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	<title>#metoo &#8211; Gender Equality Media e.V.</title>
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	<description>Gegen medialen Sexismus</description>
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		<title>Offener Brief: Der Kopf von Reichelt reicht uns nicht!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Oct 2021 11:25:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[#metoo]]></category>
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					<description><![CDATA[Sexistische Berichterstattung, Machtmissbrauch und Diskriminierungen in Redaktionen sind keine Einzelfälle. Die Recherchen deutscher Investigativ-Journalist*innen sowie die jüngsten Berichte der „New York Times“ brachten den „Bild“-Chef und Ober-Macker Julian Reichelt zu Fall. Doch das Problem hört hier nicht auf: Männer schützen Männer &#8211; immer wieder! Das alles ist viel größer, dahinter steckt ein System. Sexismus in den Redaktionen und Berichterstattung fängt &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Sexistische Berichterstattung, Machtmissbrauch und Diskriminierungen in Redaktionen sind keine Einzelfälle. Die <a style="color: #000000;" href="https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bild-chef-julian-reichelt-warum-er-gehen-musste-a-3a205fa3-9967-4803-8a32-c47e8a0ad227"><span style="color: #ff00ff;">Recherchen deutscher Investigativ-Journalist*innen</span></a> sowie die jüngsten <a style="color: #000000;" href="https://www.nytimes.com/2021/10/17/business/media/axel-springer-bild-julian-reichelt.html"><span style="color: #ff00ff;">Berichte der „New York Times“</span></a> brachten den „Bild“-Chef und Ober-Macker Julian Reichelt zu Fall. Doch das Problem hört hier nicht auf: Männer schützen Männer &#8211; immer wieder! Das alles ist viel größer, dahinter steckt ein System. Sexismus in den Redaktionen und Berichterstattung fängt bei Lokalzeitungen an und hört bei der BILD auf. Das muss sich ändern!<span id="more-1585"></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Gender Equality Media veröffentlicht <span style="color: #ff00ff;"><a style="color: #ff00ff;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_.pdf" target="_blank" rel="noopener">Offenen Brief</a> </span>an deutsche Redaktionen und Verlage</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">In Redaktionsrichtlinien, Leitbildern oder Visionen sprechen sich fast alle deutschen Redaktionen für die Förderung von Diversität und den Abbau von Diskriminierung und Sexismus aus. Durch unsere jahrelange Arbeit, unsere wöchentlichen Medienscreenings und in direkten Gesprächen mit Journalist*innen und Medienschaffenden sowie auf Grundlage unserer <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Ergebnisse-Umfrrage-Bericherstattung-Gewalt-gegen-Frauen-1.pdf" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #ff00ff;">nicht-repräsentativen Umfrage</span></a> sind wir jedoch zu folgenden Beobachtungen gelangt:</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>1. Strukturell-patriarchale Probleme werden nicht benannt und eingeordnet.<br />
2. Die Zusammensetzung der Führungsebene und Redaktionen bildet nicht unsere Gesellschaft in all ihren Facetten ab.<br />
3. Freiheit und Neutralität kann im Hinblick von wirtschaftlichen Interessen nicht sichergestellt werden.</strong></span></p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-1611 alignleft" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p><span style="color: #000000;">Faktenbasierter, qualitativer und freier Journalismus sind höchste Güter unserer demokratischen Gesellschaft. Der Einfluss von Medien und die damit einhergehende Verantwortung ist stärker denn je. ​Aber genau diese Verantwortung müssen Medien, Redaktionen und Journalist*innen auch wahrnehmen. In einem <span style="color: #ff00ff;"><a style="color: #ff00ff;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_-1.pdf" target="_blank" rel="noopener">Offenen </a><a style="color: #ff00ff;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_-2.pdf" target="_blank" rel="noopener">Brief</a></span> fordern wir deutsche Redaktionen auf, Stellung zu beziehen, im Sinne der Istanbul-Konvention zu handeln und systematische Diskriminierung jeglicher Art (durch transparente, nachverfolgbare Maßnahmen) abzubauen. Medien sind Teil und Lösung des Problems: Sie tragen einen Großteil zur Meinungsbildung bei und haben somit auch Verantwortung. Sie tragen einen Großteil zur Meinungsbildung bei und müssen entsprechend verantwortungsbewusst berichten. Dazu gehört auch, systemische Gewalt gegen Frauen in der Berichterstattung entsprechend einzuordnen. Nur wenn sie das tun und die Gewalt nicht verharmlosen, sondern als das benennen, was sie ist, können sie Verbündete sein. Hier: <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_-2.pdf" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #ff00ff;">Der Offene Brief zum Download.</span> </a></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Krasse Umfrageergebnisse bestätigen unsere Arbeit</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">In einer <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Ergebnisse-Umfrrage-Bericherstattung-Gewalt-gegen-Frauen-1.pdf"><span style="color: #ff00ff;">nicht-repäsentativen Umfrage</span></a> haben wir Medienkonsument*innen zur deutschen Berichterstattung zum Thema Gewalt gegen Frauen befragt. Die Ergebnisse sind sehr eindeutig: 0 Prozent der Befragten finden die Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen in Deutschland aussreichend. Auch die generelle Thematisierung und Einordnung von Gewalt gegen Frauen bemängeln rund 83 Prozent (61% eher Nein / 22% Nein) der Konsument*innen. Bei der Frage &#8222;Welche Themen im Bereich des intersektionalen Feminismus zu selten in den deutschen Medien thematisiert werden&#8220;, waren sich die Befragten auch einig. Nur um einige zu nennen: Femizide/Feminizide, Verknüpfung von Sexismus und Rassismus, Ableismus, Kapitalismuskritik, LGBTQ*-Feindlichkeit.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Die Berichterstattung von Gewalt gegen Frauen muss von allen Medien priorisiert und eingeordnet werden. Wenn Frauen umgebracht werden und/ oder Gewalt erfahren ist das kein Einzelfall oder ein Versehen, dahinter steckt ein patriarchales System. In unserem </strong></span><span style="color: #ff00ff;"><strong><a style="color: #ff00ff;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_.pdf">Offenen Brief</a></strong></span><span style="color: #000000;"><strong> fordern wir daher alle Redaktionen auf: Stellt den Kampf gegen Gewalt an Frauen an höchste Stelle.</strong></span></p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter wp-image-1614 size-large" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie-1024x1024.jpg" alt="" width="1024" height="1024" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie.jpg 1080w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
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		<title>Kasia Lenhardt: Frauenhass als &#8222;guilty pleasure&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Penelope Kemekenidou]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Feb 2021 13:24:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[#metoo]]></category>
		<category><![CDATA[#unfollowpatriarchy]]></category>
		<category><![CDATA[Activism]]></category>
		<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
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		<category><![CDATA[Feminizid]]></category>
		<category><![CDATA[kasia]]></category>
		<category><![CDATA[Kasia Lenhardt]]></category>
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					<description><![CDATA[Kasia Lenhardt ist vorgestern passiert. Kasia Lenhardt ist gestern passiert. Kasia Lenhardt wird heute passieren. Wir haben es so satt, wieder diese ganzen Debatten zu hören. „So schlimm, was ihr passiert ist“. Kasia Lenhardt ist ein Fall von vielen, ihr Suizid die Spitze eines Eisbergs. Dass ihr Fall so besprochen wird, hat mit zwei Dingen zu tun: Ihrem Ruhm und &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="color: #000000;">Kasia Lenhardt ist vorgestern passiert. Kasia Lenhardt ist gestern passiert. Kasia Lenhardt wird heute passieren.</span></strong><span id="more-1553"></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wir haben es so satt, wieder diese ganzen Debatten zu hören. „So schlimm, was ihr passiert ist“. Kasia Lenhardt ist ein Fall von vielen, ihr Suizid die Spitze eines Eisbergs. Dass ihr Fall so besprochen wird, hat mit zwei Dingen zu tun: Ihrem Ruhm und noch viel mehr, dem Reichtum ihres Ex-Partners.</span></p>
