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	<title>de &#8211; Gender Equality Media e.V.</title>
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	<description>Gegen medialen Sexismus</description>
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		<title>Eilmeldung: Hausdurchsuchungen bei Feministinnen wegen Palästina-Solidarität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Penelope Kemekenidou]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Dec 2023 11:05:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Activism]]></category>
		<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute Nacht kam es zu Hausdurchsuchungen bei Mitgliedern der feministischen Organisation “Zora” &#8211; wegen der “Unterstützung einer terroristischen Organisation”. Damit ist nicht die Unterstützung des mörderischen Staatsterrors Israels gemeint, der seit mehr als einem Monat tausende Frauen und Kinder massakriert, die fast 70 Prozent aller im Gazastreifen gemeldeten Todesfälle ausmachen, sondern die Unterstützung für die sekuläre, demokratische und sozialistische Volksfront &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Heute Nacht kam es zu Hausdurchsuchungen bei Mitgliedern der feministischen Organisation “Zora” &#8211; wegen der “Unterstützung einer terroristischen Organisation”. Damit ist nicht die Unterstützung des mörderischen Staatsterrors Israels gemeint, der seit mehr als einem Monat tausende Frauen und Kinder massakriert, die fast 70 Prozent aller im Gazastreifen gemeldeten Todesfälle ausmachen, sondern die Unterstützung für die sekuläre, demokratische und sozialistische Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFPL).</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Die PFPL stellt sich aktiv gegen die Hamas und wurde bis dato auch genau deswegen von westlichen Kräften in der Region geschwächt. Denn um die Palästinenser*innen “legal” zu ermorden, braucht man ein gutes Feindbild, und damit eine starke Hamas in der Region. </span></span></p>
<h3><span style="color: #000000;">Hausdurchsuchungen von privaten Wohnungen und einem Café</span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">“Sechs Wohnungen und zwei andere Räume von Mitgliedern der Gruppe &#8222;Zora&#8220; wurden am Mittwochmorgen in verschiedenen Stadtteilen Berlins durchsucht&#8220;, schreibt die SZ, und zitiert damit einen Polizeisprecher. Die Frauen der Organisation werden nicht interviewt.</span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Auch in das Karanfil ist die Polizei heute um 8:30 Uhr eingefallen. Die Durchsuchung im Karanfil ist noch im Gange. Der Besitzer hat zur Unterstützung aufgerufen. Das Karanfil ist ein selbstorganisiertes, migrantisches Cafe, wo überwiegend pocs einen Safe Space finden, was der Polizei schon lange ein Dorn im Auge ist. Als der Chor “Widerklang” Ende Oktober eine Soli Veranstaltung dort gemacht hatte und ein Konzert mit palästinensischen und jiddischen Liedern gesungen hat, standen die Cops auch auf einmal vor der Tür.</span></p>
<h3><span style="color: #000000;">Eine neue Stufe der Aggressivität deutscher Politik</span></h3>
<p><span style="font-weight: 400; color: #000000;">Das ist ein klarer Angriff auf linke Strukturen, die den Krieg verdammen und ein Gegengewicht zur Staatsräson der deutschen Regierung bilden, die nicht nur medial die Hegemonie der bürgerlichen Gesellschaft aggressiv verteidigt, sondern nun auch angefangen hat außerhalb von Demonstrationen die Menschen anzugreifen, die sich gegen einen Genozid stellen. </span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Hier zeigt sich auch, dass es der deutschen Regierung, dem Staat und den Kriegsgewinnlern niemals um die Hamas als solches ging, sondern um den Widerstand gegen ihre Herrschaft als Ganzes.  Hier findet ein Angriff auf Frauen statt, die ihre eigene Position formulieren. Was sagt die feministische Außenpolitik von Baerbock dazu?</span></span></p>
<h3><span style="font-weight: 400; color: #000000;"><strong>Greifen sie eine(n) von uns an, greifen sie alle an.</strong> </span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><b>Die Durchsuchung im Karanfil ist noch im Gange, wer anwesend sein kann</b><span style="font-weight: 400;">, </span><b>kommt gerne hin ab 17 Uhr: </b><span style="font-weight: 400;">Weisestraße 3, 12049 Berlin, Deutschland</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;">Wir bitten euch zudem, den Kanälen der Betroffenen zu folgen und zu verfolgen, wie am besten weiter unterstützt werden kann. </span></span></p>
