalt gegen Frauen. Wie schon in den ersten sechs Monaten dieses Jahres, wird unser Screening auch in der zweiten Jahreshälfte nicht pausieren. Damit garantieren wir ein möglichst umfassendes Bild über die Entwicklungen und Tendenzen in der Medienlandschaft, wenn es um die Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen geht. Hierfür zeichnen wir auf Grundlage der gesammelten Artikel eine Deutschlandkarte nach, anhand der sich nicht nur interaktiv die Berichterstattung zurückverfolgen lässt, sondern auch sichtbar wird, in welchem Umfang Frauen hierzulande Opfer von Gewalt werden. Dazu ist es für uns allerdings ausschlaggebend, dass wir uns nur auf Artikel konzentrieren, die sich auf Gewalttaten in Deutschland aus dem Jahr 2020 beziehen. Die interaktive Deutschlandkarte wird von uns fortan monatlich fortgeführt, um am Ende des Jahres Bilanz ziehen zu können.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><b>92 % der gezählten Artikel verharmlosen sprachlich Gewalt gegen Frauen</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Vom 1. Januar bis 30. Juni 2020 haben wir insgesamt 301 Artikel zu Gewalttaten gegen Frauen gezählt. Alle Taten, über die berichtet wurde, sind ausschließlich 2020 in Deutschland verübt worden. Das Missverhältnis zwischen Artikeln, die Begriffe wie „Frauenmord“, „Femizid“ oder „Frauenmörder“ nutzen, um explizit auf das strukturelle Ausmaß von Gewalt gegen Frauen zu verweisen, ist im Vergleich zu Artikeln, die Gewalt verharmlosende Begriffe verwenden, wie schon im Jahr 2019 immens. Im Detail bedeutet das, dass nur in 24 Fällen (8%) „Frauenmord“, „Femizid“ oder „Frauenmörder“ benutzt worden sind zu 277 Artikeln (92%) mit (sexualisierte) Gewalt verharmlosender Begriffe.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Da die erste Jahreshälfte in allen Aspekten unseres Lebens von dem COVID-19-bedingten “Lockdown” bestimmt war, hatte der natürlich auch Auswirkungen auf die Medienberichterstattung: Die Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen ging enorm zurück. In den Monaten Februar, März und April zählten wir insgesamt bloß zwischen 32 ( Februar) und 36 (April) Artikeln, welche über Gewalttaten gegen Frauen berichteten. Darüber hinaus war die Berichterstattung zwischen Februar und April besonders von der Sorge geprägt, dass mit dem “Lockdown” die häusliche Gewalt gegen Frauen steigen würde. Vermehrt fielen uns auch Artikel auf, die sich kritisch mit der Verwendung problematischer Begriffe in der Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen auseinandersetzen und eine damit einhergehende Verschleierung dieses strukturellen Problems anprangern. Trotz eines leichten Anstiegs der Verwendung von „Femizid“ und „Frauenmord“ (April 6x, Mai 8x und Juni 3x) mussten wir feststellen, dass mit dem Ende des “Lockdowns” die Anzahl an Artikeln, die  Gewalt verharmlosen,  drastischer zunahmen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-1495" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/Medienscreening-HJ-2020.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nach wie vor besonders beliebt unter den Begriffen zur Verharmlosung von (sexualisierter) Gewalt gegen Frauen sind: „Beziehungstat“, „Familiendrama“, „Bluttat“ und der sog. „Sextäter“. Diese Begriffe rücken nicht nur partnerschaftliche Gewalt ins Private (Beziehung) sondern banalisieren diese auch als Einzeltaten (Drama). Darüber hinaus tun sich Medien besonders gut daran, über das Tatmotiv zu spekulieren, was dann zumeist auf Eifersucht hinausläuft. Auch in der Justiz und bei der Polizei ist Eifersucht als Motiv fest verankert. Dadurch wird nicht nur systematisch die Täterperspektive eingenommen und die männlichen Besitzansprüche in den Vordergrund gerückt, sondern auch Femizide und das strukturelle Ausmaß dahinter unsichtbar gemacht.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1482 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/4.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Überraschenderweise war dieses Mal nicht die Bild-Zeitung Anführerin unter den Medien, die am häufigsten (sexualisierte) Gewalt verharmlosen. Mit 27 Treffern, war dies das regionale Newsportal Tag24, dicht gefolgt von Bild, Express und Karlsruhe Insider. Hier lässt sich gut erkennen, dass vor allem regionale Medien Gebrauch von Gewalt verharmlosenden Begriffen machen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1483 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/5.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Insgesamt konnten wir 16 Artikel zählen, die mit „Femizid“ explizit auf das strukturelle Ausmaß von Gewalt gegen Frauen hinweisen sowie 9 Artikel, die den Begriff „Frauenmord“ oder „Frauenmörder“ verwenden. Unter den Vorreiter*innen in der Berichterstattung traten hier ganz besonders anf deutsch, Potsdamer Neuste Nachrichten sowie die Frankfurter Neue Presse und Perspektive online hervor. Nichtsdestotrotz ist die Verwendung von Begriffen wie “Frauenmörder” nicht zwangsläufig Garant für eine angemessene Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen: Das ist vor allem dann der Fall, wenn Medien anhand von Frauenmorden Infotainment betreiben und die Berichterstattung einer Krimigeschichte gleicht.