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	<title>Uncategorized &#8211; Gender Equality Media e.V.</title>
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	<description>Gegen medialen Sexismus</description>
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		<title>&#8222;Sexpositiv und frauenfeindlich: Gang Bang im Berliner Garten von Eden&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Penelope Kemekenidou]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Jun 2021 14:01:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[de]]></category>
		<category><![CDATA[Gastbeitrag]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[Sex”positive” Räume, KitKat Club, die “Kinky Szene” Berlins: unsere Gastautorin hat sich in eine Szene begeben, in der sie Grenzenlosigkeit in jeglicher Art gesucht hat. Was sie gefunden hat, war das, was es auch in der vermeintlich “spießigen” Mainstreamgesellschaft gibt: verkappte Hetero-Männer, die offenbar Angst haben, vor dem, was eigentlich gerade dort ein Thema sein sollte: gleichberechtigte Verhütung. Wir beschäftigen &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><em><span style="font-weight: 400;"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-1577 alignleft" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-fTvf9e8A1fc-unsplash-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-fTvf9e8A1fc-unsplash-300x200.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-fTvf9e8A1fc-unsplash-1024x683.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-fTvf9e8A1fc-unsplash-768x512.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-fTvf9e8A1fc-unsplash-1536x1024.jpg 1536w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-fTvf9e8A1fc-unsplash-2048x1365.jpg 2048w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Sex”positive” Räume, KitKat Club, die “Kinky Szene” Berlins: unsere Gastautorin hat sich in eine Szene begeben, in der sie Grenzenlosigkeit in jeglicher Art gesucht hat. Was sie gefunden hat, war das, was es auch in der vermeintlich “spießigen” Mainstreamgesellschaft gibt: verkappte Hetero-Männer, die offenbar Angst haben, vor dem, was eigentlich gerade dort ein Thema sein sollte: gleichberechtigte Verhütung. </span><span style="font-weight: 400;">Wir beschäftigen uns tagtäglich mit sexualisierter Gewalt in Deutschlands Medienlandschaft. Genauso sehr, wie es hier um das Aussprechen von Fehlern geht, liegt uns auch etwas daran, dem einen Platz zu geben, was sonst keinen Raum im medialen Diskurs findet. Daher geben wir hier einem Bericht einer Betroffenen Platz.</span></em></span></p>
<p><strong>Ein Gastbeitrag von Yulia Myshka*</strong></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"><br />
Ein absurder Maskenball, gehüllt in mystische Wolken von Nebelmaschinen und Nasenschnee: </span><i><span style="font-weight: 400;">Disco Bizarre</span></i><span style="font-weight: 400;">, das war die legendäre Samstagnacht im KitKatKlub – einer Berliner Institution für all die Praktiken, Phantasien und Lebensarten, die tagsüber in der Gesellschaft keinen Raum finden. „Magisches Theater – Nur für Verrückte!“, lautet die Inschrift über dem verspielten Eingangstor – ein Zitat aus Hermann Hesses </span><i><span style="font-weight: 400;">Steppenwolf</span></i><span style="font-weight: 400;">, welches den Protagonisten vor Betreten eines Zauberkabinettes davor warnt, seine geistige Gesundheit angesichts der irrsinnigen Erscheinungsformen seiner Phantasie zu verlieren. Das ist das Risiko, welches ein Individuum eingeht, wenn es versucht, sich aus seinem Kontext zu lösen und sich auf die Suche nach einem ungeordneten, fremden Raum zu begeben – Die Befreiung vom eigenen Körper mittels dissoziierender Betäubungsmittel; die Befreiung von seinem sozialen Umfeld auf Wanderschaft in neue, freie Welten. Was erwartet den Menschen, der sich als Element eines strukturierten Kollektivs abtrennt und einen Weg ohne Straßennamen beschreiten möchte?</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Voll jugendlichem Sturm und Drang begab ich mich also auf Wanderschaft: Auf der Flucht vor dem gemäßigten Bürgertum in eine Idealwelt, in der keine religiöse Doktrin lebensfremde Sexualmoral postulieren sollte oder von der Norm abweichende Menschen mit Tabus zum Schweigen gebracht werden – niemand sollte hier in die Verdammnis oder Unsichtbarkeit verdrängt werden. Eine romantische Vision, diese paradiesische Parallelgesellschaft mit dem ehrlichen Ziel, die menschliche Lust ohne Scham und Höllenangst wiederzubeleben, freie Liebe ohne Grenzen. Es begann vor zwei Jahren, als ich von zwei Klubnacht-Bekanntschaften zu einer privaten Orgie im kleineren Kreise eingeladen wurde. Die Festivität entpuppte sich als Eignungstest zur Aufnahme in eine exklusive (und in der Kinky-Szene heißbegehrte) Gruppierung unter der Leitung zweier Männer. Das allegorische Gruppenbild zeigt Adam und Eva vor dem Sündenfall, nackt und natürlich, umgeben von fruchtbarem Grün und einem weiten blauen Himmel. </span><i><span style="font-weight: 400;">The Garden</span></i><span style="font-weight: 400;">, so der symbolkräftige Name, ist zugänglich für eine begrenzte Anzahl von offenen Frauen und willigen Männern, die auf regelmäßiger Basis an den selbstorganisierten Veranstaltungen teilnehmen. Nur die Harten (im Geben und Nehmen) kommen in den Garten, dazu zählen die ausdauerkräftigsten Männer mit viagrainduzierten Erektionen sowie ihre unterwürfigen weiblichen Pendants.</span></span></p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-1578 alignleft" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-TZSeksO2v5Q-unsplash-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-TZSeksO2v5Q-unsplash-300x200.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-TZSeksO2v5Q-unsplash-1024x683.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-TZSeksO2v5Q-unsplash-768x512.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-TZSeksO2v5Q-unsplash-1536x1024.jpg 1536w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-TZSeksO2v5Q-unsplash-2048x1365.jpg 2048w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><span style="font-weight: 400; color: #000000;">Was ursprünglich als legere Versammlung sexpositiver Lustbejaher begann, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer ordentlich strukturierten Organisation mit Untergruppierungen aus potentiellen Neulingen, die auf probeweisen Sexparties sorgfältig selektiert wurden nach Kriterien der Schönheit und Nützlichkeit. Auch in der Sphäre revolutionärer Freiheit gibt es Verhaltensregeln und ungeschriebene Gesetze, die man besser befolgen sollte, wenn man Wert auf Ansehen und eine gesicherte Position legt. Wer sich mit den Führern anlegt, riskiert es, von der nächsten geheimen Gruppensexveranstaltung ausgeladen und für unbestimmte Zeit auf die undankbare Nachrücker-Warteliste gesetzt zu werden. Andererseits besteht für die fleißigsten der Bienchen die Chance auf einen Status jenseits der beschränkten Vorstellungen bürgerlicher Ambitionen: Wer sich durch hervorstechende Glanzleistungen und eindrückliche Performationen einen Namen verschaffen konnte, ist sich in dieser zweiten Realität, in der bezaubernden Dunkelheit des Nachtlebens, allgemeiner Wertschätzung und Anerkennung sicher. Dieser Status wiederum ermöglicht Gästelistenplätze, Einladungen zu exklusiveren Events und allerlei sonstige Privilegien, die – selbstverständlich auf einer weit irdischeren und normaleren Ebene – in der Gesellschaft da draußen nur der Oberschicht vorbehalten sind. Wenn bei Tageslicht das Geld regieren soll, dann gilt bei Nacht das Gesetz des Geschlechts und der Lust.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Ein Gesetz der Gleichheit und Gerechtigkeit? Nicht, solange der Körper im Spiel ist und die Grenzen nur in eine Richtung überschritten werden. Ein großes Lob zunächst an </span><i><span style="font-weight: 400;">safe, sane and consensual</span></i><span style="font-weight: 400;"> und den offenen, verantwortungsbewussten Umgang mit Geschlechtskrankheiten:  Dieser bildet die ungeschriebene Grundvereinbarung unter Teilnehmer*innen von Orgien und regelt all diejenigen Grenzüberschreitungsbereiche, die bei der reziproken Benutzung und Befriedigung diverse Gesundheitsrisiken für alle bergen. Egal ob weiblicher oder männlicher Körper, jeder könnte potentiell dem Angriff von Viren und Bakterien ausgesetzt sein. Diese Wechselseitigkeit besteht jedoch nicht bei Verhütung. Das Desinteresse für ein Problem, das nur das Leben und den Körper weiblicher Personen mit funktionsfähigen Reproduktionsorganen bestimmt, liegt im Mangel an Selbstbetroffenheit. Heterosexualität ist meist einseitig invasiv ausgestaltet: cis-Männer werden nicht penetriert – zumindest nicht so, dass sie schwanger werden könnten, Kinder austragen oder abtreiben müssten. Sie müssen sich nicht schützen.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Dass die Schwangerschaftsprävention exklusive Angelegenheit der Frau ist, bekam ich zu spüren, als ich es wagte, in unserem sexpositiven Kollektiv das unbehagliche Thema der gleichberechtigten Verhütung anzusprechen:</span><a style="color: #000000;" href="https://www.vice.com/de/article/nz7pg8/die-perfekte-verhuetung-fuer-maenner-ist-da-warum-benutzen-wir-sie-nicht-489"> <span style="font-weight: 400;">Die perfekte Verhütung für den Mann ist da—aber warum nutzen wir sie nicht?