<p><a href="https://www.instagram.com/cafe_karanfil_bar"><span style="font-weight: 400;">https://www.instagram.com/cafe_karanfil_bar</span></a></p>
<p><a href="https://www.instagram.com/zora_berlin_/">https://www.instagram.com/zora_berlin</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>GREIFT IHR EINE VON UNS AN, ANTWORTEN WIR ALLE!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Jun 2023 10:01:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[#unfollowpatriarchy]]></category>
		<category><![CDATA[Activism]]></category>
		<category><![CDATA[de]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus in Deutschland]]></category>
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					<description><![CDATA[Statement von Gender Equality Media e.V. zur angegriffenen Petition, die die Absage aller Rammstein-Konzerte in Berlin fordert und am Freitag offline gehen musste. Eine von uns hat ganz prominent Konsequenzen für Rammstein gefordert, indem sie kurz nach Veröffentlichung der Vorwürfe eine Petition startete, in der sie die Absage, der in Berlin geplanten Konzerte forderte. Und eben nicht nur die Aftershow-Parties &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><em>Statement von Gender Equality Media e.V. zur <a style="color: #000000;" href="https://weact.campact.de/petitions/keine-buhne-fur-rammstein">angegriffenen Petition</a>, die die Absage aller Rammstein-Konzerte in Berlin fordert und am Freitag offline gehen musste.</em></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Eine von uns hat ganz prominent Konsequenzen für Rammstein gefordert, indem sie kurz nach Veröffentlichung der Vorwürfe eine Petition startete, in der sie die Absage, der in Berlin geplanten Konzerte forderte. Und eben nicht nur die Aftershow-Parties zu canceln, wie es zuletzt in den Medien hieß. Bis Freitag hatten insgesamt mehr als 62.000 Menschen die Petition unterzeichnet. <a style="color: #000000;" href="https://weact.campact.de/petitions/keine-buhne-fur-rammstein">Aber eben nur bis Freitag, weil sie an dem Tag zum Ziel eines Cyberangriffs und von Bots überflutet wurde und daraufhin offline gehen musste.</a></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #000000;"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-1658 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/FireShot-Capture-147-Keine-Bühne-für-Rammstein-WeAct-weact.campact.de_-300x204.png" alt="" width="300" height="204" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/FireShot-Capture-147-Keine-Bühne-für-Rammstein-WeAct-weact.campact.de_-300x204.png 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/FireShot-Capture-147-Keine-Bühne-für-Rammstein-WeAct-weact.campact.de_.png 740w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></span></p>
<p><span style="color: #000000;">In den letzten Wochen kamen wir kaum um das Thema herum: Rammstein, ganz speziell die Missbrauchsvorwürfe gegenüber dem Frontsänger Till Lindemann. Wir alle von Gender Equality Media e.V. haben die Geschichten der mutigen Frauen, die ihren Mund aufgemacht haben, um auf systematischen Machtmissbrauch in der Musikindustrie aufmerksam zu machen, sehr berührt und machte uns wieder einmal deutlich: Gewalt gegen Frauen ist kein Einzelfall, sondern hat System. Überall und jederzeit.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Wir von Gender Equality Media e.V. werten diesen Vorgang als schwerwiegende Verletzung von Meinungsfreiheit und politischer Teilhabe, welche im Patriarchat System gegen FLINTAs hat. </strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Petitionen sind politische Werkzeuge, um zivilgesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, Aufmerksamkeit zu generieren und bringen so immer wieder wichtige Themen auf die politischen Agendas, die eine sofortige Intervention von politischen Amtsträger*innen erfordern oder die sonst schlichtweg im Schatten bleiben würden, wenn sie von Betroffenen nicht laut angesprochen werden. Dass heute jede von uns mit Anschluss zum Internet eine Petition starten kann, werten wir als große Chance, um Mitbestimmung von Menschen zu ermöglichen, die in der Politik nicht vertreten sind. Seien es FLINTAs, Queers, migrantisierte und/oder rassifizierte Menschen, Menschen mit Behinderung oder Menschen aus der Arbeiter*innenklasse, also alle die vorher kaum Zugang zur politischen Teilhabe