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	<title>rassismus &#8211; Gender Equality Media e.V.</title>
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	<description>Gegen medialen Sexismus</description>
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		<title>Wenn Reconquista Internet und Gender Equality Media gemeinsame Sache machen &#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Aug 2019 06:33:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[„Eifersuchtstragödie“, „Familiendrama“, „Sex-Täter“ oder „Sex-Sklavin“ &#8211; was sich nach einem schlechten Krimi anhört, sind sexistische Wortschöpfungen der Medien. In der heutigen Zeit, wo Rechtspopulismus und Antifeminismus weltweit wieder stärker werden, brauchen wir mehr Leute denn je, die sich dem Ganzen entgegensetzen! Nicht nur im Feminismus, Menschenrechte insgesamt sind bedroht und wenn wir uns organisieren, haben wir eine größere Schlagkraft. Deswegen &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><strong>„Eifersuchtstragödie“, „Familiendrama“, „Sex-Täter“ oder „Sex-Sklavin“ &#8211; was sich nach einem schlechten Krimi anhört, sind sexistische Wortschöpfungen der Medien. In der heutigen Zeit, wo Rechtspopulismus und Antifeminismus weltweit wieder stärker werden, brauchen wir mehr Leute denn je, die sich dem Ganzen entgegensetzen! Nicht nur im Feminismus, Menschenrechte insgesamt sind bedroht und wenn wir uns organisieren, haben wir eine größere Schlagkraft. Deswegen klären wir diese Woche &#8211; gemeinsam mit <a style="color: #000000;" href="https://www.facebook.com/ReconquistaNetz/">Reconquista Internet</a> &#8211; nun ein für alle mal auf, was Journalist*innen wirklich mit ihren Clickbait-Begriffen sagen wollen.</strong><span id="more-1227"></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><em>“Ein Bühnenstück […] in der eine Handlung durch die beteiligten Personen auf der Bühne dargestellt wird”</em> oder ein <em>“Schauspiel mit tragischem Ausgang”</em>, so definiert der Duden das Wort “Drama”. Wenn Medien von einem “Drama” sprechen, meinen sie eigentlich Femizide, Partnerschaftsgewalt, oder ganz einfach toxische Männlichkeit. Das Wort “Drama” impliziert zum einen die Einmaligkeit der Tat, zum anderen erzeugt es aber auch den Eindruck, es handele sich lediglich um einen traurigen Einzelfall. In Wirklichkeit steckt Misogynie und systematische Gewalt dahinter. 2016 wurden 158 Frauen durch ihren aktuellen oder ehemaligen Partner getötet, 211 überlebten den Mordversuch oder den versuchten Totschlag. Viele Redaktionen sammeln indes ihre “Familien-Dramen” in einer eigenen Rubrik.</span></p>
<div id="attachment_1229" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1229" class="size-large wp-image-1229" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/familiendrama-1024x578.jpg" alt="" width="1024" height="578" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/familiendrama-1024x578.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/familiendrama-300x169.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/familiendrama-768x434.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-1229" class="wp-caption-text"><span style="color: #000000;">Familiendrama: Wenn aus einem Mord ein Schauspiel wird!</span></p></div>
<p><span style="color: #000000;">Es ist nun aber nicht so, dass Redaktionen glauben, ein Mord wäre immer nur ein “Schauspiel mit tragischem Ausgang”. Denn wenn über einen Mord in einer muslimischen Familie berichtet wird, werden sofort ganz andere Worte gefunden. Mit Rekordgeschwindigkeit wird das Wort “Ehrenmord” in die Tastatur gehauen – ein Begriff der alle Taten einschließt, die mit toxischer Männlichkeit tun haben. Gewalt gegen Frauen ist für viele Redaktionen also erst dann ein Problem, wenn eine Religion erkennbar ist. Die Tatsache, dass diese Straftaten immer einem falschen Männlichkeitsbild entspringen und es insgesamt ein systemisches, gesamtgesellschaftliches Problem ist, wird damit total verschleiert. Viel mehr wird rassistisch gehetzt und das im großen Stil.</span></p>
