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	<title>queer &#8211; Gender Equality Media e.V.</title>
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	<description>Gegen medialen Sexismus</description>
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		<title>Weil uns keine Zeit mehr für Scheinheiligkeit bleibt &#8211; Unser offener Brief an die Konrad-Adenauer-Stiftung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Feb 2018 15:41:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Genderismus]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad-Adenauer-Stiftung]]></category>
		<category><![CDATA[LGBTQ]]></category>
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					<description><![CDATA[Drei Tage ist es her, da ging die Nachricht durch die Medien dass die Konrad-Adenauer-Stiftung eine Veranstaltung namens „Gender – Instrument der Umerziehung?“ veranstaltet. Eine Veranstaltung, geleitet von Personen die Homosexualität als Krankheit deklarieren und ernsthaft glauben es gibt Menschen die anderen ihre “kranke” Sexualität aufzwingen wollen. Oh, the irony. Drei Tage sind vergangen liebe Konrad-Adenauer-Stiftung, die wollten wir euch &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><i>Drei Tage ist es her, da ging die Nachricht durch die Medien dass die Konrad-Adenauer-Stiftung eine Veranstaltung namens „Gender – Instrument der Umerziehung?“ veranstaltet. Eine Veranstaltung, geleitet von Personen die Homosexualität als Krankheit deklarieren und ernsthaft glauben es gibt Menschen die anderen ihre “kranke” Sexualität aufzwingen wollen. Oh, the irony. </i></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><i>Drei Tage sind vergangen liebe Konrad-Adenauer-Stiftung, die wollten wir euch geben, damit ihr angemessen reagieren könnt, euch eine Antwort ausdenken könnt. Gekommen ist nichts. Daher nun hier, unser offener Brief an euch, mit viel Gefühl statt nur mit Zahlen, weil ihr hier kein wissenschaftliches Thema, sondern Menschenleben angegriffen habt.</i></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #000000;"><strong>Hallo Konrad-Adenauer-Stiftung, hier Gender Equality Media.</strong></span></h4>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #000000;">Hallo KAS, ihr veranstaltet eine Tagung mit dem Titel „Gender – Instrument der Umerziehung?“ und fragt euch, was die Gender-Ideologie will. Wir fragen uns ja was ihr, und eure Referenten mit “Umerziehung” meint, ja, was ihr denn wollt.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Fürchtet ihr die „Umerziehung“ von Menschen in Personen, die nicht in euer enges, heterosexistisch zweigeschlechtliches Weltbild passen? Schlechte Nachrichten: Wir existieren längst. Und wir versuchen nicht heterosexuelle cis Personen „umzuerziehen“, keine Sorge. Was wir fordern, ist umgekehrt ein Ende von Gewalt und Ausgrenzung.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Aber wenn „Umerziehung“ jedoch bedeutet von allen Mitgliedern dieser Gesellschaft zu verlangen, andere unabhängig von ihrem Geschlecht und ihrer sexuellen Orientierung als menschliche Wesen, und mit einem verdammten Mindestmaß an Respekt zu behandeln, dann ja, fangen wir doch bitte mit der Umerziehung an. Nicht mit der Umerziehung von Männern in Frauen, oder von heterosexuellen in homosexuelle Menschen. Das will niemand. Davon hat niemand etwas. Sondern, fangen wir an mit der Umerziehung von Sexisten, Homophoben und Transphoben in anständige Mitglieder der Gesellschaft, die es schaffen, ihren Mitmenschen alle Rechte zuzuerkennen, die sie für sich selbst reklamieren.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #000000;">Wer eigentlich eine Gender-Ideologie hat</span></h4>
<p><span style="color: #000000;">„Gender-Ideologie” ist kein passender Begriff für diejenigen, die es wagen auszusprechen, dass unsere Gesellschaft nicht nur aus einer (oder maximal zwei) Menschentypen besteht. Denn Gender-Ideologie ist, wenn ihr euch einredet, Menschen müssten möglichst schnell heiraten und Kinder zeugen, um einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Gender-Ideologie ist das, was Männern einredet, Frauen würden ihnen etwas wegnehmen, wenn sie einen gleichberechtigten Anteil an allen Lebensbereichen fordern. Gender-Ideologie ist, was Personen als Rechtfertigung dient, um diejenigen anzugreifen, zu demütigen und zu schädigen, die es wagen, so zu leben wie sie sind, anstatt sich in ein gesellschaftliches Ideal zu verbiegen. Niemand von uns fordert jedoch von denen, die diesem Ideal entsprechen, sich zu ändern. Alles, was wir wollen, ist genauso in Frieden gelassen zu werden, wie ihr es ebenso für euch wünscht.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">So zu tun, als wäre diese Tagung nur ein neutraler Beitrag zu einer offenen gesellschaftlichen Debatte, ist einfach scheinheilig. Sie ist so scheinheilig wie die auf euren Podien diskutierte „Bedrohung“. Wir wehren uns gegen euren Versuch, es durch eine vermeintlich neutrale Debatte salonfähig zu machen Minderheiten in unserer Gesellschaft das Recht auf Gleichstellung abzuerkennen. Sexismus, Homo- und Transhass &#8211; wir weigern uns hier das Wort Phobie falsch zu benutzen &#8211; bedrohen Leben und Gesundheit der betroffenen Menschen, die schon längst mit Gewalt in unserer Gesellschaft zu kämpfen haben:</span></p>