hatten. Bis vor der Digitalisierung, waren die Hürden dazu entweder viel zu hoch oder es kostete sie zu viel, sie zu überwinden. </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Der von Unbekannten ausgeübte Bot-Angriff auf die Petition <i>Keine Bühne für Rammstein </i>mag ein Einzelfall sein, aber er reiht sich neben viele ähnliche Angriffe auf FLINTA-Aktivist*innen, die mutig genug waren, ihren Mund aufzumachen und Betroffenen von geschlechtsspezifischer Gewalt solidarisch Schulter an Schulter stehen. Er hat das Ziel, uns und unsere gemeinsamen Erfahrungen unsichtbar zu machen und das patriarchale System zu stützen, dass FLINTAs systematisch hasst. Seine Motivation ist ein misogynes Weltbild, in der es darum geht uns klein zu halten.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Wir von GEM e.V. wollen aber weder unsichtbar, noch leise sein. DENN WIR SIND WÜTEND!</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Deswegen rufen wir Euch Alle dazu auf, an den geplanten Demonstrationen von <a style="color: #000000;" href="https://www.instagram.com/keinrammstein_berlin/?hl=de">@keinrammstein_berlin</a>, <a style="color: #000000;" href="https://www.instagram.com/keinebuehne/?hl=de">@keinebühne</a> und <a style="color: #000000;" href="https://www.instagram.com/keineshowfuertaeter_berlin/?hl=de">@keineshowfürtäter</a> teilzunehmen. Lasst uns unsere Wut und unsere Betroffenheit solidarisch zum Ausdruck bringen und protestieren wir gegen jede Form von geschlechtsspezifischer Gewalt. GREIFT IHR EINE VON UNS AN, ANTWORTEN WIR ALLE!</strong></span></p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-1663 aligncenter" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/2-300x300.png" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/2-300x300.png 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/2-1024x1024.png 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/2-150x150.png 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/2-768x768.png 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2023/06/2.png 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Offener Brief: Der Kopf von Reichelt reicht uns nicht!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Häfemeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Oct 2021 11:25:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Sexistische Berichterstattung, Machtmissbrauch und Diskriminierungen in Redaktionen sind keine Einzelfälle. Die Recherchen deutscher Investigativ-Journalist*innen sowie die jüngsten Berichte der „New York Times“ brachten den „Bild“-Chef und Ober-Macker Julian Reichelt zu Fall. Doch das Problem hört hier nicht auf: Männer schützen Männer &#8211; immer wieder! Das alles ist viel größer, dahinter steckt ein System. Sexismus in den Redaktionen und Berichterstattung fängt &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Sexistische Berichterstattung, Machtmissbrauch und Diskriminierungen in Redaktionen sind keine Einzelfälle. Die <a style="color: #000000;" href="https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bild-chef-julian-reichelt-warum-er-gehen-musste-a-3a205fa3-9967-4803-8a32-c47e8a0ad227"><span style="color: #ff00ff;">Recherchen deutscher Investigativ-Journalist*innen</span></a> sowie die jüngsten <a style="color: #000000;" href="https://www.nytimes.com/2021/10/17/business/media/axel-springer-bild-julian-reichelt.html"><span style="color: #ff00ff;">Berichte der „New York Times“</span></a> brachten den „Bild“-Chef und Ober-Macker Julian Reichelt zu Fall. Doch das Problem hört hier nicht auf: Männer schützen Männer &#8211; immer wieder! Das alles ist viel größer, dahinter steckt ein System. Sexismus in den Redaktionen und Berichterstattung fängt bei Lokalzeitungen an und hört bei der BILD auf. Das muss sich ändern!<span id="more-1585"></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Gender Equality Media veröffentlicht <span style="color: #ff00ff;"><a style="color: #ff00ff;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_.pdf" target="_blank" rel="noopener">Offenen Brief</a> </span>an deutsche Redaktionen und Verlage</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">In Redaktionsrichtlinien, Leitbildern oder Visionen sprechen sich fast alle deutschen Redaktionen für die Förderung von Diversität und den Abbau von Diskriminierung und Sexismus aus. Durch unsere jahrelange Arbeit, unsere wöchentlichen Medienscreenings und in direkten Gesprächen mit Journalist*innen und Medienschaffenden sowie auf Grundlage unserer <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Ergebnisse-Umfrrage-Bericherstattung-Gewalt-gegen-Frauen-1.pdf" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #ff00ff;">nicht-repräsentativen Umfrage</span></a> sind wir jedoch zu folgenden Beobachtungen gelangt:</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>1. Strukturell-patriarchale Probleme werden nicht benannt und eingeordnet.<br />