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><a href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1485 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2020/07/7.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Medien tragen einen wesentlichen Beitrag zur Meinungsbildung bei. Wir fordern deshalb eine verantwortungsvolle Berichterstattung aller Journalist*innen, wenn es um die systematische Gewalt gegen Frauen geht. Unsere Deutschlandkarte zeigt sehr deutlich, dass Femizide, (versuchte) Vergewaltigungen und sexuelle Belästigung keine Einzelfälle in Deutschland sind, sondern sich ein System dahinter erkennen lässt. Wenn Journalist*innen also über Tatmotive spekulieren können, warum dann auch nicht mal den Schritt wagen und darüber spekulieren, ob nicht vielleicht ein strukturelles Problem hinter den ganzen Femiziden und Frauenmorden steckt? Wieso nicht mal toxische Männerbilder, sexistische Frauenbilder und gesellschaftliche Macht- und Geschlechterverhältnisse erwähnen? Und warum nicht einfach von „Frauenmorden“, „Femiziden“ oder „Vergewaltigern“ statt „Sextätern“ sprechen?</span></p>
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		<title>dpa reagiert positiv auf Offenen Brief zum Jubiläum</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Aug 2019 10:44:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Schluss mit Familiendrama: Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) feiert diese Woche ihr 70-jähriges Jubiläum. Dies haben wir zum Anlass genommen und der Chefredaktion einen Offenen Brief geschrieben. Nun hat der Nachrichtenchef Froben Homburger ziemlich positiv reagiert. In Zeiten kursierender Falschinformationen, viral gehender Hass-Postings und erstarkender populistische Kräfte wird der Einfluss von Medien sichtbarer denn je. Sprache hat die Macht Emotionen und &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #333333;"><strong>Schluss mit Familiendrama: Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) feiert diese Woche ihr 70-jähriges Jubiläum. Dies haben wir zum Anlass genommen und der Chefredaktion einen <a style="color: #333333;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/GEM-Offener-Brief-zum-70-jährigen-dpa-Jubiläum.pdf"><span style="color: #0000ff;">Offenen Brief</span></a> geschrieben. Nun hat der Nachrichtenchef Froben Homburger ziemlich positiv reagiert.</strong></span></p>
<p><span style="color: #333333;">In Zeiten kursierender Falschinformationen, viral gehender Hass-Postings und erstarkender populistische Kräfte wird der Einfluss von Medien sichtbarer denn je. Sprache hat die Macht Emotionen und Werte zu vermitteln. Sie kann Menschen unterbewusst bestimmte Wertvorstellungen und Weltanschauungen kommunizieren, sowohl positive als auch negative. Bei unseren täglichen Medienscreenings fällt immer wieder auf, dass alle möglichen Medien regelmäßig Gewalt gegen Frauen in ihrer Berichterstattung verharmlosen – ob systematisch oder unbewusst sei dahingestellt.</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><strong>Sprache ist Macht</strong></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Die dpa ist Deutschlands größte Nachrichtenagentur, und oftmals die erste wichtige Informationsquelle für Redaktionen, ihre Meldungen werden oft hundertfach im Wortlaut adaptiert und so tausendfach verbreitet. Nachrichtenagenturen wie die dpa, tragen große Verantwortung, da sie bestimmen, wie und welche Themen verarbeitet werden. So ist es lobend herauszustellen, dass die dpa schon in vielen Fällen genau auf die Wortwahl achtet &#8211; wie Froben Homburger, der dpa-Nachrichtenchef gegenüber Gender Equality Media bekräftigte: “Sie weisen völlig zu Recht darauf hin, dass Sprache beileibe nichts Harmloses ist, sondern im Gegenteil eine enorme Macht besitzt. Und natürlich wissen wir um die besondere Verantwortung der Deutschen Presse-Agentur gerade auch in dieser Hinsicht.”</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><strong>Wenn Frauen systematisch getötet werden ist das ein Femizid &#8211; kein &#8222;Familiendrama&#8220;</strong></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Dennoch wird gerade sexistische Berichterstattung noch zu wenig als solche wahrgenommen. Jeden dritten Tag wird in Deutschland eine Frau* durch ihren Partner ermordet. Bei Tätern mit muslimischen Hintergrund ist dann oft von “Ehrenmord” die Rede, während bei “deutschen” Tätern die bagatellisierenden Begriffe “Familiendrama” oder “Eifersuchtsdrama” verwendet werden. Gewalt von Männern* ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Würden Medien Begriffe wie “Femizid” oder Frauenmord publizieren, wäre sichtbar, dass es sich um ein strukturelles Problem handelt und nicht um traurige Einzelfälle. Es ist eine Frage der Sprache.</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><strong>Unser Offener Brief stößt auf offene Ohren bei der dpa</strong></span></p>