<div id="attachment_1228" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1228" class="size-large wp-image-1228" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/eifersuchtstragödie-1024x578.jpg" alt="" width="1024" height="578" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/eifersuchtstragödie-1024x578.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/eifersuchtstragödie-300x169.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/eifersuchtstragödie-768x434.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-1228" class="wp-caption-text"><span style="color: #000000;">Wenn Mord als &#8222;Eifersucht&#8220; bezeichnet wird&#8230;</span></p></div>
<p><span style="color: #000000;">Wikipedia sagt: <em>&#8222;Eine Tragödie ist eine Form des Dramas und neben der Komödie die bedeutsamste Vertreterin dieser Gattung. Sie lässt sich bis in das antike Griechenland zurückführen. Kennzeichnend für die Tragödie ist der schicksalhafte Konflikt der Hauptfigur.&#8220;</em> Ein schicksalshafter Konflikt ist das also wenn ein Mann eine Frau umbringt. Auch bei dieser Wortschöpfung verharmlosen Medien nicht nur sprachlich einen Mord, es wird wieder einmal zu 100 Prozent die Sicht des Täters eingenommen. Der arme Kerl ist doch eifersüchtig &#8211; was soll er denn ansonsten tun? Frauenmorde werden nicht nur unsichtbar gemacht, sie werden verharmlost und sprachlich entschuldigt.</span></p>
<div id="attachment_1231" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1231" class="size-large wp-image-1231" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/sex-täter-1024x578.jpg" alt="" width="1024" height="578" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/sex-täter-1024x578.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/sex-täter-300x169.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/sex-täter-768x434.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-1231" class="wp-caption-text"><span style="color: #000000;">Wenn aus einer Vergewaltigung Sex wird!</span></p></div>
<p><span style="color: #000000;">Selbst bei Straftaten, wie Vergewaltigung und Missbrauch gilt “Sexismus sells”. Dabei denken sich Redaktionen sich immer wieder Wortschöpfungen wie “Sex-Attacke”, “Sex-Mord” oder “Sex-Gangster” aus, sie sollen Spannung erzeugen und ziemlich sicher auch die Klickzahlen erhöhen. Nun wissen wir aber, dass eine Vergewaltigung bestimmt kein Sex ist. Hier wird ganz klar ein Gewaltverbrechen verharmlost: Sexualisierte Gewalt ist kein Krimi!</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-1230 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/sex-sklavin-1024x578.jpg" alt="" width="1024" height="578" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/sex-sklavin-1024x578.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/sex-sklavin-300x169.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/08/sex-sklavin-768x434.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span class="css-901oao css-16my406 r-1qd0xha r-ad9z0x r-bcqeeo r-qvutc0">Als Nadia </span><span class="r-18u37iz">Murad</span><span class="css-901oao css-16my406 r-1qd0xha r-ad9z0x r-bcqeeo r-qvutc0"> den Friedensnobelpreis erhielt, titelten führende Medien &#8222;Sex-Sklavin&#8220; &#8211; d</span><span class="css-901oao css-16my406 r-1qd0xha r-ad9z0x r-bcqeeo r-qvutc0">iese Frau wurde verschleppt, vergewaltigt und misshandelt. Das hat nichts mit Sex zu tun. &#8222;Sex-Sklavin&#8220; ist kein ä</span>däquater Begriff für Frauen, die wie Ware verschachert, vergewaltigt und gefoltert werden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Warum das Ganze?<br />