2. Die Zusammensetzung der Führungsebene und Redaktionen bildet nicht unsere Gesellschaft in all ihren Facetten ab.<br />
3. Freiheit und Neutralität kann im Hinblick von wirtschaftlichen Interessen nicht sichergestellt werden.</strong></span></p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-1611 alignleft" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-1.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p><span style="color: #000000;">Faktenbasierter, qualitativer und freier Journalismus sind höchste Güter unserer demokratischen Gesellschaft. Der Einfluss von Medien und die damit einhergehende Verantwortung ist stärker denn je. ​Aber genau diese Verantwortung müssen Medien, Redaktionen und Journalist*innen auch wahrnehmen. In einem <span style="color: #ff00ff;"><a style="color: #ff00ff;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_-1.pdf" target="_blank" rel="noopener">Offenen </a><a style="color: #ff00ff;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_-2.pdf" target="_blank" rel="noopener">Brief</a></span> fordern wir deutsche Redaktionen auf, Stellung zu beziehen, im Sinne der Istanbul-Konvention zu handeln und systematische Diskriminierung jeglicher Art (durch transparente, nachverfolgbare Maßnahmen) abzubauen. Medien sind Teil und Lösung des Problems: Sie tragen einen Großteil zur Meinungsbildung bei und haben somit auch Verantwortung. Sie tragen einen Großteil zur Meinungsbildung bei und müssen entsprechend verantwortungsbewusst berichten. Dazu gehört auch, systemische Gewalt gegen Frauen in der Berichterstattung entsprechend einzuordnen. Nur wenn sie das tun und die Gewalt nicht verharmlosen, sondern als das benennen, was sie ist, können sie Verbündete sein. Hier: <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_-2.pdf" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #ff00ff;">Der Offene Brief zum Download.</span> </a></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Krasse Umfrageergebnisse bestätigen unsere Arbeit</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">In einer <a style="color: #000000;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Ergebnisse-Umfrrage-Bericherstattung-Gewalt-gegen-Frauen-1.pdf"><span style="color: #ff00ff;">nicht-repäsentativen Umfrage</span></a> haben wir Medienkonsument*innen zur deutschen Berichterstattung zum Thema Gewalt gegen Frauen befragt. Die Ergebnisse sind sehr eindeutig: 0 Prozent der Befragten finden die Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen in Deutschland aussreichend. Auch die generelle Thematisierung und Einordnung von Gewalt gegen Frauen bemängeln rund 83 Prozent (61% eher Nein / 22% Nein) der Konsument*innen. Bei der Frage &#8222;Welche Themen im Bereich des intersektionalen Feminismus zu selten in den deutschen Medien thematisiert werden&#8220;, waren sich die Befragten auch einig. Nur um einige zu nennen: Femizide/Feminizide, Verknüpfung von Sexismus und Rassismus, Ableismus, Kapitalismuskritik, LGBTQ*-Feindlichkeit.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Die Berichterstattung von Gewalt gegen Frauen muss von allen Medien priorisiert und eingeordnet werden. Wenn Frauen umgebracht werden und/ oder Gewalt erfahren ist das kein Einzelfall oder ein Versehen, dahinter steckt ein patriarchales System. In unserem </strong></span><span style="color: #ff00ff;"><strong><a style="color: #ff00ff;" href="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_.pdf">Offenen Brief</a></strong></span><span style="color: #000000;"><strong> fordern wir daher alle Redaktionen auf: Stellt den Kampf gegen Gewalt an Frauen an höchste Stelle.</strong></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1614 size-large" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie-1024x1024.jpg" alt="" width="1024" height="1024" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie-1024x1024.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie-300x300.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie-150x150.jpg 150w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie-768x768.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/10/Offener-Brief_sharepics-Kopie.jpg 1080w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