<p><span style="color: #333333;">In einem Offenen Brief forderte Gender Equality Medie die dpa auf, die Vorreiterinrolle zu übernehmen und auf Begriffe wie “Familiendrama” gänzlich zu verzichten. Sie könnte daher alternativ Begriffe wie “Femizid” oder eben “Frauenmord” in die journalistische Berichterstattung einführen. Die dpa reagierte durchgehend positiv: “Den verharmlosenden „Sextäter“ wollen wir eigentlich auch schon seit längerem nicht mehr verwenden, manchmal rutscht diese Formulierung aber noch durch. Hier werden wir Ihr Schreiben gerne zum Anlass nehmen, die Kolleginnen und Kollegen daran zu erinnern.”, versprach Homburger. Die dpa gab an, bei den Begriffen Familien- bzw. Beziehungsdrama oder –tragödie“ noch in internen Diskussionen zu stecken. Hier wurde unser Angebot, die Ergebnisse unserer Medienscreenings weiterzuleiten, dankend angenommen.<br />
</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><a style="color: #333333;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/GEM-Offener-Brief-zum-70-jährigen-dpa-Jubiläum.pdf"><span style="color: #0000ff;"><strong>+++ Den Offenen Brief inkl. Auflistung der problematischen Begriffe zum Download +++</strong></span></a></span></p>
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		<title>Boykottiert sexistische Sommerpresse!</title>
		<link>https://genderequalitymedia.org/boykottiert-sexistische-sommerpresse/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Jun 2019 16:03:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#metoo]]></category>
		<category><![CDATA[BILD]]></category>
		<category><![CDATA[Mediascreening]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist heiß, der Sommer ist da und wie jedes Jahr bringen Medien passende Themen zum Jahreszeitenwechsel auf die Agenda: Rezensionen über die beste Strandlektüre, Tipps für den leckersten Grillabend oder eine Aufzählung der schönsten Urlaubsorte in Europa. Es gibt also allerhand Dinge, die man mit der sonnigen Jahreszeit verbindet. Und doch findet man zur Illustration jeglicher Beiträge immer wieder &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist heiß, der Sommer ist da und wie jedes Jahr bringen Medien passende Themen zum Jahreszeitenwechsel auf die Agenda: Rezensionen über die beste Strandlektüre, Tipps für den leckersten Grillabend oder eine Aufzählung der schönsten Urlaubsorte in Europa. Es gibt also allerhand Dinge, die man mit der sonnigen Jahreszeit verbindet. Und doch findet man zur Illustration jeglicher Beiträge immer wieder das gleiche Motiv: eine Frau*, meistens leicht bekleidet.</strong></p>
<p><span id="more-1164"></span> Öffnet man auf BILD online die Themenseite Sommer, sieht man genau dies als allererstes. Bei einem Artikel über Bademode wäre das ja auch irgendwo gerechtfertigt. Ansonsten, liebe BILD, könnte man von der patriarchalischen Idee, dass man etwas am liebsten liest, wenn man am Anfang eine halbnackte Frau* betrachten kann, auch mal abweichen. Ein weiblicher* Körper darf nicht instrumentalisiert werden. Er ist weder Werbeträger noch Leser*innen-Attraktion.</p>
<p><strong>Kaum ein Beitrag kommt ohne halbnackte Frau aus</strong></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1165 alignleft" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/06/Screenshot56-300x193.png" alt="" width="300" height="193" /></p>
<p>Je näher der Sommer rückt, desto relevanter erscheint auch das Thema „Sommer-Body“ wieder. Trotz Zeiten von #bodypositivity vermitteln einige Medien weiterhin den Eindruck, ein Körper müsse in „perfekter“ Form sein, um baden zu gehen. Die weite Verbreitung des Themas und die überall auffindbaren Tipps, wie man möglichst schnell, möglichst viel Gewicht verliert, geben kaum Raum zu sagen: „Das ist mein Körper und er ist gut so“. Ein guter Sommer besteht aber sicher nicht darin, sich darum zu sorgen, dass sein Körper möglichst gut in ein von der Konsumgesellschaft aufgestelltes „Ideal“ passt.</p>
<p><strong>Ist #bodypositivity die Lösung?</strong></p>
<p>Die ständige Konfrontation mit dem Thema Sommerfigur, stößt bei vielen Menschen eine Auseinandersetzung mit sich selbst und ihrem Körper an. Dabei werden vorrangig Frauen* angesprochen. Ein Grund dafür ist die patriarchalische und völlig oberflächliche Vorstellung, dass der Körper einer Frau* auf eine bestimmte Weise geformt sein muss. Trotz des großen Kampfes gegen diese Ansichten, bleibt dieser sexistische Blick in vielen Köpfen verankert. Wie kann er auch nicht verankert sein, wenn Medien diese Ansichten weiterhin jeden Sommer aufs Neue propagieren? Journalismus hat eine Orientierungsfunktion für die Gesellschaft. Jedes Medium sollte sich darüber bewusst sein, dass die Themensetzung und Darstellungen Leser*innen beeinflussen.</p>