</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wir fordern, dass Gewalt gegen Frauen* nicht weiter von den Medien verharmlost wird. Wir fordern, dass Gewalt gegen Frauen* nicht weiterhin als eine Anreihung von Einzelfällen dargestellt wird. Wir fordern, dass Gewalt gegen Frauen* immer im Kontext von strukturellem Sexismus genannt wird. Wir fordern, dass Gewalt, die sich gegen Frauen* richtet, entsprechend kriminalstatistisch erfasst wird, und dass Bagatellisierungen ein Ende nehmen. Wir fordern, kritische Berichterstattung, statt Täter*innenperspektive.  Mehr Informationen findet ihr in unserem <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/custom-section/forderungen/">Forderungspaket.</a></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Weil Rassismus und Sexismus zusammengehören<br />
</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Die Aktion ist eine Kooperation mit den Aktivist*innen von Reconquista Internet, die sich für mehr Vernunft im digitalen Diskurs einsetzen und #Wortgewalt auch schon ganz anders besetzt haben: &#8222;Die Idee zur Aktion #Wortgewalt entstand zu Anfang des Jahres im Kontext rechter sprachlicher Einflussnahme. Uns war aufgefallen, dass sowohl Nutzer als auch Medien immer mehr tendenziöse Begriffe aus dem rechten Spektrum unreflektiert in den allgemeinen Sprachgebrauch aufgenommen hatten, und so dazu beitrugen, bestimmte Themen einzufärben. Das ging so weit, dass ehemalige NS-Begriffe öfter auftauchten. Wir haben diese Wörter dann aufgegriffen und aufgezeigt, was daran problematisch ist, z. B. &#8222;Systemparteien&#8220; oder &#8222;Asyltourismus&#8220;. In Kooperation mit Gender Equality Media fiel uns auf, dass das selbe Problem auf die mediale Berichterstattung zu Verbrechen an Frauen zutrifft. Auch hier werden Bezeichnungen verwendet, die einen Sachverhalt unangemessen stark sprachlich beeinflussen, und so eine gesellschaftliche Auswirkung haben. Deshalb weisen wir diesmal mit #Wortgewalt auf diese Themen hin. Es hat Einfluss, wie wir Sprache verwenden, und es lohnt sich, sich näher damit zu beschäftigen.&#8220; &#8211; so Lea von Reconquista Internet. Folgt ihnen bei  <a style="color: #000000;" href="https://twitter.com/reconquistanetz" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-saferedirecturl="https://www.google.com/url?q=https://twitter.com/reconquistanetz&amp;source=gmail&amp;ust=1567104878072000&amp;usg=AFQjCNEDBOP3fYnEB5v2NmdXjJZ8rt0nug">Twitter</a> und <a style="color: #000000;" href="https://www.facebook.com/ReconquistaNetz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-saferedirecturl="https://www.google.com/url?q=https://www.facebook.com/ReconquistaNetz/&amp;source=gmail&amp;ust=1567104878072000&amp;usg=AFQjCNEJmemgkNx_WwKD8lWEo_eN70N3Lg">Facebook</a> oder werft mal einen Blick auf <a style="color: #000000;" href="https://hassmelden.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-saferedirecturl="https://www.google.com/url?q=https://hassmelden.de/&amp;source=gmail&amp;ust=1567104878072000&amp;usg=AFQjCNEtWvXql65qHzefNt9fQuHHSMV4wQ">www.hassmelden.de</a>.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Seid gespannt, diese Woche werden wir noch weitere Clickbait-Begriffe veröffentlichen &#8211; #UnfollowPatriarchy!</span></p>
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		<title>Glitzernde Fashionwelt: So bunt und divers?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Jul 2018 10:10:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[International]]></category>
		<category><![CDATA[fashion]]></category>
		<category><![CDATA[gntm]]></category>
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		<category><![CDATA[rassismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Leoni Schwandt promoviert über race in der Modeindustrie im Libanon und gibt uns einen kleinen Insider*inblick direkt aus der “glitzernden Fashionwelt”. Denn: Vorstellungen, wie Models sich aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe oder Körbchengröße zu verhalten haben, folgt oft neo-kolonialistischen Stereotypen. &#160; Ein Model braucht personality, dass hört man doch überall. Doch natürlich handelt es ist nicht etwa um den tatsächlichen Charakter &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #333333;"><em>Leoni Schwandt promoviert über race in der Modeindustrie im Libanon und gibt uns einen kleinen Insider*inblick direkt aus der “glitzernden Fashionwelt”. Denn: Vorstellungen, wie Models sich aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe oder Körbchengröße zu verhalten haben, folgt oft neo-kolonialistischen Stereotypen.</em></span></p>