<h6><span class="body" style="color: #ff0000;" role="main"><em>Wenn du Suizidgedanken hast, sprich darüber mit jemandem. Du kannst dich rund um die Uhr an die Telefonseelsorge wenden (08 00/111 0 111 oder 08 00/111 0 222) oder <a style="color: #ff0000;" href="http://www.telefonseelsorge.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.telefonseelsorge.de</a> besuchen.</em></span></h6>
<p><span style="color: #000000;">Ja, die BILD ist scheisse. Aber wisst ihr was? Da hängt noch viel mehr dran, und die meisten von uns sind beteiligt. Die letzten Monate von Kasia Lenhardt waren geprägt von Frauenhass: In den Medien, Social Media und wahrscheinlich auch privat. Sie war die “Familienzerstörerin” &#8211; die Narrative der Verführerin eines verheirateten Familienvaters allgegenwärtig. Befeuert wurde das seit Wochen in Boulevardmedien und von gelangweilten Menschen im Internet.</span></p>
<p><strong><span style="color: #000000;">Wie ist Kasia Lenhardt mit 17 „berühmt“ geworden?</span></strong></p>
<p><span style="color: #000000;">Alles fing bei Germanys Next Topmodel an: Die Sendung, die alle so gerne “ironisch” gucken. Es ist ja so witzig, wenn die “Määäädchen” weinen, wenn ihre Haare abgeschnitten werden. Aber dass Heidi Klum täglich mit Frauenhass selbst Millionen verdient und das Ganze noch als Empowerment und eine Show voller “Diversity” verkauft, ist einfach nur noch schämenswert. Die Show läuft auf Kosten von Millionen jungen Menschen, die Essstörungen entwickeln und ihr Geld in einer Industrie lassen, die mit der Unsicherheit von jungen Mädchen und Frauen Millionen machen. Die Zahlen stagnieren, jedoch haben immer noch 1,35 Millionen Zuschauer*innen zwischen 14 und 49 Jahren die erste Folge der 15. Staffel angeschaut.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wer die Sendung live begleitet? Die BILD, ja, aber auch die Magazine, die so viele Frauen gerne lesen. Ob InTouch oder Glamour &#8211; der Selbsthass wird für 2 Euro pro Heft gegekauft.</span></p>
<p><strong><span style="color: #000000;">“Selbstoptimierung” deluxe</span></strong></p>
<p><span style="color: #000000;">Wenn man schon als Mädchen hört: Du bist zu dick, zu dünn. Deine Nase zu groß und warum rasierst du dich nicht? Wenn deine aufgelegten Schönheitsbilder Kim Kardashian oder eben Heidi Klum sind, wen wundert es denn noch, dass schon im jungen Alter mit der “Selbstoptimierung” begonnen wird? Es fängt übrigens schon im Kleinen mit dem Instagramfilter an.</span><br />
<span style="color: #000000;">Seit der Sendung hat Kasia Lenhardt so viele “Schönheits”operationen gehabt, dass man ihr Gesicht nicht wiedererkennt. Nein, wir wollen hier keine Diskussion beginnen, wer wie was mit seinem Körper machen darf. Was glücklich macht, sollte gemacht werden. Wir brauchen aber auch nicht so tun, als ob es keinen Zusammenhang zwischen der Sendung von Heidi Klum, dem Druck dieser Industrie auf junge Mädchen und zuletzt der Wahl eines Partners, der Frauen auf nur eine ganz bestimmte Art zu sehen scheint, gäbe. Oh well, die Partner.</span></p>
<p><strong><span style="color: #000000;">Mit wem war Kasia Lenhardt zusammen?</span></strong></p>
<p><span style="color: #000000;">Zu den Riberys, Boatengs und wie sie alle heißen: hört auf, so zu tun, als ob der Fall von Kasia Lenhardt schockierend ist. Jede*r Fußballfan der*die Bundesliga schaut, weiß ganz genau Bescheid, was da für Typen dabei sind. Allein von den FC Bayern München Spielern kennt man den Zusammenhang von minderjährigen „Prostituierten“ und Gewalt gegen ihre Partnerinnen. Trotzdem wird weitergeschaut, trotzdem wird anschließend fleißig BILD und Co im Nachgang konsumiert, wenn es dann zu den „Eifersuchtsdramen” oder “Sex-Skandalen” oder auch Frauenmorde, Feminizide oder Vergewaltigungen kommt. Volkssport Nummer 1 ist Fußball &#8211; gefolgt von Frauenhass.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Der DFB ist keine Ausnahme &#8211; die reichen Typen dort sind nicht anders als die reichen Typen aus der Filmbranche (Stichwort: #Metoo). Mit Erfolg kommt Macht und Degradierung. Und genau diese Fälle zeigen uns, wie Männer in dieser Gesellschaft handeln dürfen, wenn sie mächtig und reich sind. Aber hier gibt es einen eklatanten Unterschied: Fußball wird nicht nur konsumiert. Besonders in Deutschland gibt es eine lebendige Kultur drum herum: Die Fans, Merchandise, Stadien. Clubs bezahlen dafür, sie halten gewollt dieses System aufrecht. Anstatt also immer nur von dem schlimmen schlimmen Sexismus, und dem schlimmen schlimmen Rassismus beim Fußball zu sprechen: Macht doch endlich mal die Drohung war und enteignet den DFB.</span></p>
<p><strong><span style="color: #000000;">Du bist ein Teil davon!</span></strong></p>
<p><span style="color: #000000;">Genau heute, während Kasias Suizid noch Thema ist, wird eine Gastjurorin von GNTM Zuschauer*innen nach der Sendung mit Drohungen überhäuft: “Ich hoffe, dass dein Kind mal so behandelt wird, wie du Maria behandelt hast”. Wenn du ironisch GNTM schaust, dir am Bahnhof die InTouch kaufst: Genau dieser Konsum von Medien und Formaten, die täglich Frauen ihre Rollen suggerieren, sie bewerten und abwerten, sind verbunden mit dem Konzept der Profi-Sportler, die aus dem Missbrauch von Minderjährigen und Gewalt an der Partnerin einen Lifestyle machen. All das sind die “Skandälchen” die dann wieder in den Boulevard-Medien konsumiert werden.</span><br />
<span style="color: #000000;">Also hört einfach auf: Holt euch eure Unterhaltung wo anders und hört auf so einen frauenfeindlichen und degradierenden Scheiß zu schauen. Auch wenn es euer “guilty pleasure” ist, Menschen wie Boateng, Heidi Klum &amp; Co. machen damit Millionen und treiben dieses kranke System immer weiter. Hört auf, diese Typen zu entschuldigen. Und ja das tut man, wenn die Show einfach weitergeht für sie. Wenn ihr Fußballfans seid, dann blockiert Spiele, Foren, Medien. Bis es einen Wandel gibt.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nur Konsumverbote helfen selbstredend nicht weiter. Natürlich müssen wir die bestehenden Verhältnisse ändern, damit solche Dinge den Nährboden verlieren. Feminizide sind ein Symptom in kapitalistischen Systemen, und solange wir diese nicht bekämpfen, wird auch Gewalt an Frauen kein Ende finden.</span></p>
<p><strong><span style="color: #000000;">Ihr Fall ist jetzt in aller Munde, weil es an der Spitze dieser kapitalistischen Gesellschaft passiert ist. Aber es passiert jeden Tag. Viele Fälle sind nur unsichtbar &#8211; ohne Boulevardpresse, fernab von Instagram.</span></strong></p>
<h6><span class="body" style="color: #ff0000;" role="main"><em>Wenn du Suizidgedanken hast, sprich darüber mit jemandem. Du kannst dich rund um die Uhr an die Telefonseelsorge wenden (08 00/111 0 111 oder 08 00/111 0 222) oder <a style="color: #ff0000;" href="http://www.telefonseelsorge.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.telefonseelsorge.de</a> besuchen.</em></span></h6>
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		<title>Boykottiert sexistische Sommerpresse!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Jun 2019 16:03:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#metoo]]></category>
		<category><![CDATA[BILD]]></category>
		<category><![CDATA[Mediascreening]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist heiß, der Sommer ist da und wie jedes Jahr bringen Medien passende Themen zum Jahreszeitenwechsel auf die Agenda: Rezensionen über die beste Strandlektüre, Tipps für den leckersten Grillabend oder eine Aufzählung der schönsten Urlaubsorte in Europa. Es gibt also allerhand Dinge, die man mit der sonnigen Jahreszeit verbindet. Und doch findet man zur Illustration jeglicher Beiträge immer wieder &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist heiß, der Sommer ist da und wie jedes Jahr bringen Medien passende Themen zum Jahreszeitenwechsel auf die Agenda: Rezensionen über die beste Strandlektüre, Tipps für den leckersten Grillabend oder eine Aufzählung der schönsten Urlaubsorte in Europa. Es gibt also allerhand Dinge, die man mit der sonnigen Jahreszeit verbindet. Und doch findet man zur Illustration jeglicher Beiträge immer wieder das gleiche Motiv: eine Frau*, meistens leicht bekleidet.</strong></p>
<p><span id="more-1164"></span> Öffnet man auf BILD online die Themenseite Sommer, sieht man genau dies als allererstes. Bei einem Artikel über Bademode wäre das ja auch irgendwo gerechtfertigt. Ansonsten, liebe BILD, könnte man von der patriarchalischen Idee, dass man etwas am liebsten liest, wenn man am Anfang eine halbnackte Frau* betrachten kann, auch mal abweichen. Ein weiblicher* Körper darf nicht instrumentalisiert werden. Er ist weder Werbeträger noch Leser*innen-Attraktion.</p>