<p><strong>Studien belegen das Problem<img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1166 alignright" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/06/Screenshot57-300x224.png" alt="" width="300" height="224" /></strong></p>
<p>Einer <a href="https://www.tk.de/resource/blob/2026618/1ce2ed0f051b152327ae3f132c1bcb3a/tk-ernaehrungsstudie-2017-data.pdf">Studie von forsa</a> im Jahr 2016 zufolge, haben nur 29% der befragten Männer schon mindestens eine Diät gemacht, während es bei den befragten Frauen ganze 52% sind. Dabei sollte man die Wirkungskraft von Medien und den von ihr propagierten Körperidealen nicht unterschätzen. Gerade für junge Mädchen* können Diätratgeber oder Schlagzeilen darüber, dass Promi XY zwei Gramm zugenommen hat, kritisch für ihr Körperempfinden sein. Die ständige Sorge um das Aussehen und die Körperform kann sich enorm früh einprägen und lässt dann so schnell nicht los. Rund 35% der Mädchen im Alter von 16 Jahren zeigten in einer <a href="http://(https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Studien/Kiggs/Basiserhebung/GPA_Daten/Essverhalten.pdf?__blob=publicationFile">Studie des Robert-Koch-Instituts</a> Hinweise auf eine Essstörung.</p>
<p><strong>Lest keine sexistischen Medien!</strong></p>
<p>Gerade deshalb gilt: Ein Körper definiert weder einen Menschen noch einen Sommer. Trotz allem Druck, den die Gesellschaft und auch die Medien durch diese Art von Berichterstattung ausüben, sollte niemand vergessen, dass wir alle aus weitaus mehr bestehen als dem, was andere von uns sehen. Vielleicht sollte es uns allen mal ganz egal sein, dass wir nicht so aussehen, wie das weibliche* Model      auf dem Foto. Es sollte uns auch ganz egal sein, wie die Frau* da aussieht. Medien schreiben, was Nutzer*innen gerne lesen. Würde man es schaffen, diesen Beiträgen keine Reichweite zu geben, würde vermutlich viel weniger davon produziert werden. So schwer es auch sein mag, gebt dieser Berichterstattung keine Fläche. Lasst euch keine Flausen in den Kopf setzen. Folgt keinem veralteten Ideal. Ob ihr euch wohlfühlt oder nicht entscheidet ihr selbst, nicht die Medien. Also geht raus und genießt den Sommer, so wie ihr es wollt!</p>
<p><em>Ein Beitrag von Sarah Wagner</em></p>
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		<title>Femizide, die keine sein sollen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Nov 2018 21:46:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Feminizid]]></category>
		<category><![CDATA[Mediascreening]]></category>
		<category><![CDATA[sexuelle Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Beziehungsdrama&#8220;, &#8222;Familiendrama&#8220;, &#8222;Sexmob&#8220; und &#8222;Bluttat&#8220;. Was sich nach Schlagwörtern für den nächsten schlechten TV-Krimi anhört, sind sexistische Wortschöpfungen der Medien für die Beschreibung von Gewalttaten gegenüber Frauen*. Nach aktuellen Angaben des Bundeskriminalamtes wurden im vergangenen Jahr knapp 140.000 Menschen, davon 82 % Frauen, von ihren Partner*innen oder Ex-Partner*innen misshandelt oder bedroht. Dabei wird alle 2 bis 3 Tage eine Frau &#8230;]]></description>
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<p>&#8222;Beziehungsdrama&#8220;, &#8222;Familiendrama&#8220;, &#8222;Sexmob&#8220; und &#8222;Bluttat&#8220;. Was sich nach Schlagwörtern für den nächsten schlechten TV-Krimi anhört, sind sexistische Wortschöpfungen der Medien für die Beschreibung von Gewalttaten gegenüber Frauen*.</p>
<p>Nach aktuellen Angaben des <a href="https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/JahresberichteUndLagebilder/Partnerschaftsgewalt/Partnerschaftsgewalt_2017.html;jsessionid=B4B53CBF3AB1EBAE438F8C9BFB98C1BD.live2302?nn=63476" target="_blank" rel="noopener"><strong>Bundeskriminalamtes</strong></a> wurden im vergangenen Jahr knapp 140.000 Menschen, davon 82 % Frauen, von ihren Partner*innen oder Ex-Partner*innen misshandelt oder bedroht. Dabei wird alle 2 bis 3 Tage eine Frau von ihrem (Ex-)Partner ermordet, allein 2017 gab es 147 Todesfälle. Die <a href="https://www.bmfsfj.de/blob/93970/957833aefeaf612d9806caf1d147416b/gewalt-paarbeziehungen-data.pdf" target="_blank" rel="noopener"><strong>Studie des Familienministeriums</strong></a> von 2014 zeigt, dass jede vierte Frau sexuelle und/oder körperliche Gewalt durch den (Ex-)Partner* erfahren hat. Mehr als jede zweite Frau* wurde mindestens einmal im Leben sexuell belästigt. Millionen Frauen* weltweit haben im Rahmen der #metoo-Debatte ihre Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt veröffentlicht. Eigentlich sollte spätestens seitdem allen klar geworden sein, dass es sich bei Gewalt gegen Frauen* nicht um Einzelfälle handelt. Ja, wie gesagt, es sollte allen klar sein.</p>