</span></a><span style="font-weight: 400;"> Neben verächtlichen Kommentaren gab es auch konstruktive Kritik mit dem Hinweis, die Diskussion doch bitte in eine extra Verhütungsgruppe zu verlegen mit Teilnehmer*innen, die sich für die Thematik interessieren würden; denn sie sprenge den Rahmen eines angenehmen Freitagnachmittags all derer, die es nicht betreffe. Teils wohlwollend paternalistisch, teils offen misogyn und hasserfüllt versuchten ein halbes Dutzend Männer gemeinsam, mich davon zu überzeugen, dass  Verhütung in einer Sexgruppe „off-topic“ sei; Es gab unter mehr als fünfzig Mitgliedern kein einziges, das mir beistand (außer einzelne direkte, privaten Nachrichten von Frauen an mich, die sich jedoch nicht öffentlich trauten, mir zuzustimmen). Einen so harten Gang Bang (aus Worten statt Schwänzen, versteht sich) hatte ich selbst in den Hochphasen meiner Exzentrik noch nie erlebt. Mit der Drohung, meinen kostbaren Platz im schönen Garten zu verlieren, wurde ich von den Gruppenvätern schließlich zum Schweigen gezwungen. – Das tat ich natürlich nicht, sondern bin selbst aus dem Paradies spaziert, aus der extravaganten Miniatur-Version einer phallozentrischen Gesellschaft zurück in die Mainstream-Männerwelt (nicht viel besser, aber weniger heuchlerisch) – über mir schwebend die verblassende Erinnerung an die regenbogenfarbene Glitzerpracht der Tanzfläche im KitKatKlub, auf der alle sich lieben sollten – egal wer, egal wie, </span><i><span style="font-weight: 400;">Alles fickt alles</span></i><span style="font-weight: 400;">. Hört sich nach vielen Optionen an. Nur leider verhütet eben nicht alles.  In einer geld- und männergesteuerten Gesellschaft gibt es ungenügend Finanzierung für Projekte, die das ändern würden, um Frauen die alleinige Last von den Schultern zu nehmen, Depressionen von der täglichen Pille zu bekommen oder Regelschmerzen von der Kupferspirale oder die Summe eines halben Gramm Koks für die Pille danach auszugeben, wenn mal das Kondom reißt. Da aber auch Männer leiden, wenn ihr sexuelles Erlebnis durch eine dünne Schicht Latex eingeschränkt wird, ist die Angelegenheit von ihrer Seite aus erledigt. Deshalb bleibt für die heterosexuelle Frau ohne Kinderwunsch keine freie Wahl und Selbstbestimmung über ihren Körper, sondern eine eingeschränkte Entscheidung zwischen schlechten und weniger schlechten Möglichkeiten, sich zu schützen.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Das Fazit meiner Wanderschaft: Es erwartet einen nichts Neues. Keine Befreiung, weder vom Körper noch vom sozialen Umfeld. Keine neuen, freien Welten; die Straßen sind die gleichen, nur die Straßennamen sind verkehrt. Man kennt es von Filmen wie </span><i><span style="font-weight: 400;">The Beach</span></i><span style="font-weight: 400;">, aber auch aus der </span><i><span style="font-weight: 400;">Liebig 34</span></i><span style="font-weight: 400;"> in Berlin: Die Menschen hassen den Kapitalismus, aber sie bleiben dennoch in ihrer rebellischen Gegen-Gesellschaft weiterhin fest im kapitalistischen System gefangen. Die Freigeister der </span><i><span style="font-weight: 400;">Garden-Group</span></i><span style="font-weight: 400;"> blicken auf das durchschnittliche Bürgertum wie Lenin auf die Bourgeoisie, und doch sind sie vielmehr der unreflektierte und normale Kern des bürgerlichen Systems selbst: Sie sind die idealtypische Spiegelung einer heteronormativen, sexistischen und misogynen Gesellschaft, die ihre weiblichen Mitglieder ausnutzt, unterdrückt und zum Schweigen bringt, weil die Männer davon profitieren.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Yulia Myshka, Philosophiestudentin aus Berlin*</strong><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;">* </span><span style="font-weight: 400;">Künstler*innenname</span><span style="font-weight: 400;"> </span></span></p>
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		<title>#Bildgewaltig &#8211; Aktion zum Tag gegen Gewalt gegen Frauen*</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Nov 2019 11:49:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Activism]]></category>
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		<category><![CDATA[Sexismus in Medien]]></category>
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					<description><![CDATA[#keinemehr und Gender Equality Media rufen euch zu einer gemeinsamen Aktion auf Es ist mittlerweile überall. Die Erkenntnis, dass tagtäglich versuchte Frauen*morde in Deutschland geschehen, die fast jeden dritten Tag ausgeführt werden. Sie werden rassifiziert, wenn sie als  kulturelles Problem einer angeblich anderen Kultur gesehen werden. Die Fälle in Deutschland, von Deutschen begangen, werden als eine private, unglückliche private Tragödie &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-1304" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/11/EBU-100-75-HD-Farbbalken-1024x576.jpg" alt="" width="384" height="216" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/11/EBU-100-75-HD-Farbbalken-1024x576.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/11/EBU-100-75-HD-Farbbalken-300x169.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/11/EBU-100-75-HD-Farbbalken-768x432.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/11/EBU-100-75-HD-Farbbalken.jpg 1100w" sizes="(max-width: 384px) 100vw, 384px" /><br />
#keinemehr und Gender Equality Media rufen euch zu einer gemeinsamen Aktion auf</span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400; color: #000000;">Es ist mittlerweile überall. Die Erkenntnis, dass tagtäglich versuchte Frauen*morde in Deutschland geschehen, die fast jeden dritten Tag ausgeführt werden. Sie werden rassifiziert, wenn sie als  kulturelles Problem einer angeblich anderen Kultur gesehen werden. Die Fälle in Deutschland, von Deutschen begangen, werden als eine private, unglückliche private Tragödie aufgefasst.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #000000;"><b>Kein Familiendrama, sondern Femizid &#8211; #niunamenos</b></span></h4>
<p><b></b><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Für diese Forderung kämpfen Feminist*innen global seit langem. In Mexiko wurde Femizid 2012 zu einer offiziellen politischen Kategorie. Diese Forderung drang dann bis nach Deutschland durch. Auch hier kämpfen wir gegen die Frauen*morde. Seit kurzem ist die Diskussion um Frauen*mord als eine politische Kategorie in aller Munde.</span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #000000;"><b>#Keine mehr in Deutschland</b></span></h4>
<p><span style="color: #000000;"><b> </b><span style="font-weight: 400;">#keinemehr setzt sich seit 2017 auch in Deutschland für die Verwendung des politischen Begriffs Feminizid ein. Damit wollen sie sichtbar machen, dass Männer Frauen* töten. Dass das keine vereinzelten Familiendramen oder Eifersuchtsmorde sind. Und dass die deutsche Gesellschaft mitverantwortlich ist, dass dies geschehen kann. Dazu gehört auch die mediale Berichterstattung.</span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #000000;"><b>Femizid benennen</b> <b>&#8211; erste Erfolge</b></span></h4>
<p><span style="font-weight: 400; color: #000000;">Viele Medien berichten schon nicht mehr von Eifersuchtstat und Familiendrama, sie sprechen von einem Frauen*mord. Auch wir richteten uns zuletzt mit einem <a href="https://genderequalitymedia.org/dpa-reagiert-positiv-auf-offenen-brief-zum-jubilaeum/">offenen Brief an die dpa</a>, Deutschlands größte Nachrichtenagentur. Diese sprach sich nun offiziell dafür aus, nicht mehr “Familiendrama” zu schreiben. Die jahrelange Arbeit von Aktivist*innen wird gehört.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #000000;"><b>#Bildgewaltig &#8211; die Macht von Bildern</b></span></h4>
<p><span style="font-weight: 400; color: #000000;">Dennoch sehen wir neben der sich wandelnden Berichterstattung fragwürdige Bilder, die die Berichterstattung begleiten: Frauen*, die aus dem Fenster starren, gekrümmt in einer Ecke liegen, eine erhobene männliche Faust. Also Frauen* als wehrlose Opfer. Ein heterosexuelles Paar das sich streitet und damit gezeigt wird: es ist irgendwie doch noch “Beziehungstat”. Marlene Pardeller von #keinemehr aber sagt: “Bilder sind genauso wichtig wie Begriffe. An ihnen müssen wir arbeiten, um unser Bewusstsein zu verändern.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #000000;"><b>Der Aufruf an euch</b></span></h4>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Zum Tag gegen Gewalt gegen Frauen* wollen wir diesen Schritt zusammen mit der crew von #keinemehr komplettieren. Die Bebilderung bei Berichterstattung von Feminiziden (Frauen*morden), feminizider Gewalt und geschlechtsbasierter Gewalt (z.b. Häuslicher Gewalt) zeigt in den meisten Medien die Frau* in der Opferrolle. </span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><b><br />
</b><span style="font-weight: 400;">Um dem entgegenzuwirken, rufen wir euch auf, uns Bilder zu schicken, die ihr für die Berichterstattung freigebt. Damit bauen wir eine alternative Bild-Datenbank auf, auf die Journalist*innen zurückgreifen können, wenn sie Bilder für ihren Bericht suchen.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><b>Bis zum 25.12.2019 </b><span style="font-weight: 400;">sammeln wir eure lizenzfreien Bilder. Die besten Bilder werden auf einer Bilddatenbank zur lizenzfreien Nutzung den Journalist*innen zur Verfügung gestellt. </span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;">Wir freuen uns auf eure Einsendungen! Bitte schickt diese <strong>an </strong></span><a style="color: #000000;" href="mailto:keineeinzigemehr@gmail.com"><strong>keineeinzigemehr@gmail.com</strong><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span></a><span style="font-weight: 400;">Eure #keinemehr x GEM Crews</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;">Mehr zu #keine mehr findet ihr hier (link) </span><a style="color: #000000;" href="https://keinemehr.wordpress.com/"><span style="font-weight: 400;">https://keinemehr.wordpress.com/</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span></a></span></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Der White Noise des Terrors</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Oct 2019 11:06:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Antifeminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Terror]]></category>