<p><strong>Kaum ein Beitrag kommt ohne halbnackte Frau aus</strong></p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-1165 alignleft" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/06/Screenshot56-300x193.png" alt="" width="300" height="193" /></p>
<p>Je näher der Sommer rückt, desto relevanter erscheint auch das Thema „Sommer-Body“ wieder. Trotz Zeiten von #bodypositivity vermitteln einige Medien weiterhin den Eindruck, ein Körper müsse in „perfekter“ Form sein, um baden zu gehen. Die weite Verbreitung des Themas und die überall auffindbaren Tipps, wie man möglichst schnell, möglichst viel Gewicht verliert, geben kaum Raum zu sagen: „Das ist mein Körper und er ist gut so“. Ein guter Sommer besteht aber sicher nicht darin, sich darum zu sorgen, dass sein Körper möglichst gut in ein von der Konsumgesellschaft aufgestelltes „Ideal“ passt.</p>
<p><strong>Ist #bodypositivity die Lösung?</strong></p>
<p>Die ständige Konfrontation mit dem Thema Sommerfigur, stößt bei vielen Menschen eine Auseinandersetzung mit sich selbst und ihrem Körper an. Dabei werden vorrangig Frauen* angesprochen. Ein Grund dafür ist die patriarchalische und völlig oberflächliche Vorstellung, dass der Körper einer Frau* auf eine bestimmte Weise geformt sein muss. Trotz des großen Kampfes gegen diese Ansichten, bleibt dieser sexistische Blick in vielen Köpfen verankert. Wie kann er auch nicht verankert sein, wenn Medien diese Ansichten weiterhin jeden Sommer aufs Neue propagieren? Journalismus hat eine Orientierungsfunktion für die Gesellschaft. Jedes Medium sollte sich darüber bewusst sein, dass die Themensetzung und Darstellungen Leser*innen beeinflussen.</p>
<p><strong>Studien belegen das Problem<img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1166 alignright" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2019/06/Screenshot57-300x224.png" alt="" width="300" height="224" /></strong></p>
<p>Einer <a href="https://www.tk.de/resource/blob/2026618/1ce2ed0f051b152327ae3f132c1bcb3a/tk-ernaehrungsstudie-2017-data.pdf">Studie von forsa</a> im Jahr 2016 zufolge, haben nur 29% der befragten Männer schon mindestens eine Diät gemacht, während es bei den befragten Frauen ganze 52% sind. Dabei sollte man die Wirkungskraft von Medien und den von ihr propagierten Körperidealen nicht unterschätzen. Gerade für junge Mädchen* können Diätratgeber oder Schlagzeilen darüber, dass Promi XY zwei Gramm zugenommen hat, kritisch für ihr Körperempfinden sein. Die ständige Sorge um das Aussehen und die Körperform kann sich enorm früh einprägen und lässt dann so schnell nicht los. Rund 35% der Mädchen im Alter von 16 Jahren zeigten in einer <a href="http://(https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Studien/Kiggs/Basiserhebung/GPA_Daten/Essverhalten.pdf?__blob=publicationFile">Studie des Robert-Koch-Instituts</a> Hinweise auf eine Essstörung.</p>
<p><strong>Lest keine sexistischen Medien!</strong></p>
<p>Gerade deshalb gilt: Ein Körper definiert weder einen Menschen noch einen Sommer. Trotz allem Druck, den die Gesellschaft und auch die Medien durch diese Art von Berichterstattung ausüben, sollte niemand vergessen, dass wir alle aus weitaus mehr bestehen als dem, was andere von uns sehen. Vielleicht sollte es uns allen mal ganz egal sein, dass wir nicht so aussehen, wie das weibliche* Model      auf dem Foto. Es sollte uns auch ganz egal sein, wie die Frau* da aussieht. Medien schreiben, was Nutzer*innen gerne lesen. Würde man es schaffen, diesen Beiträgen keine Reichweite zu geben, würde vermutlich viel weniger davon produziert werden. So schwer es auch sein mag, gebt dieser Berichterstattung keine Fläche. Lasst euch keine Flausen in den Kopf setzen. Folgt keinem veralteten Ideal. Ob ihr euch wohlfühlt oder nicht entscheidet ihr selbst, nicht die Medien. Also geht raus und genießt den Sommer, so wie ihr es wollt!</p>
<p><em>Ein Beitrag von Sarah Wagner</em></p>
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		<title>Die Dinge beim Namen nennen – Warum eine Vergewaltigung kein Sex ist</title>
		<link>https://genderequalitymedia.org/warum-vergewaltigung-kein-sex-ist/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Dec 2018 07:35:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[#metoo]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<category><![CDATA[Print]]></category>
		<category><![CDATA[sexuelle Gewalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Leider müssen wir immer wieder erklären, warum Vergewaltigung und sexuelle Gewalt kein Sex sind. Medienhäuser hoffen auf gute Klickzahlen, nehmen dabei bewusst oder unbewusst die Täter*innenperspektive ein und verharmlosen ganz nebenbei Straftaten. Wie die Hannoversche Allgemeine berichtete, wurde Mitte November in München eine 17-Jährige von einem vermeintlichen Taxifahrer vergewaltigt, am selben Wochenende wurde außerdem eine 22-Jährige in einem falschen Taxi sexuell &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Leider müssen wir immer wieder erklären, warum Vergewaltigung und sexuelle Gewalt kein Sex sind. Medienhäuser hoffen auf gute Klickzahlen, nehmen dabei bewusst oder unbewusst die Täter*innenperspektive ein und verharmlosen ganz nebenbei Straftaten.</strong></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Wie die Hannoversche Allgemeine berichtete, wurde Mitte November in München eine </span><a href="http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Taxifahrer-vergewaltigt-17-Jaehrige-in-Muenchen"><span style="font-weight: 400;">17-Jährige von einem vermeintlichen Taxifahrer vergewaltigt</span></a><span style="font-weight: 400;">, am selben Wochenende wurde außerdem eine 22-Jährige in einem falschen Taxi sexuell belästigt.</span></p>
<p><a href="https://twitter.com/gem_ev_/status/1062982223828271110"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-936" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/11/10_181115_TZ_Sex-Falle-Taxi-300x262.png" alt="Titelblatt der TZ München mit Schlagzeile &quot;Sex-Falle Taxi&quot;" width="800" height="698" /></a></p>
<p><span style="font-weight: 400;">&#8222;Sex-Falle Taxi&#8220; titelt hierzu die TZ München und banalisiert damit die Missbrauchsfälle, indem die Redaktion Vergewaltigung mit Sex gleichsetzt. Wir kritisierten das Titelblatt am 15. November auf Twitter und erhielten nach mehrfacher Nachfrage eine Antwort des offiziellen Accounts der TZ: </span></p>
<p><a href="https://twitter.com/tzmuenchen/status/1063395607442800641"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-959" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/12/Antwort-TZ-kurz-300x49.png" alt="Tweet der TZ München: &quot;Wir haben deine Kritik an die Chefredaktion der Zeitung weitergegeben.&quot;" width="800" height="130" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/12/Antwort-TZ-kurz-300x49.png 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/12/Antwort-TZ-kurz-768x125.png 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/12/Antwort-TZ-kurz-1024x167.png 1024w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Als nach weiteren 10 Tagen keine weitere Rückmeldung erfolgt war, fragten wir erneut nach. Diesmal lautete die Antwort:</span></p>
<p><a href="https://twitter.com/tzmuenchen/status/1067008786374828032"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-987" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/12/Antwort-TZ-1-300x48.png" alt="Tweet der TZ München: &quot;Der Tweet von @gem_ev_ hat uns Kollegen in der Onlineredaktion erreicht. Wir können und werden nicht für die Zeitungskollegen sprechen. Daher die Bitte, direkten Kontakt zur Print-Chefredaktion aufzunehmen.&quot;" width="800" height="128" /></a></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Über den offiziellen Twitteraccount der TZ erreicht man die TZ also nicht. Zu dieser sinnvollen und hochprofessionellen Social-Media-Strategie kann man der TZ nur gratulieren (sie wäre zu diesem Zweck allerdings leider schlecht zu erreichen).</span></p>