<p>Dass das Gegenteil der Fall ist, sehen wir bei unseren täglichen Medienscreenings. Tötungen von Frauen* werden nicht als das bezeichnet, was sie sind: Femizide. Frauen* sterben, weil sie Frauen* sind. Sie werden von den (Ex-)Partnern, den Vergewaltigern oder den Vätern umgebracht. Das wird dann als Familiendrama, Eifersuchtstragödie oder Bluttat bezeichnet. Außerdem findet eine starke Verharmlosung von Gewalt gegen Frauen* statt, indem Vergewaltigung sprachlich mit Sex gleichgesetzt wird.</p>
<p>Um unseren Beitrag zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen* zu leisten, möchten wir anhand einiger Beispiele aus unserer noch viel größeren Sammlung auf die mediale Verharmlosung von Gewalttaten an Frauen* aufmerksam machen.</p>
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<p><span style="font-size: 18px; color: #000000;"><strong>Familien- und Beziehungsdramen</strong></span></p>
<p>Die Täter sind die Söhne, die Ehemänner oder die Partner. Frauen* sterben und das ganze wird als Familien- oder Beziehungsdrama verharmlost. Dass Gewalt kein Drama, sondern das verdammte Patriarchat ist, fällt leider komplett unter den Tisch.</p>
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<p><span style="font-size: 18px; color: #000000;"><strong>Gewalt ist kein Sex</strong></span></p>
<p>Dass Gewalt gegen Frauen* verharmlost wird, sollte eigentlich jeder Person auffallen, sobald das Wort “Sex” im Kontext von Gewalt vorkommt&#8230;</p>
<p>&#8230;zum Beispiel wenn eine Frau* erst vergewaltigt und dann umgebracht wird und der Täter dann als “Sex-Mörder” bezeichnet wird. Ich glaube, mir fällt kein hypothetischer Fall ein, bei dem diese Bezeichnung passend und angemessen ist.</p>
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<p><span style="font-size: 18px; color: #000000;"><strong>Bluttat, Blutbad</strong></span></p>
<p>Dass Bild und Co. durch reißerische Überschriften versuchen, möglichst viele Klicks zu bekommen, dürfte für Viele nichts Neues sein. Vermutlich wird genau aus diesem Grund auch der Begriff “Bluttat” verwendet, anstatt die Themen zu politisieren, indem das ganze als Femizid bezeichnet wird.</p>
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<div class="motopress-image-obj motopress-text-align-left"><img decoding="async" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/11/13_180615_Stern_Bluttat.png" title="13_180615_Stern_Bluttat" alt="13_180615_Stern_Bluttat" class="motopress-image-obj-basic mpce-dsbl-margin-left mpce-dsbl-margin-right mpce-dsbl-margin-top mpce-dsbl-margin-bottom" /></div>
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<p><span style="font-size: 18px; color: #000000;"><strong>Was wir von den Medien wollen?</strong> </span></p>
<p>Wir fordern, dass Gewalt gegen Frauen* nicht weiter von den Medien verharmlost wird. Wir fordern, dass Gewalt gegen Frauen* nicht weiterhin als eine Anreihung von Einzelfällen dargestellt wird. Wir fordern, dass Gewalt gegen Frauen* immer im Kontext von strukturellem Sexismus genannt wird. Wir fordern, dass Gewalt, die sich gegen Frauen* richtet, entsprechend kriminalstatistisch erfasst wird, und dass Bagatellisierungen ein Ende nehmen.<br />
Wir fordern, kritische Berichterstattung, statt Täter*innenperspektive.  Mehr Informationen findet ihr in unserem <a href="https://genderequalitymedia.org/custom-section/forderungen/">Forderungspaket.</a></p>
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		<title>Medien, wir müssen reden. Über sexualisierte Gewalt gegen Männer. Mediascreening zu &#8222;Sexuelle Gewalterfahrungen von Männern&#8220;</title>
		<link>https://genderequalitymedia.org/medien-wir-muessen-reden-ueber-sexualisierte-gewalt-gegen-maenner-mediascreening-sexuelle-gewalterfahrungen-von-maennern/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Feb 2018 07:30:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mediascreening]]></category>
		<category><![CDATA[Homophobie]]></category>
		<category><![CDATA[sexualisierte Gewalt gegen Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Vergewaltigung]]></category>
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					<description><![CDATA[  Wenn es um sexuelle Gewalt gegen Männer geht, scheinen viele Menschen überfordert zu sein. Häufig hört man Kommentare wie: “Kann man denn Männer überhaupt vergewaltigen?” Noch schlimmer wird es, wenn eine Frau Täterin ist: “Ist doch super, er soll sich nicht so haben!” ist leider nicht selten als Reaktion. Denn Männer können, wollen, sollen immer, oder so wird es &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3><span style="color: #000000;"> </span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-461 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/02/Internet-wir-müssen-reden.-4-300x251.jpg" alt="" width="361" height="302" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/02/Internet-wir-müssen-reden.-4-300x251.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/02/Internet-wir-müssen-reden.-4-768x644.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/02/Internet-wir-müssen-reden.