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					<description><![CDATA[16 Tage ist es nun her, dass Balliet zwei Menschen erschossen hat. Die Meldungen über die selbst ernannte “Niete” sind omnipräsent, wiederholen sich. Er ist Antisemit, rechtsradikal, da ist man sich einig. Manchmal findet sich in den Meldungen auch irgendwas mit Gamern und Gewalt in Spielen. Man kann sie gar nicht mehr auseinanderhalten; wie white noise, Störgeräusche im Hintergrund, überschlagen &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">16 Tage ist es nun her, dass Balliet zwei Menschen erschossen hat. Die Meldungen über die selbst ernannte “Niete” sind omnipräsent, wiederholen sich. Er ist Antisemit, rechtsradikal, da ist man sich einig. Manchmal findet sich in den Meldungen auch irgendwas mit Gamern und Gewalt in Spielen. Man kann sie gar nicht mehr auseinanderhalten; wie </span><i><span style="font-weight: 400;">white noise</span></i><span style="font-weight: 400;">, Störgeräusche im Hintergrund, überschlagen sich die Meldungen, die sich so gleichen, dass sie zu einem einzigen Surren verblassen. Am Ende weiß man sehr viel über den Täter und doch sehr wenig, es scheint kompliziert. Veronika Kracher, Expertin für rechten digitalen Terror, veröffentlicht wenige Stunden nach der Tat eine sehr gute <a style="color: #000000;" href="https://www.facebook.com/verokracher/posts/408319736533689?__tn__=K-R">Analyse des Täterumfelds</a> auf facebook</span><span style="font-weight: 400;">&#8211;  der post wird bei NSU watch und tagesspiegel gespiegelt. Aber seitdem folgte keine weitere umfassende Analyse des Geschehens. Statt Klarheit zu schaffen, werden immer mehr Expert*innen zu Einzelaspekten befragt, die die Diskussion in verschiedenste Winkel lenken.<br />
</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;">Dabei nennt Balliet sowohl im Video als auch in seinem Manifest sehr klar, was sein Feindbild ist. Es sind Jüd*innen, der Feminismus, und Marxist*innen. Aus seinen Aussagen wird unmissverständlich klar, Balliet ist ein Faschist. Doch statt einer Diskussion um den Faschismus in Deutschland beobachten wir eine Fragmentierung der Debatte, die zeigt, dass der derzeitige Diskurs keine Antwort auf den Faschismus und seine Nieten hat. Aber auch, wieso er sie auch gar nicht haben kann.</span></span></p>
<h4><span style="color: #000000;"><b>angry white Nieten </b></span></h4>
<div id="attachment_1269" style="width: 432px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1269" class=" wp-image-1269" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/10/manifest.jpg" alt="" width="422" height="239" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/10/manifest.jpg 962w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/10/manifest-300x170.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/10/manifest-768x434.jpg 768w" sizes="(max-width: 422px) 100vw, 422px" /><p id="caption-attachment-1269" class="wp-caption-text"><span style="color: #000000;">Screenshot aus dem Manifest &#8211; Balliet war ein incel</span></p></div>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"><br />
Hass ist das, was Männer wie Balliet antreibt, aber dessen Form wird oft missverstanden. In der Wohnung des Täters sollen die Polizist*innen später Zettel finden, auf denen “Niete” steht. Der <a style="color: #000000;" href="https://www.merkur.de/politik/halle-polizei-panne-nach-notruf-schwere-vorwuerfe-gegen-einsatzkraefte-zr-13101044.html">Münchner Merkur</a></span><span style="font-weight: 400;"> und die Ermittler*innen könnten entfernter von der Wahrheit nicht sein, wenn sie diese als geplante Beleidigung für die eintreffende Polizei interpretiert. Das Video in dem Balliet sich selbst etliche Male als “Loser” tituliert, ist schon seit Beginn der Tat im Umlauf. Mit “Niete” meint er nur sich selbst. </span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;">Balliet ist in den Sphären der </span><i><span style="font-weight: 400;">incel </span></i><span style="font-weight: 400;">community unterwegs. </span><i><span style="font-weight: 400;">Incels</span></i><span style="font-weight: 400;">, ein Kofferwort aus &#8222;involuntarily celibate&#8220;, also &#8222;unfreiwillig enthaltsam&#8220;, das sind Männer, die man weitläufig unter die </span><i><span style="font-weight: 400;">angry white males </span></i><span style="font-weight: 400;">eingliedert: weiße Männer, die sich von der Gesellschaft verraten, verkauft, bestohlen fühlen. Sie sehen sich als die Verlierer des Systems, die Nieten, die Loser. </span><i><span style="font-weight: 400;">Incels</span></i><span style="font-weight: 400;"> speziell fühlen sich besonders ihres Rechts auf die Verfügbarkeit von Frauen* [Anm. der Red.: das Sternchen ist hier bewusst gesetzt, denn für diese Menschen zählt als &#8222;Frau&#8220; nur, wen sie als solche lesen, egal ob zurecht oder nicht], Geld und Macht beraubt, und sehen dabei das größte Problem im Aufkommen des Feminismus. Für sie sind Frauen* generell Untermenschen, die es zu unterjochen gilt. Dabei wird nicht nur die Trennung zwischen Mächtigen und benachteiligten Männern aufgemacht &#8211; in der Ideologe der </span><i><span style="font-weight: 400;">Incels</span></i><span style="font-weight: 400;"> spielt Rassismus eine zentrale Rolle. Die zu Grunde liegende politische Theorie kommt aus Frankreich und ist unter dem “Großen Austausch” bekannt, und ist im Grunde betrachtet nur ein facelift des Begriffs der “Umvolkung”. Die Kernideologie der neuen Rechten geht auf ein Essay von Renaud Camus zurück, der </span><span style="font-weight: 400;">ein führendes Mitglied der rechtsnationalistischen Kleinpartei </span><i><span style="font-weight: 400;">Souveraineté, identité et libertés</span></i><span style="font-weight: 400;"> (SIEL) ist. </span><span style="font-weight: 400;">Es ist eben diese Ideologie die der Täter in seinem Video zum Ausdruck bringt:</span></span></p>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><i><span style="font-weight: 400;">&#8222;Hallo, mein Name ist Anon. Ich denke, der Holocaust ist nie passiert. Feminismus ist die Ursache des Abstiegs des Westens, der als Sündenbock für Massenmigration agiert. Und die Wurzel aller aller dieser Probleme ist der Jude. Wollen wir Freunde sein?&#8220;</span></i></span></p></blockquote>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Bislang wurde das Ausmaß antifeministischer Gewalt banalisiert, maximal anekdotisch angemerkt, jedoch nicht in einen Kontext gesetzt. Auch dieses Mal wird in allen Berichten Balliets Anmerkung zu Feminismus aufgenommen, jedoch nicht weiter behandelt. Balliets Antifeminismus scheint dabei eher wie ein Teil seines Antisemitismus, seiner rechten Gesinnung. Antifeminismus ist aber kein Nebenprodukt, sondern zentraler Teil des Faschismus. Derselbe Fehler wurde schon bei dem Christchurch Attentat begangen, der ebenso vom “Großen Austausch” redete. Elliot Rodger, als “</span><i><span style="font-weight: 400;">incel</span></i><span style="font-weight: 400;"> Held” gefeiert, scheint auch schon längst vergessen. Er tötete 2018 aus Rache für seine Jungfräulichkeit Schülerinnen seiner Schule sowie vier junge Männer. In seinem Manifest schrieb er: “Wie kann ein schwarzer Junge eine Frau bekommen und ich nicht?”. All diese Männer haben sich als Verlierer des Systems verstanden, die sich etwas beraubt fühlten, was ihnen ihrer Meinung nach eigentlich zustand. Balliet selbst nennt sich im Video auch immer wieder “Loser” &#8211; er schafft es “zu wenige” zu erschießen, kommt nicht in die Synagoge. “Einmal Verlierer, immer Verlierer”, sagt er am Ende. Balliets Tat ist getränkt im “Loser”-Narrativ. “Versager”, “Niete” &#8211;  diese Begriffe türmen sich in seinem Sprachgebrauch. Ihn also nicht unter den Aspekt der </span><i><span style="font-weight: 400;">incels </span></i><span style="font-weight: 400;">und des Antifeminismus zu problematisieren, macht es unmöglich, Täter wie ihn zu verstehen, und damit auch unmöglich eine Antwort auf seinen Faschismus zu finden.</span></span></p>
<h4><span style="color: #000000;"><b>Die Mutter ist Schuld. Die Mutter ist Schuld?</b></span></h4>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Während eine Unfähigkeit zu bestehen scheint, die Tat unter diesem feministischen  Aspekt zu sehen, verfällt gerade die Berichterstattung in einem Frauenmagazin in einen Fehler, der hier fast schon zynisch wirkt. </span></span></p>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><i><span style="font-weight: 400;">“Ich bin eine Mutter. Ich bin eine ehemalige Lehrerin. [&#8230;] Schuld ist die Mutter des Attentäters Stephan B., [&#8230;] Ich verschwende kein Wort an ihn. Ich empöre mich über seine Mutter.”</span></i></span></p></blockquote>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Das sind die Worte einer TV-Moderatorin in einem Gastbeitrag der SUPERillu. Das Bild des </span><i><span style="font-weight: 400;">angry white male</span></i><span style="font-weight: 400;">, des Mannes, der wütend ist, der zurückgelassen von der Gesellschaft in einem blutrünstigen Massenmord verfällt, enthält oft eine elementare Komponente: an diesen “Losern” der Gesellschaft, haben natürlich auch immer die Mütter Schuld. In </span><i><span style="font-weight: 400;">American Psycho</span></i><span style="font-weight: 400;"> sowie in der neuen Joker Verfilmung sehen wir, dass zu einem weißen, amoklaufenden Mörder, auch immer eine Mutter gehört, die Teil des Problems ist, die das Individuum krank gemacht hat. Und so kommt es, dass der Fokus auch dieses Mal auf der Suche nach einer Antwort, die Frage nach der Mutter fällt. Für die TV-Moderatorin steht fest: </span><span style="font-weight: 400;"> </span></span></p>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><i><span style="font-weight: 400;">„Niete“ stand auf den Zetteln, die ihr Sohn überall in der Wohnung hinterließ. Das sind Sie, Frau B., eine Niete. Jeder einzelne Zettel ist für Sie bestimmt. NIETE</span></i><span style="font-weight: 400;">.”