<h3><strong>&#8222;Sex&#8220; als Synonym für Gewaltverbrechen</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Sex, Vergewaltigung, sexualisierte Gewalt, Zwangsprostitution und sogar Kindesmissbrauch scheinen für die TZ schon seit mehreren Jahren schwer auseinanderzuhalten zu sein. So titelte und twitterte sie im November 2016 über &#8222;</span><a href="https://twitter.com/tzmuenchen/status/798554201454510081"><span style="font-weight: 400;">Sex-Morde in Süddeutschland&#8220;</span></a><span style="font-weight: 400;">, im Juni 2016 von einem &#8222;</span><a href="https://twitter.com/tzmuenchen/status/745278316538699776"><span style="font-weight: 400;">Sex-Überfall in Vaterstetten&#8220;</span></a><span style="font-weight: 400;">, im Juli 2015 über Bill Cosby, er habe &#8222;</span><a href="https://twitter.com/tzmuenchen/status/618335970799300608"><span style="font-weight: 400;">Frauen mit Drogen betäubt, um mit ihnen Sex zu haben&#8220;</span></a><span style="font-weight: 400;">, im März 2009 über einen Menschenhändler-Ring, er habe &#8222;</span><a href="https://twitter.com/tzmuenchen/status/1397438119"><span style="font-weight: 400;">Illegale zum Sex gezwungen</span></a><span style="font-weight: 400;">&#8220; und über einen pädophilen Sexualstraftäter, dass er sich &#8222;</span><a href="https://twitter.com/tzmuenchen/status/1350193163"><span style="font-weight: 400;">beim Sex mit seinen Kindern&#8220;</span></a><span style="font-weight: 400;"> gefilmt habe.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Wird aus der Perspektive des Opfers berichtet, ist es schwer möglich, sexuelle Gewalt mit einvernehmlichem Sex zu verwechseln – es handelt sich um eine Gewalterfahrung. Durch die Vermischung und falsche Verwendung der Begriffe findet die Berichterstattung somit aus der Perspektive der Täter*innen statt, deren Befriedigung wird zum Ausgangspunkt und die Straftat wird sprachlich verharmlost. Hierbei wird unbewusst an ein generell problematisches Bild von Sexualität angeknüpft, insbesondere von weiblicher Sexualität, das davon ausgeht, dass Frauen prinzipiell eigentlich nie Sex haben wollen und Männer prinzipiell immer. Damit einher gehen dann Vorstellungen, Männer müssten Frauen &#8222;rumkriegen&#8220;, damit sie sie &#8222;ranlassen&#8220; – hierbei ist Sex folglich etwas, das die Frau gewissermaßen über sich ergehen lässt, um dem Mann einen Gefallen zu tun.</span></p>
<h3>Bitte keinen Widerwillen zur Schau tragen</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Diese sehr traurige Annahme hielt auch der Bundesgerichtshof für plausibel und normal, als er </span><a href="https://opinioiuris.de/entscheidung/1659"><span style="font-weight: 400;">1966 in einem Urteil</span></a> <span style="font-weight: 400;">die Ansicht vertrat, Ehefrauen seien ihren Männern gegenüber zur </span><span style="font-weight: 400;">&#8222;</span><i><span style="font-weight: 400;">Gewährung [von Geschlechtsverkehr] in ehelicher Zuneigung und Opferbereitschaft</span></i><span style="font-weight: 400;">&#8220; verpflichtet, was aber noch nicht ausreichend sei: &#8222;</span><i><span style="font-weight: 400;">Die Frau genügt ihren ehelichen Pflichten nicht schon damit, daß sie die Beiwohnung teilnahmslos geschehen läßt.</span></i><span style="font-weight: 400;">&#8220; Sie wären des Weiteren nicht berechtigt, &#8222;</span><i><span style="font-weight: 400;">Gleichgültigkeit oder Widerwillen zur Schau zu tragen</span></i><span style="font-weight: 400;">&#8220; und sollten &#8222;</span><i><span style="font-weight: 400;">darauf verzichten, [ihre] persönlichen Gefühle in verletzender Form auszusprechen&#8220;</span></i><span style="font-weight: 400;">.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Zentral sollte also die Befriedigung des Mannes sein. Die Befriedigung der Frau fand nicht nur keine Erwähnung, ihr Verhalten wurde ausschließlich im Hinblick auf die Befriedigung des Mannes bewertet: </span>&#8222;<i>Denn erfahrungsgemäß vermag sich der Partner, der im ehelichen Verkehr seine natürliche und legitime Befriedigung sucht, auf die Dauer kaum jemals mit der bloßen Triebstillung zu begnügen, ohne davon berührt zu werden, was der andere dabei empfindet.</i>&#8220;</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Negative Empfindungen der Frau könnten also der &#8222;natürlichen und legitimen&#8220; Befriedigung des Mannes im Wege stehen und sollten deshalb überspielt werden. Das heißt im Klartext: Lächel doch mal!</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ausgehend von diesem fehlgeleiteten Bild von Sexualität ist es dann möglich, Vergewaltigung und einvernehmlichen Sex als die Enden eines Spektrums zu begreifen: Im schlimmsten Fall wehren sich Frauen mit Händen und Füßen, wenn es etwas besser läuft sagen sie halt nein aber wehren sich nicht, wenn es noch besser läuft protestieren sie nicht und tragen keine &#8222;Gleichgültigkeit oder Widerwillen zur Schau&#8220; und so weiter bis hin zum zufälligen Glücksfall, dass sie freundlicherweise bereitwillig mitmachen. Die Annahme, zwischen Sex und Vergewaltigung bestünde ein fließender Übergang, ermöglicht dann die Einbildung, es gäbe eine Grauzone: Nicht-einvernehmlicher Sex, der aber keine Vergewaltigung ist.</span></p>
<h3>Abwarten und Tee trinken?</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Kann man ein Gerichtsurteil von 1966 als Teil seiner Argumentation zur Erklärung von gegenwärtigen gesellschaftlichen Missständen heranziehen? Ein berechtigter Einwand, schließlich wandelt sich unsere Gesellschaft rasant – schon 1997, also nur 31 Jahre später, war Vergewaltigung in der Ehe eine Straftat! Und heute, 52 Jahre später, sind wir doch sowieso alle viel weiter, oder?</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">In einem </span><a href="http://rockstardinosaurpirateprincess.com/2015/03/02/consent-not-actually-that-complicated/"><span style="font-weight: 400;">Blogbeitrag</span></a><span style="font-weight: 400;">, der später als animierter </span><a href="https://www.youtube.com/watch?v=oQbei5JGiT8"><span style="font-weight: 400;">Clip</span></a><span style="font-weight: 400;"> viral ging, vergleicht die britische Bloggerin Emmeline May Sex mit Tee: </span></p>
<blockquote><p><iframe loading="lazy" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/oQbei5JGiT8?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<p><span style="font-weight: 400;">&#8222;</span><i><span style="font-weight: 400;">If they say &#8218;No thank you&#8216; then don’t make them tea. At all. Don’t make them tea, don’t make them drink tea, don’t get annoyed at them for not wanting tea. They just don’t want tea, ok?&#8220; </span></i></p></blockquote>
<p><span style="font-weight: 400;">John Oliver verglich in einer </span><a href="https://youtu.be/L0jQz6jqQS0?t=893"><span style="font-weight: 400;">Episode von Last Week Tonight</span></a><span style="font-weight: 400;"> Sex mit einem Boxkampf: &#8222;</span><i><span style="font-weight: 400;">Wenn einer nicht mitmachen will, begeht der andere ein Verbrechen.</span></i><span style="font-weight: 400;">&#8220; Konsens ist also relativ leicht zu begreifen: Nein heißt nein. Das stellt heute abgesehen von einigen zutiefst verwirrten Pick-Up-Artists auch niemand mehr infrage – es sei denn, man bewegt sich von &#8222;nein heißt nein&#8220; ein kleines Stück weiter und behauptet, &#8222;nur ja heißt ja&#8220;, wie es seit diesem Jahr in Schweden Grundsatz des Sexualstrafrechts ist.</span></p>
<h3>Konsens als Passierschein A38</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Im deutschen Sexualstrafrecht wird Passivität als Zustimmung gewertet. Als in Schweden das Sexualstrafrecht reformiert wurde, übertrafen sich die deutschen Medien gegenseitig in der Suche nach der absurdesten mutwilligen Fehlinterpretation der neuen Gesetzeslage.  Seinen Sexpartner oder seine Sexpartnerin nach seinem oder ihrem Einverständnis zu fragen, wurde in der Berichterstattung als nahezu unerfüllbarer Akt ungeahnten bürokratischen Ausmaßes dargestellt – die schwedische Juristin Kristina Hatas hat für uns in einem </span><a href="https://genderequalitymedia.org/schwedische-botschaft-an-deutsche-medien-ja-sex-sollte-einvernehmlich-sein-ein-gastbeitrag-aus-schweden/"><span style="font-weight: 400;">Gastbeitrag</span></a><span style="font-weight: 400;"> die befremdlichen Auswüchse der Debatte zusammengefasst und eingeordnet. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Treffend auf den Punkt gebracht wird die Schlagrichtung der deutschen Medien in zwei Satirevideos: In einem </span><a href="https://www.youtube.com/watch?v=G-T2EEOn5nM"><span style="font-weight: 400;">Clip</span></a><span style="font-weight: 400;"> der funk-Produktion </span><i><span style="font-weight: 400;">Bohemian Browser Ballet</span></i><span style="font-weight: 400;"> sammelt ein Paar rechtskräftige Beweise wie eine unterschriebene Einverständniserklärung und eine Urinprobe. In einem Monate später erschienen </span><a href="https://www.youtube.com/watch?v=Td6nF7jXIik&amp;t=0s&amp;"><span style="font-weight: 400;">Sketch</span></a><span style="font-weight: 400;"> im heute-show-Sommerpausenfüller </span><i><span style="font-weight: 400;">Danke Deutschland</span></i><span style="font-weight: 400;"> des ZDF wird nach einem weitestgehend ähnlichen Skript die Rechtssicherheit durch notarielle Beglaubigung und Anwesenheit von Zeugen und einem Rechtsanwalt sichergestellt. Tenor ist also: Nach dem Einverständnis zu fragen macht die Stimmung kaputt und ist vollkommen überflüssig. In den Augen der Medienmacher*innen scheint die trennscharfe Differenzierung zwischen Sex und Vergewaltigung unhinterfragte Gewissheit, als wäre es gegebene Tatsache, dass sowieso niemand auf die Idee käme, mit jemandem ohne dessen Einverständnis Geschlechtsverkehr zu haben. Das ist leider nicht richtig.</span></p>