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		<title>&#8222;Sexpositiv und frauenfeindlich: Gang Bang im Berliner Garten von Eden&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Penelope Kemekenidou]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Jun 2021 14:01:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[de]]></category>
		<category><![CDATA[Gastbeitrag]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[Sex”positive” Räume, KitKat Club, die “Kinky Szene” Berlins: unsere Gastautorin hat sich in eine Szene begeben, in der sie Grenzenlosigkeit in jeglicher Art gesucht hat. Was sie gefunden hat, war das, was es auch in der vermeintlich “spießigen” Mainstreamgesellschaft gibt: verkappte Hetero-Männer, die offenbar Angst haben, vor dem, was eigentlich gerade dort ein Thema sein sollte: gleichberechtigte Verhütung. Wir beschäftigen &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><em><span style="font-weight: 400;"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1577 alignleft" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-fTvf9e8A1fc-unsplash-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-fTvf9e8A1fc-unsplash-300x200.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-fTvf9e8A1fc-unsplash-1024x683.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-fTvf9e8A1fc-unsplash-768x512.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-fTvf9e8A1fc-unsplash-1536x1024.jpg 1536w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-fTvf9e8A1fc-unsplash-2048x1365.jpg 2048w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Sex”positive” Räume, KitKat Club, die “Kinky Szene” Berlins: unsere Gastautorin hat sich in eine Szene begeben, in der sie Grenzenlosigkeit in jeglicher Art gesucht hat. Was sie gefunden hat, war das, was es auch in der vermeintlich “spießigen” Mainstreamgesellschaft gibt: verkappte Hetero-Männer, die offenbar Angst haben, vor dem, was eigentlich gerade dort ein Thema sein sollte: gleichberechtigte Verhütung. </span><span style="font-weight: 400;">Wir beschäftigen uns tagtäglich mit sexualisierter Gewalt in Deutschlands Medienlandschaft. Genauso sehr, wie es hier um das Aussprechen von Fehlern geht, liegt uns auch etwas daran, dem einen Platz zu geben, was sonst keinen Raum im medialen Diskurs findet. Daher geben wir hier einem Bericht einer Betroffenen Platz.</span></em></span></p>
<p><strong>Ein Gastbeitrag von Yulia Myshka*</strong></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;"><br />
Ein absurder Maskenball, gehüllt in mystische Wolken von Nebelmaschinen und Nasenschnee: </span><i><span style="font-weight: 400;">Disco Bizarre</span></i><span style="font-weight: 400;">, das war die legendäre Samstagnacht im KitKatKlub – einer Berliner Institution für all die Praktiken, Phantasien und Lebensarten, die tagsüber in der Gesellschaft keinen Raum finden. „Magisches Theater – Nur für Verrückte!“, lautet die Inschrift über dem verspielten Eingangstor – ein Zitat aus Hermann Hesses </span><i><span style="font-weight: 400;">Steppenwolf</span></i><span style="font-weight: 400;">, welches den Protagonisten vor Betreten eines Zauberkabinettes davor warnt, seine geistige Gesundheit angesichts der irrsinnigen Erscheinungsformen seiner Phantasie zu verlieren. Das ist das Risiko, welches ein Individuum eingeht, wenn es versucht, sich aus seinem Kontext zu lösen und sich auf die Suche nach einem ungeordneten, fremden Raum zu begeben – Die Befreiung vom eigenen Körper mittels dissoziierender Betäubungsmittel; die Befreiung von seinem sozialen Umfeld auf Wanderschaft in neue, freie Welten. Was erwartet den Menschen, der sich als Element eines strukturierten Kollektivs abtrennt und einen Weg ohne Straßennamen beschreiten möchte?