</span></span></p></blockquote>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Der vom Autor Philip Wylie in den 50er Jahren geprägte Begriff des </span><i><span style="font-weight: 400;">momism</span></i><span style="font-weight: 400;"> scheint heute vergessen, die Ideologie blieb aber offenbar blendend erhalten. Damals dachte man für die Masse an depressiven, nicht belastbaren jungen Männern, die desillusioniert und ambitionslos auf den amerikanischen (Nachkriegs-)Arbeitsmarkt blickten, endlich einen Grund gefunden zu haben: die Mütter. Die Väter waren (fast) alle im Krieg gewesen, und die Jungen mussten  von den Müttern alleine großgezogen werden. Diese konnten natürlich als Frauen*, den jungen Männern nicht in ihrer körperlichen und psychischen Entwicklung das geben, was “echte” Männer brauchten. Stattdessen hatten sie die verweichlichte, also weibliche und &#8222;hysterische&#8220; Erziehung der Mutter allein zu erdulden. Es ist bezeichnend, dass sich diese Denke gerade in Frauenmagazinen erhalten hat.</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;">Mit dem Auslassen der Debatte über Balliets Antifeminismus wird es unmöglich gemacht, auf das Narrativ der “Niete” und diese krankhafte Sicht der Männlichkeit einzugehen. Ohne aber den Blick auf diese, kann man den Faschismus gar nicht behandeln. Das fällt innerhalb einer politischen Landschaft natürlich schwer, die selbst von antifeministischen Strukturen geprägt ist. Dass das Recht auf Abtreibung in den USA wieder zurückgenommen wird, in Polen Sexualkunde in der Schule unter Strafe gestellt werden soll, in Deutschland Abtreibung nicht legalisiert wird, ist eine Rückkehr zu faschistischen Ideologien und Teil des Abbaus der demokratischen Rechte. </span><span style="font-weight: 400;"> Um also eine relevante Debatte über “Nieten” wie Balliet führen zu können, müssen wir zum einen über den Mangel an feministischen Debatten sprechen, und welche Rolle die Rechte der Frauen* für eine gleichberechtigte Gesellschaft haben.</span></span></p>
<h4></h4>
<h4><span style="color: #000000;"><strong>&#8222;Kill a jewess, Kill a communist&#8220;</strong></span></h4>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Zurück aber zum Anfang &#8211; die Tat geschah an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, Balliet plante die Attacke bei einer Synagoge. Es ist unter anderem das Scheitern der 3D Plastikwaffen, das mehr Opfer verhindert hat. Nach der Tat an Jom Kippur ist es Notwendigkeit und Pflicht, den Antisemitismus verstärkt ins Visier zu nehmen. Fast alle Medien nannten die Tat zurecht antisemitisch und rechtsradikal. Fast alle haben den Tenor, man müssen nun dem Antisemitismus &#8222;etwas&#8220; entgegensetzen. Dass eigentlich in keinem Artikel genau steht, wie dieser Kampf aussehen soll, zeigt aber, dass der Kampf gegen Antisemitismus, getrennt von der Frage des aufkeimenden Faschismus in Deutschland, kaum zu lösen ist. Neben &#8222;Kill a jewess&#8220; findet sich so auch &#8222;Kill a communist&#8220; im Manifest. Balliet folgt der Idee vom “Großen Austausch”. Für ihn sind “die Juden” der Grund dafür, dass er im Leben scheitert, privat wie ökonomisch. NEET und Nieten, diese beiden Begriffe werden in faschistischen Foren fast gleichgesetzt. NEET, das bedeutet </span><span style="font-weight: 400;">“Not in Employment, Education, or Training”. Dabei fühlen sich Jugendliche zurecht nicht abgeholt. Die Aufstände und Streiks nehmen weltweit von Tag zu Tag zu und werden von den jeweiligen Staaten gewaltsam niedergedrückt: Chile, Libanon, Ecuador, um nur wenige der letzten Tage zu nennen. </span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span></span></p>
<div id="attachment_1270" style="width: 188px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1270" class=" wp-image-1270" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/10/sfd.jpg" alt="" width="178" height="443" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/10/sfd.jpg 246w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/10/sfd-121x300.jpg 121w" sizes="(max-width: 178px) 100vw, 178px" /><p id="caption-attachment-1270" class="wp-caption-text">Ein Auszug aus dem Manifest Teil &#8222;Achievements&#8220;</p></div>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Es ist der Mangel an ehrlichen, und der Überfluss an hegemonialen Debatten über die momentane politische Krise, die es Faschist*innen leicht macht, NEETs ihre Ideologie aufzuschwatzen, und sie zu ihren “Nieten” zu machen. </span><span style="font-weight: 400;">Nehmen wir den Kampf gegen Antisemitismus also ernst, so kann die Antwort nicht die sein, nur für einen diffusen, verstärkten Kampf “gegen Antisemitismus” zu appellieren. Für eine vollständige Antwort auf Antisemitismus bräuchte es im Journalismus auch eine vollständige Systemkritik, die die Themen der “NEETS” auch aufgreift. Statt Systemkritik, verlagerte man die letzten Tage jedoch die Diskussion wieder auf zweitrangige Themen. Durch den Fokus auf die Gamer Szene und die “Gamifizierung des Terrors”, wurde ein Ersatzdiskurs geschaffen, der eben diese Systemkritik schachmatt setzt. </span></span></p>
<h4></h4>
<h4><span style="color: #000000;"><strong>Nicht nur Gamer, sondern Soldat</strong></span></h4>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Es ist wahr, dass die Tat für ein weltweites Publikum geplant war, über Foren wie </span><i><span style="font-weight: 400;">4chan </span></i><span style="font-weight: 400;">oder </span><i><span style="font-weight: 400;">twitch</span></i><span style="font-weight: 400;">, Kommunikationsplattformen, die in der Gamer Szene beliebt sind. Der Täter nennt sich selbst anon, in Image Boards, wie 4chan kurz für “anonymous user”. In seinem Manifest  spricht er von “body counts”, also von High-Scores für Morde. Die Kameraperspektive erinnert an die von Kriegsspielen. Diese Ästhetik wird unter dem Begriff des “</span><i><span style="font-weight: 400;">gamification of terror</span></i><span style="font-weight: 400;">” zusammengefasst &#8211; also dass Gewalt und Krieg, sich der Sprache und des Looks von (Konsolen-)spielen bedienen. Statt des Beginns einer politischen Debatte, verlagert sich der Fokus wieder auf die Gaming Industrie, und auf die Frage der individuellen psychischen Labilität von Gamer*innen. Es wird darüber debattiert, welche Rolle Spiele spielen, und wie viel Einfluss die Ästhetik und Sprache dieser Spiele auf Menschen hat. Doch hier herrscht in den Medien eine Falschdarstellung vor: die Gamifizierung des Terrors kam nicht durch die Spiele in den Terror. Diese Ästhetik kommt aus dem Militär selbst, und fand erst so ihren Weg in die Spiele. Balliet war nicht nur Gamer, sondern auch bei der Bundeswehr.</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Kriegsspiele sind so designt, dass sie der Realität möglichst nah kommen. Dazu gehört auch die zu belohnen, die am meisten der Feinde umbringen. Eine Gamerin stellt dabei eines klar: “die Idee des High-Score-Knackens ist nicht dem Internet entsprungen. Es wurde lediglich vom Militärwesen adaptiert. “ Im zweiten Weltkrieg kulminierte der body count bei den </span><i><span style="font-weight: 400;">Wehrmacht</span></i><span style="font-weight: 400;"> und </span><i><span style="font-weight: 400;">Einsatzgruppen</span></i><span style="font-weight: 400;">, die die Morde an Jüd*innen genau katalogisierten. Flieger auf Seiten der Amerikaner als auch der Deutschen, machten sich Strichlisten auf ihre Flieger der abgeschossenen Gegner, einen Score über ihren Wert wurde damals schon angelegt. Zwei </span><span style="font-weight: 400;">Offiziere in Niangkjang hatten 1937 einen Wettbewerb darüber, wer zuerst hundert Menschen mit dem Schwert in China töten würde &#8211; und die Tokyoter Zeitung berichtete darüber, wie über ein Sportereignis.</span><span style="font-weight: 400;"> Die Methodik verfestigte sich dann vor allem während des Vietnam Kriegs, um die Motivation unter den Soldaten aufrechtzuerhalten, die unter Drogen das My Lai Massaker verübten.</span></span></p>
<h4><strong>Warification, statt Gamification</strong></h4>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Die Debatte um die </span><i><span style="font-weight: 400;">gamification of terror</span></i><span style="font-weight: 400;"> trägt fälschlicherweise dazu bei, den Ursprung der Gewalt in der Entwicklung der Gaming Szene zu sehen. Sie beraubt der Problematik somit ihrer historischen Dimension, und hilft so, den wahren Ursprung und Nutznießer dieser Ästhetik zu verdecken: das Militär. Statt über die problematische Gaming Industrie, sollte man also über die fortschreitende </span><i><span style="font-weight: 400;">warification, </span></i><span style="font-weight: 400;">also einer Ästhetisierung des Krieges der Gesellschaft, durch das (deutsche) Militär sprechen. </span><i><span style="font-weight: 400;">Gamification of terror</span></i><span style="font-weight: 400;"> ist eine Fortentwicklung, eine neue (digitalisierte) Facette der Ästhetisierung des Kriegs, die Gewalt und Militär attraktiver machen soll. Die deutsche Bundeswehr wirbt genauso wie viele andere mit dieser gamifizierten Ästhetik.  “Multiplayer at it´s best” kann man auf Plakaten der Bundeswehr lesen, YouTube Sendungen wie man Handgranaten wirft, zum Teil aus Gaming Perspektive gedreht, gehören zum “Infomaterial”. “Mein nächstes Ziel” ist dabei der Button zum nächsten Video. Auch Balliet war bei der Bundeswehr, und war von dieser Ästhetik angesprochen; er hatte sich auch kurz für eine Ausbildung beworben. </span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;">Als Faschist nutzt Ballier gezielt diese Kriegsästhetik, um sein Publikum anzusprechen. Was ihn aber zur Tat motivierte, war nicht die Ästhetik von Spielen, sondern seine Überzeugung für den Faschismus. Die Debatte um die Gamingszene  führt dazu, dass wir über fanatisierte Gamer*innen und einer Ästhetik der Gewalt reden, wenn es eigentlich darum gehen sollte, dass gerade eine neue Welle der inneren Militarisierung in Deutschland stattfindet. Niemand wird wegen einer ansprechenden Ästhetik zu Massenmörder. Mit der Debatte um die Ästhetik in der Gaming Kultur, ignorieren wir die Frage der Ideologie, die hinter den Tätern steckt. Die Ästhetisierung des Kriegs ist elementar für Deutschland, die USA und andere imperialistischen Länder, und deshalb auch vom Militär angefacht. Wir sollten über </span><i><span style="font-weight: 400;">gamification of terror</span></i><span style="font-weight: 400;"> sprechen &#8211; aber in dem Kontext, wer denn gerade ein Interesse an der </span><i><span style="font-weight: 400;">warification</span></i><span style="font-weight: 400;">, also an der Ästhetisierung des Kriegs hat. Das bedeutet, konsequent über die Rolle der Bundeswehr bei der Jugend und die innere Militarisierung zu sprechen, statt primär über Computerspiele und Spieler*innen. </span></span></p>