<h3>Ein Viertel der Deutschen findet Vergewaltigung manchmal okay</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Im</span><a href="https://ec.europa.eu/commfrontoffice/publicopinion/index.cfm/ResultDoc/download/DocumentKy/75839"> <span style="font-weight: 400;">Spezial-Eurobarometer 449</span></a><span style="font-weight: 400;"> zu geschlechtsspezifischer Gewalt waren 27% aller befragten Deutschen der Meinung, &#8222;Geschlechtsverkehr ohne Einwilligung&#8220; könne &#8222;unter bestimmten Umständen gerechtfertigt&#8220; sein, etwa wenn das Opfer betrunken ist, Drogen genommen hat, freiwillig mit jemandem nach Hause gegangen ist, &#8222;freizügige, provozierende oder sexy Kleidung&#8220; getragen hat, nicht deutlich “nein” gesagt oder sich körperlich nicht deutlich gewehrt hat, nachts alleine draußen herumgelaufen ist oder mehrere Sexualpartner hat. </span><a href="https://www.nytimes.com/2017/10/30/health/men-rape-sexual-assault.html"><span style="font-weight: 400;">Bei Befragungen von amerikanischen College-Studenten zu ihrem Sexualverhalten gaben Teilnehmer an</span></a><span style="font-weight: 400;">, sie hätten eine Partnerin &#8222;gegen ihren Willen penetriert&#8220;, gleichzeitig gaben sie an, &#8222;sowas wie eine Vergewaltigung&#8220; nicht begangen zu haben. In Vergewaltigungsprozessen sagen die Angeklagten häufig aus: &#8222;</span><a href="https://broadly.vice.com/en_us/article/qkg7y7/why-so-many-rapists-dont-realize-theyre-rapists"><span style="font-weight: 400;">Ich dachte, sie wollte es.&#8220;</span></a></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die nicht vorhandene Trennung zwischen einvernehmlichem Sex und Vergewaltigung ist also weiterhin relevant und hat schwerwiegende Konsequenzen. Die synonyme Verwendung der Begriffe ist mindestens fahrlässig. Wenn bei Sexualstraftaten statt von Belästigung und Vergewaltigung von &#8222;Sex&#8220; die Rede ist, sieht das auf der Titelseite zwar aufregend und ein bisschen skandalös aus und hilft möglicherweise, Verkaufs- oder Klickzahlen in die Höhe zu treiben. Aber durch die Vermischung der Begriffe wird zugunsten der Unterhaltsamkeit ein Gewaltverbrechen trivialisiert und verharmlost.</span></p>
<p>Von <a href="https://twitter.com/gewittergesicht">Vic Schulte</a></p>
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		<title>Let&#8217;s be careful with each other, so we can be dangerous together!</title>
		<link>https://genderequalitymedia.org/faulenza-interview/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Oct 2018 08:54:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Let&#8217;s be careful with each other, so we can be dangerous together! Genau deswegen haben wir uns mit FaulenzA und mit dem SchwuZ in Berlin zusammengetan. Herausgekommen ist eine Podiumsdiskussion, eine Release-Party von FaulenzAs zweiten Studioalbum mit anschließender Hot Topic Party. Also merkt euch den 16. November 2018 schon mal vor und feiert mit uns gemeinsam den Untergang des Patriarchats. &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #333333;"><strong><em>Let&#8217;s be careful with each other, so we can be dangerous together! Genau deswegen haben wir uns mit <a style="color: #333333;" href="http://faulenza.blogsport.de/">FaulenzA</a> und mit dem <a style="color: #333333;" href="https://www.schwuz.de/calendar/">SchwuZ</a> in Berlin zusammengetan. Herausgekommen ist eine Podiumsdiskussion, eine Release-Party von FaulenzAs zweiten Studioalbum mit anschließender Hot Topic Party. Also merkt euch den 16. November 2018 schon mal vor und feiert mit uns gemeinsam den Untergang des Patriarchats.</em></strong><span id="more-719"></span></span></p>
<div id="attachment_721" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-721" class="wp-image-721 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/10/Alex-Giegold_Faulenza_IMG_8264-300x240.jpg" alt="" width="300" height="240" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/10/Alex-Giegold_Faulenza_IMG_8264-300x240.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/10/Alex-Giegold_Faulenza_IMG_8264-768x614.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/10/Alex-Giegold_Faulenza_IMG_8264-1024x819.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-721" class="wp-caption-text">Foto: Alex Giegold</p></div>
<p><span style="color: #333333;">FaulenzA (Marina Doberkau) ist ein echtes Multitalent. Die wortgewaltige u</span><span style="color: #333333;">nd beatreiche Musikerin, die am 30. November 2018 ihr zweites Studioalbum veröffentlicht, ist auch eine der bekanntesten Trans*Aktivistinnen Deutschlands.</span></p>
<p><span style="color: #333333;"> So <a href="http://www.taz.de/!5535577/">stritt sie sich letztens auf taz.de</a> mit den Störenfriedas über die Ziele von Feminismus und veröffentlichte 2017 mal eben ein eigenes Buch „<a style="color: #333333;" href="https://www.edition-assemblage.de/buecher/support-your-sisters-not-your-cisters/">Support Your Sisters Not Your Cisters</a>.“ Im SchwuZ könnt ihr sie am 16. November auf der <a style="color: #333333;" href="https://www.facebook.com/events/313402595880964/">Release-Party</a> auf der Bühner erleben und natürlich die neue Platte erwerben. Unsere Johanna hat vorab schon einmal mit ihr über das neue Album und ihre Arbeit gesprochen.</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><b>Dein neues Album „Wunderwesen“ kommt am 30. November 2018 raus &#8211; herzlichen Glückwunsch erst einmal. Worum geht es in „Wunderwesen“? Was hat dich inspiriert?</b></span></p>
<p><span style="color: #333333;">„Wunderwesen“ schließt ein bisschen am „Einhornrap“ vom letzten Album an. Ich glaube, ich war sehr lange auf der Suche danach wer ich bin und wie ich sein möchte. Dabei habe ich immer wieder gemerkt damit anzuecken und nicht in Schubladen zu passen. Dabei meine ich Geschlechterklischees, aber auch Szene-Normen und Punk-Coolness und all so was. Langsam gelingt es mir besser mich als vielseitige Persönlichkeit zu akzeptieren und alle Seiten von mir irgendwie wertzuschätzen. Sie nicht als Fehler, sondern als Teil von mir zu sehen. So bin ich ein buntes Wunderwesen, was stolz auf sich ist und nicht in Schubladen reingequetscht werden will. Dazu ermutigen mich Freund*innen. Und dazu möchte ich auch andere ermutigen.</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><b>Gender-Klischees und Erwartungen sind ein zentrales Thema in deinen Texten. Was genau kritisierst du?</b></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Zum Beispiel kritisiere ich, dass so viele Menschen ein Klischee im Kopf haben, wie eine Frau und wie ein Mann auszusehen hat. Dass sie denken, eine Frau hat eine Vulva und große Brüste, eine hohe Stimme, keine Bartstoppeln, ein schmales Kreuz, weiche Gesichtszüge, eine Körpergröße, die nicht die Norm übersteigt und und und. Wie soll man nur diesen Erwartungen gerecht werden? Das geht gaaaar nicht. Es geht auch gar nicht klar, dass so viele Menschen davon ausgehen, dass es nur zwei Geschlechter gibt. Dass Menschen andere Personen gegen ihren Willen in die Kategorie Mann oder Frau stecken, sie falsch ansprechen, ihnen mit blöden Fragen auf die Nerven gehen und so weiter. Ich möchte mehr Akzeptanz von Vielfalt und weniger Klischees.</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><b>Du bist eine der wenigen Trans*Frauen in der deutschen Musikszene. Dein öffentliches Coming Out hattest du 2012. Seitdem ist viel passiert: einerseits ist die #MeToo-Bewegung entstanden, andererseits ist die AfD in den Bundestag eingezogen. Wie bewertest du diese Entwicklungen?</b></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Ich finde es stark von Menschen sich zusammen in der #MeToo Bewegung gegen sexualisierte Gewalt zu engagieren. Es kostet so viel Mut mit eigenen Erfahrungen an die Öffentlichkeit zu gehen. Ich hatte in den letzten Jahren einige Krisen zu überstehen. Um mich selbst stabil zu halten habe ich so wenig wie möglich die schrecklichen Nachrichten verfolgt. Trotzdem bekomme ich das stetige erstarken der Rechten in Deutschland und in anderen Ländern mit. Mir kommt es so vor, dass Angriffe auf TransPersonen in den letzten Jahren mehr geworden sind. Auch bei mir im Viertel. Ich höre von rassistischen Übergriffen. Der Rassismus in der Gesellschaft wird ordentlich von BILD, AFD und co angestachelt und ist mehr und mehr akzeptiert und Normalität. Mir macht es große Sorgen wohin das noch führen kann. Ich habe wieder mehr angefangen auf Demos zu gehen und mich politisch zu engagieren.</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><b>Ist dir auch bei deinen Auftritten etwas in diese Richtung aufgefallen?</b></span></p>