</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Voll jugendlichem Sturm und Drang begab ich mich also auf Wanderschaft: Auf der Flucht vor dem gemäßigten Bürgertum in eine Idealwelt, in der keine religiöse Doktrin lebensfremde Sexualmoral postulieren sollte oder von der Norm abweichende Menschen mit Tabus zum Schweigen gebracht werden – niemand sollte hier in die Verdammnis oder Unsichtbarkeit verdrängt werden. Eine romantische Vision, diese paradiesische Parallelgesellschaft mit dem ehrlichen Ziel, die menschliche Lust ohne Scham und Höllenangst wiederzubeleben, freie Liebe ohne Grenzen. Es begann vor zwei Jahren, als ich von zwei Klubnacht-Bekanntschaften zu einer privaten Orgie im kleineren Kreise eingeladen wurde. Die Festivität entpuppte sich als Eignungstest zur Aufnahme in eine exklusive (und in der Kinky-Szene heißbegehrte) Gruppierung unter der Leitung zweier Männer. Das allegorische Gruppenbild zeigt Adam und Eva vor dem Sündenfall, nackt und natürlich, umgeben von fruchtbarem Grün und einem weiten blauen Himmel. </span><i><span style="font-weight: 400;">The Garden</span></i><span style="font-weight: 400;">, so der symbolkräftige Name, ist zugänglich für eine begrenzte Anzahl von offenen Frauen und willigen Männern, die auf regelmäßiger Basis an den selbstorganisierten Veranstaltungen teilnehmen. Nur die Harten (im Geben und Nehmen) kommen in den Garten, dazu zählen die ausdauerkräftigsten Männer mit viagrainduzierten Erektionen sowie ihre unterwürfigen weiblichen Pendants.</span></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1578 alignleft" src="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-TZSeksO2v5Q-unsplash-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-TZSeksO2v5Q-unsplash-300x200.jpg 300w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-TZSeksO2v5Q-unsplash-1024x683.jpg 1024w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-TZSeksO2v5Q-unsplash-768x512.jpg 768w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-TZSeksO2v5Q-unsplash-1536x1024.jpg 1536w, https://genderequalitymedia.org/wp-content/uploads/2021/06/dainis-graveris-TZSeksO2v5Q-unsplash-2048x1365.jpg 2048w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><span style="font-weight: 400; color: #000000;">Was ursprünglich als legere Versammlung sexpositiver Lustbejaher begann, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer ordentlich strukturierten Organisation mit Untergruppierungen aus potentiellen Neulingen, die auf probeweisen Sexparties sorgfältig selektiert wurden nach Kriterien der Schönheit und Nützlichkeit. Auch in der Sphäre revolutionärer Freiheit gibt es Verhaltensregeln und ungeschriebene Gesetze, die man besser befolgen sollte, wenn man Wert auf Ansehen und eine gesicherte Position legt. Wer sich mit den Führern anlegt, riskiert es, von der nächsten geheimen Gruppensexveranstaltung ausgeladen und für unbestimmte Zeit auf die undankbare Nachrücker-Warteliste gesetzt zu werden. Andererseits besteht für die fleißigsten der Bienchen die Chance auf einen Status jenseits der beschränkten Vorstellungen bürgerlicher Ambitionen: Wer sich durch hervorstechende Glanzleistungen und eindrückliche Performationen einen Namen verschaffen konnte, ist sich in dieser zweiten Realität, in der bezaubernden Dunkelheit des Nachtlebens, allgemeiner Wertschätzung und Anerkennung sicher. Dieser Status wiederum ermöglicht Gästelistenplätze, Einladungen zu exklusiveren Events und allerlei sonstige Privilegien, die – selbstverständlich auf einer weit irdischeren und normaleren Ebene – in der Gesellschaft da draußen nur der Oberschicht vorbehalten sind. Wenn bei Tageslicht das Geld regieren soll, dann gilt bei Nacht das Gesetz des Geschlechts und der Lust.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Ein Gesetz der Gleichheit und Gerechtigkeit? Nicht, solange der Körper im Spiel ist und die Grenzen nur in eine Richtung überschritten werden. Ein großes Lob zunächst an </span><i><span style="font-weight: 400;">safe, sane and consensual</span></i><span style="font-weight: 400;"> und den offenen, verantwortungsbewussten Umgang mit Geschlechtskrankheiten:  Dieser bildet die ungeschriebene Grundvereinbarung unter Teilnehmer*innen von Orgien und regelt all diejenigen Grenzüberschreitungsbereiche, die bei der reziproken Benutzung und Befriedigung diverse Gesundheitsrisiken für alle bergen. Egal ob weiblicher oder männlicher Körper, jeder könnte potentiell dem Angriff von Viren und Bakterien ausgesetzt sein. Diese Wechselseitigkeit besteht jedoch nicht bei Verhütung. Das Desinteresse für ein Problem, das nur das Leben und den Körper weiblicher Personen mit funktionsfähigen Reproduktionsorganen bestimmt, liegt im Mangel an Selbstbetroffenheit. Heterosexualität ist meist einseitig invasiv ausgestaltet: cis-Männer werden nicht penetriert – zumindest nicht so, dass sie schwanger werden könnten, Kinder austragen oder abtreiben müssten. Sie müssen sich nicht schützen.