<h4></h4>
<h4><span style="color: #000000;"><strong>Dem White Noise zum Trotz</strong></span></h4>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Fragmentierte Diskurse hüllen den Faschismus in ein Störgeräusch von Einzeldebatten, sodass er unentdeckt weiter gedeihen kann. Es macht keinen Sinn Balliet isoliert unter dem Aspekt des Antisemitismus, Antifeminismus oder der </span><i><span style="font-weight: 400;">warification</span></i><span style="font-weight: 400;"> zu diskutieren, denn es ist nicht ein Teil davon, der ihn komplett erklären kann. Balliet beging diese Tat nicht “nur” als ein psychisch labiler Gamer, oder “nur” als ein wütender, rassistischer junger Mann. Er kam als dieser in die Foren, und radikalisierte sich dort. Die Tat beging er dann als Faschist. Der Faschismus schafft es sehr gut, über die These vom “Großen Austausch” seine einzelnen Themenfelder zusammenzubringen. In seinem Manifest stellt Balliet dabei klar, wen er als Feind benennt: Muslime, Jüd*innen, Frauen* und Marxist*innen. Der Marxismus wirkt nur auf den ersten Blick fremd in dieser Liste, denn er vereint Feminismus und Antirassismus in einem Kampf der Arbeiter*innen. Wir können keine andere Perspektive haben als die, diese drei Aspekte medial wie auch politisch deutlich zusammenzuführen. Das wäre eine klare Ansage, den ganzen Störgeräuschen zum Trotz.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Autorin: Penelope Kemekenidou</span></p>
<h4></h4>
<h4></h4>
<h4><span style="color: #000000;"><strong>Medienscreening zu Halle &#8211; Ein Auszug </strong></span></h4>
<p><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.sueddeutsche.de/politik/halle-anschlag-rechtsextremismus-durchsuchung-moenchengladbach-1.4642759">https://www.sueddeutsche.de/politik/halle-anschlag-rechtsextremismus-durchsuchung-moenchengladbach-1.4642759</a></span><br />
<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.sueddeutsche.de/politik/halle-anschlag-kommentar-1.4634876?reduced=true">https://www.sueddeutsche.de/politik/halle-anschlag-kommentar-1.4634876?reduced=true</a></span><br />
<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.sueddeutsche.de/politik/anschlag-halle-synagoge-rechtsextremismus-1.4635839">https://www.sueddeutsche.de/politik/anschlag-halle-synagoge-rechtsextremismus-1.4635839</a></span><br />
<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.sueddeutsche.de/politik/halle-synagoge-schuesse-1.4633708?reduced=true">https://www.sueddeutsche.de/politik/halle-synagoge-schuesse-1.4633708?reduced=true</a></span><br />
<span style="color: #000000;">https://www.sueddeutsche.de/politik/halle-schiesserei-video-1.4634473</span><br />
<span style="color: #000000;">tagesschau.de <a style="color: #000000;" href="https://www.tagesschau.de/inland/halle-taeter-107.html">https://www.tagesschau.de/inland/halle-taeter-107.html</a></span><br />
<span style="color: #000000;">https://www.zeit.de/news/2019-10/10/das-mutmassliche-taetervideo-protokoll-des-attentats-in-halle</span><br />
<span style="color: #000000;">https://www.merkur.de/politik/halle-polizei-panne-nach-notruf-schwere-vorwuerfe-gegen-einsatzkraefte-zr-13101044.html</span><br />
<span style="color: #000000;">https://www.spiegel.de/plus/halle-saale-anschlag-die-spuren-des-stephan-balliet-a-00000000-0002-0001-0000-000166382642</span><br />
<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.bild.de/ratgeber/2019/ratgeber/neonazi-von-halle-war-er-anhaenger-der-incel-bewegung-65253854.bild.html">https://www.bild.de/ratgeber/2019/ratgeber/neonazi-von-halle-war-er-anhaenger-der-incel-bewegung-65253854.bild.html</a></span><br />
<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.antifainfoblatt.de/artikel/virtuell-vernetzter-rechtsterrorismus">https://www.antifainfoblatt.de/artikel/virtuell-vernetzter-rechtsterrorismus</a></span><br />
<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.nsu-watch.info/2019/10/der-rechte-terroranschlag-in-halle-gamification-of-terror/">https://www.nsu-watch.info/2019/10/der-rechte-terroranschlag-in-halle-gamification-of-terror/</a></span><br />
<span style="color: #000000;">https://www.tagesspiegel.de/politik/tatverdaechtiger-aus-halle-menschen-toeten-und-sich-selbst-leidtun/25104378.html<a style="color: #000000;" href="https://www.sueddeutsche.de/politik/halle-anschlag-chronik-1.4634951?reduced=true">https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/halle/halle/angriff-synagoge-attentaeter-legt-gestaendnis-ab100.html<br />
https://www.sueddeutsche.de/politik/halle-anschlag-chronik-1.4634951?reduced=true</a><a style="color: #000000;" href="https://www.nsu-watch.info/2019/10/der-rechte-terroranschlag-in-halle-gamification-of-terror/"><br />
</a>https://www.tagesspiegel.de/politik/tatverdaechtiger-aus-halle-menschen-toeten-und-sich-selbst-leidtun/25104378.html<a style="color: #000000;" href="https://www.antifainfoblatt.de/artikel/virtuell-vernetzter-rechtsterrorismus"><br />
</a><a style="color: #000000;" href="https://www.derwesten.de/panorama/vermischtes/halle-sachsen-anhalt-zwei-tote-schuesse-bei-synagoge-dokument-aufgetaucht-id227317805.html">https://www.derwesten.de/panorama/vermischtes/halle-sachsen-anhalt-zwei-tote-schuesse-bei-synagoge-dokument-aufgetaucht-id227317805.html<br />
</a><a style="color: #000000;" href="https://www.derwesten.de/panorama/vermischtes/halle-stephan-balliet-hat-zwei-menschen-getoetet-das-wissen-wir-ueber-den-taeter-neonazi-id227325123.html">https://www.derwesten.de/panorama/vermischtes/halle-stephan-balliet-hat-zwei-menschen-getoetet-das-wissen-wir-ueber-den-taeter-neonazi-id227325123.html<br />
</a><a style="color: #000000;" href="https://twitter.com/RambaZamba161/status/1181968455538487296">https://twitter.com/RambaZamba161/status/1181968455538487296<br />
</a><a style="color: #000000;" href="https://www.tagesspiegel.de/politik/der-anschlag-von-halle-rechtsterrorismus-inszeniert-wie-ein-computerspiel/25103584.html">https://www.tagesspiegel.de/politik/der-anschlag-von-halle-rechtsterrorismus-inszeniert-wie-ein-computerspiel/25103584.html<br />
</a><a style="color: #000000;" href="https://www.bild.de/politik/ausland/politik-ausland/halle-neonazi-stephan-balliet-streamte-den-gesamten-anschlag-was-uns-das-video-s-65246702.bild.html">https://www.bild.de/politik/ausland/politik-ausland/halle-neonazi-stephan-balliet-streamte-den-gesamten-anschlag-was-uns-das-video-s-65246702.bild.html<br />
</a><a style="color: #000000;" href="https://www.bild.de/news/inland/news-inland/halle-attentat-wie-neonazi-stephan-balliet-aus-dem-netz-unterstuetzt-wurde-65299572.bild.html">https://www.bild.de/news/inland/news-inland/halle-attentat-wie-neonazi-stephan-balliet-aus-dem-netz-unterstuetzt-wurde-65299572.bild.html<br />
</a><a style="color: #000000;" href="https://www.urbandictionary.com/define.php?term=warification">https://www.urbandictionary.com/define.php?term=warification<br />
</a><a style="color: #000000;" href="https://www.latimes.com/local/lanow/la-me-isle-vista-massacre-alt-right-20180206-story.html">https://www.latimes.com/local/lanow/la-me-isle-vista-massacre-alt-right-20180206-story.html</a></span><br />
<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.superillu.de/warum-die-mutter-des-halle-attentaeters-fuer-mich-mitverantwortlich-ist">https://www.superillu.de/warum-die-mutter-des-halle-attentaeters-fuer-mich-mitverantwortlich-ist</a></span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Femizide, die keine sein sollen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Nov 2018 21:46:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Feminizid]]></category>
		<category><![CDATA[Mediascreening]]></category>
		<category><![CDATA[sexuelle Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Beziehungsdrama&#8220;, &#8222;Familiendrama&#8220;, &#8222;Sexmob&#8220; und &#8222;Bluttat&#8220;. Was sich nach Schlagwörtern für den nächsten schlechten TV-Krimi anhört, sind sexistische Wortschöpfungen der Medien für die Beschreibung von Gewalttaten gegenüber Frauen*. Nach aktuellen Angaben des Bundeskriminalamtes wurden im vergangenen Jahr knapp 140.000 Menschen, davon 82 % Frauen, von ihren Partner*innen oder Ex-Partner*innen misshandelt oder bedroht. Dabei wird alle 2 bis 3 Tage eine Frau &#8230;]]></description>
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<p>&#8222;Beziehungsdrama&#8220;, &#8222;Familiendrama&#8220;, &#8222;Sexmob&#8220; und &#8222;Bluttat&#8220;. Was sich nach Schlagwörtern für den nächsten schlechten TV-Krimi anhört, sind sexistische Wortschöpfungen der Medien für die Beschreibung von Gewalttaten gegenüber Frauen*.</p>