<div id="attachment_656" style="width: 1034px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-656" class="size-large wp-image-656" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/07/makeup-brush-1768790_1280-1024x604.jpg" alt="" width="1024" height="604" /><p id="caption-attachment-656" class="wp-caption-text"><em>Fashion: So bunt und divers?</em></p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #333333;"><span id="more-652"></span></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Ein Model braucht personality, dass hört man doch überall. Doch natürlich handelt es ist nicht etwa um den tatsächlichen Charakter des Models, sondern um ihre „Aura“, das Gefühl, das sie vermittelt, wenn sie einen Raum betritt, vor der Kamera steht oder gekonnt Designer*innen, Fotograf*innen und Agent*innen mit ihrem Charme verzaubert. Diese personality ist maßgebend. In einer Welt, in der homogene beauty standards kaum Spielraum für Besonderheiten lassen, muss ein Mädchen eben anders auffallen.</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><strong>Wer will denn schon eine schüchterne Brasilianerin sehen?</strong></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Ein “gutes” Beispiel” ist GNTM und Heidi Klum. Die meint jedenfalls erkannt zu haben, dass eine Brasilianerin ein gewisses Temperament braucht, denn das gehört einfach zu einer “Brazilian Personality”. „Wo ist unsere heiße Brasilianerin denn heute?“ ruft Heidi provokant der GNTM Kandidatin zu, die eher planlos versucht, sich einem grünen Flatterkleid auf einem Einhorn-Rodeo in Szene zu setzen. Heidis Frage ist eine rhetorische, sie gibt Bruna zu verstehen, dass das angehende Model beim nächsten Mal gefälligst ihr feurig-brasilianisches Temperament mit ans Set bringt. Eine stille, schüchterne Brasilianerin – wer will denn das sehen? Germany’s Next Topmodel, oder America’s Next Topmodel sind sicher keine akkurate Spiegelung des Modelberufs oder der Modebranche. Sie dienen primär der Unterhaltung der Nation, auf Kosten junger Mädchen, die für ihren „Traum“ einiges tun. Doch wenn auch quotengerecht verpackt, die Show gibt imme</span><span style="color: #333333;">r wieder Einblick in die Produktionsmechanismen von Ästhetik, die in der wirklichen Modebranche nicht anders funktionieren als auf Pro Sieben.</span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-658 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/07/camera-84893_1280-190x300.jpg" alt="" width="190" height="300" /></p>
<p><span style="color: #333333;"><strong>Wenn die Haut nicht “so schön” strahlt</strong></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Die internationale Modebranche ist von weißen Körper dominiert. Um das zu erkennen, muss man nicht Expert*in sein. Weiße Körper gelten allgemein als schön, elegant, vielfältig und wandelbar. Sie können so gut wie jede Rolle einnehmen &#8211; wie eine weiße Leinwand eben. Vor ein paar Jahren arbeitete ich als Assistentin auf einem Fotoshoot einer Modest-Wear Designerin, deren Kundinnen hauptsächlich aus Nordafrika,</span></p>
<p><span style="color: #333333;"> dem Nahen Osten und Südostasien stammen. Die weiße englische Fotografin erläuterte dieses Leinwand-Prinzip sehr anschaulich. Meine Verblüffung darüber, dass ein hellhäutiges osteuropäisches Model so lange geschminkt wurde, bis ihre Gesichtszüge und Hautfarbe auf nah-östliche Herkunft schließen ließen, konterte die Fotografin mit Argumenten „faktischer Ästhetik”. Models aus „diesem“ Gebiet (wobei mir bis heute nicht klar ist, um welches Gebiet es sich da genau handelte) haben einfach andere Körper: weicher, viel runder, das sei wirklich schwer elegant zu fotografieren. Und dann ist da noch die Hautfarbe, das sei mit der Reflektion des Lichtes wirklich unnötig aufwändig, denn dunkle Haut strahle einfach nicht so schön.