<div id="attachment_724" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-724" class="wp-image-724 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/10/DSC01297-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /><p id="caption-attachment-724" class="wp-caption-text">Foto: faulenzA</p></div>
<p><span style="color: #333333;">Bei meinen Auftritten sind zum Glück meistens Menschen, die sich klar gegen Rassismus und Transfeindlichkeit positionieren. Das sind auch Momente für mich, die mir viel Kraft geben das alles auszuhalten. Wo wir uns als queerfeministische und linke Community, glaube ich, gegenseitig viel Kraft geben. Ich finde es aber auch spannend Konzerte außerhalb der Szene zu spielen. Da bekomme ich noch ganz anderes Feedback. Leider nicht immer gutes. Zum Beispiel werde ich manchmal von sogenannten „Radikalfeministinnen“ angefeindet, die mich dafür hassen, dass ich selbstbewusst als TransFrau auf der Bühne stehe. Ich mache aber auch viel Straßenmusik mit Akkordeon in U-Bahnhöfen oder bei warmem Wetter draußen. Da kommt es manchmal vor, dass rechte Leute mich im Vorbeigehen beleidigen oder Leute sich über mein trans-sein Lustig machen und all so ein Scheiß.</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><b>Als ich dich das erste Mal auf einer Demo in Berlin performen gesehen habe, ist eine Zeile besonders hängen geblieben: „frag mich nicht ich mag dich nicht“. Gleichzeitig gibst du in deinen Liedern sehr persönliche Eindrücke und Erfahrungen wieder. Widerspricht sich das nicht?</b></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Ich hoffe, dass meine Lieder und die Aufklärungsarbeit von queeren Gruppen und Vereinen dazu beitragen für queere Themen und eigenes Diskriminierungsverhalten aller Art zu sensibilisieren. Ich glaube, jeder noch so kleine Schritt in diese Richtung ist meeega wichtig. So dass vielleicht immer ein klein bisschen weniger Leute auf der Straße gefragt werden: „Bist du Mann oder Frau?“ Oder „Aus welchem Land kommst du?“ und so weiter&#8230;</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><b>Als prominente TransFrau bist du vielen ein Vorbild. In welchem Lied von deiner neuen Platte sprichst du am direktesten zu anderen TransPersonen und welche Botschaft möchtest du ihnen vermitteln?</b></span></p>
<div id="attachment_725" style="width: 220px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-725" class="wp-image-725 size-medium" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/10/44783334_10161389650900019_478500936352792576_n-210x300.jpg" alt="" width="210" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/10/44783334_10161389650900019_478500936352792576_n-210x300.jpg 210w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/10/44783334_10161389650900019_478500936352792576_n.jpg 672w" sizes="(max-width: 210px) 100vw, 210px" /><p id="caption-attachment-725" class="wp-caption-text">Foto: SchwuZ</p></div>
<p><span style="color: #333333;">Es gibt zum Beispiel ein Lied das „Reclaim the Stage“ heißt. Mich ermutigen immer wieder tolle queere Personen dazu selbstbewusst zu sein und trotz all der Scheiße auf die Bühne und in die Öffentlichkeit zu gehen. Und gerade wegen all der Scheiße. Personen, die stark von Diskriminierung betroffen sind, haben es besonders schwer sich in der Gesellschaft zu behaupten, gesehen und gehört zu werden. Ich hoffe, dass auch ich Menschen darin bestärken kann, an sich zu glauben und sich nicht zu verstecken.</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><b>Deine Album-Release-Party findet zusammen mit Gender Equality Media e.V. (GEM) statt. Warum hast du dich für eine Partnerschaft mit GEM entschieden und was erwartet die Leute bei diesem Event?</b></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Personen aus der Gruppe haben einmal einen Auftritt für mich organisiert. Ich fand die Zusammenarbeit so nett, dass ich sie gefragt habe, ob sie nicht Lust hätten, meine Releaseparty zu veranstalten. Ich war so glücklich über ihre Zusage, denn sie sind mit viel Begeisterung und Engagement dabei. Das macht richtig Spaß. Das was wir nun auf die Beine gestellt haben, übersteigt meine Erwartungen. Es gibt eine spannende Podiumsdiskussion über Empowerment gegen medialen Sexismus, die von <a href="https://www.stopbildsexism.com/2016/02/02/viele-menschen-checken-nicht-mehr-was-sexismus-%C3%BCberhaupt-ist-weil-er-so-ein-hartn%C3%A4ckiger-bestandteil-unserer-gesellschaft-geworden-ist-interview-mit-tari/">Tarik Tesfu</a> moderiert wird. Dann folgt ein Konzert mit Carmel Zoum, Lady Lazy, Djane Romi und mir. Mit Lady Lazy und Carmel Zoum habe ich wieder gemeinsame Tracks auf dem neuen Album, die wir da zum Besten geben werden. Das Ganze geht dann in die <a href="https://www.facebook.com/events/313402595880964/">„Hot Topic“-Party</a> im SchwuZ über.</span></p>
<p><span style="color: #333333;"><b>Wir danken dir für dieses Interview!</b></span></p>
<p><span style="color: #333333;">Ich danke euch für das Veranstalten der Party und für euer Interesse! Vielen Dank auch an alle Lesenden! Und hoffentlich sehen wir uns dann am 16. November im SchwuZ um gemeinsam mein „Wunderwesen“-Release zu feiern.</span></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/events/313402595880964/"><em>Hier geht es zu der Facebook-Veranstaltung: Klicken + zusagen!</em></a></p>
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		<title>Wanted: Ein Aufruf für ein schwules #MeToo</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Apr 2018 20:43:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#metoo]]></category>
		<category><![CDATA[queer]]></category>
		<category><![CDATA[sexuelle Gewalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Sechs Monate ist es nun her, auf einmal war #MeToo überall. Die Medien überschlugen sich in der immer gleichen Sensationsgier mit immer neuen Vorwürfen gegen die Harvey Weinstein’s dieser Welt. Mein Facebook-Feed war voll mit berührenden, mut- und wütend machenden Schilderungen vieler meiner Freundinnen über individuelle Erfahrungen mit sexueller Gewalt. Und auch ganz persönlich und offline stiftete die große Debatte &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><em>Sechs Monate ist es nun her, auf einmal war #MeToo überall. Die Medien überschlugen sich in der immer gleichen Sensationsgier mit immer neuen Vorwürfen gegen die Harvey Weinstein’s dieser Welt. Mein Facebook-Feed war voll mit berührenden, mut- und wütend machenden Schilderungen vieler meiner Freundinnen über individuelle Erfahrungen mit sexueller Gewalt. Und auch ganz persönlich und offline stiftete die große Debatte um sexuelle Gewalt am Arbeitsplatz viele kleine Gespräche &#8211; zu den lästigen Sprüchen, die Frauen sich auf der Straße anhören müssen, zu den anzüglichen Bemerkungen die auch Männer im Berufsleben ertragen müssen und auch zu den Berührungen, die man sich lieber von der Haut waschen würde. Bei den Frauen ist Bewegung, bei manchen Männern und bei insbesondere schwulen Männern überwiegt jedoch die Stille. Ein Aufruf für ein schwules #MeToo.</em> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Viele, die sich als politisch aktive Feminist*innen verstehen, fühlten sich im Sog der #MeToo-Debatte gar zum ersten Mal gehört. Auch wenn es feministische Positionen in den letzten Jahren in die breite Öffentlichkeit geschafft haben &#8211; nur wenige werden leugnen können, dass erst #MeToo einen so großen Stein ins Rollen gebracht hat, <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/der-hysterische-mann/">dass auch kleine Männer, die sich ganz groß fühlen</a>, jetzt Angst vor <i>dem Feminismus</i> haben.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span id="more-563"></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-574 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/04/mihai-surdu-415698-unsplash-300x200.jpg" alt="" width="380" height="253" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/04/mihai-surdu-415698-unsplash-300x200.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/04/mihai-surdu-415698-unsplash-768x512.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/04/mihai-surdu-415698-unsplash-1024x683.jpg 1024w" sizes="(max-width: 380px) 100vw, 380px" /></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Für viele war und ist #MeToo jedoch ein Befreiungsschlag &#8211; viele Frauen haben erst mit den öffentlichen Statements von Kulturschaffenden den Mut gefunden, eigene Wörter für ihre Erfahrungen zu finden. <a style="color: #000000;" href="https://ze.tt/mit-der-initiative-timesup-sollen-nun-taten-auf-metoo-folgen/">Aus #MeToo wurde, zumindest in den USA, später #TimesUp</a>: Wir sind nicht nur nicht sprachlos, wir sind auch nicht tatenlos. Die Zeit der Männer, die Frauen nur als Lust- und Sexobjekte begreifen, ist abgelaufen. Und wir, wir machen was draus.