-4.jpg 940w" sizes="(max-width: 361px) 100vw, 361px" /></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><em>Wenn es um sexuelle Gewalt gegen Männer geht, scheinen viele Menschen überfordert zu sein. Häufig hört man Kommentare wie: “Kann man denn Männer überhaupt vergewaltigen?” Noch schlimmer wird es, wenn eine Frau Täterin ist: “Ist doch super, er soll sich nicht so haben!” ist leider nicht selten als Reaktion. Denn Männer können, wollen, sollen immer, oder so wird es uns ja zumindest verkauft.</em></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><em>Nicht nur durch die #metoo-Debatte findet sexualisierte Gewalt, vorrangig gegegn Frauen*, in den Medien sehr viel Raum, was sehr richtig und wichtig ist. Schon lange beobachten auch wir, wie über Gewalterfahrungen von Frauen berichtet wird. Oft kritisieren wir dabei, wie Vergewaltigung und sexuelle Gewalt als „Sex-Krimi“ oder „Sexskandal“ verharmlost werden. Aber wie sieht es eigentlich mit sexualisierten Gewalterfahrungen von Männern im Erwachsenenalter aus? Tauchen sie überhaupt auf, und wenn ja, wie wird über sie berichtet?</em></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #000000;">Methodik</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Um Antworten auf diese Fragen zu finden haben wir die Online-Auftritte der drei jeweils auflagenstärksten überregionalen Tageszeitungen (BILD, FAZ, Süddeutsche), regionalen Tageszeitungen( Rheinische Post, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Südwestpresse) und Nachrichtenmagazine (Spiegel, Focus, Stern) durchforstet. Wir haben nach den Begriffen Vergewaltigung, sexuelle Gewalt, sexualisierte Gewalt, Sex-Skandal, Sex-Krimi, Sex-Gangster und Übergriff gesucht. Dabei wurden jeweils die letzten beiden Beiträge genauer untersucht, in denen über Männer als Opfer sexueller Übergriffe berichtet wurde.</span><br />
<span style="color: #000000;"> Das bedeutet, unser Screening ist natürlich keine ausführliche Medienstudie, wie es beispielsweise unsere Bildstudien sind. Was ihr hier bekommt, ist eher ein Schlaglicht, das Auskunft gibt über Fragen wie: Welche Begriffe werden in letzter Zeit verwendet, wenn über sexualisierte Gewalt gegen Männer berichtet wird? Wann und in welchen Kontexten wird überhaupt über solche Taten berichtet? Und wie werden die Täter, wie die Opfer bezeichnet?</span></p>
<h3><span style="color: #000000;">Statistischer Hintergrund</span></h3>
<h4><span style="color: #000000;">Kaum Zahlen vorhanden</span></h4>
<p><span style="color: #000000;">Um einzuordnen, ob Medien angemessen über sexuelle Gewalt gegen Männer berichten, mussten wir erst einmal herausfinden, wie oft solche Gewalttaten begangen werden und wer genau betroffen ist. Leider fehlen zu diesem Thema weitgehend aussagekräftige Zahlen. Die besten Informationen für Deutschland stammen aus der Pilotstudie „Gewalt gegen Männer“ des Bundesministeriums für Familie, Frauen, Senioren und Jugend (BMFSJ) aus dem Juli 2004.</span><br />
<span style="color: #000000;"> Nicht ideal. Aber als Kontext für unsere Ergebnisse haben wir hier dennoch ein paar veraltete Zahlen:</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Zahlen zu sexualisierten Gewalterfahrungen im Kinder- und Jugendalter schwanken je nach Studie zwischen 0,6 und 30%. Die Autor_innen der oben zitierten Pilotstudie fanden in ihrer Befragung heraus, dass jeder fünfte Mann von sexuellen Gewalterfahrungen im Kinder- und Jugendalter berichtet. Dabei sind Erfahrungen wie ungewollte Berührungen oder Kommentare mit sexuellem Unterton mit inbegriffen. Acht Prozent der Befragten berichteten von sexualisierter Gewalt im engeren Sinne, das heißt von Vergewaltigung. Über die Täter_innen können sie auf Grundlage ihres Fragebogens keine Aussagen treffen, sie weisen allerdings darauf hin, dass verschiedene Studien der allgemeinen Annahme widersprechen, sexuelle Gewalt gegen Männer und Jungen ginge fast ausschließlich von Männern aus.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Im Erwachsenenalter hängt die Häufigkeit von sexualisierten Gewalterfahrungen stark von der sexuellen Orientierung ab. Innerhalb heterosexueller Paarbeziehungen berichten ca. 5% der Männer von versuchten oder tatsächlichen sexuellen Übergriffen. Laut den Autor_innen der Studie, ist hier die Dunkelziffer besonders hoch. Denn Gewalt von Frauen gegen Männer wird besonders tabuisiert.</span></p>
<h4><span style="color: #000000;"> Angaben zu Täter_innen</span></h4>