<p>Nach aktuellen Angaben des <a href="https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/JahresberichteUndLagebilder/Partnerschaftsgewalt/Partnerschaftsgewalt_2017.html;jsessionid=B4B53CBF3AB1EBAE438F8C9BFB98C1BD.live2302?nn=63476" target="_blank" rel="noopener"><strong>Bundeskriminalamtes</strong></a> wurden im vergangenen Jahr knapp 140.000 Menschen, davon 82 % Frauen, von ihren Partner*innen oder Ex-Partner*innen misshandelt oder bedroht. Dabei wird alle 2 bis 3 Tage eine Frau von ihrem (Ex-)Partner ermordet, allein 2017 gab es 147 Todesfälle. Die <a href="https://www.bmfsfj.de/blob/93970/957833aefeaf612d9806caf1d147416b/gewalt-paarbeziehungen-data.pdf" target="_blank" rel="noopener"><strong>Studie des Familienministeriums</strong></a> von 2014 zeigt, dass jede vierte Frau sexuelle und/oder körperliche Gewalt durch den (Ex-)Partner* erfahren hat. Mehr als jede zweite Frau* wurde mindestens einmal im Leben sexuell belästigt. Millionen Frauen* weltweit haben im Rahmen der #metoo-Debatte ihre Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt veröffentlicht. Eigentlich sollte spätestens seitdem allen klar geworden sein, dass es sich bei Gewalt gegen Frauen* nicht um Einzelfälle handelt. Ja, wie gesagt, es sollte allen klar sein.</p>
<p>Dass das Gegenteil der Fall ist, sehen wir bei unseren täglichen Medienscreenings. Tötungen von Frauen* werden nicht als das bezeichnet, was sie sind: Femizide. Frauen* sterben, weil sie Frauen* sind. Sie werden von den (Ex-)Partnern, den Vergewaltigern oder den Vätern umgebracht. Das wird dann als Familiendrama, Eifersuchtstragödie oder Bluttat bezeichnet. Außerdem findet eine starke Verharmlosung von Gewalt gegen Frauen* statt, indem Vergewaltigung sprachlich mit Sex gleichgesetzt wird.</p>
<p>Um unseren Beitrag zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen* zu leisten, möchten wir anhand einiger Beispiele aus unserer noch viel größeren Sammlung auf die mediale Verharmlosung von Gewalttaten an Frauen* aufmerksam machen.</p>
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<p><span style="font-size: 18px; color: #000000;"><strong>Familien- und Beziehungsdramen</strong></span></p>
<p>Die Täter sind die Söhne, die Ehemänner oder die Partner. Frauen* sterben und das ganze wird als Familien- oder Beziehungsdrama verharmlost. Dass Gewalt kein Drama, sondern das verdammte Patriarchat ist, fällt leider komplett unter den Tisch.</p>
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<p><span style="font-size: 18px; color: #000000;"><strong>Gewalt ist kein Sex</strong></span></p>
<p>Dass Gewalt gegen Frauen* verharmlost wird, sollte eigentlich jeder Person auffallen, sobald das Wort “Sex” im Kontext von Gewalt vorkommt&#8230;</p>
<p>&#8230;zum Beispiel wenn eine Frau* erst vergewaltigt und dann umgebracht wird und der Täter dann als “Sex-Mörder” bezeichnet wird. Ich glaube, mir fällt kein hypothetischer Fall ein, bei dem diese Bezeichnung passend und angemessen ist.</p>
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<p><span style="font-size: 18px; color: #000000;"><strong>Bluttat, Blutbad</strong></span></p>
<p>Dass Bild und Co. durch reißerische Überschriften versuchen, möglichst viele Klicks zu bekommen, dürfte für Viele nichts Neues sein. Vermutlich wird genau aus diesem Grund auch der Begriff “Bluttat” verwendet, anstatt die Themen zu politisieren, indem das ganze als Femizid bezeichnet wird.</p>
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<div class="motopress-image-obj motopress-text-align-left"><img decoding="async" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/11/11_180606_Focus_Bluttat.png" title="11_180606_Focus_Bluttat" alt="11_180606_Focus_Bluttat" class="motopress-image-obj-basic mpce-dsbl-margin-left mpce-dsbl-margin-right mpce-dsbl-margin-top mpce-dsbl-margin-bottom" /></div>
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<p><span style="font-size: 18px; color: #000000;"><strong>Was wir von den Medien wollen?</strong> </span></p>
<p>Wir fordern, dass Gewalt gegen Frauen* nicht weiter von den Medien verharmlost wird. Wir fordern, dass Gewalt gegen Frauen* nicht weiterhin als eine Anreihung von Einzelfällen dargestellt wird. Wir fordern, dass Gewalt gegen Frauen* immer im Kontext von strukturellem Sexismus genannt wird. Wir fordern, dass Gewalt, die sich gegen Frauen* richtet, entsprechend kriminalstatistisch erfasst wird, und dass Bagatellisierungen ein Ende nehmen.<br />
Wir fordern, kritische Berichterstattung, statt Täter*innenperspektive.  Mehr Informationen findet ihr in unserem <a href="https://genderequalitymedia.org/custom-section/forderungen/">Forderungspaket.</a></p>
</div>
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		<title>Kennste? Kennste?!! &#8211;  Bachelors im Paradies und andere Unterhaltungssexismen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 May 2018 10:07:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Bachelor in Paradise]]></category>
		<category><![CDATA[Mario Barth]]></category>
		<category><![CDATA[Unterhaltungssexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Mittwoch lief die dritte Folge von &#8222;Bachelor in Paradise&#8220; &#8211; und Unterhaltungsformate die sich mit dating, Sex und zwangsläufig eben auch mit den üblichen Geschlechterklischees befassen, sind am florieren.  Wie Unterhaltungssexismus funktioniert, und wieso er irgendwie immer noch eine Art &#8222;guilty pleasure&#8220; darzustellen scheint (spoiler alert: auch für manche aus unserem Team!) &#8211; dazu ein paar Zeilen von unserer &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><em><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-646 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/05/Crisis.jpg" alt="" width="417" height="350" />Am Mittwoch lief die dritte Folge von &#8222;Bachelor in Paradise&#8220; &#8211; und Unterhaltungsformate die sich mit dating, Sex und zwangsläufig eben auch mit den üblichen Geschlechterklischees befassen, sind am florieren.  Wie Unterhaltungssexismus funktioniert, und wieso er irgendwie immer noch eine Art &#8222;guilty pleasure&#8220; darzustellen scheint (spoiler alert: auch für manche aus unserem Team!) &#8211; dazu ein paar Zeilen von unserer Anna.</em><b><br />
</b></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Auf RTL wird das Balzverhalten von Dating-Promis in einer paradiesischen Kulisse unter dem Titel “Bachelor in Paradise” ausgestrahlt, während RTL II seit über zehn Jahren Mütter in andere Familien stopft, um ihre Mom-Skills (Kochen, Putzen und Erziehung) in der wöchentlichen “Frauentausch” Folge vorzuführen. Frauen sind so, Männer sind so &#8211; pauschalisierte Rollenbilder sind schnell erstellt und in Szene gesetzt. Wenn man schon im Alltag nicht mehr über sexistische Witze lachen darf, dann doch aber bitte über das was uns im Fernsehen vorgesetzt wird: “Der Bachelor”, “Germany’s Next Topmodel”, “Love Island”, “Naked Attraction” und so weiter &#8211; die Liste an (überwiegend) Reality-Shows im deutschen Fernsehprogramm im Sinne des Unterhaltungssexismus ist lang.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #000000;"><b>Schöne Tittensuppe hier<br />
</b></span></h4>
<p><span style="color: #000000;">Unter dem Begriff Unterhaltungssexismus verstehe ich die Belustigung auf der Basis von alteingesessenen, veralteten Rollenbildern. Diese sind zwar längst überholt, eignen sich aber trotzdem hervorragend für Fernseh-Formate, Comedy-Programme oder andere mediale Darstellungen. Sie ermöglichen einen einfachen Zugang zu den Inhalten &#8211; ob dieser zu einer Identifikation oder zur reinen Unterhaltung beiträgt ist unterschiedlich. Für viele bedeutet es aber vor allem eins: einschalten zum abschalten. Reality-Shows spielen nicht nur gerne mit Rollenbildern- und Klischees, sie (re)produzieren diese auch am laufenden Band. Betrachten wir nun die aktuell erfolgreiche “Kuppelshow auf RTL” &#8211; “Bachelor in Paradise”.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Das Konzept der Show ist schnell erklärt: Ehemalige Kandidat*innen aus Bachelor- und Bachelorette-Staffeln treffen auf einer tropischen Insel aufeinander, um einander lieben zu lernen. Am Ende jeder Folge werden Rosen an den/ die Favorit*in verteilt &#8211; eine Woche dürfen die Frauen wählen, die andere die Männer. Mit dabei sind starke, durchtrainierte mit Testosteron aufgepumpte Männer, die in einer erstaunlichen Überzahl ihr sexistisches Herz auf der Zunge tragen. Kleiner Einblick: “Schöne Tittensuppe hier”.</span><br />
<span style="color: #000000;">Ihnen gegenüber stehen schlanke, meist leicht bekleidete Frauen mit langen (blonden) Haaren, die ebenfalls äußerst kluge Kommentare von sich geben: “Ich finde den Johannes süß, aber ich habe sein Gesicht noch nicht richtig gesehen, weil es hier so viel Schatten gibt”. Im Paradies wird gebaggert und gegraben, was das Zeug hält &#8211; Date hier, Kuss da und “Zickereien” um Sunnyboy und “Frauen-Schwarm” Philipp &#8211; Trash-TV at it’s best.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #000000;">Same same, but different</span></h4>
<p><span style="color: #000000;">Zwischen Fremdscham und herrlicher Belustigung auf Kosten anderer findet man an diesem Konzept nichts überraschendes, oder? Denn daran orientiert sich gefühlt 50 Prozent der TV-Landschaft, auf die Klatsch-Magazine anspringen und Reality-Show Stars zu kurzer Berühmtheit verhelfen. Es ist einfach so offensichtlich, was mich an solchen Shows stört:</span></p>
<ol>
<li><span style="color: #000000;">Die Vermarktung von Liebe als heterosexuelle Beziehung, zu der ein starker Mann und eine sensible, hübsche Frau gehören.</span></li>
<li><span style="color: #000000;">Die permanente Sexualisierung der Kandidat*innen.</span></li>
<li><span style="color: #000000;">Der radikale Cut zwischen Männern und Frauen und deren Einteilung in zwei gegensätzliche Lager.</span></li>
<li><span style="color: #000000;">Das Rumreiten auf Rollenklischees.</span></li>
<li><span style="color: #000000;">RTLs Bildungsauftrag.</span></li>
</ol>
<p><span style="color: #000000;">Irgendwie uralt, aber das Konzept scheint wohl immer wieder aufzugehen. Das Rezept Unterhaltungssexismus funktioniert dabei aber nicht erst seit Reality-TV Formaten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #000000;">Kennste? Kennste?!</span></h4>