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Wir müssen hinsehen!</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Bei den Frauen ist Bewegung, bei manchen Männern und bei insbesondere schwulen Männern überwiegt die Stille. Da ist es schon halb vergessen, dass im letzten Jahr vor allem auch die Vorwürfe gegen den ehemaligen <i>House of Cards</i>-Star Kevin Spacey für mediales Aufsehen sorgten. Schon als junger Schauspieler habe er &#8211; <a style="color: #000000;" href="https://www.theguardian.com/us-news/2018/apr/12/kevin-spacey-investigated-los-angeles-sexual-assault-claims">noch ist juristisch nichts bewiesen</a> &#8211; mehrere, meist jüngere, Kollegen sexuell missbraucht oder zu Sex gezwungen haben. Das mediale Aufsehen, man könnte es in diesem Zusammenhang auch mediales <i>Hinsehen</i> nennen, wollten sich die Hamburger Deichtorhallen im Januar diesen Jahres sparen <a style="color: #000000;" href="http://www.deutschlandfunkkultur.de/abgesagte-ausstellung-in-hamburg-bruce-weber-hat-uns-seine.1013.de.html?dram:article_id=408627">und sagten die große Schau des US-Modefotografen Bruce Weber ab</a>, nachdem in den USA Vorwürfe der sexuellen Belästigung von männlichen Models gegen ihn laut wurden. Spacey und Weber &#8211; sind das Einzelfälle, und die schwule Seite der doch recht heterosexuellen #MeToo-Medaille? Oder sollten wir auch in der schwulen Community hinsehen und miteinander reden?</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Wir brauchen mehr Zahlen</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Die Zahlen sprechen für letzteres: <a style="color: #000000;" href="https://www.theguardian.com/commentisfree/2018/mar/07/gay-community-metoo-moment-conversation-consent-sexual-assault">neuere Studien verraten</a>, dass in Großbritannien 62% aller schwulen Männer im Nachtleben gegen ihren Willen berührt wurden. 40% aller schwulen Männer in den USA haben bereits sexuelle Gewalt außer Vergewaltigungen erlebt (bei den heterosexuellen Männern waren es 21%). Für Deutschland gibt es bislang keine Untersuchungen. <a style="color: #000000;" href="http://www.zeit.de/arbeit/2017-10/sexuelle-belaestigung-mann-arbeit/komplettansicht">Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat jedoch erhoben</a>, dass 7% aller Männer am Arbeitsplatz ungewollte Berührungen ertragen mussten und hat &#8211; was in diesem Zusammenhang viel wichtiger ist &#8211; herausgefunden, dass Männer viel weniger oft von solchen Erfahrungen berichten. Die Dunkelziffer könnte damit, auch abseits des Arbeitsplatzes, viel höher liegen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Darkroom = Konsens?</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Schwule Sexualität war in vielen Ländern Europas noch bis vor wenigen Jahrzehnten kriminalisiert und pathologisiert &#8211; noch immer gibt es Stigma, bei vielen Männern Angst sich zu outen. Über viele, viele Jahre hinweg hat man schwulen Männern eingeredet sich für die eigene Sexualtität zu schämen &#8211; eine Sexualtität die in vielen Aspekten so anders ist wie heterosexuelle. Schwule Kultur, dass sind auch Darkrooms und Parties, auf denen nicht nur getanzt und gequatscht wird. Konsens ist dabei oft ein Mantra, von dem alle schon einmal gehört haben, in dessen Klang aber nicht immer eingestimmt wird. Es gibt gar schwule Männer die meinen, andere Männer würden sich zum Sex bereit erklären, schon indem sie Orte betreten, an denen dieser passiert. Das ist genauso falsch wie sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und anderswo.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-573 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/04/clem-onojeghuo-207792-unsplash-300x200.jpg" alt="" width="377" height="251" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/04/clem-onojeghuo-207792-unsplash-300x200.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/04/clem-onojeghuo-207792-unsplash-768x512.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2018/04/clem-onojeghuo-207792-unsplash-1024x683.jpg 1024w" sizes="(max-width: 377px) 100vw, 377px" /></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Straighte Diskurse lassen sich nicht übertragen</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nur sind die Bedingungen über Grenzen und deren Überschreitungen in schwulen Communities zu reden andere. Das Stigma von Jahrzehnten tragen wir &#8211; ob wir wollen oder nicht &#8211; noch immer mit uns herum. Und ganz generell lassen sich straighte Diskurse nur schwerlich auf schwule und queere Lebenswelten übertragen. So wundert es kaum, dass sich an die Debatten im Spacey und Weber bis auf <a style="color: #000000;" href="https://www.siegessaeule.de/no_cache/newscomments/article/3694-mentoo.html">sehr wenige Ausnahmen</a> nur wenige Diskurse geknüpft wurden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Frauen (und nicht nur die, die Gabi heißen) standen &#8211; ob in feministischen Kontexten oder nicht &#8211; schon oft an unserer Seite. Nun ist es aber Zeit, dass wir von ihnen lernen. Nicht nur Schauspieler und Künstler setzen Männern unter Druck &#8211; sexualisierte Gewalt ist in schwulen Communities ebenso wenig eine Neuigkeit wie die sexuelle Belästigung durch schwule Chefs. Dabei reicht es aber nicht, wenn wir nun auch #MeToo rufen oder gar #TimesUp zu einem neuen Credo unter dem Regenbogen machen. Schwule Communities müssen sich endlich mit sich selber beschäftigen &#8211; mit der Objektifizierung von Körpern, der sexuellen Gewalt und dem eigenen Schweigen. Viele tausende Frauen haben es uns vorgemacht. Jetzt ist unser Moment.</span></p>
<p>Philipp</p>
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		<title>Der hysterische Mann</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Apr 2018 07:17:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#metoo]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Die Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Jens Jessen]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute erscheint in der ZEIT ein Artikel, getitelt “Der bedrohte Mann.” Der Autor, Jens Jessen, scheint sehr aufgebracht. Die Kernaussage ist schwer zu greifen, aber wohl folgende: Die armen Männer wollen ja den Frauen* helfen, werden aber alle unter Generalverdacht gestellt und damit mundtot gemacht. Zum einen ist es so, dass egal was Männer (ja, alle!) machen, es nie genug &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><em>Heute erscheint in der ZEIT ein Artikel, getitelt “Der bedrohte Mann.” Der Autor, Jens Jessen, scheint sehr aufgebracht. Die Kernaussage ist schwer zu greifen, aber wohl folgende: Die armen Männer wollen ja den Frauen* helfen, werden aber alle unter Generalverdacht gestellt und damit mundtot gemacht.</em> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Zum einen ist es so, dass egal was Männer (ja, alle!) machen, es nie genug ist. Dabei fordern Feminist*innen immer mehr, prangern immer mehr an. Es ist ein “sich selbst immunisierendes System nach marxistisch-leninistischem Vorbild entstanden,” so schreibt der Autor, das gar keine Kritik mehr zulässt. Es folgt eine Verdrehung von Debatten bezüglich victim blaming, manspreading, dem Fall Gina Lisa Lohfink, und ach, irgendwie alles. Eine Spirale die sich immer weiter hochdreht entsteht. Am Ende wird gefolgert: Der Mann, er ist ein bedrohtes Wesen. Wir wollen euch nicht den ganzen Text antun. Hier aber ein paar Perlen, um das Ausmaß der Panik  und auch der Hybris des Autors für euch greifbar zu machen:  </span></p>