</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><strong>Die Modebranche ist voller rassifizierten Vorstellungen</strong></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Schockierender Weise sind die kritisch verzerrte Wahrnehmung und die explizit rassistischen Ansichten keine Einzelmeinung einer unfähigen Fotografin, sie sind die Norm. Das bedeutet nicht, dass es keine Ausnahmen gäbe, denn für jeden Typ Frau hat die Modebranche eine rassifizierte Vorstellung davon, wann sie strahlen kann: Latinas, denen Erotik praktisch angeboren ist, sehen gut aus in knappen Bikinis. Schwarze Models werden in Ethno-chic vor Wüstenhintergrund abgelichtet, weil sie so etwas Ungestümes an sich haben. Aber in eleganten Haute-Couture Kleidern auf dem Cover von Vogue – dass passt einfach nicht. Rassifizierte Vorstellungen davon, wie Menschen sich in verschiedenen Teilen der Welt verhalten, wie sie aussehen und was sie können, sind in der Mode omnipräsent. Kategorisierungen nach Hautfarben, Nasenformen und Haarstrukturen stammen aus dem Kolonialismus des 19. und 20. Jahrhunderts und der gewaltsamen Auferlegung mitteleuropäischer Normen. Wenn auch selten derart direkt formuliert, rassistische Klischees und Fantasien, die nicht weiße Frauenkörper auf groteske Weise exotisieren und erotisieren fließen maßgeblich in die Entscheidungen von Model-Scouts und Modemacher*innen mit ein. Der Logik dieser Normen zufolge können weiße Models, sowie weiße Menschen generell, so gut wie alles. Nicht-weiße müssen als Models zweiter Klasse ihre Fähigkeiten erst mal unter Beweis stellen. Ein Spagat zwischen maximaler Assimilation und absurder Exotisierung. Wenn Heidi einer eingeschüchterten Kandidatin rät, sich „brasilianischer“ zu verhalten, dann ist das ein strategischer Ratschlag, den sie dem Mädchen mit auf den Weg gibt. Als high-fashion Model, kühl, elegant und irgendwie unantastbar wird sie es wahrscheinlich nicht schaffen. Als heißblütige Latina mit ihrem karnevalesken Charme hingegen hat sie gute Chancen.</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><strong>Diese Vielfalt! Bunter als das echte Leben</strong></span><span style="color: #333333;"><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-661 size-medium alignright" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/07/fashion-show-1746621_1280-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /></strong></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Zugegebenermaßen ist die Zahl der GNTM Kandidatinnen, die nicht Größe XS tragen, lange blonde Haare und helle Haut habe</span><span style="color: #333333;">n in den letzten dreizehn Jahren deutlich gestiegen. Grund für Heidi, gleich zu Beginn der Staffel mit Stolz zu verkünden, die Modeindustrie sei eine der diversesten überhaupt. Auch ein Artikel der deutschen Harper’s Bazaar, deren Cover dieses Jahr zum ersten Mal von einer GNTM Gewinnerin geschmückt wurde, versprüht eine Welle der Begeisterung und behauptet gleich nach der ersten Folge: „In Staffel 13. ist alles anders“ – so bunt und rund und diese Vielfalt! Welch glücklicher Zufall, dass ausgerechnet dann auch noch ein schwarzes Model den Titel ergattert. Zweifel machen sich breit unter Kritiker*innen, ob das etwa ein strategischer Sieg gewesen sein könnte, um skeptischen ZuschauerI*nnern zu verdeutlichen, dass die Modeindustrie im Kampf um Diversität gesiegt und endlich das post-race Zeitalter eingeläutet habe. Heidi, Bazaar und die vielen Jubelnden verkennen, dass es nicht nur darum geht prozentual die Anzahl der nicht-weißen Körper auf Magazin-Covern und in Modekatalogen zu steigern, sondern die Art der Darstellung und der Wahrnehmung dieser Körper grundlegend zu hinterfragen. Solange sich Bruna nur als bombshell-Latina </span><span style="color: #333333;">einen Namen als Model machen kann, hat die Modebranche noch einen weiten Weg vor sich, bevor man sie divers nennen kann.</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><em>Leoni Schwandt</em></span></p>
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