<p><span style="color: #000000;">Ein anderes herausragendes Beispiel, vielleicht sogar das Paradebeispiel für Unterhaltungssexismus ist Mario Barth. Während eben betitelte Shows im Vergleich noch “versteckt” mit Rollenbildern spielen, indem sie ihre Z-Promis einfach machen lassen, basiert das Konzept des Comedian auf seinen Beziehungs-Erfahrungen aus dem Alltag. In der eigenen TV-Show, auf Bühnen deutschlandweit und auf schlecht designten T-Shirts verbreitet Mario Barth seine durchweg sexistischen und hängen gebliebenen Geschichten. Was mich so wütend macht? Er ist immer noch einer der erfolgreichsten Komiker im Land und scheint somit den Humor der breiten Masse getroffen zu haben. Indem er aus dem Nähkästchen plaudert, nonstop über seine Freundin herzieht und dabei einen machohaften Spruch nach dem anderen droppt, lieferte er leichte Unterhaltung die offensichtlich für jeden verständlich ist.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Das was der Barth da erzählt, kennt ja jeder irgendwie… Frauen, halt. Und damit ist diese Form von Unterhaltungssexismus näher am Alltagssexismus, als alle RTL Trash-TV Shows zusammen. Schlecht einparken? Schuhe kaufen? Zu zweit aufs Klo? Na gibt es doch ein paar Sprüche, die man aus dem Barth-Programm abkapseln kann. Mit dieser Form der Comedy verfestigt Mario Barth geschlechtsspezifische Attribute und legitimiert eine unterwürfige Darstellung der Beziehung von Frauen zu Männern.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #000000;">Na und jetzt?</span></h4>
<p><span style="color: #000000;">Menschen, die Mario Barth Witze klauen und ihrer Frau an den Kopf werfen, stehen für mich auf derselben Stufe, wie Männer die im Zuge von MeToo “Den bedrohten Mann” anführen. Denn beide Fraktionen verharmlosen jegliche Form von Sexismus und bestärken diesen (un)bewusst &#8211; die einen indem sie  die Humor-Keule schwingen, die anderen indem sie die Opfer-Täter-Rolle generalisieren, um sie dann umdrehen zu können.</span><br />
<span style="color: #000000;">Gleichzeitig schauen aber auch viele Frauen*, oder gerade eben diese, Formate wie &#8222;Bachelor in Paradise&#8220;, die eben in die gleiche Sexismus- Schublade greifen. Ist das nun aber wieder so trash, dass es wieder ok ist? Ich frage mich jedenfalls, wieso Unterhaltungssexismus immer noch über so eine große Plattform verfügt, die scheinbar nicht hinterfragt wird. Aber diese Frage würde ja bedeuten: Hirn einschalten, statt abschalten. Und manchmal will man das halt einfach nicht.</span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der hysterische Mann</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Apr 2018 07:17:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#metoo]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Die Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Jens Jessen]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute erscheint in der ZEIT ein Artikel, getitelt “Der bedrohte Mann.” Der Autor, Jens Jessen, scheint sehr aufgebracht. Die Kernaussage ist schwer zu greifen, aber wohl folgende: Die armen Männer wollen ja den Frauen* helfen, werden aber alle unter Generalverdacht gestellt und damit mundtot gemacht. Zum einen ist es so, dass egal was Männer (ja, alle!) machen, es nie genug &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><em>Heute erscheint in der ZEIT ein Artikel, getitelt “Der bedrohte Mann.” Der Autor, Jens Jessen, scheint sehr aufgebracht. Die Kernaussage ist schwer zu greifen, aber wohl folgende: Die armen Männer wollen ja den Frauen* helfen, werden aber alle unter Generalverdacht gestellt und damit mundtot gemacht.</em> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Zum einen ist es so, dass egal was Männer (ja, alle!) machen, es nie genug ist. Dabei fordern Feminist*innen immer mehr, prangern immer mehr an. Es ist ein “sich selbst immunisierendes System nach marxistisch-leninistischem Vorbild entstanden,” so schreibt der Autor, das gar keine Kritik mehr zulässt. Es folgt eine Verdrehung von Debatten bezüglich victim blaming, manspreading, dem Fall Gina Lisa Lohfink, und ach, irgendwie alles. Eine Spirale die sich immer weiter hochdreht entsteht. Am Ende wird gefolgert: Der Mann, er ist ein bedrohtes Wesen. Wir wollen euch nicht den ganzen Text antun. Hier aber ein paar Perlen, um das Ausmaß der Panik  und auch der Hybris des Autors für euch greifbar zu machen:  </span></p>
<h3><span style="color: #000000;">Eine Chronik der Panik</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Eine steile These wie wir finden, ist <strong>dass (weiße-cis) Männer nun wissen wie es verfolgten Muslim*innen geht</strong>, mit diesen ganzen Generalverdachten, da ist sich der Autor jetzt sicher: “Nur sehr Tapfere erkennen darin eine heilsame Lektion, die es allen Männern erlaubt, die Diskriminierungserfahrung der Muslime zu machen: Was einige getan haben, wird allen zur Last gelegt. Jeder Muslim ein potenzieller Terrorist, jeder Mann ein potenzieller Vergewaltiger.” </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Weiter folgert der Autor, dass Feminst*innen alles radikale Anhänger*innen des totalitären Feminismus sind und alle Männer zerstören wollen:  Anne Wizorek ist radikal, weil sie mal gesagt hat, ja</span><span style="color: #000000;">ja, das Patriarchat an sich ist das Problem. Was der Autor daraus schließt ist, dass “<strong>Feministinnen an den Sieg des weiblichen Geschlechts über seinen Erbfeind, den Mann [glauben]</strong>” Oha!</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Es ist traurig, aber für den Autor ebenso sehr klar: “<strong>Männer haben keinen Anspruch auf Gerechtigkeit</strong>”. Die Unterstützer*innen von Gina Lisa Lohfink hätten damals schon die Debatte um “nein heißt nein” verdreht. Wer kann denn heute garantieren dass nicht das Leben eines armen Mannes wegen Falschanschuldigungen zerstört wird? Der Autor fühlt sich allezeit und von allen Seiten bedroht, die Gefahr lauert überall: “Wir können jederzeit denunziert werden, auch ohne den kleinsten Vorfall. Wenn nur eine Anklägerin unerkannt und aus dem Off spricht und ihre Behauptung zugleich das Urteil ist, gegen das es keine Berufung gibt, wird die Wahrheitsfrage unerheblich.” Ja, er und Trump können einen Club aufmachen. </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Bei diesem Ausmaß der Bedrohung dem sich der Autor ausge</span><span style="color: #000000;">setzt fühlt, wollen wir doch ein paar klare Worte an ihn richten.</span></p>
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<h3><span style="color: #000000;"><b>Lieber Jens </b></span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><b><br />
</b></span><span style="color: #000000;">Lieber Jens, nicht alle Männer fühlen sich bedroht, weil jetzt auch andere Menschen immer mehr die Möglichkeit haben ihre Meinung nicht nur zu äußern, sondern zu leben. Das ist schade für dich wenn du dich in deinem Ausdruck zensiert fühlst, weil du, ach je, nicht mehr so leichtherzig die gleichen Scherze raushauen kannst wie früher, die ja “nicht so gemeint” waren. Du dir vielleicht doch überlegen musst, wo und wann du wen anfasst. Auch nicht alle Männer, lieber Jens, wollen immer von dir berührt werden, auch wenn du dir “nichts dabei gedacht hast”. Falls dein flirten so schrecklich ist, dass du eine Klage fürchten musst, nun denn, das ist echt ein Problem, aber halt deins.<br />
</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Ich verstehe die Panik aber. Sie kommt daher, dass eben jetzt die Erkenntnis einsetzt, dass man über jeden Scheiss nachdenken muss, den man macht. Willkommen in der Erwachsenenwelt. Das, was dich gerade panisch werden lässt ist dieses Unbehagen, weil die Welt auf einmal nicht mehr wie deine Spielwiese erscheint, in der du halt machst was du w</span><span style="color: #000000;">illst, boys will be boys und so, und das ist dann auch ok so. Das ist sicherlich viel auf einmal, wenn man das nicht sein ganzes Leben lang lernen musste. Aber nach einer Weile, ich verspreche es dir, setzt ein Automatismus ein. Das nennt sich</span><span style="color: #000000;"> dann erwachsen werden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Lieber Jens, ich glaube kaum dass ich das mal sagen muss, aber: Sei mal nicht so hysterisch. </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Viele Grüße </span><br />
<span style="color: #000000;">Penelope Kemekenidou</span><br />
<span style="color: #000000;">Totalitäre Feministin</span></p>
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		<title>Wenn kleine Jungs Krieg spielen &#8211; toxische Maskulinität und Unternehmenskultur</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Feb 2018 08:15:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[Tanit Koch verlässt die Bild-Redaktion, Julian Reichelt übernimmt neben seiner Position, nun auch ihre. In den Medien findet man dabei immer wieder die gleichen Zitate, die ein ziemlich genaues Bild zeichnen: Macht, Kontrolle, Hierarchien sind an der Tagesordnung bei Springer &#8211; und das nicht nur bei der BILD. Unser opinion piece darüber, was toxische Maskulinität mit kaputter Unternehmenskultur zu tun &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><em>Tanit Koch verlässt die Bild-Redaktion, Julian Reichelt übernimmt neben seiner Position, nun auch ihre. In den Medien findet man dabei immer wieder die gleichen Zitate, die ein ziemlich genaues Bild zeichnen: Macht, Kontrolle, Hierarchien sind an der Tagesordnung bei Springer &#8211; und das nicht nur bei der BILD.</em></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><em>Unser opinion piece darüber, was toxische Maskulinität mit kaputter Unternehmenskultur zu tun hat, und warum Reichelts Aufstieg mit dem Niedergang von Springer einhergehen könnte.</em></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #000000;">Klare Verhältnisse, keine Kompromisse</span></h4>