<h4><span style="color: #000000;">130 durch Homo-und Transphobie motivierte Straftaten gab es im ersten Halbjahr 2017.</span></h4>
<h4><span style="color: #000000;">44% der trans* Personen in Europa werden innerhalb eines Jahres Opfer von Gewalttaten.</span></h4>
<h4><span style="color: #000000;">58% der trans* Personen in Deutschland berichten von Belästigung aufgrund ihrer Geschlechtsidentität.</span></h4>
<h4><span style="color: #000000;">25% der trans* Menschen in Deutschland berichten von verweigerten ärztlichen Leistungen.</span></h4>
<h4><span style="color: #000000;">Eine von fünf Mädchen und Frauen unter 25 haben schon sexuelle Gewalt erlebt.</span></h4>
<h4><span style="color: #000000;">Unter den homo- und bisexuellen Kindern und jungen Erwachsenen betrifft sexuelle Gewalt 32% der weiblichen und 21% der männlichen Befragten.</span></h4>
<p><span style="color: #000000;">Die Rechte von Homo- und Transpersonen werden in unsererer momentanen gesellschaftlichen Realität beschnitten, ebenso wie ihr Recht dazu, sich über diesen Umstand zu beschweren. Wie eine Realität aussehen kann, in der vielfältige Identitäten mit- und nebeneinander Platz haben, ist keine Frage, die sich mit einem Satz beantworten lässt. Und dementsprechend bedarf sie natürlich Diskussion. Aber diese Diskussion ist längst Teil dessen, was innerhalb der Gesellschaft passiert; eben vor allem innerhalb von Gender Studies, von LSBTIAQ-Interessensverbänden, von Politiker_innen mit Offenheit für Gender-Fragen gefordert wird. Was wir für diese Diskussion NICHT brauchen, sind Menschen, die klar und deutlich fordern, andere nur auf Grundlage ihrer Identität oder ihres Lebensentwurfs aus diesem gesellschaftlichen Diskurs auszuschließen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #000000;">Keine Zeit mehr für Scheinheiligkeit</span></h4>
<p><span style="color: #000000;">Eure Veranstaltung ist daher kein Beitrag zu dieser Diskussion, sondern für viele Legitimation zur Beendigung ebendieser. Keine fruchtbare Diskussion kann davon entspringen, sie ist nur Nährboden für die Legitimation weiterer Gewalt. Wir leben in einer Zeit von AfD und Trump, die Hemmschwelle Hass zu verbreiten scheint immer mehr zu sinken. Wir haben keine Zeit mehr für Scheinheiligkeit, keine Zeit mehr für dieses ganze „nicht so gemeint“ Theater. Wir nehmen diese Veranstaltung persönlich, weil sie es ist. Sie ist ein Angriff, auf uns und Menschen, die wir lieben. Und sie und wir erwarten immer noch eine Antwort.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #000000;">Das GEM-Team</span></h4>
<p><span style="color: #000000;">Unterzeichner_innen:</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.facebook.com/SchwulenreferatMainz/">Schwulenreferat Mainz<br />
</a><a style="color: #000000;" href="https://www.facebook.com/Sookeeberlin/">sookee, Rapmusikerin, Aktivistin<br />
</a><a style="color: #000000;" href="http://andreak.es/">Andrea Knabe-Schönemann,Betriebswirtin, Systemadmin, Kulturoptimistin</a></span><br />
<span style="color: #000000;"> Toni Behrendt</span><br />
<span style="color: #000000;"> Cirilla Lanz</span><br />
<span style="color: #000000;"> Vestine Ghimbasan</span><br />
<span style="color: #000000;"> Isolde Busch</span><br />
<span style="color: #000000;"> Ina Fraatz, M.A.<br />
RosaLena Größler<br />
Anja Dornblüth-Röhrdanz<br />
Nicole Ruth<br />
Nikola Diem<br />
Werner Gaßner – Queeraktivist, München<br />
</span></p>
<h4><span style="color: #000000;">PS:Wer unseren offenen Brief mit unterzeichnen will, kann sich gerne bei uns melden, wir fügen eure Namen gerne als Unterzeichner*innen hinzu.</span></h4>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #000000;">Quellen: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. 2017: Dokumentation des Fachaustausches „Gesellschaftspolitische und medizinische Entwicklungen im Umgang mit Transsexualität und Transidentität“ (21.11.2016). Berlin.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Deutscher Bundestag. 4.8.2017: Schriftliche Fragen. mit den in der Woche vom 31. Juli 2017 eingegangenen Antworten der Bundesregierung.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">FRA – European Union Agency for Fundamental Rights: Being Trans in the European Union: comparative analysis of EU LGBT survey data. Luxembourg: European Union Agency for Fundamental Rights (FRA).</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Heßling, A., Bode, H. 2015: Jugendsexualität 2015. Die Perspektive der 14- bis 25-Jährigen. Ergebnisse einer aktuellen Repräsentativen Wiederholungsbefragung. Köln.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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