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Dass die Schwangerschaftsprävention exklusive Angelegenheit der Frau ist, bekam ich zu spüren, als ich es wagte, in unserem sexpositiven Kollektiv das unbehagliche Thema der gleichberechtigten Verhütung anzusprechen:</span><a style="color: #000000;" href="https://www.vice.com/de/article/nz7pg8/die-perfekte-verhuetung-fuer-maenner-ist-da-warum-benutzen-wir-sie-nicht-489"> <span style="font-weight: 400;">Die perfekte Verhütung für den Mann ist da—aber warum nutzen wir sie nicht?</span></a><span style="font-weight: 400;"> Neben verächtlichen Kommentaren gab es auch konstruktive Kritik mit dem Hinweis, die Diskussion doch bitte in eine extra Verhütungsgruppe zu verlegen mit Teilnehmer*innen, die sich für die Thematik interessieren würden; denn sie sprenge den Rahmen eines angenehmen Freitagnachmittags all derer, die es nicht betreffe. Teils wohlwollend paternalistisch, teils offen misogyn und hasserfüllt versuchten ein halbes Dutzend Männer gemeinsam, mich davon zu überzeugen, dass  Verhütung in einer Sexgruppe „off-topic“ sei; Es gab unter mehr als fünfzig Mitgliedern kein einziges, das mir beistand (außer einzelne direkte, privaten Nachrichten von Frauen an mich, die sich jedoch nicht öffentlich trauten, mir zuzustimmen). Einen so harten Gang Bang (aus Worten statt Schwänzen, versteht sich) hatte ich selbst in den Hochphasen meiner Exzentrik noch nie erlebt. Mit der Drohung, meinen kostbaren Platz im schönen Garten zu verlieren, wurde ich von den Gruppenvätern schließlich zum Schweigen gezwungen. – Das tat ich natürlich nicht, sondern bin selbst aus dem Paradies spaziert, aus der extravaganten Miniatur-Version einer phallozentrischen Gesellschaft zurück in die Mainstream-Männerwelt (nicht viel besser, aber weniger heuchlerisch) – über mir schwebend die verblassende Erinnerung an die regenbogenfarbene Glitzerpracht der Tanzfläche im KitKatKlub, auf der alle sich lieben sollten – egal wer, egal wie, </span><i><span style="font-weight: 400;">Alles fickt alles</span></i><span style="font-weight: 400;">. Hört sich nach vielen Optionen an. Nur leider verhütet eben nicht alles.  In einer geld- und männergesteuerten Gesellschaft gibt es ungenügend Finanzierung für Projekte, die das ändern würden, um Frauen die alleinige Last von den Schultern zu nehmen, Depressionen von der täglichen Pille zu bekommen oder Regelschmerzen von der Kupferspirale oder die Summe eines halben Gramm Koks für die Pille danach auszugeben, wenn mal das Kondom reißt. Da aber auch Männer leiden, wenn ihr sexuelles Erlebnis durch eine dünne Schicht Latex eingeschränkt wird, ist die Angelegenheit von ihrer Seite aus erledigt. Deshalb bleibt für die heterosexuelle Frau ohne Kinderwunsch keine freie Wahl und Selbstbestimmung über ihren Körper, sondern eine eingeschränkte Entscheidung zwischen schlechten und weniger schlechten Möglichkeiten, sich zu schützen.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Das Fazit meiner Wanderschaft: Es erwartet einen nichts Neues. Keine Befreiung, weder vom Körper noch vom sozialen Umfeld. Keine neuen, freien Welten; die Straßen sind die gleichen, nur die Straßennamen sind verkehrt. Man kennt es von Filmen wie </span><i><span style="font-weight: 400;">The Beach</span></i><span style="font-weight: 400;">, aber auch aus der </span><i><span style="font-weight: 400;">Liebig 34</span></i><span style="font-weight: 400;"> in Berlin: Die Menschen hassen den Kapitalismus, aber sie bleiben dennoch in ihrer rebellischen Gegen-Gesellschaft weiterhin fest im kapitalistischen System gefangen. Die Freigeister der </span><i><span style="font-weight: 400;">Garden-Group</span></i><span style="font-weight: 400;"> blicken auf das durchschnittliche Bürgertum wie Lenin auf die Bourgeoisie, und doch sind sie vielmehr der unreflektierte und normale Kern des bürgerlichen Systems selbst: Sie sind die idealtypische Spiegelung einer heteronormativen, sexistischen und misogynen Gesellschaft, die ihre weiblichen Mitglieder ausnutzt, unterdrückt und zum Schweigen bringt, weil die Männer davon profitieren.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Yulia Myshka, Philosophiestudentin aus Berlin*</strong><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;">* </span><span style="font-weight: 400;">Künstler*innenname</span><span style="font-weight: 400;"> </span></span></p>
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