<p><span style="color: #000000;">Zum Ausstieg von Koch findet Springer-Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner Worte die uns auf vieles schließen lassen: „Die Verantwortungskonstellation in der Chefredaktion war zwar gut gemeint, hat aber in der Praxis nicht funktioniert, weil diese Aufstellung nicht zu ,Bild` passt. ,Bild` braucht,” so sagt er,  “ganz klare Verhältnisse.“ Frau Koch wird von allen Medien dabei  fast durchgängig mit dieser Aussage zitiert:  &#8222;Wenn zwei Menschen professionell nicht harmonieren, lässt sich das eine Zeit lang durch Kompromisse ausgleichen. 2017 war davon geprägt, bis meine Kompromissbereitschaft an ihre Grenzen gelangte.&#8220; &#8222;Bild&#8220; zeichne sich nicht durch Kompromisse aus, sondern durch Klarheit, so Koch.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Aus der Redaktion zeichnet sich also ein vermeintlich starkes Bild ab: Klarheit, Kompromisslosigkeit, klare Verhältnisse.  Worte, die dem Wunsch Vieler nach Recht und Ordnung in unserer Gesellschaft anspricht, wie man es an dem Erfolg der AfD sehen kann. Es sind Begriffe die Macht ausdrücken und Disziplin, hinter die Kulissen geblickt erkennt man aber, dass es nur Tarnworte sind, um die Unsicherheit und den daraus resultierenden Machtmissbrauch Einzelner zu rechtfertigen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #000000;">Unsicherheit und Machtkampf</span></h4>
<p><span style="color: #000000;">Tanit Koch wurde ganz klar rausgeekelt. Die Art und Weise wie und wieso sie nun geht, hat rein gar nichts mit Klarheit oder strengen Verhältnissen zu tun. Im September erst erschien eine Neuauflage des Bild-Buches, das einen Rückblick der letzten 65 Jahre liefern soll. Tanit Koch kam darin nicht vor, Julian Reichelt war dabei einer der Hauptverantwortlichen für diese Publikation &#8211; ein Schelm wer böses dabei denkt. Nach und nach soll sie auch aus Meetings rausgeekelt worden sein, wie meedia berichtet. Sie ging auf keine der Konferenzen mehr, wohingegen Reichelt alle leitete.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Klar ausgesprochen: Koch wurde durch Mobbing und Sticheleien nach und nach zermürbt. Dass Koch als auch Döpfner hier jedoch lieber zu Begriffen wie “Klare Verhältnisse” und “Kompromisslosigkeit” greifen statt Mobbing, zeigt in welchem Wertesystem Springer lebt. Was Reichelt tat, war nur möglich weil Springer ein System der toxischen Maskulinität legitimiert und fördert.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #000000;">Kleine Jungs, die Krieg spielen</span></h4>
<p><span style="color: #000000;">Reichelt spielt gerne Krieg, das erkennt man schon an seinen Artikeln. Dass er diese Weltanschauung auf eine Art und Weise auch lebt, die eher nach einem pubertierendem Jungen statt Chefredakteur klingt, stellt einem die Nackenhaare auf. Marvin Schade von meedia zeichnet da ein schönes Bild: Julian Reichelt hat in seinem Büro “ein Feldbett, eine zerfledderte US-Flagge, einen großen Couchtisch und eine Playstation in Camouflage-Optik”, die Optik entspricht mehr einem Lager als einem Büro , auf dem Gang soll er zudem mit “Commander” von seinen Mitarbeitern angesprochen werden, <a style="color: #000000;" href="http://meedia.de/2018/02/02/der-durchmarsch-des-commanders-julian-reichelts-weg-zum-alleinherrscher-bei-springers-bild/amp/">wie meedia berichtet.</a></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Militär, Disziplin, Gewaltlegitimation, Macht. Reichelt teilt seine verquere Weltanschauung mit Leuten wie Steve Bannon oder Donald Trump, kleinen Jungs die gerne Krieg spielen, er ist ein klassischer Fall von toxischer Maskulinität.</span></p>
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<h4><span style="color: #000000;">Toxische Maskulinität und Produktivität</span></h4>
<p><span style="color: #000000;">Tanit Koch war neben Reichelt die Favoritin von Kai Diekmann, ein Fakt der Reichelt wohl nicht nur ärgerte, sondern auch ängstigte. Wäre Reichelt stärker, klüger, mächtiger, bräuchte er diese Machtspielchen nicht, um Koch zu besiegen. In einem Unternehmen aber, welches ein falsches Bild von Männlichkeit als höchstes Gut ansieht, wird Mitarbeitern foul play und Aggressivität als valider Machtbeweis präsentiert. Dabei geht schnell das eigentliche Ziel verloren: der Erfolg des Unternehmens selbst.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Toxische Maskulinität, also ein Männerbild das auf einer schiefen Sicht auf Männer als rein aggressive, immer leistungsfähige Individuen basiert, ist auf Dauer der Tod jedes Unternehmens. Jim Collins, amerikanischer Managementexperte und ehemaliger McKinsey-Berater, argumentiert in “Der Weg zu den Besten: Die sieben Management-Prinzipien für dauerhaften Unternehmenserfolg”, dass die Top-Manager dieser Welt sich eben nicht nur dieses Verhalten auszeichnen, sondern durch eine ruhige Art des understatements, Zielstrebigkeit gepaart mit Bescheidenheit.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Blickt man auf die prominentesten Fälle in den USA, sieht man in welche Richtung das letztendlich gehen kann: Die lange Liste von Männern in Trumps Riege die er nach und nach gefeuert hat, die Art wie Steve Bannon, mit tweets wie “Sloppy Steve” von seiner Position entlassen wurde zeigen wie sehr dieses System mehr auf den Unsicherheiten Einzelner statt auf echter Macht basieren.</span></p>
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<h4><span style="color: #000000;">Wer die Macht hat &#8211; Unternehmenskultur geht anders</span></h4>
<p><span style="color: #000000;">Döpfner hätte gut getan mal zu schauen welche Strukturen gefördert und welches Verhalten belohnt wird, wenn er Koch gehen lässt und Reichelt das bekommt was er will. Koch wurde nicht inhaltlich von Reichelt besiegt, sondern durch sein größeres Lager an Bullys am Arbeitsplatz. Wie man auch immer zur Berichterstattung selbst stehen mag, geht mit Koch ein Talent aus der Springer Familie, das Diekmann selbst gefördert hat, und an der Spitze gesehen hat, nur weil ein anderer sich bedroht gefühlt. Toxische Maskulinität ist kein Macht-, sondern ein Angstbeweis Einzelner. Wer das in seinem Unternehmen fördert, betreibt letztendlich Raubbau am eigenen Subjekt.</span></p>
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<p><span style="color: #000000;">Autorin: Penelope</span></p>
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		<title>Hallo Welt, dürfen wir vorstellen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Nov 2017 08:53:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[This is GEM e.V.! Was sich wie ein glitzernder Diamant anhört, ist unser brandneuer gemeinnütziger Verein, der sich gegen den Sexismus und die sprachliche Gewalt in Deutschlands Medienlandschaft einsetzt. Egal ob Print, Online, Radio oder TV – wir zeigen sexistische und diskriminierende Berichterstattung auf und suchen konkret das Gespräch mit Journalist*innen und Medienmacher*innen. Alles begann mit unserer Kampagne StopBildSexism, mit &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2><span style="color: #000000;">This is GEM e.V.!</span></h2>
<p><span style="color: #000000;">Was sich wie ein glitzernder Diamant anhört, ist unser brandneuer gemeinnütziger Verein, der sich gegen den Sexismus und die sprachliche Gewalt in Deutschlands Medienlandschaft einsetzt. Egal ob Print, Online, Radio oder TV – wir zeigen sexistische und diskriminierende Berichterstattung auf und suchen konkret das Gespräch mit Journalist*innen und Medienmacher*innen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Alles begann mit unserer Kampagne <a style="color: #000000;" href="http://www.stopbildsexism.com">StopBildSexism</a>, mit der wir seit nun fast drei Jahren unermüdlich gegen die menschenverachtende Berichterstattung in der BILD-Zeitung vorgehen. In der auflagenstärksten Zeitung Deutschlands sind Sexismus und Rassismus an der Tagesordnung. Durch unsere Kampagnenarbeit wurde uns schnell klar, dass Sexismus und sprachliche Gewalt auch in anderen Medien allgegenwärtig sind. Deswegen haben wir GEM e.V. gegründet. Mit unserem neuen Verein werden wir verschiedene Medien in Deutschland analysieren und Ansprechpartner*in für Medienmacher*innen, Redaktionen und Öffentlichkeit sein. Für das neue Jahr haben wir uns viel vorgenommen: Jährliche Medienscreenings, die Produktion einer Webdoku, eine Podcastreihe, Vorträge und Workshops sowie natürlich die Weiterführung der Kampagne StopBildSexism – #staytuned!</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Die Pressefreiheit, die gemeinsam mit der Meinungs- und Informationsfreiheit durch Artikel 5 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland gewährleistet ist, ist eines unserer höchsten demokratischen Güter. Aktuelle Geschehnisse weltweit zeigen, wie zerbrechlich sie ist und dass wir wahnsinnig auf sie Acht geben und sie erhalten müssen. Sie jedoch für die systematische Unterdrückung und Schädigung einzelner Gruppen unserer Gesellschaft zu missbrauchen ist nicht nur scheinheilig, sondern höhlt langfristig unsere Werte und Ideale als egalitäre demokratische Gesellschaft aus. Wir schreiben uns ab sofort auf die Fahne, die Öffentlichkeit und die jeweiligen Redaktionen konstruktiv darauf hinzuweisen und zur Zusammenarbeit einzuladen, wenn wir auf sprachliche Gewalt, Sexismus oder Diskriminierung von Menschen stoßen. Denn Medien sollen sich nicht nur mehr reflektieren, sondern sie müssen sich auch endlich ihrer Verantwortung bewusst werden. Sprachliche Gewalt, Sexismus und Diskriminierung sind etablierter und verbreiteter als man erst einmal glauben mag. “Drama” ist kein Synonym für “Mord” und eine “Vergewaltigung” ist kein „Sex-Krimi“! Sexismus ist immer noch keine Meinung, und hat auch keinen Nachrichtenwert. Wir gehen das ab jetzt an und freuen uns, wenn ihr uns auf diesem Weg begleitet.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>FOLLOW US –</strong></span><br />
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<p>&nbsp;</p>
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