<p><span style="color: #000000;">Die Autor_innen der BMFSJ-Studie nehmen in ihren Daten keine Auswertung zu gleichgeschlechtlichen Paarbeziehungen von Männern vor, weil ihnen dazu zu wenig Daten vorliegen. Es werden aber andere Studien zitiert, denen zufolge über 40% der Männer in gleichgeschlechtlichen Paarbeziehungen schon sexuelle Gewalt erfahren haben. Insgesamt gaben ca. 2% der befragten Männer in der BMFSJ-Studie an, sexualisierte Gewalt erfahren zu haben. Ergebnisse des National Crime Victimization Survey (NCVS) aus den USA, erhoben in den 1990ern, geben an, dass etwa 9% der Opfer von sexualisierter Gewalt Männer sind, wobei 54% diese Gewalt durch andere Männer erfahren. Unter Menschen, die durch Kolleg_innen sexualisierte Gewalt erfahren, sieht das NCVS Männer leicht überrepräsentiert (22% aller befragten Männer/11% der Frauen). Zudem zeigt die Studie, dass 33% der männlichen Opfer People of Color seien, bei den Frauen sind dies nur 17%. 30% der befragten Frauen zeigten ihre Gewalterfahrungen bei der Polizei an, verglichen mit 15% der Männer.</span></p>
<h3><span style="color: #000000;">Die Ergebnisse</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Vielleicht wenig überraschend stehen die jüngsten Artikel, die sich mit dem Thema sexueller Gewalterfahrungen von Männern beschäftigen. Von 18 ausgewerteten Artikeln beschäftigen sich sechs direkt mit Vorwürfen gegen Prominente oder deren Reaktionen darauf. Weitere Artikel nehmen auf das Hashtag und die dadurch losgetretenen Debatten Bezug, um beispielsweise zu erklären, warum mehr und mehr Betroffene über ihre Erfahrungen sprechen.</span></p>
<h4><span style="color: #000000;">Die Tat an sich &#8211; Begriffe für Übergriffe</span></h4>
<p><span style="color: #000000;">Positiv überrascht sind wir von den Begriffen, die Zeitschriften und Zeitungen wählen, um über sexualisierte Gewalt zu sprechen. Die am häufigsten verwendeten Begriffe (Übergriff, Vergewaltigung, Belästigung, Missbrauch) benennen das Geschehen klar als eine Straftat. Die häufigsten neutralen Begriffe (Tat, Fall) zeichnen sich ebenfalls nicht durch Verharmlosung aus, sondern lassen eher darauf schließen, dass die Taten in den Zusammenhang einer Strafverfolgung gestellt werden. Das bedeutet natürlich nicht, dass verharmlosende Begriffe gar nicht auftauchen: Einige Artikel sprechen von „Avancen“ und „Annäherungsversuchen,“ wobei Belästigung durch Vorgesetzte gemeint ist, oder bezeichnen gar Exhibitionismus als „Sex-Angebot“ oder erzwungene Analpenetration als „schmerzhafte Angelegenheit“.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-455 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/02/Internet-wir-müssen-reden.-1-300x251.jpg" alt="" width="350" height="293" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/02/Internet-wir-müssen-reden.-1-300x251.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/02/Internet-wir-müssen-reden.-1-768x644.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/02/Internet-wir-müssen-reden.-1.jpg 940w" sizes="(max-width: 350px) 100vw, 350px" /></span></p>
<h4><span style="color: #000000;">Kann Mann “Opfer” sein?- Begriffe für Betroffene</span></h4>
<p><span style="color: #000000;">Die Frage nach der passenden Bezeichnung für Menschen, die sexuelle Gewalt erfahren haben, wird immer wieder kontrovers diskutiert. Insbesondere die Verwendung des Begriffs „Opfer“ wird von manchen Betroffenen stark abgelehnt, da sie sich dadurch zu stark über ein Ereignis definiert sehen, über das sie keine Kontrolle hatten. Insofern mag man es als negativ lesen, dass “Opfer” die zweithäufigste Betroffenen-Bezeichnung in den von uns untersuchten Artikeln darstellt, in den Top 3 sind noch Mann” aber auch “Model”.</span><br />
<span style="color: #000000;"> Unser Fazit also im Bereich “Begriffe für Betroffene”: Verletzlichkeit und die Erfahrung von Gewalt ist gesellschaftlich nicht selbstverständlich mit Männlichkeit vereinbar. Wir finden es daher einen Schritt in die richtige Richtung: Gewalt gegen Männer muss ebenfalls klar benannt werden.</span></p>
<h3><span style="color: #000000;"> <img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-454 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/02/Internet-wir-müssen-reden.-2-300x251.jpg" alt="" width="348" height="291" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/02/Internet-wir-müssen-reden.-2-300x251.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/02/Internet-wir-müssen-reden.-2-768x644.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/02/Internet-wir-müssen-reden.-2.jpg 940w" sizes="(max-width: 348px) 100vw, 348px" /></span></h3>
<h4><span style="color: #000000;">Oscar -Preisträger und Ärzte &#8211; Begriffe für Täter_innen</span></h4>