<h3><span style="color: #000000;">Eine Chronik der Panik</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Eine steile These wie wir finden, ist <strong>dass (weiße-cis) Männer nun wissen wie es verfolgten Muslim*innen geht</strong>, mit diesen ganzen Generalverdachten, da ist sich der Autor jetzt sicher: “Nur sehr Tapfere erkennen darin eine heilsame Lektion, die es allen Männern erlaubt, die Diskriminierungserfahrung der Muslime zu machen: Was einige getan haben, wird allen zur Last gelegt. Jeder Muslim ein potenzieller Terrorist, jeder Mann ein potenzieller Vergewaltiger.” </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Weiter folgert der Autor, dass Feminst*innen alles radikale Anhänger*innen des totalitären Feminismus sind und alle Männer zerstören wollen:  Anne Wizorek ist radikal, weil sie mal gesagt hat, ja</span><span style="color: #000000;">ja, das Patriarchat an sich ist das Problem. Was der Autor daraus schließt ist, dass “<strong>Feministinnen an den Sieg des weiblichen Geschlechts über seinen Erbfeind, den Mann [glauben]</strong>” Oha!</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Es ist traurig, aber für den Autor ebenso sehr klar: “<strong>Männer haben keinen Anspruch auf Gerechtigkeit</strong>”. Die Unterstützer*innen von Gina Lisa Lohfink hätten damals schon die Debatte um “nein heißt nein” verdreht. Wer kann denn heute garantieren dass nicht das Leben eines armen Mannes wegen Falschanschuldigungen zerstört wird? Der Autor fühlt sich allezeit und von allen Seiten bedroht, die Gefahr lauert überall: “Wir können jederzeit denunziert werden, auch ohne den kleinsten Vorfall. Wenn nur eine Anklägerin unerkannt und aus dem Off spricht und ihre Behauptung zugleich das Urteil ist, gegen das es keine Berufung gibt, wird die Wahrheitsfrage unerheblich.” Ja, er und Trump können einen Club aufmachen. </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Bei diesem Ausmaß der Bedrohung dem sich der Autor ausge</span><span style="color: #000000;">setzt fühlt, wollen wir doch ein paar klare Worte an ihn richten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #000000;"><b>Lieber Jens </b></span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><b><br />
</b></span><span style="color: #000000;">Lieber Jens, nicht alle Männer fühlen sich bedroht, weil jetzt auch andere Menschen immer mehr die Möglichkeit haben ihre Meinung nicht nur zu äußern, sondern zu leben. Das ist schade für dich wenn du dich in deinem Ausdruck zensiert fühlst, weil du, ach je, nicht mehr so leichtherzig die gleichen Scherze raushauen kannst wie früher, die ja “nicht so gemeint” waren. Du dir vielleicht doch überlegen musst, wo und wann du wen anfasst. Auch nicht alle Männer, lieber Jens, wollen immer von dir berührt werden, auch wenn du dir “nichts dabei gedacht hast”. Falls dein flirten so schrecklich ist, dass du eine Klage fürchten musst, nun denn, das ist echt ein Problem, aber halt deins.<br />
</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Ich verstehe die Panik aber. Sie kommt daher, dass eben jetzt die Erkenntnis einsetzt, dass man über jeden Scheiss nachdenken muss, den man macht. Willkommen in der Erwachsenenwelt. Das, was dich gerade panisch werden lässt ist dieses Unbehagen, weil die Welt auf einmal nicht mehr wie deine Spielwiese erscheint, in der du halt machst was du w</span><span style="color: #000000;">illst, boys will be boys und so, und das ist dann auch ok so. Das ist sicherlich viel auf einmal, wenn man das nicht sein ganzes Leben lang lernen musste. Aber nach einer Weile, ich verspreche es dir, setzt ein Automatismus ein. Das nennt sich</span><span style="color: #000000;"> dann erwachsen werden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Lieber Jens, ich glaube kaum dass ich das mal sagen muss, aber: Sei mal nicht so hysterisch. </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Viele Grüße </span><br />
<span style="color: #000000;">Penelope Kemekenidou</span><br />
<span style="color: #000000;">Totalitäre Feministin</span></p>
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		<title>MeToo in Deutschland – Land der Täter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Jan 2018 07:07:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#metoo]]></category>
		<category><![CDATA[Dieter Wedel]]></category>
		<category><![CDATA[Hexenjagd]]></category>
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					<description><![CDATA[Während #metoo überall an Fahrt aufnimmt, bekommt die Debatte in Deutschland einen ganz eigenen Dreh. Mit Dieter Wedel haben auch wir in Deutschland einen Fall, bei dem ganz klar Namen genannt werden, ein Mann im Vordergrund steht. Wie sich die Debatte aber bei uns in den Medien entwickelt, hat schon seinen ganz eigenen Geschmack. Es scheint, das echte Drama ist, &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-weight: 400; color: #000000;">Während #metoo überall an Fahrt aufnimmt, bekommt die Debatte in Deutschland einen ganz eigenen Dreh. Mit Dieter Wedel haben auch wir in Deutschland einen Fall, bei dem ganz klar Namen genannt werden, ein Mann im Vordergrund steht. Wie sich die Debatte aber bei uns in den Medien entwickelt, hat schon seinen ganz eigenen Geschmack. Es scheint, das echte Drama ist, wie die Aufdeckung bestimmter Vorfälle Wedel nun belasten würden. Deutschland, Land der Täter?</span></p>
<h4><span style="color: #000000;">Alles verjährt und vergessen</span></h4>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"> Anfang Januar berichteten im ZEIT-Magazin mehrere ehemalige Schauspielerinnen von sexuellen Übergriffen durch Dieter Wedel. Schon zu Beginn – wie im Fall Weinstein – war der Aspekt Zeit vordergründig. Im Zentrum stand die Verjährungsdebatte statt der Sinn für Gerechtigkeit den Opfern gegenüber. Prominente Unterstützung kam u<a href="https://www.sueddeutsche.de/muenchen/jutta-speidel-im-interview-racheakte-20-jahre-spaeter-finde-ich-grenzwertig-1.3814323?reduced=true">nter anderem von Jutta Speidel in der SZ</a>.</span> </span></p>
<h4><span style="color: #000000;">Wer ist hier das Opfer?</span></h4>
<p><span style="color: #000000;">Im November 2017 erklärte Dieter Wedel noch gegenüber der Bild, dass ihn als junger Theaterstudent „einige Regisseure und Schauspieler schon mächtig unter Druck gesetzt hätten, er aber nicht nachgegeben habe und auch nicht gebrochen wurde“. Er wurde nicht gebrochen – andere Frauen* schon, und zwar anscheinend von ihm.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Seit kurzem ermittelt nun die Staatsanwaltschaft München gegen den Regisseur wegen einer wahrscheinlich noch nicht verjährten Sexualstraftat und schon wieder ist das Wort „Hexenjagd“ in aller Munde. Verfolgt man nun die Presse, so bleibt der hartnäckige Eindruck, dass es vielmehr darum geht, Dieter Wedel als d</span>as eigentliche Opfer zu inszenieren. Verstärkt wird dieses Empfinden natürlich durch seinen Krankenhausaufenthalt aufgrund einer Herzattacke.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Überall glaubt man einen direkten Zusammenhang zwischen den Anschuldigungen und seinem Gesundheitszustand zu sehen. Aber genauso wie für Dieter Wedel die Unschuldsvermutung bis zu seiner Verurteilung gilt, so kann auch die Kausalität von „Hexenjagd“ und gesundheitlichen Folgen bloß hypothetisch bleiben. Empathie mit den Opfern sucht man vergeblich. Um ihnen jedoch das letzte Fünkchen Glaubhaftigkeit abzusprechen und potentiellen weiteren Zeug*innen zuvor zukommen, wird nun von Erpressungsversuchen und gekaufter Berichterstattung berichtet (Namen nannte Dieter Wedel bisher keine).</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Das eindeutige Ziel ist hierbei selbstverständlich, weitere mutige Opfer zum Schweigen zu bringen, sie unglaubwürdig zu machen, um von der eigenen Straftat abzulenken und sich wieder ein Stückchen Ansehen zurück zu ergattern.</span></p>
<h4><span style="color: #000000;">Der Held, der Täter</span></h4>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Ganz dieser Strategie entsprechend, war es</span> von Dieter Wedel auch äußerst kühn, eigenständig von seinem Amt als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele zurück zu treten. Die positive Anerkennung folgte prompt, <a href="https://www.hessenschau.de/kultur/wedel-tritt-als-intendant-zurueck---staatsanwaltschaft-ermittelt-v1,wedel-ruecktritt-100.html">wie die hessenschau berichtete</a>.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Mit einem</span> Blick in Klatschblätter wie die &#8222;Ok&#8220; oder &#8222;Bunte&#8220;, wird ganz klar deutlich, wo der Fokus der Berichterstattung liegt: Die Vorwürfe müssen die Herzattacken herbeigeführt haben, sie müssen ihm wohl &#8222;zusetzen&#8220;.</span></p>
<h4></h4>
<h4></h4>
<h4><span style="color: #000000;">Und jetzt noch einmal mit Gefühl</span></h4>
<p><span style="font-weight: 400; color: #000000;">Liebe Medien, die Frage nach eurer Macht und Verantwortung, sollte an diesen Tagen besonders laut gestellt werden. Es kann nicht moralisch richtig und verantwortungsbewusst sein, wenn der Blick auf die eigentlichen Opfer komplett verloren geht und krampfhaft versucht wird, die Machtposition all derjenigen aufrechtzuerhalten, die leider nicht von der #MeToo Debatte profitieren. Im Fall Dieter Wedel verschwinden die eigentlichen Opfer aus der Berichterstattung, zurück bleibt er, wie jemand der verraten wurde. Seine gesundheitlichen Probleme? Ganz klar, ein Resultat dieser schrecklichen &#8222;Hexenjagd&#8220;. Wen man hier wirklich verdammt und verraten, hat ist eine Ironie die vielleicht nur einige Redaktionen selbst wirklich verstehen. Wir jedenfalls nicht. </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Autorin: Anne</span></p>
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