<p><span style="color: #000000;">Sowohl für Betroffene als auch für Täter_innen fällt auf, dass sie oft über ihre Berufsbezeichnungen definiert werden. Grundsätzlich begrüßen wir es, Menschen über ihre Leistungen bzw. Taten zu definieren, anstatt beispielsweise auf Beziehungen zu anderen zu reduzieren. Etwas zweifelhaft ist diese Vorgehensweise jedoch, wenn über Vorwürfe gegen berühmte Menschen berichtet wird, der Artikel aber gleichzeitig viel Platz darauf verwendet, Bekanntheitsgrad und Auszeichnungen der Person aufzulisten. Sexuelle Belästigung wird nicht weniger schlimm, weil jemand Star-Fotograf_in oder Oscar-Preisträger_in ist.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Im Verhältnis zu den oben zitierten Zahlen fällt außerdem auf, dass Täterinnen in den von uns untersuchten Artikeln kaum auftauchen. Lediglich zwei Artikel benennen überhaupt die Möglichkeit, dass Frauen Männern sexualisierte Gewalt antun können. Verglichen mit den oben genannten Ergebnissen erscheint dies zu wenig zu Wort zu kommen. Davon bleibt einer auf einer sehr hypothetischen Ebene (benennt also keinen konkreten Fall), während der andere den Vorfall als harmloses „Angebot“ abstempelt.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-453 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/02/Internet-wir-müssen-reden.-3-300x251.jpg" alt="" width="348" height="291" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/02/Internet-wir-müssen-reden.-3-300x251.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/02/Internet-wir-müssen-reden.-3-768x644.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/02/Internet-wir-müssen-reden.-3.jpg 940w" sizes="(max-width: 348px) 100vw, 348px" /></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wenig mit Ruhm bekleckert haben sich die untersuchten Artikel auch zum Stichwort Homophobie. Zu benennen, dass Kevin Spacey sich zeitgleich mit Bekanntwerden der Vorwürfe gegen ihn als schwul geoutet hat, ist nicht homophob – der Zeitpunkt war von Spacey selbst schlecht gewählt. Unnötig ist dagegen, zu betonen, dass Opfer von Übergriffen heterosexuell sind, als würden sich schwule Männer grundsätzlich darüber freuen, von ihren Vorgesetzten begrapscht zu werden. Ebenso ist Übergriffigkeit gegenüber Männern durch Männer nicht automatisch ein Zeichen für Homosexualität – denn wie wir inzwischen wissen sollten, liegt sexualisierte Gewalt oft mehr in Machtmotiven als durch sexuelle Anziehung begründet.</span></p>
<h3><span style="color: #000000;">Kann Mann vergewaltigt werden? &#8211; ein Fazit</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Insgesamt konnten wir feststellen, dass wir sowohl in der Wissenschaft als auch in den Medien sexuelle Gewalterfahrungen von Männern zu wenig thematisiert werden. So wollten wir uns ursprünglich auf Artikel aus den ersten zwei Februarwochen konzentrieren, konnten aber nicht ausreichend Material finden. Durch #metoo erfuhr sexuelle Gewalt höhere Aufmerksamkeit, welche auch manche Männer dazu bewegt über Erfahrungen zu sprechen. Denn das Klischee des sexuell hoch aktiven und immer bereiten Mannes, welches uns schon aus unserer täglichen Arbeit nur zu gut bekannt ist, wird leider zu Unrecht so interpretiert, als könnten Männer nicht sexuelle Gewalterfahrungen machen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wie wir in unserem Screening feststellen mussten, sind einige schädliche Erklärungsmuster immer noch weit verbreitet. Beispielhaft ist hier das Vorurteil zu nennen, dass es Schwulen nichts ausmacht, von Männern belästigt zu werden oder Belästigung auf sexuelles Interesse hinweist.  Zudem schienen die Artikel oft einen Schwerpunkt auf Erklärungen für die Verletzlichkeit der Männer zu legen, wie zum Alkoholrausch oder Drogenkonsum. Tendenzen wie diese können zu Victim Blaming, Tabuisierung anderer Tathergänge etc. führen, wie das auch bei Frauen der Fall ist. Medien sind hier in der Verantwortung dieses Stereotyp nicht zu reproduzieren.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Die verwendeten Artikel und unsere ausführlichen Ergebnisse könnt Ihr hier einsehen: <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/02/GEM-Mediascreening_Sexualisierte-Gewalt-gegen-Maenner_ausführliche-Ergebnisse.pdf">GEM Mediascreening_Sexualisierte Gewalt gegen Maenner_ausführliche-Ergebnisse</a></span></p>
<h3><span style="color: #000000;">Hilfsangebote und Kontaktadressen</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Arbeitskreis Gewaltschutzgesetz Münster: http://www.gewaltschutz-muenster.de/dt/index.php/informationen-fuer-maenner/maenner-als-opfer</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Beratungsstellen für Männer in Berlin: http://www.big-berlin.info/node/151</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Männerbüro Hannover: http://www.maennerbuero-hannover.de/arbeitsbereiche/maennliche_opfer_haeuslicher_gewalt/index_ger.html</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Männer-Informationszentrum München: http://www.maennerzentrum.de/die-fachstelle/</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Diakonie Ruhr: http://www.diakonie-ruhr.de/rat_und_hilfe/ratsuchende/haeusliche_gewalt</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Männerberatung Schleswig-Holstein: https://www.maennerberatung-sh.de/</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Beratungsstellen der Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit Häusliche Gewalt: https://www.bag-taeterarbeit.de/beratungsstellen-suchen.html</span></p>
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